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16 Kirchengemeinden wollen endlich die Diskriminierung von homosexuellen Christen in Württemberg beenden

Aus dem Bündnis Kirche und Homosexualität (BKH) heraus hat sich die "Initiative Regenbogen" gegründet, die sich für Lesben und Schwule in der evangelischen Landeskirche Württemberg einsetzt. Der Initiative sind bislang 16 Kirchengemeinden zwischen Heilbronn und Tuttlingen beigetreten.

Am vergangenen Wochenende haben die Initiatoren dem Landesbischof Frank Otfried July und Synodenpräsidentin Inge Schneider eine Erklärung übergeben, in der es heißt: "Wir sind offen für Lesben und Schwule in unserer Gemeinde, für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihrer Partnerin/ihrem Partner im Pfarrhaus leben wollen."

Die Landeskirche Württemberg gehört bei der Anerkennung von Schwulen und Lesben zu den Schlusslichtern in Deutschland: Segnungen von schwulen und lesbischen Paaren sind höchstens heimlich im privaten Rahmen erlaubt, nicht aber öffentlich in einem Gottesdienst. Nur die sächsische Landeskirche ist ähnlich restriktiv. Lesbische Pfarrerinnen oder schwule Pfarrer dürfen außerdem nicht mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zusammenleben. Wer es dennoch tut, verliert seinen Job und muss beispielsweise nach Hessen umziehen, wo die Landeskirche mit Homosexuellen weniger Probleme hat (queer.de berichtete).

Aus Gemeinden gab es aber zuletzt immer wieder Druck: So wurde etwa bekannt, dass ein Pfarrer in der Stadtkirche Böblingen vergangenen Monat ein lesbisches Paar trotz Verbots öffentlich gesegnet hat (queer.de berichtete). Die Stadtkirche ist jetzt eines der Mitglieder der "Initiative Regenbogen".

"Auch wenn die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen inzwischen in vielen Kirchengemeinden selbstverständlich ist, bleibt z.B. für Lesben und Schwule, die sich in der Gemeinde engagieren oder kirchlich heiraten bzw. sich segnen lassen wollen, immer noch eine Unsicherheit", kritisierte Kirchengemeinderätin Judith Quack, die sich in der Initiative engagiert. "Das ist für die Paare und ihre Familien entwürdigend – und es spiegelt nicht mehr den Diskussionsstand in unseren Gemeinden wieder." (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
#2 userer
  • 15.07.2016, 21:33h
  • "Wir sind offen ... für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare"

    Das bedeutet: Wir gewähren den Homos höchstens ein in unseren Augen minderwertiges Ritual und verweigern weiterhin die Gleichbehandlung mit Heterosexuellen.

    Was für ein dreister Versuch, Rückschrittlichkeit als Fortschritt verkaufen zu wollen! Aber einige Verdummbibelte werden es wohl bejubeln.
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#3 DreaAnonym
  • 22.09.2016, 08:34h
  • Die Erlebnisse mit der württembergischen Landeskirche rund um unsere Segnung 2003 gehört zu den schlimmsten und homophobsten Erlebnissen, die ich in meinem Leben hatte. Unser Pfaffer wollte uns IN DER KIRCHE segnen (in der ich getauft und konfirmiert wurde), aber Teile der Gemeinde waren dagegen ("wir wissen ja gar nichts über Homosexualität" - am Ende kam jemand von Wüstenstrom, um diese Wissenslücke schließen, denn ProFa war zu liberal). Am Ende wurde sogar der Oberkirchenrat unter Druck gesetzt, der bis dahin hinter dem Pfarrer stand, der diesen Druck wiederum an den Pfarrer weitergab. Von angedrohter Suspension bis hin zu detaillierten Regeln, was der Pfarrer alles NICHT darf (segnen, Talar tragen, die Zeremonie Gottesdienst nennen, in der Kirch abhalten....) Zitat des Pfarrers: "An diesem Tag habe ich zum ersten Mal über meine Kirche geweint". Wir haben damals (wenn uns die Kirche den Segen verweigert) einfach unsere Freunde und Verwandten um ihren Segen gebeten, und es wurde ein beeindruckender und berührender Gottesdienst, aber für mich war das Verhalten der Landeskirche so unsäglich, dass ich mich seither mit Gott und dem Glauben schwertue. Zum Glück gehöre ich nun zur EKHN, die sehr offen und menschenfreundlich ist, aber die württembergische Landeskirche ist einfach entsetzlich. Gut, dass sich dort Menschen einfinden, die für Verbesserung kämpfen.
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