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  • 13.07.2016, 13:36h           5      Teilen:   |

Pride-Parade am 21. Juli

Jerusalem: Eltern der ermordeten Shira Banki rufen zur CSD-Teilnahme auf

Artikelbild
Shira Banki wurde beim Jerusalem Pride 2015 von einem homophoben Extremisten ermordet. Sie wurde nur 16 Jahre alt.

Vor einem Jahr hatte ein ultraorthodoxer Attentäter eine 16-Jährige beim Jerusalem Pride ermordet. Jetzt rufen die Eltern des Mädchens zur CSD-Teilnahme auf.

Ori and Mika Banki haben am Mittwoch via Facebook zur Teilnahme am Jerusalem Pride aufgerufen, der am 21. Juli stattfinden wird. Das Paar hatte vor einem Jahr seine 16-jährige Tochter Shira Banki verloren, die als CSD-Teilnehmerin vom homophoben Attentäter Jischai Schlissel mit einem Messer ermordet worden war. Der ultraorthodoxe Jude verletzte außerdem weitere fünf CSD-Teilnehmer (queer.de berichtete).

"Wir freuen uns darauf, Sie in diesem und den kommenden Jahren zu sehen", erklärten die Eltern in ihrem Facebook-Eintrag. "Der CSD in Jerusalem ist nicht nur eine Demonstration für die LGBT-Community, sondern eine Kundgebung, um die Idee von Toleranz und Akzeptanz anderer zu verbreiten. Die Parade symbolisiert auch die entschiedene Ablehnung von Gewalt als Mittel in der öffentlichen Debatte." Die Bankis warnten davor, dass es zu weiterer Übergriffen kommen könne, wenn sich die Zivilgesellschaft nicht gegen Gewalt auflehnt.

Die CSD-Organisatoren vom "Jerusalem Open House" wollen die Parade in diesem Jahr im Gedenken an Shira Banki abhalten. Sie riefen die Teilnehmer dazu auf, Blumen mitzubringen, und diese am Ort des Attentats abzulegen.

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Attentäter erhielt lebenslänglich

Der Attentäter ist vergangenen Monat von einem israelischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden (queer.de berichtete). Die Attacke war bereits der zweite derartige Angriff Schlissels auf eine CSD-Parade: Bereits 2005 hatte der damals im Westjordanland lebende Mann Besucher des Jerusalem Pride mit einem Messer attackiert und dabei drei Menschen verletzt (queer.de berichtete). Für diesen Angriff war er wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Anfang Juli 2015 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen – nur drei Wochen, bevor er wieder Menschen auf der Pride-Demo attackierte.

Die CSD-Parade in der israelischen Hauptstadt findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt. Die Veranstaltung hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich: Erstmals marschierten LGBT 2002 durch Jerusalem, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Anders als im weltoffenen Tel Aviv stieß der CSD in der religiös geprägten Hauptstadt auf erheblichen Widerstand – insbesondere als dort 2005 der "World Pride" stattfinden sollte. Hier vereinten sich auch jüdische, islamische und christliche Anführer einhellig gegen den CSD. Der Bürgermeister hatte daraufhin die Veranstaltung verboten. Am Ende kippte ein Gericht das Verbot jedoch.

In den Folgejahren gab es immer wieder Forderungen, teilweise sogar aus der Regierung, den CSD zu verbieten. Sogar der Vatikan verlangte von der Regierung, die LGBT-Veranstaltung zu untersagen, weil diese religiöse Menschen beleidige. Außerdem hatten Extremisten wiederholt gewalttätig auf den CSD reagiert – 2007 explodierte im Vorfeld der Veranstaltung eine Bombe an der geplanten Route der Parade.

Inzwischen hat sich der CSD aber etabliert. Der Mord an Shira Banki führte zudem in ganz Israel zu einer gesellschaftlichen Solidarisierung, da selbst LGBT-Gegner von der Gewalt schockiert waren. (dk)

Links zum Thema:
» Facebook-Seite der CSD-Organisatoren
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Tags: israel, jerusalem, csd, jerusalem pride, shira banki
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Reaktionen zu "Jerusalem: Eltern der ermordeten Shira Banki rufen zur CSD-Teilnahme auf"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
13.07.2016
16:16:17
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Nico


Das wäre sicher im Sinne ihrer ermordeten Tochter gewesen.

Ich hoffe, dass mehr Menschen denn je teilnehmen.


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#2
13.07.2016
22:08:20


(+7, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"""Wir freuen uns darauf, Sie in diesem und den kommenden Jahren zu sehen", erklärten die Eltern in ihrem Facebook-Eintrag.""..

Klasse..
Wenn jetzt die Eltern anstatt ihrer getöteten Tochter zum CSD gehen, und andere Menschen zur Teilnahme ermuntern, ist daß das stärkste Zeichen das sie in Jerusalem für die Gleichstellung und Gleichberechtigung aller Bürger in Israel setzen können..
Danke dafür..


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#3
14.07.2016
10:55:23


(+4, 4 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Eine herzliche, anrührende Geste, den Geist der Tochter in einem konstruktiven Sinn am Leben zu erhalten.

Ich hoffe, Schlissel bleibt auch wirklich dauerhaft hinter Schloss und Riegel. Der ist wohl so verballert, dass er bei einer nochmaligen Begnadigung wieder zur Tat schreiten würde.

Dass es so oft erst zu Tod und Verletzung kommen muss, ehe Menschen was lernen...


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#4
14.07.2016
18:58:59


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Sogar der Vatikan verlangte von der Regierung, die LGBT-Veranstaltung zu untersagen, weil diese religiöse Menschen beleidige. "

Ich glaub, ein Walroß tritt mich, der vathikan fühlt sich beleidigt, ich glaub die Welt dreht sich nicht mehr


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#5
14.07.2016
22:05:05


(+1, 1 Vote)

Von ursus


>"The first Pride parade to be held in the southern Israeli city of Beer Sheva has been cancelled by event organisers after the supreme court ruled the parades route had to be changed.
Organisers sought to march down a main thoroughfare in the city today, but the court suggested the event be moved to an alternative route after police intelligence assessments indicated the possibility of life-threatening violence against participants."

Link zu www.pinknews.co.uk


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