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Auch Frankreich lockert sein Blutspendeverbot für Männer, die Sex mit Männern haben (Bild: flickr / Olli Henze / by 2.0)

Zum ersten Mal seit über 30 Jahren dürfen Schwule in Frankreich wieder Blut spenden – allerdings nur, wenn sie vorher ein Jahr lang keusch gewesen sind.

Frankreich hat am Montag das Verbot von Blutspenden durch Männer, die Sex mit Männern haben, gelockert. Das Verbot war 1983 nach der Entdeckung von HIV eingeführt worden. Allerdings gilt für homo- und bisexuelle Männer anders als für Heterosexuelle nun die Einschränkung, dass sie ein Jahr lang keinen Sex gehabt haben dürfen. Bei Plasma-Spenden beträgt die Sperrfrist vier Monate.

Die Aufhebung des generellen Verbots, die am Montag in Kraft trat, war vergangenen Herbst von Gesundheitsministerin Marisol Touraine angekündigt worden (queer.de berichtete). Präsident François Hollande hatte diesen Schritt im Wahlkampf 2012 versprochen.

Langes Keuschheitsgebot "unfair"

LGBT-Aktivisten begrüßten das Ende des Blutspendeverbots als einen ersten Schritt zur Gleichbehandlung: "Es ist ein gutes Zeichen, wenn Männer, die Sex mit Männern haben, weniger stigmatisiert werden", erklärte Sophie Aujean von der LGBT-Organisation ILGA Europe gegenüber dem Nachrichtensender "France 24". Allerdings sei das zwölfmonatige Keuschheitsgebot nach wie vor unfair, da heterosexuellen Männer keine Einschränkungen auferlegt werden würden.

Auch andere Länder wie die USA und die Niederlande haben kürzlich eine einjährige Sex-Karenzzeit für schwule und bisexuelle Männer eingeführt. Nur sechs der 28 EU-Länder bewerten in ihren Fragebögen nicht die sexuelle Orientierung der Spender, sondern lediglich ihr individuelles Risikoverhalten. Dabei handelt es sich um Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien.

In Deutschland gibt es ebenfalls Anzeichen für eine Reform: So forderten Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und die Gesundheitsminister aller 16 Bundesländer im Juni, den generellen Ausschluss von schwulen und bisexuellen Männern zu beenden. In dieser Frage hat allerdings die Bundesärztekammer das letzte Wort: Die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung prüft bereits seit mehreren Jahren, ob das Verbot aufgrund der sexuellen Orientierung von Spendern noch zeitgemäß ist – bislang aber ohne Ergebnis.

Deutsche LGBT-Organisationen fordern bereits seit längerem eine Aufhebung des pauschalen Blutspendeverbotes aufgrund der sexuellen Orientierung. Auch die Deutsche Aids-Hilfe setzt sich für eine Neuregelung ein, da "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" als Schwule und Bisexuelle aufweisen würden. (dk)



#1 hugo1970Profil
  • 12.07.2016, 19:56hPyrbaum
  • "Die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung prüft bereits seit mehreren Jahren, ob das Verbot aufgrund der sexuellen Orientierung von Spendern noch zeitgemäß ist bislang aber ohne Ergebnis."

    Wenn wundert's nicht?
    Betreff: Blutspenden von queers
    Mitteilung: Warum wird im Fragebogen beim Blutspenden nicht so gefragt? Hatten Sie Sex (schwul oder hetero) in den letzten ... Monate?

    vielen Dank für Ihre u. a. Anfrage. Die Bundesärztekammer erstellt gemäß § 12a und 18 Transfusionsgesetz im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut die "Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)".

    Die Bundesärztekammer ist nicht mit der Erstellung oder Gestaltung eines Spenderfragebogens befasst. Wir können Ihnen daher nur allgemein den Hinweis geben, dass die von Ihnen angesprochenen Fragen zum Sexualverhalten in Nummer 16 des einheitlichen Blut- und Plasmaspenderfragebogen zu finden ist: (
    www.pei.de/SharedDocs/Downloads/blut/spenderfragebogen/pei-s
    penderfragebogen.pdf?__blob=publicationFile&v=6


    "Die Bundesärztekammer ist nicht mit der Erstellung oder Gestaltung eines Spenderfragebogens befasst."

    und an wen muß ich mich dann wenden, wegen meiner unteren Frage ("Warum wird im Fragebogen beim Blutspenden nicht so gefragt? Hatten Sie Sex (schwul oder hetero) in den letzten ... Monate")?

    Es ist doch egal, jeder, auch jemand mit ausschließlichem heterosexuellem Sex kann sich anstecken!!!!

    bezüglich Ihrer Nachfrage schlagen wir vor, sich an das Paul-Ehrlich-Institut zu wenden, auf deren Internetseite der einheitliche Blut- und Plasmaspenderfragebogen (Version 2) Stand 13.01.2015 zu finden ist.
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