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Die anglikanische Cathédrale de la Sainte-Trinité in Québec-Stadt – ab 2019 könnten hier auch Schwule und Lesben heiraten (Bild: flickr / Dennis Jarvis / by 2.0)

Die kanadischen Anglikaner stellen sich hinter gleichgeschlechtliche Paare. Damit dürfte der Streit zwischen westlichen und afrikanischen Kirchenprovinzen weiter angeheizt werden.

Die Anglikanische Kirche Kanadas hat am Montag für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben bei kirchlichen Hochzeiten gestimmt. Bei der Generalsynode in der Großstadt Richmond Hill nahe Toronto kam knapp die erforderliche Zweidrittelmehrheit bei allen drei Abstimmungsgruppen zustande – bei Laien, beim Klerus und bei Bischöfen.

Am Montagabend hatte es noch so ausgesehen, als ob der Antrag fehlgeschlagen ist, weil beim Klerus nur 66,2 Prozent erreicht wurden – genau eine Stimme zu wenig. Manche Delegierte protestierten aber gegen das Ergebnis und erklärten, ihre Stimme sei nicht gezählt worden. Bei einer erneuten Auszählung kam heraus, dass in Wirklichkeit 69 Prozent des Klerus für die Gleichbehandlung votiert hatte. Außerdem stimmten 68 Prozent der Bischöfe und 72 Prozent der Laien dem Antrag zu.

Umsetzung nicht vor 2019

Noch kann die Entscheidung allerdings nicht umgesetzt werden: Bei der nächsten Generalsynode im Jahr 2019 muss erneut eine Mehrheit zustande kommen. Erst danach dürfen Schwule und Lesben kirchlich heiraten.

Das Thema Homosexualität ist bereits seit über zehn Jahren in der weltweit gut 80 Millionen Mitglieder zählenden anglikanischen Kirche umstritten. Der Streit hatte sich 2003 entzündet, als der offen schwule und nicht zölibatär lebende Theologe Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire gewählt wurde (queer.de berichtete).

Bei einem Treffen der 38 anglikanischen Kirchenprovinzen in England Anfang des Jahres wurde die US-Kirche für ihre Homofreundlichkeit abgestraft: Die sogenannte Episkopalkirche ist für die kommenden drei Jahre von allen gemeinschaftlichen Entscheidungen ausgeschlossen worden (queer.de berichtete). Als Grund für den Ausschluss gab die Mehrheit der Kirchenprovinzen die "grundsätzliche Abkehr vom Glauben und der Lehre" der US-Kirche an, der sich in der Nicht-Aufrechterhaltung der "Ehe als Verbindung von Mann und Frau" zeige. Insbesondere afrikanische Bischöfe lehnen die Anerkennung von Homosexuellen in der Kirche strikt ab und unterstützten teilweise sogar Gesetze zur Verfolgung von Schwulen und Lesben.

In Kanada gehören nach Angaben der nationalen Statistikbehörde 1,6 Millionen Menschen der anglikanischen Kirche an. Sie ist damit die drittgrößte Glaubensgemeinschaft nach der katholischen Kirche und der protestantischen "United Church of Canada". (dk)



#1 Johannes45Anonym
  • 13.07.2016, 16:56h
  • Das ist doch eine sehr sehr erfreulich Nachricht heute.

    Nach der anglikanischen Episkopalkirche in den Vereinigten Staaten, die die Öffnung der Ehe befürwortet hat und Trauungen für verheiratete homosexuelle Paare in den USA ermöglicht hat, zieht dann also auch die Anglican Church of Canada nach.

    Übrigens hat diesen Monat auch die United Reformed Church im Vereinigten Königreich die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare kirchenrechtlich ermöglicht; vor einigen Jahren war dort schon ein öffentlicher Segnungsgottesdienst ermöglicht worden und nunmehr sind kirchliche Trauungen in der United Reformed Church erlaubt.

    Letztes Jahr hatte übrigens die Presbyterian Church (USA) kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht.
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#2 Foxie
#3 goddamn liberalAnonym
#5 OlliAnonym
  • 13.07.2016, 21:14h
  • Und warum öffnen sie die Ehe? Ganz einfach: weil die Regierung unter Justin Trudeau alle Diskriminierungen beiseite schafft. Egal ob Adoption, Ehe, Rente, Erbschaft... in Kanada sind alle Paare vor dem Gesetz gleich und haben dieselben Rechte. Zudem herrscht deswegen in Kanada seit Jahren eine tolerantes Klima untereinander.

    Nur deshalb stimmt die anglikanische Kirche dort zu. Sie würde sich ins Abseits manövrieren, wenn sie genauso stur bleiben würde, wie die katholischen Glaubensbrüder oder die diversen bekloppten evangelischen Freikirchen. Der Staat sorgt dafür, dass ein Klima der Akzeptanz entsteht.

    Hier wird man von runterhängenden Lippen mit Bauchgefühl regiert, die lieber auf ewig gestrige hört, anstatt eine Poltik zu machen, die ein Land ach vorne bringt.
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#6 JUPPAnonym
  • 13.07.2016, 21:19h

  • Wie seltsam sich die deutschen Protestanten im Vergleich dazu verhalten.
    NEIN das Wort seltsam reicht dafür nicht. Ich finde es schlicht und einfach skandalös.

    Die einst so antrünnigen Anglikaner zeigen, dass es Tugenden wie Toleranz, Offenheit und Akzeptanz gibt.

    Ich würde mir wirklich wünschen, dass es bei unseren queeren Pastoren/innen weniger Duckmäusertum, sondern echte Zivilcourage gibt.
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#7 Foxie
  • 13.07.2016, 21:19h
  • Antwort auf #4 von Rens

  • Einfach nur religiöse Verwirrung.
    Ich sehe unsere Welt in ihrer Vielfalt und Schönheit. Die ganze Natur, wie sie lebt, sich verändert und so. Gottes Werk? Nein!!!
    Wenn es ihn gäbe, hätte er nicht die Menschen erschaffen, um das Ganze so von ihnen verkorksen zu lassen.
    Es sind allein menschliche Handlungen und Unterlassungen, menschliche Entscheidungen, wie wir miteinander umgehen. Das und nur das, bestimmt den Weg unserer Welt.
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#8 TheDadProfil
  • 13.07.2016, 22:19hHannover
  • ""Am Montagabend hatte es noch so ausgesehen, als ob der Antrag fehlgeschlagen ist, weil beim Klerus nur 66,2 Prozent erreicht wurden genau eine Stimme zu wenig. Manche Delegierte protestierten aber gegen das Ergebnis und erklärten, ihre Stimme sei nicht gezählt worden. Bei einer erneuten Auszählung kam heraus, dass in Wirklichkeit 69 Prozent des Klerus für die Gleichbehandlung votiert hatte. Außerdem stimmten 68 Prozent der Bischöfe und 72 Prozent der Laien dem Antrag zu.""..

    Kuck an..
    Basis-Demokratische Wahlfälschung um zu verhindern, was noch sehr lange dauert :

    ""Noch kann die Entscheidung allerdings nicht umgesetzt werden: Bei der nächsten Generalsynode im Jahr 2019 muss erneut eine Mehrheit zustande kommen. Erst danach dürfen Schwule und Lesben kirchlich heiraten.""..

    Der "Streit" schwelt ja auch erst seit 2003..

    Nicht geklärt ist dann aber immer noch die Frage, ob die dann offiziell verheirateten Paare so zölibatär leben müssen wie ihr einstiger Bischof Gene Robinson..
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#9 GutmenschProfil
  • 13.07.2016, 23:42h St. Gallen

  • Super Nachricht. Klar dass die ganzen Hasser in diesem Forum das anders sehen.
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#10 GutmenschProfil