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Brexit-Nachwehen in Großbritannien

Angela Eagle gibt Kampf um Labour-Spitze auf


Angela Eagle, die auch eine Angela-Raute beherrscht, könnte trotz des Rückzugs eine wichtige Rolle bei Labour einnehmen

Die offen lesbische Politikerin hatte den umstrittenen Parteichef Jeremy Corbyn als erste Kandidatin herausgefordert.

Die britische Labour-Abgeordnete Angela Eagle hat am Dienstag überraschend angekündigt, aus dem Wettkampf um die Führung der Partei auszusteigen. Erst vor rund einer Woche hatte die 55-jährige Ex-Gewerkschafterin angekündigt, den in der Fraktion unbeliebten und von der Basis gestützten Parteichef Jeremy Corbyn in einer Kampfabstimmung unter Parteimitgliedern herauszufordern (queer.de berichtete).

Die lesbische Politikerin aus einem Wahlbezirk bei Liverpool hatte sich als erste Abgeordnete aus der Deckung gewagt und den Abstimmungsprozess in Gang gesetzt. Danach stellte sich, neben Corbyn, noch der Schattenminister für Renten, Owen Smith, zur Wahl – und konnte mehr Nominierungen durch Abgeordnete sammeln als Eagle. Die frühere Rentenministerin sagte bei einer Rede nach ihrem Rückzug, sie unterstütze die Bewerbung Smiths, um für Einigkeit in der Partei zu sorgen.

Der 46-jährige frühere Radio-Produzent und Pfizer-Lobbyist hatte am Montag noch für Empörung gesorgt, als er in einem Interview mit Sky News mehrfach betonte, ein "normaler" Kandidat zu sein. "Ich wuchs in einem normalen Haushalt auf. Ich habe eine Ehefrau und drei Kinder."

Gerade in sozialen Netzwerken wurde das als Abgrenzung zu Eagle, die kinderlos in einer Lebenspartnerschaft lebt, oder zumindest als in dem Kontext missglückt-unbedachte Äußerung verstanden. Ein Sprecher sagte später gegenüber dem "Evening Standard", die Äußerung sei keineswegs als Vergleich zu Eagle gemeint gewesen.

Durchwachsenes Kabinett Mays


Theresa May war in der letzten Woche zur zweiten Premierministerin Großbritanniens ernannt worden, sie stammt erneut von den Konservativen. Bei Labour stand, von kurzen Vertretungen abgesehen, bislang nicht mal eine Frau an der Spitze.

Die Aufregung erinnerte daran, wie wenige Tage zuvor Andrea Leadsom, eine Bewerberin um den Vorsitz der Konservativen, betont hatte, durch ihre Mutterschaft eine bessere Premierministerin sein zu können als die kinderlose einzige Mitbewerberin Theresa May. Der Aufschrei über die Äußerung war noch nicht abgezogen, da hatte Leadsom ihre Bewerbung zurückgezogen. May wurde neue Premierministerin.

Die frühere Gegnerin von LGBT-Rechten, die 1998 gegen eine Gleichstellung des Schutzalters für homo- und heterosexuellen Sex und 2002 gegen Adoptionsrechte für Homo-Paare stimmte, hatte später für die Einführung von Lebenspartnerschaften gestimmt und sich spätestens seit der Ernennung zur Ministerin für Frauen und Gleichstellung 2007 gewandelt und in ihrer Partei für die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare und Adoptionsrechte gekämpft. Auch unterstützte sie von Labour erlassene, früher von ihr bekämpfte Antidiskriminierungsgesetze. Für Kritik sorgte aber ihr jahrelanger Kampf für die Idee, eine Ausnahme Großbritanniens von der Europäischen Menschenrechtskonvention zu erzielen.

Die bis heute streng gläubige Tochter eines Priesters der Church of England hat ein gemischtes Kabinett präsentiert: Es beinhaltet mehr Abgeordnete, die gegen die Ehe-Öffnung stimmten, als das letzte Cameron-Kabinett, darunter Verteidigungsminister Michael Fallon, Handelsminister Liam Fox und "Chief Whip" Gavin Williamson; Schatzkanzler Philip Hammond hatte sich bei der Abstimmung enthalten – ebenso wie Leadsom, die Umweltministerin wird und aus ihrem christlichen Glauben heraus die Ehe-Öffnung als "inakzeptabel" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).

Zugleich ernannte May mehrere offen schwule und lesbische Minister und Staatssekretäre, darunter David Mundell (Schottland) und Justine Greening (Bildung und Equality), beide mit Kabinettsrang, sowie Alan Duncan (Außenministerium), Margot James (Industrie) und Nick Gibb (Bildung). (nb)



#1 markusbln11Anonym
  • 19.07.2016, 21:10h

  • Nuuu, das ist bemerkenswert. Die britischen Konservativen bewegen eine frau zum rückzug, nachdem sie ihre mitbewerberin mit verstaubten "family values" zu diskretitieren versucht.

    Bei Labour gilt solch eine beleidigung anscheinend als bagatelle, wenn sie nicht sogar als hoffähig und befördernd erachtet wird.

    Ich bin erstaunt. Wie will Owen ein die gesamte parteivielfalt von labour repräsentiernder vorsitzender sein? Er kann es nicht, zumindest mit solch verdrillten gesellschaftlichen grundwerten, wie er sie äusserte.
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#2 VorsichtEnglischAnonym
#3 SebiAnonym
  • 20.07.2016, 09:30h
  • Sehr schade.

    Eine offen lesbische Premierministerin wäre doch mal super gewesen.

    Aber so oder so hoffe ich, dass Labour die nächste Wahl gewinnt.
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#4 To Be or NATO BeAnonym
#5 FrageAnonym