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  • 08. April 2005, noch kein Kommentar

NDW-Ikone Nena hat keinen Bock aufs Heiraten und beglückt uns lieber mit ihrem neuen Album "Willst du mit mir gehn".

Von Jan Gebauer

So erfolgreich war Nena selbst in den 80er Jahren selten gewesen. Das neue Doppel-Album "Willst du mit mir gehn" und die erste Single daraus, "Liebe ist" kletterten bis auf Platz Eins der deutschen Charts. Eine Tour ist ebenfalls in Planung – da bleibt wohl keine Zeit fürs Privatleben: Nena will ihren langjährigen Lebensgefährten Philipp Palm nun doch nicht heiraten. "Ich werde nicht heiraten! Eine Hochzeit wird es deshalb nie geben, weil mein Leben sowieso eine einzige 'Hoch-Zeit' ist", sagte die 45- Jährige der "Bild"-Zeitung. Außerdem sei sie durch ihre Karriere einfach zu sehr eingespannt. Im Juni vergangenen Jahres hatte Nena in einem Zeitungsinterview noch von einer kirchlichen Trauung geschwärmt: "Ich will unbedingt ein schönes weißes Kleid tragen. Und es soll in einer Kirche geschehen mit einem richtig netten Pfarrer." Mangelnde Liebe soll jedoch nicht der Grund für den Meinungswandel sein: "Ich liebe Philipp nach wie vor. Dazu brauche ich keinen Trauschein", sagte die Sängerin.

Nach ihrem sensationellen Comeback 2002 hat sich Nena für ihr neues Studioalbum viel Zeit gelassen. Dafür gibt es dann aber auch gleich zwei CDs auf denen die Sängerin mit der atemlosen Stimme beweist, dass sie immer noch zu den absoluten Spitzen-Musikerinnen Deutschlands gehört. Dabei ist es deutlich die erste CD "Rot" die überzeugt. Mal frisch und fröhlich (der Titelsong, "Ich komm mit dir"), mal nachdenklich und introvertiert ("Liebe ist", "Der Anfang") - Frau Kerner fährt eine bunte Palette von tollen Pop- und Rock-Songs auf, die dank ihrer starken Präsenz stets den ureigenen Nena-Charakter beweisen. Dabei lässt sie auch gerne das ein oder andere 80s-Zitat fallen wie bei dem an "Leuchtturm" erinnernden Lied "Hochzeit je t'aime". Während die CD "Rot", in Zusammenarbeit mit Nenas Keyboarder der ersten Stunde, Uwe Fahrenkrog-Petersen, in Berlin entstand, ist die zweite CD namens "Orange" das Ergebnis von Jam-Sessions der Band auf Mallorca. Auf dem Silberling lässt Nena ein krude Mischung aus Krautrock, Alternative, Punk und Psychedelia los, die vielleicht jene interessieren könnte, die Nena stets als Neue-Deutsche-Welle-Hupfdohle abtun. Die queer.de-Redaktion muss allerdings beim Anhören wiederholt den Vorwärts-Knopf betätigen. Experimentierfreudigere Gemüter könnten aber dennoch Gefallen an den musikalischen Kreationen finden. Fest steht – mit Nena ist nach wie vor zu rechnen.

8. April 2005