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Teilnehmer bei einem früheren CSD in Toulouse (Bild: Guillaume Paumier / flickr / by 2.0)

Die "Pink Parade" hätte ursprünglich an diesem Samstag stattfinden sollen.

Wenige Tage nach dem Anschlag auf eine Menschenmenge auf einer Promenade in Nizza haben die Organisatoren des dortigen CSD am Dienstag entschieden, den für diesen Samstag geplanten CSD auf den 20. August zu verschieben.

Bei dem Anschlag am letzten Donnerstag war ein Mann mit einem Lieferwagen im Zickzackkurs über die Promenade gefahren, als Menschen dort einem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag beiwohnten. 84 Menschen wurden getötet, darunter viele Kinder, und etliche weitere schwer verletzt.

Am Freitag, nur wenige Stunden nach dem Anschlag, hatten die Verantwortlichen der CSDs in Marseille und Montpellier bekannt gegeben, ihre jeweils für den Samstag geplanten Pride-Demonstrationen abzusagen (queer.de berichtete). Als Grund wurden entsprechende Bitten der Präfekturen genannt, die sich um Sicherheit und größer als geplant abzustellendes Personal sorgten, letztlich aber auch die Trauer der Angehörigen so kurz nach der Tat. Beide Prides hatten angekündigt, die Demonstrationen nachzuholen, bislang aber noch keine Termine genannt.

Pride in Nizza wäre verfrüht

Der CSD in Nizza, dessen Paradestrecke in den letzten Jahren auch die Promenade des Anglais beinhaltete, hatte sich zunächst Bedenkzeit erbeten, um den Schock der Tat zu verarbeiten und das Gespräch mit der Stadt und der Polizei zu suchen.

Die veranstaltende Association Gay & Lesbienne Azuréenne d'Expression (AGLAE) gab nun am Dienstag bekannt, dass man keinen CSD feiern wolle, während noch immer einige Tote nicht identifiziert seien und die Promenade noch Wunden des Massakers zeige. "Die Beerdigungen haben kaum begonnen, die Schmerzen und Emotionen sind unbeschreibbar."

Die Mehrheit des Vorstands habe daher in Absprache mit der Stadt und der Präfektur, die keine Absage gefordert hätten, in eigener Verantwortung entschieden, den CSD zu verschieben. Eine komplette Absage "nach den Morden in Orlando und vor den nächsten Wahlen" sei nicht in Frage gekommen: "Wir sind stolz und wir werden stolz bleiben."


Die Facebook-Seite von AGLAE unter dem Motto "zusammenstehen"

Berichte über Bisexualität des Täters

Derweil berichteten die französischen Medien in den letzten Tagen, der Täter Mohamed Lahouaiej-Bouhlel habe sich sehr spät sehr schnell radikalisiert. Zuvor war der 31-jährige Tunesier durch mehrere Gewaltausbrüche aufgefallen – auch gegen seine frühere Frau, mit der er drei Kinder aufzog. Ansonsten genoss er ein wildes Leben mit Kleinkriminalität, Drogen, Alkohol und viel Sex. Ermittler berichteten Medien gegenüber, dass er über Smartphone-Apps viele Sexdates ausgemacht habe – übereinstimmenden Berichten der unterschiedlichsten Medien zufolge sowohl mit Frauen als auch mit Männern. Ein 73-Jähriger sei sein Hauptliebhaber gewesen, schrieb eine Zeitung, eine andere stellte das Verhältnis als Dienstleistung dar.



#1 FinnAnonym
  • 19.07.2016, 19:37h
  • Gut, dass das im August nachgeholt wird.

    Andernfalls hätten solche Fanatiker gewonnen.
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#2 JaniAnonym
  • 19.07.2016, 19:37h

  • Eigentlich sollte man sich nicht vom Terror abschrecken lassen und trotzdem feiern gehen etc. Gerade der CSD der sich für Vielfalt und Toleranz einsetzt.

    Aber bei dem Ausmaß was in Nizza geschehen ist, ist es absolut verständlich dass der Termin verschoben wird...es ist einfach noch zu früh. Man muss der Stadt noch Zeit geben sich wieder etwas zu fassen.
    Das er aber nicht ganz abgesagt wird, sondern als Zeichen gegen Terror und Unterdrückung, für Akzeptanz von Queers stattfindet und den Islamisten zeigt dass man sich nicht einschüchtern lässt, ist gut und wichtig.
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#3 lucdfProfil
  • 20.07.2016, 00:07hköln
  • Ich finde dass es eine gute Entscheidung ist, den CSD zu verschieben. Ein CSD hat auch etwas Karnavaleskes ( was ich persönlich nie gemocht habe) und viele sind zur Zeit sehr traumatisiert. Im Moment wäre es deplatziert. Eine Demo wäre mir lieber.
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#4 BerlinerProfil
  • 20.07.2016, 09:10h Berlin
  • Antwort auf #3 von lucdf

  • Der CSD ist und bleibt eine Demo.
    Er biete einen mehr oder weniger geschützten Raum für uns, damit wir ggf. auch mal Sachen machen können oder z.B. Kleidung tragen, die in Altagssituationen für viele undenkbar sind. Nicht weil wir es nicht wollen, sondern weil es einfach zu viele Vorbehalte in der Gesellschaft gib (oder wir es zumindest befürchten). Der CSD ist also extrem wichtig und eine Demo!

    Es ist also auch richtig und wichtig, dass der CSD verschoben und nicht abgesagt wurde.
    Ich verstehe es aus Respekt für die Opfer des Geschehens den CSD zu verschieben.
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#5 lucdfProfil
  • 20.07.2016, 10:59hköln
  • Antwort auf #4 von Berliner
  • Ich habe den CSD eher als Kommerz und als Festival der Eitelkeiten betrachtet. Als Schwuler Ich bin an Politik interessiert nicht an Zirkus. Ich konnte mich mit dem Paillettenkram nie identifizieren.
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#6 TheDadProfil
  • 20.07.2016, 11:28hHannover
  • Antwort auf #5 von lucdf
  • ""Ich konnte mich mit dem Paillettenkram nie identifizieren.""..

    Hat ja auch niemand verlangt..
    Aber kucken und lernen daß es Menschen gibt, die das können und tun, gehört nun einmal dazu..

    CSD ist kein "Kommerz"..
    Menschen in solch großen Ansammlungen müßen aber auch verköstigt werden..
    Könnte man auch über "ein großes Picknick" organisieren, und damit dann gleichzeitig den Szene-Gastronomen die Chance zur öffentlichen Darstellung vermiesen..

    Und die Eitelkeiten der Anderen muß man einfach mal hinnehmen..
    Genau das gehört nämlich zur öffentlichen Sichtbarkeit..
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#7 LaurentProfil
#8 LGBTRightsAnonym