Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.07.2016, 11:24h           31      Teilen:   |

Reaktion auf Schreckensnacht

München: "Demo für alle" abgesagt

Artikelbild
Hedwig von Beverfoerde bei einer früheren "Demo für alle" in Stuttgart (Bild: nb)

Nach der Bluttat vom Freitag verzichtet das homophobe Protestbündnis auf seine Kundgebung am Sonntag.

Von Norbert Blech

Die LGBT-feindliche Protestbewegung "Demo für alle" hat nach der Bluttat in München ihren für Sonntag vorgesehen ersten Protest in der bayerischen Landeshauptstadt abgesagt. Am Freitag hatte ein 18-jähriger Deutsch-Iraner in einem Schnellrestaurant und in einem Shopping-Zentrum um sich geschossen und neun Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt, bevor er sich Stunden später selbst richtete.

Man wolle "niemandem zumuten, sich morgen zu einer öffentlichen Versammlung in München einzufinden", teilte Organisatorin Hedwig von Beverfoerde am Samstag auf Facebook mit. Auch wolle man "in der aktuellen angespannten Situation die Münchner Polizei entlasten", heißt es in der Mitteilung "in Gedanken und Gebeten für die Opfer der Münchner Attentate und ihre Familien". Es sei "wichtig, dass die für uns eingeplanten Polizeikräfte jetzt anderweitig zur Verfügung stehen".

Eine würdelose Polemik konnte sich Beverfoerde, die die früheren Demos vor allem in Stuttgart zunächst aus dem Büro der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch aus organisiert hatte, dennoch nicht verkneifen: "Wie Sie wissen, werden unsere friedfertigen Demonstrationen für Ehe & Familie und gegen Gender und Sexualisierung regelmäßig von aggressiven linksradikalen Antifa- und sonstigen Gruppen attackiert und binden jedes Mal mehrere Hundertschaften (!) Polizei zum Schutz unserer Teilnehmer."

Freilich hatte es, etwa in Hannover, schon rein friedliche Gegenproteste gegen die "Demo für alle" gegeben. Einen ebenfalls friedlichen Protest hatte in München das Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt geplant. Dessen Organisatoren sagten ihre Kundgebung am Nachmittag ebenfalls ab: "Wir sind voller Trauer über die Opfer und sprechen deren Angehörigen und Freund*innen unser vollstes Mitgefühl aus (…) Auch in Zukunft setzen wir uns für eine friedliche Gesellschaft ein, die Menschen und ihre Vielfalt wertschätzt und akzeptiert."

Fortsetzung nach Anzeige


"Demo für alle" will weiter gegen "Vielfaltspädagogik" kämpfen

Der Protest der "Demo für alle" unter dem Motto "Stoppt Gender und Sexualpädagogik der 'Vielfalt' in Bayerns Schulen!" sollte sich gegen Pläne der Landesregierung richten, in Schulen besser über LGBT aufzuklären (queer.de berichtete). Als Redner wurden zunächst die christlich-fundamentalistische Publizistin Gabriele Kuby und Manfred Spieker, ein homofeindlicher Professor für Christliche Sozialwissenschaften, angekündigt (queer.de berichtete), später auch der Publizist Martin Voigt, der zunächst in der FAZ und später der "Jungen Freiheit" eine Schmierenkampagne gegen Sexualpädagogen und Szeneeinrichtungen gefahren hatte.

Auch Hubert Gindert vom Forum Deutscher Katholiken wurde als Redner angekündigt. Bei einem seiner Kongresse war nicht nur von Beverfoerde aufgetreten, sondern auch der Churer Bischof Vitus Huonder, der dort ohne Distanzierung oder Einordnung Bibelstellen zur Todesstrafe für Homosexuelle zitiert hatte (queer.de berichtete). Gindert meinte danach, man stehe zu Huonder und seinen Äußerungen, und kritisierte eine "böswillige Verleumdung mit totalitärem Gehabe seitens der Homolobby und deren Krakenarme in Medienlandschaft, Politik und sogar Kirche".

"In den letzten Tagen hat nochmals eine große Mobilisierung für unsere Sache stattgefunden. Dies war nicht umsonst", so Beverfoerde in dem Facebook-Post zur Absage der Demo. "Viele bayerische Familien sind hellhörig geworden. (…) Wir werden Sie so schnell wie möglich über unsere nächsten Schritte informieren." An den bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gerichtet, meinte sie: "Diese Demo-Absage ist kein Rückzug in der Sache! Wir fordern mit vollem Nachdruck, dass der aktuelle Sexualerziehungsrichtlinien-Entwurf für Bayerns Schulen nicht in Kraft tritt, sondern entweder von aller Gender- und Vielfaltspädagogik befreit oder endgültig verworfen wird."

Eine entsprechende Online-Petition an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat inzwischen über 18.000 Unterschriften erzielt.

aktualisiert um Absage der Gegenkundgebung

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 31 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 163             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: demo für alle, münchen
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "München: "Demo für alle" abgesagt"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
23.07.2016
11:51:18


(+7, 7 Votes)

Von WeekOfTerror


Es wäre wünschenswert, wenn die "Demo für Alle" auch in Zukunft abgesagt würde, weil die Plattform niemand braucht!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.07.2016
12:14:03


(+3, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Man wolle "niemandem zumuten, sich morgen zu einer öffentlichen Versammlung in München einzufinden", teilte Organisatorin Hedwig von Beverfoerde am Samstag auf Facebook mit.""..

Was bezweifelt werden darf..
Wahrscheinlicher ist die Absage der "Demo" durch das genehmigende Stadtamt, die hinsichtlich des AMOK-Laufes keine polizeilichen Kräfte zur Verfügung sehen, um eine solche Veranstaltung durchzuführen..

Vielmehr "suhlt" man sich hier im Angesicht der Situation als "aufrechter Bürger", der die Münchener Polizei nicht "über Gebühr" belasten wolle..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
23.07.2016
12:32:19


(0, 4 Votes)

Von Ludwig
Antwort zu Kommentar #2 von TheDad


Man kann es auch parteitaktisch sehen:

Durch die Tatsache, dass der Amokläufer einen iranischen Migrationshintergrund hatte und viel Geld für seine Betreuung und Behandlung aufgebracht wurde, wollen die das Top-Wahlkampf-Thema gerade nicht verwässern.

Denn die werden jetzt die Frage nach der Integrationsfähigkeit und Kosten von Menschen aus fremden Kulturkreisen stellen und die Verantwortlichen vor sich her treiben.

Dagegen ist das Thema Gender und Lehrpläne eher ein Randthema, mit dem nur ein kleiner Teil der Bevölkerung angesprochen wird.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
23.07.2016
12:53:44


(+5, 5 Votes)

Von Alois Kiefer
Antwort zu Kommentar #3 von Ludwig


Mit dem Begriff Migrationshintergrund verbinden Sie bitte was? Ab welchem Jahr fand seine Sozialisation auf deutschem Boden statt? In welchem sozio-ökonomischen Familien-, Wohn- und Bildungsmilieu? Sie wissen das alles?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
23.07.2016
13:01:28


(+3, 7 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Womit München schon mal einen Terrorangriff weniger hat: den der Vollzeiteltern und Brutmenschen mit fasChristischem
AfD-Hintergrund.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
23.07.2016
13:10:37


(0, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Ludwig


""Durch die Tatsache, dass der Amokläufer einen iranischen Migrationshintergrund hatte und viel Geld für seine Betreuung und Behandlung aufgebracht wurde, wollen die das Top-Wahlkampf-Thema gerade nicht verwässern.""..

Worin liegt in diesem Satz die ""Parteitaktische"" Betrachtung ?

Mal abgesehen davon das die "Demo für alle" keine Partei-Veranstaltung ist, sondern Partei-übergreifend von Kräften aus der AFD und der CDU organisiert, in einer breiten "Koalition" mit Evangelikalen, Frei-Kirchlern, Leuten aus der MUN-Sekte, und sonstigen Eiferern durchgeführt werden..

Der Täter hat also "Migrationshintergrund"..
Migranten muß man also "behandeln" und "betreuen"..
Das dieser Migrationshintergrund sich auch auf einen jungen Mann beziehen kann, der hier als Kind eines Zuwanderers, oder von Zuwanderern geboren wurde, und als in Deutschland geborenes Kind aufwuchs, kommt Dir nicht in den Sinn ?
Sind beide Eltern Migranten ?
Wie viel Geld wird eigentlich für "deutsche Kinder" "aufgebracht" ?
Ist das weniger als für "Migranten-Kinder" ?
Woher nimmst Du die Informationen, die Dich zu diesem Angriff aufstacheln ?

Wenn hier etwas "aufgebracht" ist, dann bist Du es, was Dich zu Aussagen anstachelt, die vorläufig durch wenig Fakten gestützt sind..

Insgesamt hat das alles nichts mit der "Demo für alle" zu tun..
Außer vielleicht daß es dieser "Demo" und ihren Organisatoren gut in den Kram paßt, die "Demo" absagen zu müssen, weil die Stadt sich wegen der Lage außer Stande sieht, sie durchführen zu lassen..

""Denn die werden jetzt die Frage nach der Integrationsfähigkeit und Kosten von Menschen aus fremden Kulturkreisen stellen und die Verantwortlichen vor sich her treiben.""..

Auch hierzu noch einmal die Frage :
Wie viel Geld wurde eigentlich vom Staat für Dich aufgewendet, um Dich in die Gesellschaft zu integrieren ?
Und wer überprüft an welcher Stelle das Gelingen ?
Denkst Du ernsthaft, die Gelder die der Staat aufwendet wären in Deinem Fall aus anderen Gründen ausgegeben worden, als sie für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund ausgegeben werden ?

""Dagegen ist das Thema Gender und Lehrpläne eher ein Randthema, mit dem nur ein kleiner Teil der Bevölkerung angesprochen wird.""..

Analog dazu sind auch Migranten nur
""ein kleiner Teil der Bevölkerung""..

Die Frage ob sich ein Thema wie Gender-Theorie und Lehrpläne an kleine oder größere Teile der Bevölkerung wenden, stellt sich nicht..

Lehrpläne wenden sich nicht an "Teile", sondern an alle Schüler*innen..
Wie viele das bundesweit sind kann man nachlesen..

Zusammen stellen sie die Gesellschaft von Morgen dar !
Die Zukunft..
Damit ist die Gender-Theorie und die damit verbundenen Folgen für die Gleichstellung und Gleichberechtigung alles andere als ein ""Randthema"", das eher nur wenige interessierte..
Es ist ein Kern-Thema der Gesellschaft..
Und dieses Kern-Thema wollen diese Bildungs-Verweigerer verhindert wissen !


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
23.07.2016
13:19:12


(0, 4 Votes)

Von Kathi Fischer
Antwort zu Kommentar #3 von Ludwig


Der Massenmörder Lubitz hatte einen siebenbürgischen Migrationshintergrund.
Evangelisch-lutherisch.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Germanwings-Flug_9525


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
23.07.2016
13:23:42


(+5, 5 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #3 von Ludwig


Wer ohne Kenntnis aller relevanten Fakten durch die Medienlandschaft fabuliert, zeigt damit nur, dass das eigene Mitteilungsbedürfnis nicht einer angemessenen Selbstkontrolle unterliegt, oder dass -wie beispielsweise im Falle des AfD-Homos Welsch (auf Twitter)- die Realität in unverantwortlicher Weise der politischen, in diesem Fall fremdenfeindlichen Propaganda geopfert wird.

P.S. Beim Thema "Amok in Deutschland" empfiehlt es sich, sich eingehend mit den Geschehnissen beispielsweise in Erfurt und Winnenden zu befassen, bevor man voreilige Schlüsse aus dem bisher Bekannten hinsichtlich des Münchener Ereignisses zieht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
23.07.2016
13:25:02


(+6, 6 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Solche eine unmenschliche , homophobe DEMO braucht man wieso nicht ! Sowas sollte immer abgesagt werden .
Rassisten , Homophobe wie "besorgte Bürger " braucht die Welt nicht !


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
23.07.2016
13:50:09


(-1, 3 Votes)

Von nebenbei
Antwort zu Kommentar #4 von Alois Kiefer


"Unter Social-Media-Nutzern im Ausland hatte das Video gestern viel Verwirrung gestiftet, weil auch solche, die Deutsch-Grundkenntnisse, hatten, den bayerischen Dialekt des Anwohners nicht als Deutsch erkannten und für eine fremde Sprache hielten."

Text:

Link zu www.heise.de

___________________________________

Aus den Ermittlungsakten zum Germanwings-Amok geht hervor, dass Eltern und Freundin von Lubitz von seiner psychischen Erkrankung wussten.

Zwei Wochen vor der Tat diagnostizierte ein Mediziner eine mögliche Psychose bei Lubitz, er empfahl die Einweisung in eine psychiatrische Klinik.

Doch laut Bericht der französischen Untersuchungsbehörde informierte Lubitz seinen Arbeitgeber nicht über Krankenschreibung und Empfehlung. Eltern und Freundin taten dies auch nicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
"Modern Family" besetzt Rolle mit achtjährigem Trans-Schauspieler Erster Trailer: James Franco verfilmt Mord an schwulem Pornoproduzenten Pulse-Angehörige und Überlebende bedanken sich für Spenden Trump umgibt sich mit Homo-Hassern
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt