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Der Bühnenbildner Peter Kothe wurde 1984 aus der DDR ausgebürgert. Die schwule Szene genoss er in Ost und West (Bild: Schwules Museum* / Nachlass Peter Kothe)

Mit der Präsentation des Lebens und Werks des 2015 gestorbenen Peter Kothe setzt das Schwule Museum* Berlin seine lose Reihe zum Thema Bühnenbild fort.

Das Schwule Museum* widmet sich in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin dem Werdegang des schwulen Bühnenbildners Peter Kothe. Sein Nachlass, übergeben durch seinen Lebensgefährten Wolfgang Schulz, ermöglicht die Rekonstruktion eines Lebens in und zwischen den beiden deutschen Nachkriegsstaaten. Die Sonderausstellung wurde am 15. Juli eröffnet.

Der unangepasste Peter Kothe reüssierte nach seinem Architekturstudium beim Fernsehen der DDR zum Kostüm- und Bühnenbildner, arbeitete für Provinzbühnen und verdingte sich als Fotomodell. 1976 beantragte er "Reisen ins kapitalistische Ausland", die nicht genehmigt wurden. Seither stand er unter staatlicher Beobachtung. Am 22. Oktober 1984 wurde er ausgebürgert.

Rosa von Praunheim buchte ihn für zwei Filme


Faible für extravagante Hüte: Peter Kothe 1968 in Berlin, Hauptstadt der DDR (Bild: Schwules Museum* / Nachlass Peter Kothe)

Das Westberliner Arbeitsamt vermittelte ihn 1985 an die Städtischen Bühnen in Bielefeld, wo er bis 1988 angestellt war. Es folgten freiberufliche Tätigkeiten in Köln und Berlin. Rosa von Praunheim buchte ihn für zwei Filme. Sein schwules Leben ist seit den späten 1950er Jahren mit Fotos von Herbert Tobias und privaten Schnappschüssen aus der Ostberliner und später der Westberliner Subkultur dokumentiert.

Hinzu kommen Kostümfragmente und vor allem fantasievolle Hüte, die Peter Kothe zu Anlässen wie Familienfeiern, Straßenfesten, auf dem CSD und bei Faschingsfeten der queeren Subkultur trug.

Das Schwule Museum* hatte Peter Kothe eine Hommage versprochen. Seit Jahren stand er mit unterschiedlichen Kuratoren in Kontakt. Leider blieben diese Ansätze stecken. 2015 traf sich Wolfgang Theis mit ihm, um das Projekt vorzubereiten. Nach zwei Treffen wurde Peter Kothe ins Krankenhaus eingeliefert und starb am 23. August 2015. (cw/pm)

Infos zur Ausstellung

Bühnenbild: Peter Kothe. Ein ostwestdeutsches Leben. Ausstellung noch bis zum 17. Oktober im Schwulen Museum*, Lützowstraße 73, 10785 Berlin. Öffnungszeiten: So, Mo, Mi, Fr 14-18 Uhr, Do 14-20 Uhr, Sa 14-19 Uhr, Di geschlossen.


#1 Kevin1967Anonym
  • 16.07.2016, 10:29h
  • Ich war überrascht, wie viel DDR-Theatergeschichte da zu sehen ist. Und als alter Operettenhase fand ich es besonders aufregend, die Entwürfe zu Paul Linckes LYSISTRATA zu sehen, die Kothe fürs Elbe-Elster-Theater Wittenberg 1980 gemacht hat. Dort wurde das Stück scheinbar von Heinz Neumann als Anti-Kriegs-Spektakel interpretiert (was es im Original ja auch ist.) Toll sind auch die Modeseiten aus der Zeitschrift SYBILLE, mit Kothe als Modell. Diese 70er Jahre Outfits sind.... sehenswert.
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