Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.07.2016, 12:59h           6      Teilen:   |

Treffen mit Angehörigen

Hillary Clinton besuchte das "Pulse"

Artikelbild
Am Tatort legte Clinton Blumen nieder und sprach mit Mitgliedern von Polizei und Rettungskräften, die in der Nacht im Einsatz waren (Bild: Jennifer Epstein / Twitter)

Rund einen Monat nach dem Anschlag auf den LGBT-Club in Orlando hat die Politikerin Hinterbliebene der Opfer getroffen. Später stellte sie ihren "Running Mate" vor.

Von Norbert Blech

Die voraussichtliche Kandidatin der Demokraten für das Amt der US-Präsidentschaft, Hillary Clinton, hat am Freitag den Ort des "Pulse"-Attentats in Orlando im US-Bundesstaat Florida besucht. Ein mutmaßlich islamistisch motivierter Attentäter hatte dort in den frühen Morgenstunden des 12. Juni 49 Menschen erschossen und viele weitere verletzt.

Bei dem vorab nicht offiziell angekündigten Besuch legte die 68-Jährige Blumen vor dem "Pulse" nieder. Zuvor hatte sie sich ohne Beisein der Medien mit Familienmitgliedern und Freunden der Getöteten getroffen. Auch traf sich sich zu einem Roundtable mit lokalen Politikern und Community-Anführern, um über die Tat zu sprechen.

"Wir müssen anerkennen, auf wen diese Attacke gezielt hat: Auf die Latino-LGBT-Community", sagte Clinton dabei. "Das bedeutet unter anderem, dass es immer noch gefährlich ist, LGBT in Amerika zu sein. Ich denke, es ist ein bedauerlicher Fakt, aber einer, der gesagt werden muss, dass LGBT-Menschen eine höhere Wahrscheinlichkeit als Angehörige jeder anderen Gruppe haben, Opfer eines Hassverbrechens zu werden." Man müsse gegen Hass und Intoleranz ankämpfen, so Clinton, die Solidaritätsbekundungen zu Orlando hätten sie sehr beeindruckt.

In der Woche nach dem Anschlag hatten bereits US-Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden den Tatort besichtigt und Angehörige getroffen (queer.de berichtete).

Youtube | Clinton hörte bei dem Roundtable in Orlando vor allem zu
Fortsetzung nach Anzeige


Tim Kaine als "Running mate" vorgestellt

Tim Kaine soll Joe Biden als Vizepräsident beerben - Quelle: US Congress
Tim Kaine soll Joe Biden als Vizepräsident beerben (Bild: US Congress)

Clinton, die beim Parteitag der Demokraten in der nächsten Woche in Philadelphia offiziell für das Rennen um das Weiße Haus nominiert werden soll, war auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung in Tampa in Florida. Dort ging sie mehrfach kurz auf das Attentat ein und betonte, man müsse gegen Hass ankänmpfen, der die Seele infiziere, egal, gegen wen er sich richte. Amerika brauche mehr Liebe und Freundlichkeit sowie Respekt für die Unterschiede zwischen den Menschen, die die Vielfalt und damit die Stärke des Landes ausmachten.

Kurz danach stellte sie auf Twitter mit Tim Kaine ihren Kandidaten für die Vize-Präsidentschaft vor. Der 58-jährige Senator und frühere Gouverneur aus Virginia gilt als gemäßigter Politiker mit großer Erfahrung in Innen- und Außenpolitik. Bei LGBT-Rechten vollzog er wie so viele Demokraten einen langsamen Wandel: 2001 war er noch für ein Paket aus Rechten und Pflichten für schwule und lesbische Paare, aber noch nicht für Lebenspartnerschaften.

2004 kritisierte er gar die von einem Gericht angeordnete Ehe-Öffnung in Massachusetts; 2006 ließ er als Gouverneur eine Volksabstimmung über ein Ehe-Verbot für Homo-Paare in der regionalen Verfassung seines Bundesstaats zu, gegen das er zaghaft argumentierte, das aber in Kraft trat. 2014 wurde es in mehreren Instanzen von Gerichten aufgehoben, da es der US-Verfassung widerspreche.

2012 sprach er sich für eine "Gleichstellung von Beziehungen" aus, worunter er auf Rückfrage aber noch nicht die Ehe für alle verstand. Die unterstützte er erst zwei Wochen nach einem entsprechenden Sinneswandel seiner zukünftigen Chefin. Kaine sei ein "Rückschritt" in eine Zeit, als Demokraten LGBT-Rechte noch als "etwas riskant" ansahen und übervorsichtig agierten, kommentierte das Portal Queerty seine Nominierung. Junge Parteimitglieder seien viel weiter und offener und in ihrem Einsatz für LGBT-Rechte selbstverständlicher.

Immerhin habe sich Kaine, nach anfänglichem Zögern, für Adoptionsrechte für Homo-Paare ausgesprochen und ein Dekret erlassen, das Diskriminierung am Arbeitsplatz verbietet, so das Portal weiter. Im Senat stimmte er überwiegend für LGBT-Rechte. Der praktizierende Katholik, verheiratet und Vater dreier Kinder, tritt für Frauen-Rechte ein, darunter trotz persönlicher Vorbehalte für ihr Recht auf Abtreibung.

Trump will Community "beschützen"

Donald Trump meinte bei seiner Rede salopp, der Anschlag sei "no good" gewesen
Donald Trump meinte bei seiner Rede salopp, der Anschlag sei "no good" gewesen (Bild: Screenshot)

In dieser Woche hatte bereits der Parteitag der Republikaner in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio Donald Trump als Präsidentschaftskandidat nominiert. In einer Rede zum Abschluss meinte Trump, er werde alles tun, "um unsere LGBTQ-Bürger vor Gewalt und Unterdrückung durch eine hasserfüllte fremde ('foreign') Ideologie zu schützen".

Bereits kurz nach Orlando hatte Trump, der das "Pulse" bislang nicht besuchte, in Reden mehrfach betont, der "wahre Freund der Schwulen" zu sein, weil er sich gegen Einwanderung ausspreche (queer.de berichtete). Viele Kritiker, darunter LGBT-Parteianhänger, halten das für opportunistisch und zynisch: Die "Log Cabin Republicans" kritisierten etwa, das Wahlprogramm der Partei sei das homosexuellenfeindlichste seit ihrem Bestehen. Es sieht u.a. eine Rückabwicklung der Ehe für alle vor (Trump selbst will sich für konservative Höchstrichter einsetzen, die das ermöglichen) sowie eine Absage an Verbote für Homo-"Heilungen". Trumps Vize Mike Pence, der Gouverneur von Indiana, gilt als homophober Hardliner (queer.de berichtete).

Am Rande des Parteitags gab es dennoch eine Veranstaltung mit dem Titel "Gays for Trump", bei der unter anderem der umstrittene schwule Rechtsaußen-Publizist Milo Yiannopoulos und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders auftraten (queer.de berichtete). Beim Parteitag selbst warb der Unternehmer Peter Thiel, der in Frankfurt geboren wurde, um Stimmen für Trump. Der erste offen schwule Parteitagssprecher in 16 Jahren sprach sich in seiner Rede zugleich gegen "simulierte Kulturkämpfe" aus: Eine Debatte darüber, wer welche Toilette nutzen dürfe, lenke von wahren Problemen ab. (nb)

Youtube | Trumps Rede zu seinem Einsatz für LGBTQ in Cleveland
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 6 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 170             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: usa, pulse, orlando, hillary clinton, donald trump, tim kaine
Schwerpunkte:
 US-Präsidentschaftswahl 2016
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Hillary Clinton besuchte das "Pulse""


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.07.2016
14:27:31


(+3, 5 Votes)

Von Yannick


Dass Clinton einen Vize-Kandidaten hat, der noch bis vor kurzem ein Gegner der Gleichstellung war, wundert nicht. Denn das passt ja zu Clinton, bei der es ähnlich war.

Dennoch ist dieses Gespann natürlich um Welten besser als Trump und sein Homohasser-Vize.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.07.2016
15:30:47


(+2, 4 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #1 von Yannick


Da stimme ich zu.

Clinton und wohl auch ihr Gegenkandidat hecheln nur der geänderten Mehrheitsmeinung hinterher. Würde die Mehrheit anders denken, würden auch diese beiden ihre Meinung wieder sehr schnell ändern.

Dennoch sind sie natürlich leider angesichts der Alternative die einzig verbleibende Möglichkeit, die man noch vertreten kann.

Das zeigt wieder die Nachteile des Mehrheitswahlrechts und des Präsidialsystems und dass ein Verhältniswahlrecht viel besser geeignet ist.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
24.07.2016
00:00:41
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Shinkaishi
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Heiner


...leider beschert uns unser System mit Verhältniswahlrecht auch am Ende Frau Merkel, die sich, soweit ich mich erinnere, noch nicht einmal zu Trumps Äußerung, Homosexuelle beschützen zu wollen hat hinreißen lassen - und die SPD, die in Sachen Homosexualität einfach das macht, was ihr Koalitionspartner ihnen abringt und damit zeigt dass ihnen Homosexuelle am Ende recht egal sind...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
24.07.2016
13:49:50


(+4, 6 Votes)

Von markusbln11
Antwort zu Kommentar #2 von Heiner


Ich freue mich, dass Hillary Clinton das Pulse in Orlando besucht hat. Das ist ein wichtiges Zeichen für die LGBT-Community und somit für ein modernes und weltoffenes Amerika, in dem jede und jeder seinen Platz findet.

Das muss das Amerika der Zukunft sein. Und die Mehrheit der Amerikaner sieht es auch so. Diese fellow citizens müssen ihre Meinung eben auch in der Stimmkabine ausdrücken. Und das ist Hillarys Aufgabe, Menschen mitnehmen, Menschen motivieren. Menschen für ein mordernes Amerika begeistern. Das hat sie mit ihrem Besuch in Orlando getan. Weiter so.

Tja und zu Deutschland. Der Berliner CSD passiert wie alljährlich üblich die CDU-Bundeszentrale. Und dort: Keine Regenbogenflagge, kein Zeichen der Solidarität mit unserer Community. Tritstesse und Öde. Da sollte doch mehr möglich sein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
24.07.2016
19:26:06


(+1, 3 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von markusbln11


@markusbln11: " Tritstesse und Öde."

Eben - das 100%ige Spiegelbild einer empathielosen Kanzlerin mit obskurem Bauchgefühl...............

Ein Mensch mit Charakter würde sich schämen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
24.07.2016
22:58:12


(-1, 3 Votes)

Von Wikileaks


56% aller Befragten meinten neulich, dass Hillary Clinton wegen des Bruchs mehrere Gesetze in ihrer E-Mail-Affäre hätte angeklagt werden sollen.

Nun wieder E-Mails, die den Charakter der kapitalistischen Krisen-"Demokratie", dort wie hier ("Wahl" nur noch zwischen Rechts und Ultrarechts), unterstreichen:

"Die Emails legen nahe, dass es koordinierte Versuche gab, die Erfolgsaussichten des Parteilinken Bernie Sanders, der ebenfalls die Kandidatur anstrebte, zu unterminieren."

Link zu www.tagesspiegel.de

Link zu www.bostonherald.com


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Jetzt unterschreiben: Kein Schmusekurs mit Homo-Hassern in Bayern! Landtagsdebatte in Sachsen-Anhalt: Die AfD sagt der "Normabweichung" Homosexualität den Kampf an Volker Beck: Nicht vor Homophobie von Muslimen zurückweichen Gericht: Schwule Flüchtlinge aus Marokko haben Anrecht auf Asyl
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt