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  • 15.07.2016, 21:32h           14      Teilen:   |

Nach Nizza

Frankreich: CSD-Demos am Samstag abgesagt

Artikelbild
Teilnehmer bei einem früheren CSD in Toulouse (Bild: Guillaume Paumier / flickr / cc by 2.0)

In Marseille und Montpellier sahen sich die Veranstalter nach dem Anschlag in Nizza zur Absage der Prides gezwungen. Über den dortigen CSD eine Woche später wird noch entschieden.

Nach dem Anschlag auf eine Menschenmenge auf einer Promenade in Nizza am Donnerstag mit bislang 84 Toten haben am Freitagnachmittag die CSD-Macher von Marseille und Montpellier die für Samstag geplanten diesjährigen CSD-Demonstrationen abgesagt.

Aus Respekt vor den Opfern des Anschlags und nach Abwägung der Risiken sehe man sich gezwungen, einer Bitte der Präfektur zu folgen und den Pride Marseille abzusagen, schrieben die Verantwortlichen auf Facebook. "Die Behörden können für die folgenden Tage nicht die Sicherheit öffentlicher Veranstaltungen gewährleisten." Man werde den CSD und eine ebenfalls für den Abend vorgesehene und abgesagte Party aber nachholen und für LGBT-Rechte kämpfen, "gegen alle Formen von Intoleranz, Hass und Gewalt".

Gegenüber dem LGBT-Magazin Yagg sagte einer der Veranstalter, man habe bei allem Verständnis von den und für die zuständigen Beamten einen starken Druck für die Absage erhalten und nicht einmal eine kleinere Aktion zu LGBT-Rechten und zur Solidarität mit Nizza durchsetzen können. Zugleich habe man nicht "um jeden Preis" an der Kundgebung festhalten wollen, da man auch eine Verantwortung für seine Gäste und Mitstreiter habe und auch die Trauer der Betroffenen berücksichtigen müsse.


Die Plakate der abgesagten Prides


In Montpellier sahen sich die Organisatoren ebenfalls gezwungen, der Bitte der Behörden nachzukommen und den 22. "Marsch der Vielfalt" und weitere Zusatzveranstaltungen abzusagen. Auch hier ist geplant, die Veranstaltungen nachzuholen. Die Präfektur hatte argumentiert, dass für den Schutz der Kundgebung mehr Beamte als vorgesehen nötig wären und man diese derzeit lieber anders einsetzen wolle.

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CSD in Nizza vor schweren Entscheidungen

Unklar bleibt zunächst, ob es am Samstag der Folgewoche den geplanten CSD in Nizza geben wird. Die veranstaltende Association Gay & Lesbienne Azuréenne d'Expression (AGLAE) gab am Freitag bekannt, die Entscheidung in der nächsten Woche in Absprache mit der Stadt zu treffen. Nun sei zunächst Trauer und Gedenken wichtig: "Wir sind wie ganz Nizza geschockt und wütend über die Ereignisse am Abend des 14. Juli und wir wollen hier den Opfern der barbarischen Tat und ihren Familien unsere Unterstützung und unser Beileid zusichern." Das örtliche LGBT-Zentrum öffnet am Samstag seine Türen, um einen Raum zu bieten für "unsere Emotionen, unsere Ängste und unsere Hoffnungen".


Die Facebook-Seite von AGLAE am Freitag unter dem Motto "zusammenstehen"


Natürlich werde man aber nicht den Kampf für Rechte und gegen Hass aufgeben, schrieben die CSD-Veranstalter unter einem Trauerbanner bei Facebook. Die "Pink Parade" am 23. Juli hätte auch über die Promenade des Anglais führen sollen.

Die Tat

Am Donnerstag, am Abend des französischen Nationalfeiertags, war dort ein Mann mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast; tausende Menschen hatten sich entlang der Promenade zum einem Feuerwerk versammelt. Der Mann fuhr im Zickzackkurs etwa zwei Kilometer lang durch die Menge, bevor er durch Schüsse von Polizisten gestoppt und getötet wurde.


Der Lastwagen nach dem Attentat. Foto: Tasnim News / cc by sa 4.0


Während hunderte Menschen in Panik flüchten konnten, hatte der Attentäter etliche mit dem 13 Tonnen schweren Gefährt anfahren und überfahren können. Mindestens 84 Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, darunter zehn Kinder und Jugendliche. 202 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen, Präsident Hollande sprach von einem islamistischen Charakter der Tat. Der Attentäter Mohamed Lahouaiej Bouhlel, ein geschiedener Familienvater mit tunesischen Wurzeln, war der Polizei wegen meherer Delikte bekannt und im März wegen Körperverletzung mit Waffengewalt zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden; er hatte im Rahmen eines Streits nach einem Verkehrsunfall mit einer Holzpalette nach dem Opfer geworfen. Er galt aber nicht als radikalisiert und wurde nicht von Sicherheitsbehörden beobachtet.

In Deutschland werden am Wochenende die CSDs wie geplant stattfinden: In Frankfurt (mit einer letztminütigen Routenänderung aufgrund einer Baustelle), Rostock, Leipzig, Trier und Mönchengladbach werden ebenso tausende Menschen erwartet wie beim LGBT-Stadtfest im Berliner Nollendorfkiez. (nb)

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Tags: frankreich, nizza, marseille, montpellier, csd, absage, terror, anschlag
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Reaktionen zu "Frankreich: CSD-Demos am Samstag abgesagt"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
15.07.2016
21:43:39


(-1, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich halte die Absage für das falsche Signal..

Denn dann haben die Terroristen ihr Ziel erreicht..

Sie wollen die Gesellschaft zerstören, und das Leben einschränken..
Wer zu Hause bleibt IST eingeschränkt..

Im Gegenteil könnten die CSD's zu einer Demonstration nicht nur für die Gleichstellung, sondern für Bürgerrechte, gegen Terrorismus und Gewalt werden..


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#2
15.07.2016
22:31:58
Via Handy


(+5, 9 Votes)

Von Berliner
Aus Berlin
Mitglied seit 16.11.2015
Antwort zu Kommentar #1 von TheDad


Ich stimme dir da voll zu. Auch wenn es mit Aufwand verbunden ist mehr Polizei zum Schutz bereit zu stellen, wäre dies der nachvollziehbarere Weg. Selbst wenn dann vermutlich auch nicht ganz so viele Leute dabei wären, wäre es der nachvollziehbarere Weg.

Ich kann die Maßnahmen zwar verstehen, aber würde mir trotzdem eine andere Reaktion wünschen.


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#3
15.07.2016
22:32:21


(+7, 9 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Es werden ja nicht alle CSDs in Frankreich abgesagt. Es gibt zumindest Terminverschiebungen.

Nach dem terroristischen Anschlag in Nizza ist es sicher nicht der richtige Zeitpunkt, den CSD dort stattfinden zu lassen. Wenn eine Stadt trauert, ist jede öffentliche Feier unpassend.

Der CSD könnte in Nizza aber eine Mahnwache gegen Terrorgewalt und Hass abhalten.


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#4
15.07.2016
22:32:24


(+3, 5 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von TheDad


Es ist gerade Urlaubszeit hier in Frankreich und Paris leert sich mehr und mehr von den Einheimischen, die gen Sueden streben.
Viele Urlauber und Touristen befinden sich gerade in der Mittelmeerregion. Je naeher man an Nizza wohnt oder in Urlaub ist, ist man wie in einer Schockstarre, soweit die Nachrichten durch Freunde aus der Region.

Deutschland ist weit und ist nicht Frankreich. Von Deutschland aus ist die Lage schwerlich zu begreifen, da die deutschen Medien nicht ueber die Streiks berichten. Auch nicht, was der Ausnahmezustand in den Familien anrichtet.
Die Franzosen sind in Demonstration gegenueber der Regierung Hollande. Der Ausnahmezustand hat viele Familien in Not und Verzweiflung getrieben. Viele koennen nicht auf gewohntem Weg zur Arbeit fahren, nicht zum Arzt, nicht Notsituationen meistern weil schlichtweg das Benzin fehlt. Selbst einige Baecker und Metzger haben aus denselben Gruenden schliessen muessen. In manchen Doerfern ist die Versorgung schlicht am Limit.

Die Absage der CSDs wird viele von der Entscheidung befreien, ob sie hingehen oder zur Sicherheit zu Hause bleiben werden.


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#5
15.07.2016
23:33:00


(-6, 10 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Morgen ist auch in Frankfurt CSD. Ich werde da nicht hingehen


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#6
16.07.2016
01:38:38
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von markusbln11


Wir lassen uns von terror nicht einschüchtern. Niemals. Wir lassen unsere freie gesellschaft nicht durch terroristen zum quasi-gefängnis machen.

Stadtfest und csd - jetzt erst recht. Wir zeigen uns. In berlin, bamberg ... und anderswo. Unser ziel - in frieden für freiheit.

Frankreich, habt mut und standkraft!


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#7
16.07.2016
02:08:17
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von markusbln11
Antwort zu Kommentar #5 von Dont_talk_about


Schade, dass du so entscheidest. Ich gehe morgen auf das berliner stadtfest und nächste woche auf den haptstadt-csd. Das lass ich mir nicht nehmen.


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#8
16.07.2016
09:39:34
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von la_passante
Antwort zu Kommentar #4 von sanscapote


Bitte keine absurden Märchen der Rechten kolportieren: von Unterversorgung mit Kraftstoffen kann hier in Frankreich schon seit Wochen keine Rede mehr sein.

Im übrigen passen solche Absagen den LGBTI-Feinden perfekt ins Konzept. Und eventuellen Terroristen erst recht. Es geht um Rechte und Freiheit, also sollte jetzt erst recht nichts abgesagt werden. Stonewall fand auch nicht mit dem Segen der Polizei statt, ganz im Gegenteil.


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#9
16.07.2016
09:42:41
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von la_passante


Übrigens: "Angst ist reaktionär" lautet eine kluge Feststellung.


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#10
16.07.2016
10:27:48


(+1, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Berliner


""Auch wenn es mit Aufwand verbunden ist mehr Polizei zum Schutz bereit zu stellen, wäre dies der nachvollziehbarere Weg.""..

Wie Nizza zeigt sind mehr Polizei und noch mehr Sicherheitskräfte nicht mit Sicherheit vor Anschlägen gleichzusetzen..

Nach jedem Anschlag der vergangenen Zeit wurde "die Sicherheit erhöht", und die "Torror-Warnstufe" herausfsetzt..
Genutzt hat das nichts..

Jeder Flughafen und jeder große Bahnhof ist an einem ganz normalem Tag einer solchen Veranstaltung wie dem CSD ähnlich..
Jede Fußgängerzone angefüllt mit kauflustigen Menschen die dort flanieren ein mögliches Ziel..

Wir können nicht als Reaktion auf den Terror das Leben einstellen..

Vor allem nicht, weil genau das ein Ziel der Terroristen ist..


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