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  • 23.07.2016, 09:04h           24      Teilen:   |

Gay Dating

Man braucht kein Sixpack, um attraktiv zu sein

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Glücklich auch ohne Waschbrettbauch: Die negativen Gedanken müssen verbannt werden, nicht unbedingt die Speckrolle (Bild: Pixabay.com ©DrSJS (CC0 1.0))

Mit steigendem Selbstwertgefühl steigt auch die Anziehungskraft auf potenzielle Partner. Einige Tipps für unglückliche Singles.

Schwule Männer kennen das Problem. Äußerlichkeiten scheinen auf dem aktuellen Single-Markt alles zu sein. Wer durch Grindr scrollt, dem fällt auf, dass ein Sixpack längst zum guten Ton zu gehören und der knackige Hintern Grundvoraussetzung für erfolgreiches Dating zu sein scheint. Aber was, wenn die eigene Genetik den Waschbrettbauch nicht im Programm hat, aber man trotzdem das Verlangen nach Dates hat?

Zu aller erst: Es ist nicht die eigene Attraktivität, die nicht ausreicht, oder der Körper, der falsch ist – es ist das Selbstwertgefühl. Gerade wir Homosexuelle haben oft Jahre damit verbracht, uns zu hinterfragen, und wissen: Sich anders oder sogar minderwertig zu fühlen, führt auf Dauer zu einem miesen Selbstwertgefühl. Nur wer sich akzeptiert und liebt, wie er ist, wird auf Dauer überhaupt in der Lage sein, sich attraktiv zu fühlen. Die negativen Gedanken müssen also verbannt werden, nicht die Speckrolle.

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Wer wirklich unzufrieden mit dem eigenen Körper ist, sollte Sport treiben – vielleicht läuft einem dabei der nächste Partner über den Weg? - Quelle: Pixabay.com ©skeeze (CC0 1.0)
Wer wirklich unzufrieden mit dem eigenen Körper ist, sollte Sport treiben – vielleicht läuft einem dabei der nächste Partner über den Weg? (Bild: Pixabay.com ©skeeze (CC0 1.0))

Danach gibt es natürlich weitere Maßnahmen, die dabei helfen, das Selbstvertrauen zu stärken. Ein Faktor ist, negative Leute und schlechte Freunde aus dem Umfeld zu verbannen. Es gibt nämlich immer den ein oder anderen, der grundsätzlich von seinen Problemen jammert oder andere schlecht macht, um sich selbst besser zu fühlen. Solche Leute aus dem direkten Umfeld zu verbannen, ist eine gute Idee, denn das Gejammer zieht auf Dauer nur runter und hat keinen positiven Effekt auf die psychische Gesundheit: ganz im Gegenteil. "Nein" zu sagen stärkt hingegen den eigenen Willen und das Selbstvertrauen.

Mit dem steigenden Selbstwertgefühl steigt auch die Attraktivität für potenzielle Partner. Denn wer sich gut fühlt, strahlt das auch nach außen hin aus und wird als positiver Mensch wahrgenommen. Das ist der Punkt, an dem es sich wirklich anzusetzen lohnt. Weitere Gedanken dazu gibt es unter diesem Link.

Sport treiben schadet aber auch nicht

Wer unabhängig vom eigenen Selbstwertgefühl ein Problem mit seinem Körper hat, sollte schlicht und ergreifend etwas dagegen tun, zum Beispiel durch Sport. Zum Sixpack ist es zwar oftmals ein weiterer Weg als zunächst gedacht, aber Sport hat noch weitere positive Effekte. Zum Beispiel verbesserte Fitness, mehr Ausgeglichenheit, ein besseres Gefühl für den eigenen Körper und nicht zuletzt einen sexy Hintern.

Das Selbstwertgefühl steigt, und die Ausstrahlung ist direkt positiver. Den Kopf beim Sport freizukriegen, ist außerdem eine gute Möglichkeit, mal richtig abzuschalten – und vielleicht läuft einem bei dem neuen Hobby ja auch gleich der nächste coole Typ über den Weg?!

Nimm deine vermeintlichen Fehler an

Gay Pride: Stolz sein auf das, was man ist, sich nicht ständig hinterfragen – das ist das Geheimnis von Zufriedenheit
Gay Pride: Stolz sein auf das, was man ist, sich nicht ständig hinterfragen – das ist das Geheimnis von Zufriedenheit (Bild: Pixabay.com ©0805edwin (CC0 1.0))

X-Beine, unregelmäßiger Bartwuchs, zu große Nase – na und? Manche Dinge sind nicht zu ändern und liegen nicht im eigenen Verantwortungsbereich. Das ist auch gut so, denn wenn alle gleich aussehen würden, wäre es lsehr angweilig. Klar, den Spruch hat jeder schon oft gehört, aber stimmt es nicht genau so?

Statt sich mit anderen zu vergleichen und sich vom eigenen Perfektionismus schlecht zu reden, ist es besser, die eigenen Besonderheiten lieben zu lernen. Die angeblichen "Fehler" sind ja sowieso nicht zu ändern – also lieber annehmen und dazu stehen.

Auch dazu gehört, sich nicht zu hinterfragen. Es ist okay, eine Meinung zu haben und auch nein zu sagen, oder genau das nicht zu wollen, was andere vielleicht (für einen selbst) möchten. Wer sich so annimmt wie er ist, ist glücklicher und sucht auch nicht das Glück in einer Beziehung, sondern ist sich selbst genug.

Beim Dating genauer hinschauen

Seine Dates gründlich auszuwählen, ist nie verkehrt. Sich mit Typen einzulassen, auf die man von vorneherein keine Lust hat, hingegen nicht. Deswegen einfach mal genauer hinschauen, wer da von dem Foto entgegen lächelt und auch bei der Auswahl des Dating-Portals schon darauf achten, einen passenden Anbieter zu wählen. Auf dieser Webseite werden verschiedene Portale vorgestellt und bewertet, außerdem gibt es weitere Tipps zum Auswählen von geeigneten Dates.

Wer bei sich selbst anfängt und da ansetzt, wo es tatsächlich hakt, hat am Ende mehr Erfolg beim Dating als der Typ, der zwar den Waschbrettbauch hat, dafür aber einen psychischen Knacks. Selbstvertrauen ist sexy und sich selbst zu lieben das Wichtigste am Leben. Denn Kerle kommen und gehen, das eigene Ich hingegen wird Man(n) nicht los.

Mit sich selbst im Reinen zu sein und nicht rumzujammern, kommt auch bei den anderen gut an. Die Zufriedenheit bei sich selbst zu suchen und nicht auf den Partner zu bauen, wenn es um das persönliche Glück geht, ist der Grundstein einer jeden erfolgreichen Beziehung. Wer das beachtet, wird in Zukunft glücklicher mit sich sein und alleine dadurch attraktiver. Dann klappt's auch endlich mit dem festen Freund.

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Tags: online-dating, selbstwertgefühl, partnersuche, singlebörse, sixpack, beziehung
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Reaktionen zu "Man braucht kein Sixpack, um attraktiv zu sein"


 24 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
23.07.2016
10:02:30


(+4, 4 Votes)

Von BodyMassIndex


Sixpacks werden überbewertet, nicht jeder steht darauf. Deshalb sind die Geschmäcker mit Recht ja auch so verschieden. Die Hauptsache ist aber, daß jeder Topf seinen Deckel findet und mit dem Mann seines Herzens glücklich wird!


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#2
23.07.2016
21:33:24


(+4, 4 Votes)

Von entartet
Aus Hürth (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 07.07.2016


So ganz kann ich der Argumentation nicht folgen. Ich bin eher der Anti-Typ der Sixpack-Models, habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass ich von der Männerwelt "übersehen" werde. Und so weit unten wie meine Chancen auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten schätze ich mein eigenes Selbstwertgefühl eigentlich gar nicht ein. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ich schaue auch eher einem Typen mit wohldefiniertem Körper hinterher als jemandem in meiner Gewichtsklasse. Sein Selbstwertgefühl interessiert mich dabei wohl eher nicht.


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#3
24.07.2016
05:30:40


(+3, 5 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Mit 20 rum hätte ich den Artikel wohl hoffnungsvoll verschlungen. Mir ja auch jahrzehntelang einen abgequält um dieses ach so positive Selbstwert-Ding zu erkämpfen, und neben Sport alles Erdenkliche versucht, um den Teil der Genetik zu fördern, der mir brauchbar erschien, um den anderen Teil in einen vernünftigen Griff zu kriegen, der benachteiligend wirkt.

Mit nunmehr Mitte vierzig finde ich es grausam, dass man Menschen immer wieder diese doch kaum umsetzbaren Hoffnungen macht, und in Praxis dazu rät, wider der Wirklichkeit den draußen unbeliebten Teil ihres Selbst herunter zu kurbeln, Problemkomplexe einfach mal eben wegzuklappen und unterm Teppich verschwinden zu lassen und ... Hurra, man ist ein neuer Mensch ... und super attraktiv, trotz Plauze, Glatze, Krankheit, zahnlos & Co.

Nö, das funktioniert so nicht. In der Partnersuchwelt wird grob auf Vorzüge geschaut, und zuerst begehrt man natürlich, was man SEHEN kann.

Leider verbreiten ziemlich viele diesen Unfug über die "Inneren Werte", die man sowieso erst kennenlernt, nachdem man den Menschen an sich länger kennt. Interessanterweise vertreten das besonders Leute, die selbst nicht danach leben, oder selbst Attraktivitätsprobleme aufweisen.
"Innere Werte" interessieren im schwulen Partnermarkt aber maximal den Hausarzt zwischendurch.
Ebnenso blöd ist diese "Kleiner-Prinz"-Idee davon, man sähe nur mit dem Herzen gut ... ect.
Mit dem Herzen kann man gut das Blut im Körper herum pumpen, ja. Aber sonst nicht viel.

Das Auge sieht, was man begehrt. Wer nicht begehrenswert erscheint, wird weggeblendet.
Alles, was Titten hat ... Selbstwertgefühl hin oder her ... ich sehe die einfach nicht.
Die meisten Körbe kriegt man von Leuten, die diese Geschichte von Antoine de Saint Exupery eigentlich richtig toll finden. Komisch, nicht?
Auch ganz viele der "Innere Werte zählen" -Anhänger wichsen zuhause auf die Bel-Ami-Fotobook-Model-Typen, wetten dass?

Und so ähnlich wie in dem Lied von Xavier Naidoo, "Sie sieht mich nicht" ... kann der Obelix-Typ noch so ein tolles Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen kultivieren. Damit kommt er nur in der Bibliothek durch, und da auch nur durch die nicht so engen Gänge. Im Club ist er ... Invisible ... unsichtbar.

Tja, ein definierter Sixpack muss es nicht unbedingt sein, klar, das kommt beim Wellenreiten sowieso mehr oder weniger von allein etwa hin, aber ein "Häuptling volles Fass" ist eben auch kein Hingucker, egal, wie viel Selbstüberzeugtheit, oder oft auch Selbstignoranz und ganz viel "So tun als ob" dahinter klemmt.

Denn das alles, was hier lax aus der Elle als "Gejammer" abgetan wird, hat oft genug Hintergründe, die man mit dem "So tun als ob" auch nicht wegwischen kann. Menschen haben nicht nur vorzeigbare Facetten, Menschen bestehen nicht bloß aus "wunderbar".
Menschen haben Persönlichkeit, eine Erfahrungsgeschichte, jeder hat sein Päckchen zu tragen, und auch die Schattenseiten im Paket gehören zu dem, was sichtbar bleibt.

Es ist auch Quatsch, dass man bestimmte "Fehler" so akzeptieren müsse, wie sie eben Mutter Natur verbrockt, bzw. eher verbockt hat. Wir leben heute in einer Zeit, in der die kosmetische Chirurgie weit gekommen ist, um gewisse Korrekturen zu ermöglichen. Krumme, zu lange, zu knollige Nasen und 'Muttermale', assymetrische Gesichtspartien, Monobraue oder Extremhaarwuchs - das muss nicht mehr so bleiben. Auch die Adipositas-Chirurgie leistet gute Ergebnisse und hat schon vielen Verzweifelten nach x Diätprogrammen und fehlgeschlagenen Jahrzehnt-Selbstkasteiereien zu einem brauchbaren Körper verholfen.

Manchmal muss man einfach andere Methoden versuchen, andere Wege, ein bisschen was investieren, um einen Look zu bekommen, den man anderen auch anbieten kann!
Fällt mir so ein Typ ein, den sie im Park immer nur als den "Fettarsch" bezeichnet haben, wenn der da ankam. Junger Typ, Mitte 20 rum, nur eben Typ "Heck schwenkt aus" und darum wohl auch single geblieben.
Der hatte irgendwann wohl keinen Bock mehr auf die Abweisungen und fing an, sich fit zu machen. Zwei Jahre später = 30 Kilo weniger, ich hatte ihn nicht mal wiedererkannt. Offenbar hat er jetzt 'nen Freund ... vielleicht happy Ending.

Mit dem Sixpack klappt das natürlich besser als mit dem großen Fass. Das sieht man auch immer wieder in den vielen kleinen Online-Foren oder Clubs, wo Dicke, die auf Dünne stehen, inserieren. Mitgliederstand etwa 2000 Dicke, die suchen, und eine Handvoll Dünne, die einen Dicken ... tolerieren, fetischisieren, auch mal akzeptieren.

Und redet man mit einem, der als "gut aussehend" gehandelt wird? Der kann sich vor Bewerbern kaum erretten, dem gehen sie enorm auf den Sack. Im wahrsten Sinne des Wortes, oder hängen an seinem Arsch.

Das alles folgt in der Regel gewissen Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Biologie. Attraktivität ist eine balancierte Mische aus dem, was begehrt wird = das, was wir SEHEN können, und hinterher dem, was der jeweilige Mensch in sich trägt, mit sich bringt, wie seine Person beschaffen sein mag.
Zumindest für solche, die nicht nur ein Stück Arsch zum heute noch ficken wollen, scheint es so zu sein.

Das Selbstwertgefühl allein, ohne einen ansehnlichen, ja anbietungswert beschaffenen Körper, das nützt nicht viel. Es hilft ein bisschen darüber hinweg, wenn man auch nach 25 oder 40 Jahren noch 'erfolgreich' single belassen wurde. Mit einer stoischen Haltung "Nix kann mir was" verkraftet man zwar die zahllosen Körbe, die man über die Jahrzehnte gekriegt hat, aber das Gefühl der Einsamkeit, wenn man von der Party, vom Surf mit der Clique oder vom Grillen mit den Kollegahs heim kommt und den Abend im Gaychat verstreunert, oder den Film mal wieder allein ansieht, vertreibt kein Selbstwertgefühl.

Die Wirklichkeit bleibt schwierig.

Bei anderen sehe ich auf Gesicht,Körperstatur, Sportlichkeit, Bewegung, es ist ein bestimmter Typ sportlich-schlank-sehnig-süß oder was, der mich zu sich hinzieht. Es waren immer Sportler oder Tänzer-Typen. Ich kann mich mit supercharmanten Typen jeder Art irgendwie unterhalten, wenn der Gesprächsstoff interessant ist, aber die mich äußerlich nicht anziehen, können maximal in einen Bekanntschaftsstatus jenseits aller Partner-Ideen reinfallen.

Ein psychischer Knacks ( je nach Lagerung, depressiv oder melancholisch ist okay, psychotisch oder Borderline ginge gar nicht ) oder gewisse Persönlichkeitsfehler scheinen da eher verzeihlich zu sein, als ästhetische Mängel. Für dauerhaft hätte das aber auch nur dann klappen können, wenn Beides synergiert, also ein Mann, wo ich mich jeden Tag von Neuem kaum an ihm satt sehen kann, der aber auch das eloquenteste Kopf-i-Versum mit bringt, "Where no man has gone before" ... oder so ähnlich.

Um das aber zu erhalten, muss man selbst Entsprechendes anzubieten haben. Da hapert es gewaltig. Vielleicht ist das der Grund, warum es bei Etlichen beim ewigen Single bleiben muss.

Doch hey ... wozu gibt's Fleshlight? 5 gegen Willy,und Willy bleibt trotzdem Dein bester Freund!


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#4
24.07.2016
09:50:02


(+1, 3 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #2 von entartet


Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Mich spricht das oben abgebildete Bild wenig an. Ein Körper wie aus Plastik gegossen, kein Gesicht, keine Persönlichkeit. Sterile Muskelpartien nach dem Prinzip: Zuviel des Guten ist wundervoll. / Viel hilft viel.

Schönheitsideale - gerade überzogene - werden auch erlernt. Leider kontakariert queer.de in diesem Artikel die wohlgemeinten psychologischen Ratschläge mit einem auf Klicks berechneten Hingucker-Bild, das genau das Gegenteil vermittelt von dem, was der Text sagen will. Leider sagen Bilder mehr als 1000 Worte.

Hiw wäre ein Bild von einem Ideal-Single, kombiniert mit sinknormalen Paaren mit Ecken und Kanten, wie man ihnen im Alltag begegnet, liebevoll fotografiert, sinvoller gewesen.


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#5
24.07.2016
11:57:48


(+2, 4 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #3 von Homonklin44


"Das Selbstwertgefühl allein, ohne einen ansehnlichen, ja anbietungswert beschaffenen Körper, das nützt nicht viel."

Was Dir in Deinem langen Kommentar im Kopf rumspukt, scheint mir aber ein merkwürdiger Begriff von Selbstwertgefühl zu sein. Ich glaube, das ist mehr so en Trotzgefühl, der sich aus der Erfarhung von Ablehnung speist. Im Sinne von: Man(n) mag mich eh nicht ansehen, dann setehe ich dazu, dass ich unansehnlich bin.

Wenn man auf äußere Werte abfährt, dann ist es klar, dass man sich selbst nicht gehen lassen soll. Zu einem guten Selbstwertgefühl gehört auch, den Ruf des eigenen Körpers, etwas aus ihm zu machen, ihn zu wertschätzen zu pflegen und zu mögen, ernst zu nehmen.

Ein häufiger, nachvollziehbarer Fehler, den mir schwule Männer zu machen scheinen, dass sie selbst ihrem äußerlichen Idealtyp entsprechen wollen. Gerade das muss nicht sein. Ein Idealtyp braucht kein Gegenüber, sondern nur sich selbst. Es ist, denke ich, besser, aus seinem Typ das beste zu machen und darüber hinaus zu lernen sich an der Schönheit anderer zu freuen und auch diese Freude zu zeigen. Anerkennung finden auch attraktive Menschen attraktiv.

Insofern will ich meinen vorigen Post nicht mißverstanden sehen: Natürlich hat der gezeigte Körper in de Bild eine in sich stimmige Superman Ästhetik, die ich anerkenne, auch wenn ich nicht darauf abfahre.


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#6
24.07.2016
13:18:40


(+3, 3 Votes)

Von entartet
Aus Hürth (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 07.07.2016


Aus der Gehirnforschung wissen wir, dass Bruchteile einer Sekunde für unser Gehirn maßgeblich sind, welches Bild wir von einer Person haben, was wir von ihr halten. Da kann es kaum um innere Werte gehen. Ist übrigens egal, ob es um ein Date oder Vorstellungsgespräch geht. Für Sympathie oder Antipathie zählt der erste Eindruck. Und der ist nur sehr schwer wieder rückgängig zu machen.


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#7
24.07.2016
15:03:19


(+1, 3 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #6 von entartet


"Für Sympathie oder Antipathie zählt der erste Eindruck."

Das stimmt, aber wir nehmen sehr komplexe Eindrücke in dem ersten Moment auf, nicht nur das Aussehen, sondern auch Ausstrahlung, Stimmung, Energie, Anspannung, Harmonie, Zugewandtheit, sozialen Status, Erziehung, Bewegung, Geruch, Gepflegtheit, Stimme, aber auch Ähnlichkeiten zu posiiven Bezugspersonen aus der Kindheit und Jugend etc. Das ist so komplex, dass uns das meiste davon nicht bewusst wird.

Für eine flüchtige Begegnung spielt das alles mitunter auch keine Rolle. Da lassen sich körperliche "Mängel" oder Vorbehalte oft leicht austricksen, u.a. durch trendige Accessoires und schlechte Beleuchtung oder Stimuli.

Je mehr man aber eine persönliche Beziehung anstrebt, werden die äußerlichen Trigger, auf de man zuerst geachtet hat, weniger interessant und man begnnt, den Rest zu "sehen". Und da wird es dann für alle gleich leicht oder schwer, denke ich.


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#8
24.07.2016
17:21:16


(+2, 2 Votes)

Von entartet
Aus Hürth (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 07.07.2016
Antwort zu Kommentar #7 von Lars


Das "Beuteschema" spielt dabei schon eine große Rolle. Und es gibt Leute, die fallen eben durch alle Raster durch. Ich habe vor einiger Zeit von einer Studie gelesen, habe mir leider nicht gemerkt, wo das war, da war der Prozentsatz derjenigen, für die sich kein Deckel findet und nach Meinung der Autoren der Studie trotz aller Anstrengung auch nicht finden wird, für mich überraschend hoch. Habe mir allerdings die Zahlen nicht gemerkt. Weiß nur, dass mich der Anteil sehr überrascht hat. Mit anderen Worten, es gibt hoffnungslose Fälle, bei denen alle äußeren Tricksereien nicht helfen werden. Die werden als nicht authentisch empfunden und verschärften so das Frustpotential eher noch.


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#9
25.07.2016
11:19:49


(+2, 2 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014
Antwort zu Kommentar #5 von Lars


" Ich glaube, das ist mehr so en Trotzgefühl, der sich aus der Erfarhung von Ablehnung speist. Im Sinne von: Man(n) mag mich eh nicht ansehen, dann setehe ich dazu, dass ich unansehnlich bin."

Sicher was dran. Der Trotz entsteht erst als Kompromissversuch und nach langen Jahren, in denen man von außen kontinuierlich die Bestätigung dafür eingefahren hat, nicht gesucht, nicht erwünscht, allgemein unsichtbar als Mann oder nicht vermittelbar zu sein, und sämtliche noch so bemühten Versuche gescheitert sind, diesen Selbstwert auch im Auge des Betrachters zu finden. Wo die ganze Anstrengung und Kasteierei nicht fruchtete.

"Wenn man auf äußere Werte abfährt, dann ist es klar, dass man sich selbst nicht gehen lassen soll. Zu einem guten Selbstwertgefühl gehört auch, den Ruf des eigenen Körpers, etwas aus ihm zu machen, ihn zu wertschätzen zu pflegen und zu mögen, ernst zu nehmen."

Das kann erst klappen, wenn sich der Körper dem Willen auch beugt, bzw. die Methoden, Anstrengungen, Investitionen anschlagen, mit denen man versucht, ihn auf "vermittlungsbereit" zu trimmen. Genetik und diverse andere Faktoren der Lebensumstände und Möglichkeiten zur Entfaltung bzw. gesundheitliche Zusammenhänge geben da Grenzen vor, die der Wille nicht erweitern kann.

Wenn das nicht oder zu wenig hinhaut, kann man sich selbst noch so passabel ansehen. Andere werden es nicht tun, nicht für das, was man im "Herzen" tragen mag, noch für irgendwelche Persönlichkeit, Ausstrahlung oder sonstige, geistige, emotionale, liebsam orientierte Werte.

Ja, wie Jemand noch schreibt, da gibt es auch Studien drüber, was attraktiv wirkt und so weiter, und über Menschentypen, die da "unten raus" fallen.
Sieht man sich mal Kontaktgesuche an, ist die Wunschperson selten gleichzeitig arm, krank, behindert,psychisch diagnostiziert oder doof.

Warum solche Eigenschaften nicht gewünscht sind, das hat quasi endogene, auch evolutionsbedingte Gründe. Diese Gruppe Leute ist auch in den ganzen Attraktivitätsstudien immer Schlusslicht. Bei den Heteros wären das salopp gesagt jene Damen, welche mit der geringsten Wahrscheinlichkeit gesunden Nachwuchs produzieren und den bis ins geschlechtsreife Alter bestens versorgen. Wir wollen das vielleicht nicht wahrhaben, weil wir als Schwule aus dieser Kinderzeugungsschiene heraus fallen, aber diese Bio-Gesetze wirken auch in unserem Organismus. Ähnlich wie bei definitiv sterilen Tier-Hybriden, die Paarbildung anstreben und sich Partner*Innen aussuchen, nach dem Programm ihrer Natur, sozusagen.

Die ganzen Topf & Deckel-Sprüche sind ein Ausdruck großer Träume von 'kleinen' Menschen.

Den geradezu überdefinierten Body in dem Bild finde ich persönlich auch nicht unbedingt hoch ansprechend, zumal das Gesicht fehlt, das für mich meist den Auslöser zum Hingucken oder Weggucken triggert. Lächeln, Gesichtsform, Sommersprossen, schmale Züge, längere Haare, sowas. Typ Surfer, Boarder, MTBiker ist ein bisschen anders.

Verkomplizierend ist halt auch, wenn man immerzu Stockheteros nachschaut. Die werden einen nie erst sehen.


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#10
25.07.2016
20:08:27


(0, 2 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #9 von Homonklin44


"Sieht man sich mal Kontaktgesuche an, ist die Wunschperson selten gleichzeitig arm, krank, behindert,psychisch diagnostiziert oder doof."

... und trotzdem gibt es nicht wenige, die bei einem solchen Partner landen. Liebe macht blind für die "Fehler" und "Macken" anderer - zum Glück (manchmal auch zum Unglück).

"Lächeln, Gesichtsform, Sommersprossen, schmale Züge, längere Haare, sowas. Typ Surfer, Boarder, MTBiker ist ein bisschen anders."

Küchenpsychologisch würde ich fragen, was hinter einem Typ steht, auf den mann abfährt. Hier vielelicht der Wunsch, auch mal so unbdearft-naiv jungenhaft (Sommersprossen) die Lust an Jugend und Körperlihkeit austoben zu können, aus Lebensfreude, (mit weich wehenden Haaren) und nicht um den Körper asketisch dem Willen zu unterwerfen. Raus zu gehen und sich zu zeigen. Das kann man trainieren und bis zu einem gewissen Grade erleben, aber oft mehr durch Loslassen alter Hemmungen und Verletzungen als durch harte Arbeit an Bodydetails. Schönheit hat etwas mit Harmonie und Stimmigkeit zu tun.

Der sommersprossige BIker mit den hübschen längeren Haaren leidet vielelicht darunter, dass er nicht groß gewachsen ist, fühlt sich nicht als echter Macker und schneidet sich deshalb eine Glatze, macht sich wilde Tatoos und trainiert sich einen riesigen Bizeps an und wundert sich auch, dass er von den massigen Typen nicht angeschaut wird, weil die eben was anderes suchen.

Es ist auch für "gut aussehende" nicht einfach, eine richtige Balance von innen und außen zu finden, die nicht verkrampft rüberkommt.

"Verkomplizierend ist halt auch, wenn man immerzu Stockheteros nachschaut. Die werden einen nie erst sehen."

Genauso, wie sich mancher Schwuler manchmal nach einer Heteroseite sehnt, gibt es viele Heteros, die das Uneindeutige von Schwulen faszinierend finden und die erotische Selbstbestätigung nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern brauchen. Von Heteros kann man durchaus lernen, charmant und dezent zu flirten. Wir alle brauchen einander, denn kein Mensch ist vollkommen ;-).


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