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  • 21.07.2016, 08:30h           11      Teilen:   |

Mönchengladbach

Kiss-In gegen homophoben Ratsherrn vor der CDU-Zentrale

Artikelbild
Der Mönchengladbacher CSD-Verein forderte mit Küssen eine klare Distanzierung der CDU von den "menschenverachtenden Äußerungen" ihres Ratsherrn Christoph Dohmen (Bild: CSD Mönchengladbach)

Die Union in Mönchengladbach soll sich endlich von Christoph Dohmen distanzieren, forderte der CSD-Verein.

Aus Protest gegen die homophoben Äußerungen des CDU-Ratsherrn Christoph Dohmen aus Mönchengladbach veranstaltete der CSD-Verein am Dienstagabend ein Kiss-In vor der CDU-Parteizentrale in der Regentenstraße. Nach Angaben der "Rheinischen Post" folgten rund zwei Dutzend Menschen dem Aufruf, darunter auch Politiker anderer Parteien.

Dohmen hatte sich in einem Facebook-Post vom 1. Juli gegen eine Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer des Paragrafen 175 ausgesprochen (queer.de berichtete). Dabei bezeichnete er die strafrechtliche Verfolgung schwuler Männer in der Bundesrepublik als "scheinbares Unrecht" und meinte: "Ich finde, was gestern falsch war, muss auch falsch bleiben, auch wenn es heute möglicherweise nicht mehr falsch ist."

In einem weiteren Facebook-Kommentar hatte der CDU-Ratsherr am Tag darauf die Homosexuellenverfolgung mit Tempolimits auf deutschen Straßen verglichen: "Fahre ich heute in der Stadt 60 km/h, obwohl nur 50 erlaubt ist, werde ich bestraft. Wenn auf dieser Straße dann in zwei Jahren Tempo 70 erlaubt wird, werde ich dann auch entschädigt?"

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Für den CDU-Kreisvorsitzenden ist die Entgleisung eine "legitime Meinung"

Kiss-In vor der CDU-Zentrale - Quelle: CSD Mönchengladbach
Kiss-In vor der CDU-Zentrale (Bild: CSD Mönchengladbach)

Nach einer Protestwelle zeigte sich Dohmen überwiegend uneinsichtig, So räumte er in der vergangenen Woche lediglich ein, sein Facebook-Post sei unglücklich formuliert, beklagte jedoch eine "Hetzjagd" gegen sich. Inhaltlich bleibe er bei seiner Kritik, den Vorwurf der Homophobie nannte er "abstrus" (queer.de berichtete).

Die Partei stellte sich hinter ihren Ratsherrn. Der Mönchengladbacher CDU-Vorsitzende, Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Günter Krings nannte Dohmens Äußerung eine "legitime Meinung", auch wenn er selbst sich "sicher nicht so ausgedrückt" hätte. Kritik übte Krings nur an den Kritikern: "Ich finde es erschreckend, wie er für diese Äußerung nun diffamiert wird. Politischer Meinungskampf dieser Art hilft niemandem, erst recht den Opfern, um die es gehen sollte."

Der Mönchengladbacher CSD-Verein fordert von der Union jedoch eine klare Distanzierung. "Von der Partei haben wir bisher immer noch keine Reaktion gehört, deshalb wollten wir noch einmal ein Zeichen setzen gegen Homophobie", begründete der Vorsitzende Markus Schnorrenberg das Kiss-In am Dienstagabend. Bereits auf dem CSD, der am vergangenen Wochenende in der nordrhein-westfälischen Stadt stattfand, hatte er erklärt: "Wir als CSD-Verein können und werden solche menschenverachtenden Äußerungen nicht akzeptieren."



Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" hat die CDU Mönchengladbach in den letzten Tagen "eine Reihe anonymer Zettel im Briefkasten gehabt, aus denen Enttäuschung und Verärgerung hervorgingen". Ein Parteisprecher gab jedoch zu verstehen, dass der Kreisvorsitzende alles zum Thema gesagt habe. Sollten darüber hinaus noch Fragen offengeblieben sein, könne man gerne "sachlich miteinander reden". (cw)

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Tags: christoph dohmen, mönchengladbach
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Reaktionen zu "Kiss-In gegen homophoben Ratsherrn vor der CDU-Zentrale"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
21.07.2016
09:38:33
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Marc


Tja, in der Provinz zeigt die CDU ihr wahres Gesicht eben noch ungeschminkter als auf Bundesebene. Da gehört Homophobie noch ganz ungeleugnet zum Markenkern.


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#2
21.07.2016
10:01:53


(+5, 5 Votes)

Von JarJar
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 30.10.2015


"Sie haben alles gesagt und wenn noch Fragen offen seien kann man sachlich miteinander reden"?
Seine Äußerung war ja auch sehr sachlich gewesen, wirklich tolle Haltung, schade dass so eine scheiß Haltung sich nicht in den Wählerstimmen bei der nächsten Wahl wiederspiegelt. Gute Aktion auf jeden Fall!


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#3
21.07.2016
10:16:03


(+4, 4 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Marc


Richtig, Marc!

Bemerkenswert finde ich darüber hinaus, mit welch selbst überschätzender Hetero-Arroganz dies wieder einmal herausposaunt wird.

Das Mittelalter naht im Sauseschritt bzw. hat sich niemals entfernt.......


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#4
21.07.2016
10:25:04


(+4, 4 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Die Kiss-In Aktion vor der CDU-Zentrale ist vorbildlich und gut, eben eine Verteidigung aus Notwehr.

Die Äußerungen des Herrn Dohmen sind alles andere als sachlich, sondern entwürdigend und menschenverachtend, die gleichzeitig als Meinungsfreiheit verkauft werden.

Jetzt wird alles wieder als "unglücklich formuliert" abgetan, von "Hetze" gesprochen.

Ein Indikator für homophobe Leute ist meistens die Täter-Opfer-Umkehr, sonst könnten sie nicht weiter diskriminieren.


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#5
21.07.2016
12:48:26


(-10, 10 Votes)

Von Peinlich


Küssen gegen Homophobie?

Gehts noch platter? Als ob das helfen würde...


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#6
21.07.2016
13:13:36


(+7, 7 Votes)

Von Yannick


Jemand, für den die Inhaftierung von Menschen wegen ihrer einvernehmlichen Liebe richtig war, hat in einer demokratischen Partei nichts zu suchen.

Auch interessant, dass seine Argumentation offenbar nur für GLBTI gilt, aber nicht für andere Opfergruppen. Das zeigt schon, welch Geistes Kind der ist.

Ich gehe aber davon aus, dass die CDU sich weder davon distaziert und den erst recht nicht ausschließt. Denn seine Meinung ist in der CDU eben mehrheitsfähig. So denkt nun mal die Mehrheit der CDU-Mitglieder und deren Wähler.

Umso wichtiger ist der Protest.


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#7
21.07.2016
14:45:36
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Haben sich eigentlich schon LGBT-Unionsmitglieder zu Wort gemeldet?
Oder suchen sie immer noch nach den richtigen "falsch verstanden" und "unglücklich zitiert"-Beschönigungen?
Oder üben sie gerade die tiefstmögliche Unterwerfungshaltung?


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#8
21.07.2016
21:08:14


(+5, 5 Votes)

Von Smartakus
Aus Möhnesee (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 10.01.2014


"Was gestern falsch war, muss falsch bleiben."
Was war gestern falsch? Sicher nicht wenn zwei erwachsene Menschen einander liebten oder einvernehmlich Sex miteinander hatten. Falsch war, dass sie dafür vor Gericht gezerrt und ins Gefängnis gesperrt wurden. Eine Wiedergutmachung für dieses schreckliche Unrecht ist kaum möglich, aber denjenigen zu diffamieren, der sich bemüht solches Unrecht wieder gutzumachen, zeugt von erschreckender Ahnungslosigkeit und Dummheit. Seit den 60er Jahren hätte man sich weiterbilden und informieren können. Alles verpasst Ratsherr!


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#9
21.07.2016
23:35:37


(+5, 5 Votes)

Von JarJar
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 30.10.2015
Antwort zu Kommentar #5 von Peinlich


Joar, was hast du denn gemacht? Lass mich mal raten: NICHTS. Das hilft natürlich ungemein weiter! Daumen hoch!


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#10
22.07.2016
06:54:11
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von markusbln11
Antwort zu Kommentar #7 von Foxie


Ich würde auch gerne mehr über das engagement der LSU in der sache erfahren. Wer sonst in der CDU kann hier einen kotrapunkt setzen und parteifreunde sensibilisieren.

Aber das scheint beim kreisverband mönchengladbach nicht einfach zu sein.


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