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  • 20.07.2016, 07:11h           4      Teilen:   |

Queeres Musikfestival "Yo! Sissy"

Ein arschlochfreies Wochenende

Artikelbild
Pansy und Sampson wollten mit "Yo! Sissy" ein Event schaffen. das ihnen sellbst in Berlin fehlte

Am 29. und 30. Juli organisieren Pansy und Sampson zum zweiten Mal Berlins queeres Musikfestival "Yo! Sissy". Warum, erklären sie im Interview.

Von Annika Kreusch

Hallo Jungs, zuerst einmal: Wer steckt hinter "Yo! Sissy"?

Pansy: Mein Name ist eigentlich Billy, und ich produziere und performe in Drag-Shows. Ich trete seit ungefähr fünf Jahren unter dem Alter Ego Pansy auf. Als ich nach Berlin gezogen bin, habe ich nicht wirklich die Performances gefunden, die ich gewohnt war. Aber anstatt mich darüber zu beschweren, habe ich einfach damit begonnen, selber Events zu organisieren.

Eine der vielen Besonderheiten Berlins ist, dass du, wenn du wirklich etwas schaffen möchtest, auch die Energie dafür findest. Du kannst wirklich alles kreieren und sein, was du willst. So habe ich begonnen, viele verschiedene Drag-Events und Dance-Partys zu organisieren, die diese Mentalität widerspiegeln. Gleichzeitig hat Sampson ähnliche Shows gemacht, wenn auch in einem etwas anderen Bereich, und so haben wir uns schließlich zusammengetan.

Sampson: Ich bin Sampson und ich komme ursprünglich aus Australien. Als ich im Jahr 2000 nach Berlin gekommen bin, war die Stadt weltweit berühmt und berüchtigt für ihre Elektro-Szene, die wenig später wirklich explodiert ist. Es gab diesen unglaublichen Vibe in der Musikszene, der sich dann zu einer Symbiose mit der queeren Philosophie der Stadt entwickelt hat.

Aber irgendwann kam es mir so vor, auch wenn ich nicht genau wusste warum, dass dieses Phänomen irgendwie ausgestorben und vorbei war, so wie eben in allen Städten Dinge kommen und gehen und sich alles stetig verändert und weiterentwickelt. Irgendwas fehlte mir. Etwas, das ich der Stadt in Form einer neuen Energie zurück geben wollte. Ich wollte frischen Wind in die Szene bringe. Das steckte für mich eigentlich hinter der Idee des "Yo! Sissy"- Festivals.

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Wann und wie wurde diese Idee für konkreter?

Pansy: Die Idee dazu hatten wir ungefähr vor zwei Jahren, während wir mit unseren Hunden durch die Stadt spazierten. (lacht) Plötzlich kam uns die Idee. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir eigentlich null Backup, keine Ressourcen, wir haben das quasi aus dem Nichts hoch gezogen. Allerdings haben wir beide viele Freunde in der Berliner Musikszene, die extrem coole Projekte haben.

Sampson hatte bereits einige Bands und ich habe Events produziert und hatte bei diesen auch oft Bands zu Gast, auch bei meinen Drag-Shows. In Berlins queerem Underground gibt es wirklich eine interessante und blühende Musikszene derzeit, und darüber hinaus gibt es auch einige größere Künstler, wie Peaches oder Area Negrot, die Berlin als ihre Heimat ansehen. Wir wollten also etwas schaffen, das all diese kreativen Leute zusammen bringt.



An wen richtet sich "Yo! Sissy"?

Sampson: Das Festival machen wir in erster Linie für Berlin und als Teil von Berlin. Unsere Zielgruppe ist natürlich eher die queere Szene, aber jeder, der interessiert ist, ist willkommen! Wir haben das ganze Projekt ja gestartet, weil wir das Gefühl hatten, dass etwas in der Szene fehlt und wir möchten den Leuten einfach zeigen, was hier eigentlich für Talent vorhanden ist. Unsere Botschaft ist so etwas wie: "Kommt, feiert mit uns, seid selber Teil davon und lasst mal sehen, was es noch so alles zu entdecken gibt."

Pansy: Letztes Jahr gab es auf dem Festival so eine unfassbare Diversität. Menschen der unterschiedlichsten Nationalitäten sind gekommen, und das hat uns extrem glücklich gemacht und überwältigt. All diese Menschen zu sehen, wie sie zusammen feiern, lachen und einfach eine gute Zeit haben. Jeder ist herzlich willkommen, so lange die Werte, die wir vertreten, von den Besuchern geteilt werden. Letztes Jahr haben wir so oft gesagt, dass es ein komplett arschlochfreies Wochenende war. Normalerweise gibt es bei Events dieser Art und Größenordnung hin und wieder mal Streitereien oder auch Gewaltausschreitungen, aber alles war absolut positiv und entspannt.



Wo findet das Festival statt?

Pansy: Eine der fundamentalen Ideen hinter dem Festival ist, dass es auch Berlin und seine typischen Clubs und sein Nightlife repräsentieren soll. Deswegen haben wir uns wieder für solche typischen Lokale entschieden. Dieses Jahr findet "Yo! Sissy" im Postbahnhof und dem Musik & Frieden statt. Jede Location hat verschiedene Räume und Bühnen. Es finden also verschiedene Events gleichzeitig statt, verschiedene Performances und verschiedene Musikstile. Wir sind noch nicht groß genug, um es komplett als Open Air aufzuziehen, aber beide Venues haben dennoch Outdoor-Areas, die wir nutzen werden.

Könnt ihr uns schon ein kleines Highlight verraten?

Sampson: Also, wenn ich auf letztes Jahr zurückblicke, war für mich das absolut Beste der Gemeinschaftssinn. Und ich denke, dass es dieses Jahr wieder genau so werden wird. Ich lebe nun seit sechzehn Jahren in Berlin, und ich habe so etwas noch nie in der Form erlebt. Ein wichtiger Punkt für uns ist, dass wir für die Leute eine Art Wunderland kreieren.

in verrückter Ort, eine Fantasieweltt mit unglaublich viel Dekoration und verschiedenen Themen. Und dafür hatten wir ca. 30 ehrenamtliche Helfer, die das alles mit uns aufgebaut haben. All diese extravaganten Kostüme und geschmückten Räume. Das war für mich das größte Highlight. Und das soll es auch dieses Jahr sein. Die Leute sollen das Gefühl haben, in dieses Wunderland einzutauchen und all diese Räume zu entdecken und zu feiern.



Seid ihr in den zwei Jahren jemals mit Homophobie in Kontakt geraten?

Pansy: Na ja, Homophobie und Transphobie gibt es leider überall, egal in welcher Stadt du lebst. Ich bin bereits als Dragqueen attackiert worden, aber auch jenseits von Events und Bühnen. Was Berlin angeht, ist das natürlich ein sehr liberaler und weltoffener Ort. Die Stadt ist schon seit den 1920er Jahren ein Mekka für die Queer-Szene. Worüber ich immer ein wenig schmunzeln muss – wenn ich das so sagen darf – ist, wenn Leute auf homophobe Gewalt überrascht reagieren und so etwas sagen wie: "Oh das kann doch nicht wahr sein, das so etwas auch in Berlin passiert". Aber wir müssen uns nichts vor machen – es passiert eben überall! Arschlöcher gibt es auf der ganzen Welt.

Und auch das ist einer der Gründe, warum wir so laut und so farbenfroh sind, wenn es darum geht, das Festival bekannt zu machen. Denn diese Sichtbarkeit ist unglaublich wichtig. Wir möchten uns nicht verstecken, wir möchten zeigen, wer wir sind, wofür wir stehen und was wir kreieren. Wir können es hier organisieren, weil wir mehr oder weniger frei und sicher sind, aber auch, weil wir fühlen, dass wir die existierenden Grenzen noch weiter überwinden müssen.

Youtube | Line-Up für das diesjährige "Yo! Sissy"-Musikfestival
Links zum Thema:
» Mehr Infos auf der Homepage von "Yo! Sissy"
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Tags: yo! sissy, musikfestival, berlin, pansy, sampson
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Reaktionen zu "Ein arschlochfreies Wochenende"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.07.2016
13:48:06
Via Handy


(+1, 7 Votes)

Von MekkaPapst


Jeder ist herzlich willkommen, so lange die Werte, die wir vertreten, von den Besuchern geteilt werden...
Wie erfreulich dass man die Meinung der beiden annehmen darf...Demokratie und freie Meinungen werden eh überbewertet. Pipi & Samson werden schon wissen was gut und was schlecht ist. Nur gut dass die Party arschlochfrei ist - da besteht keine Gefahr dass es auf dem Disco-Klo was hinten rein gibt. Danke Püppy& Sinnlos


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#2
20.07.2016
20:10:07


(-2, 6 Votes)

Von frivolissima


so, this party is asshole-free? what an arrogance of these two. They might think they are super sophisticated and above "hetero-normativity" ...but only accept people from their narrow island of supadupa-craziness...yawn!
last year`s event was ok, but it felt a bit like a big pantsys party and I didn`t see a wide range of folks...the usual suspects only


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#3
20.07.2016
21:09:24
Via Handy


(-2, 6 Votes)

Von MekkaPapst
Antwort zu Kommentar #2 von frivolissima


Great comment! it


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#4
20.07.2016
22:42:09


(-1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von MekkaPapst


Der Unterschied zwischen "Werten" und "Meinung" ist Dir nun nicht klar, weil ?


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