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Am Donnerstagabend gab es eine Protestaktion von LGBT-Aktivisten vor dem Rathaus (Bild: ProudHouseBS)

Die Behörden haben die Route des geplanten ersten Pride-Marsches in Beerscheba verboten, auch weil sie an Synagogen vorbeiführt. LGBT-Aktivisten protestierten daraufhin vor dem Stadtratsgebäude.

In der südisraelischen Großstadt Beerscheba ist ein Streit über die erste CSD-Demonstration eskaliert, die eigentlich am Donnerstag hätte stattfinden sollen. Wenige Stunden vor dem Start sagten die Organisatoren die Veranstaltung ab, weil die Polizei den Marsch entlang der geplante Route an einer zentralen Durchgangsstraße verboten hatte. Die Teilnehmer sollten stattdessen durch kleine Seitenstraßen marschieren. Das Verbot war am Mittwoch auch vom Obersten Gerichtshof des Landes bestätigt worden.

Daraufhin versammelten sich am Donnerstagabend rund 2.000 Demonstranten mit Regenbogenfahnen vor dem Stadtratsgebäude, um gegen die Entscheidung zu protestieren. Laut "Times of Israel" zeigten sie dabei Transparente mit Slogans wie "Die Homophobie gewinnt, wenn der Stadtrat nichts tut" oder "Der pinke Süden verlangt Geld und Respekt". Die Veranstalter erklärten, ein CSD müsste sichtbar sein und dürfe nicht in Nebenstraßen versteckt werden.

Am Rande des Protests kam es am späteren Abend zu kleineren Rangeleien zwischen der Polizei und Aktivisten, die einen Protest durch die Innenstadt abhalten wollten. Ein Video zeigt die Festnahme eines Mannes mit Regenbogenfahne. Laut einem Bericht der Zeitung "Haaretz" waren bereits am Mittwoch einige LGBT-Aktivisten für einige Stunden festgenommen worden; in Verhören wurde ihnen Whats-App-Nachrichten zu dem geplanten Protest vorgehalten.

Polizei führte Sicherheitsbedenken und religiöse Gefühle an

Die Polizei hatte das Routenverbot mit Sicherheitsbedenken begründet. So seien Verkehrsbehinderungen befürchtet worden, die den Zugang zum städtischen Krankenhaus erschweren könnten. Ein Sprecher der Polizei, der vor gewalttätigen Protesten gewarnt hatte, erklärte auch, das Verbot sei ausgesprochen worden, "um religiöse Gefühle nicht zu verletzen". Mehrere religiöse Mitglieder des Stadtrats hatten zuvor gedroht, aus der regierenden Koalition auszusteigen, weil der Marsch an mehreren Synagogen vorbeiführen sollte.

In den letzten Jahren hatte die LGBT-Community in der 200.000 Einwohner zählenden Stadt Beerscheba immer wieder Pride-Veranstaltungen im lokalen Jugenzentrum abgehalten. Dieses Jahr wurde aber zum ersten Mal eine Parade geplant.

In der Vergangenheit hatte es in Jerusalem mehrfach CSD-Verbote gegeben, die mit religiösen Gefühlen begründet worden waren, etwa im Jahr 2005 (queer.de berichtete). Das Verbot wurde allerdings später von einem Gericht aufgehoben. Beim letzten CSD in Jerusalem griff ein ultraorthodoxer Jude die Teilnehmer an und tötete die erst 16 Jahre alte Teilnehmerin Shira Banki (queer.de berichtete). Die Eltern des ermordeten Mädchens haben für dieses Jahr zur Teilnahme beim Hauptstadt-CSD aufgerufen (queer.de berichtete). Die Vorfälle stehen in starkem Kontrast zum CSD in Tel Aviv, der von der Stadtverwaltung organisiert wird und jährlich Hunderttausende aus dem In- und Ausland zu einer friedlichen Feier lockt. (dk)



#1 AFD-WatchAnonym
  • 15.07.2016, 09:43h
  • "Das Verbot sei ausgesprochen worden, "um religiöse Gefühle nicht zu verletzen"

    So ein Schmarrn!!!
    Wer verletzt denn wen?
    "Religiöse Gefühle" haben in Jerusalem 2x zum Attentat geführt! Und diese "Gefühle" soll man schonen???
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#2 falken42
  • 15.07.2016, 10:11h
  • ein volk bei dem so viele unter dem faschismus gelitten haben.... alles vergessen. seit jahren (jahrzehnten?) benehmen sie sich nicht anders als die deutschen damals, inklusive lager, folter, besatzung etc. nur die gaskammern fehlen noch, was aber vermutlich nur daran liegt, dass munition heutzutage nicht knapp ist. selbst die ideologie des "auserwählten" volkes mit einem jüdischen großreich ist kein witz mehr.
    logischerweise geht es dann auch irgendwann gegen die eigenen leute, die einem in einer diktatur nicht mehr so in den kram passen, auch das kann man (wenn man will) schon seit einigen jahren hören. dissidenten, die israel verlassen müssen, rechtsruck in der israelischen politik u.ä.
    traurig ist das, früher habe ich israel immer verteidigt ....
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#3 hugo1970Profil
  • 15.07.2016, 11:07hPyrbaum
  • "um religiöse Gefühle nicht zu verletzen".

    Ja, Ja, die religötischen faschisten dürfen sogar zu mord aufrufen, wehe man sagt was gegen sie, dann ist man Staatsfeind Nr. 1
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#4 hugo1970Profil
  • 15.07.2016, 11:09hPyrbaum
  • Antwort auf #2 von falken42
  • Einzig und allein sind die menschen schuld an diesem weltweiten schlamassel, warum wählt der mensch rückwärts, statt vorwärts: Den Spruch: Wir haben alle nichts gewusst, kennen wir!!!!
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#5 FredinbkkProfil
  • 15.07.2016, 12:15hBangkok
  • ...sollte den der Umzug auch innerhalb der (Sekten-)Synagogen stattfinden???

    Das betrifft doch die Vorhautschnipler garnicht.

    Die Strassen sind oeffendlicher Grund und gehoeren nicht den Sekten, was die drinnen treiben interressiert den CSD nicht und was vor deren Tuere vorbei zieht geht die nichts an...

    Ueberall das Gleiche ...die "Macht" der Sekten weltweit...

    schade dass es keinen Teufel gibt der sie holen koennte...
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#6 hugo1970Profil
  • 15.07.2016, 12:52hPyrbaum
  • Antwort auf #5 von Fredinbkk
  • "schade dass es keinen Teufel gibt der sie holen koennte..."

    Den Teufel nicht, aber der Tod, der die einzige eigentliche Gerechtigkeit ist, den der Tod holt uns alle ob wir arm, reich, verbrecher, hetzer, gutmenschen usw sind. Versteht mich nicht falsch, ich rufe nicht zum töten auf, sondern will nur sagen, das jeder irgend wann mal an der Reihe ist.
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#7 ballah ballahAnonym
  • 15.07.2016, 13:48h
  • immer dasselbe theater mit den religioten dieser erde. im gazastreifen z.b. würden die demonstrierenden übrigens allesamt aufgehängt, gesteinigt oder von hausdächern gestürzt werden. insofern ist das säkulare israel noch immer der einzige sichere hafen der region.
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#8 HinnerkAnonym
  • 15.07.2016, 13:50h

  • Will Israel jetzt ein Gottesstaat werden, oder wieso gelten in der Nähe von religiösen Kultstätten plötzlich keine Grundrechte wie Rede- und Versammlungsfreiheit mehr?!

    Man kann doch nicht Grundrechte beschneiden, nur weil manche Leute sich an Grundrechten stören.
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#9 AlexAnonym
  • 15.07.2016, 14:10h

  • >> Polizei führte Sicherheitsbedenken und religiöse Gefühle an

    Komisch, dass man zwar immer auf die "religiösen Gefühle" irgendwelcher Fanatiker Rücksicht nehmen kann, aber nie auf unsere Gefühle...

    Das zeigt, dass wir für viele immer noch Untermenschen mit eingeschränkten Rechten sind.

    Übrigens: der Anblick von Priestern verletzt meine Gefühle als Demokrat. Wer verbietet denen, an meinem Haus vorbei zu gehen?!
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#10 FaktencheckAnonym