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  • 24.07.2016, 15:58h           19      Teilen:   |

Kriminalstatistik

Über 100 homophobe Hassverbrechen 2015 in Berlin angezeigt

Artikelbild
Homophobe Gewalt trifft auch Heteros: Ryan Langenegger wurde 2013 in Omaha verprügelt, weil er schwulen Freunden zu Hilfe eilte (Bild: Omaha PD)

Im vergangenen Jahr registrierte die Berliner Polizei deutlich mehr Delikte gegen Lesben und Schwule als 2014 – die Aufklärungsquote ging zurück.

Die Berliner Polizei hat in der vergangenen Woche ihre Kriminalstatistik für das vergangene Jahr veröffentlicht. Bei Hassverbrechen gegen Lesben und Schwule gab es demnach eine deutliche Zunahme.

Der Bericht "Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 2015" (PDF) listet insgesamt 105 Fälle im Unterbereich "sexuelle Orientierung" – 25 mehr als im Jahr zuvor. Von diesen Fällen waren 2015 38 Taten Gewaltdelilkte im Vergleich zu 26 Fällen in 2014.

Fortsetzung nach Anzeige


Deutliche Zunahme der Fälle seit 2006

In den vergangenen zehn Jahren hatte es nur 2010 und 2013 mehr angezeigte Hassdelikte gegen Homosexuelle in Berlin gegeben. Die obere Kurve der folgenden Statistik zeigt die Gesamtzahl der Fälle, die untere Kurve nur die Gewalttaten.



Allerdings räumt die Polizei selbst eine große Dunkelziffer ein: "Die Höhe der Fallzahlen im Unterthema 'sexuelle Orientierung' hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem tatsächlichen Fallaufkommen spielen vor allem die Anzeigenbereitschaft der Opfer bzw. Geschädigten sowie möglicher Zeugen eine wichtige Rolle." Das Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat im vergangenen Jahr 259 Fälle mit homo- oder transphobem Hintergrund in Berlin registriert (queer.de berichtete).

Die Aufklärungsquote der angezeigten Straftaten lag 2015 laut Kriminalbericht bei 42 Prozent und damit deutlich niedriger als 2014, wo noch 55 Prozent der Täter ermittelt werden konnten.

Die meisten Straftaten ereigneten sich in den Innenstadtbezirken Mitte, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg, wo LGBT in Berlin auch am sichtbarsten sind, leben und ausgehen. Außenbezirke waren dagegen kaum betroffen.



85 Prozent der Tatverdächtigen waren im vergangenen Jahr männlich, bei Gewaltverbrechen sogar 94 Prozent. Die Straftaten, bei denen körperliche Gewalt im Spiel war, richteten sich dabei überwiegend gegen Schwule bzw. Männer, die für schwul gehalten wurden: 40 männlichen Opfern stehen 2015 sieben Frauen gegenüber. (cw)

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Tags: homophobe gewalt, berlin, kriminalstatistik
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Reaktionen zu "Über 100 homophobe Hassverbrechen 2015 in Berlin angezeigt"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
24.07.2016
16:26:26
Via Handy


(+5, 9 Votes)

Von mIke


Natürlich ist das schlimm, und es muss auch dringend etwas dagegen getan werden ! Aber bitte, es muss eins beachtet werden ! 2006 waren sehr viele Schwule und Lesben nicht geoutet als in 2015. In dieser Zeit haben sich erst viel mehr Menschen geoutet. Und da sich mehr Menschen sich offen zeigen steigt dementsprechend die Statistik.. Traurig aber wahr !


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#2
24.07.2016
16:53:00
Via Handy


(+6, 10 Votes)

Von Nick


Vielleich wäre es mal an der zeit gegen die zunehmende Anzahl der "besorgten Nazis, ähm Bürger" vorzugehen?

Einem Freund ist es passiert das er in Marzahn von richtigen deutschen herrenmenschen niedergeschlagen wurde; begründung: regenbogensticker am auto.


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#3
24.07.2016
16:56:08


(-3, 7 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Woher kommt der rasante Anstieg der Hassverbrechen gegen Schwule in Berlin? Was sind die Gründe? Sind die Berliner jetzt weniger liberal als früher?


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#4
24.07.2016
17:25:04
Via Handy


(+1, 5 Votes)

Von JUPP


Gut ist, dass in Berlin die Polizei die Zahlen offen legt !
Statistiken sind aber bekanntlich so eine Sache ... Analysen ebenso.

Allerdings:
Mir leuchtet die Analyse von Mike ein. Danke für die nüchternen und besonnenen Worte.

Aber viel wichtiger scheinen mir weitere Fragen:
Gibt es einen Dialog zwischen Polizei und MANEO als queere Selbsthilfeeinrichtung mit viel Erfahrung ?
Gibt es Ideen wie man die Zahlen ändern kann ?

Welche SchutzMaßnahmen will die Polizei ergreifen? Einen Polizei- und Überwachungsstaat will natürlich keiner. Aber ich möchte dass die Polizei ihre Schutzfunktion für uns wahrnimmt !

Oder war das liberale, queerfreundliche Klima in Berlin nur der Ausstrahlung und "Autorität" eines Klaus Wowereit zu verdanken? Ich hoffe nicht !!! Zumindest hat Michael Müller beim CSD eine bemerkenswerte Präsenz gezeigt, die wir seitens der Politik brauchen.

Es wäre schön, wenn die Verantwortlichen Antworten geben könnten. Das Thema ist einfach zu wichtig. Gottseidank gibt es so etwas wie MANEO.
MANEO sollte sich notfalls Gehör verschaffen !


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#5
24.07.2016
19:29:37


(+3, 3 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Der Hass wird leider mehr auf Minderheiten .
Da sollte mal die Gesellschaft was tun !


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#6
24.07.2016
20:20:13


(+8, 8 Votes)

Von Sebi


Jetzt kann man ja mal hochrechnen, wieviel das deutschlandweit sein muss...

Und immer noch weigert sich unsere schwarz-rote Bundesregierung, das Problem überhaupt mal statistisch zu erfassen.

In Deutschland gibt es für jeden Fliegenschiss eine Statistik, aber Anträge von Grünen und Linkspartei, homophobe Hassverbrechen statistisch zu erfassen, damit man überhaupt mal die Größe des Problems kennt, werden von Union und SPD regelmäßig abgelehnt. Wahrscheinlich wollen die ganz bewusst verhindern, dass das wahre Ausmaß bekannt wird.

Gut, dass wenigstens die Berliner Polizei und das Berliner Überfalltelefon Maneo ihre privaten Statistiken machen. Das kann zwar nur einen winzig kleinen Ausschnitt zeigen, aber wenn Union und SPD schon alles andere blockieren, erlaubt das wenigstens eine kleine Einschätzung.


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#7
24.07.2016
20:31:33


(+11, 11 Votes)

Von Sebi
Antwort zu Kommentar #1 von mIke


Das würde ich gar nicht mal sagen:
ich habe vor 10 oder 15 Jahren mehr schwule Paare händchenhaltend, küssend, etc. in der Öffentlichkeit gesehen als heute. Ich glaube, dass (leider) mittlerweile viele wieder eher zurückhaltender sind, eben weil die Gewaltbereitschaft der Fanatiker (die es immer schon gab) gestiegen ist.

Auch ich bin noch vor 10 Jahren bedenkenlos mit meinem Freund überall händchenhaltend langgegangen. Das machen wir immer noch, aber heute gibt es Stellen, wo wir sehr genau überlegen, ob wir das machen oder nicht.

Ist zwar traurig, dass es soweit gekommen ist und wenn nicht sehr bald was geschieht, wird das noch viel schlimmer kommen, aber für einen Wechsel brauchen wir offenbar auch einen Politikwechsel. Und solange immer noch auch genug LGBTI Parteien wählen, die trotz Optionen links der Union lieber die Union an der Macht halten, wird es den Wandel wohl nicht geben und das Problem immer größer werden.

Vielleicht sind viele von uns auch weniger politisch geworden:
Wenn ich sogar von LGBTI höre "Naja, vielleicht müssen wir ja echt nicht gerade händchenhaltend vor einer Grundschule laufen" könnte ich kotzen. Das ist die Argumentation von AfD & Co und manche meinen wohl, dass die uns in Ruhe lassen, wenn wir uns denen anbiedern. Das Gegenteil ist der Fall: je mehr Forderungen wir nachgeben, desto mehr Forderungen stellen die auch. Das hat kein Ende.

Und wieso sollten wir nicht händchenhaltend vor einer Grundschule laufen? Kinder sehen doch auch verschiedengeschlechtliche Paare, wieso dann nicht auch schwule und lesbische Paare. Wir haben ja da keinen Sex...


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#8
24.07.2016
21:41:11
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Alex
Antwort zu Kommentar #1 von mIke


Ob heute wirklich unsere Sichtbarkeit größer ist als vor 15 - 20 Jahren, halte ich ( ähnlich wie Sebi) keineswegs für sicher. Aber selbst wenn, ist sie nicht so sprunghaft gestiegen wie die Gewalt und das Mobbing. Das ist auf jeden Fall überproportional gestiegen.

Und man erkennt auch, dass viele, die uns früher auch schon gehasst, das aber für sich behalten haben, das heute offener zeigen und enthemmter sind.

Und ganz abgesehen davon, dass das Problem nicht nur absolut, sondern auch relativ gestiegen ist:
dass sich mehr GLBTI offen zeigen, ist ja eigentlich gut. Es darf nicht sein, dass wir uns jetzt einschüchtern lassen und unsere Freiheit freiwillig aufgeben und uns wieder wie in düstersten Zeiten in eine selbstgewählte Isolation zurückziehen oder uns in einem Schneckenhaus verstecken. Denn durch Unsichtbarkeit wird man nicht schneller akzeptiert und erst recht nicht gleichgestellt.

Eigentlich muss bei mehr Sichtbarkeit sogar die Gewalt zurückgehen. Weil es alltäglicher und selbstverständlicher wird. Dass das Gegenteil der Fall ist, haben wir nur Politik und Kirchen zu verdanken, die aus machtpolitischen Gründen und weil immer mehr andere Feindbilder wegfallen, uns zum Sündenbock machen, weil das Volk leichter zu lenken ist, wenn man ihm einen gemeinsamen Feind präsentiert.


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#9
24.07.2016
22:49:35


(+1, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


""Woher kommt der rasante Anstieg der Hassverbrechen gegen Schwule in Berlin?""..

Was hat Dich daran gehindert den Artikel zu lesen ?

Ob wir es mit einem ""rasanten Anstieg"" der Hassverbrechen zu tun haben, oder mit einem verändertem Anzeige-Verhalten der Opfer, kann man Aufgrund der großen Dunkelziffer gar nicht erkennen !

""Allerdings räumt die Polizei selbst eine große Dunkelziffer ein:
"Die Höhe der Fallzahlen im Unterthema 'sexuelle Orientierung' hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Neben dem tatsächlichen Fallaufkommen spielen vor allem die Anzeigenbereitschaft der Opfer bzw. Geschädigten sowie möglicher Zeugen eine wichtige Rolle."""..

Ein Anstieg ist zu verzeichnen.. Punkt..

Ob wir es aber mit vermehrten Taten zu tun haben, oder nur mit vermehrten Anzeigen, weiß derzeit KEINER !
Auch Du nicht !


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#10
25.07.2016
00:13:18
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Berliner
Aus Berlin
Mitglied seit 16.11.2015


Wo liegt denn nochmal "Friedrichshain-Schöneberg"?

Es ist leider keine schöne Statistik. Nicht unbedingt wegen der gestiegen Zahlen der Vorfälle (da stimme ich TheDad zu, dass wir die Gründe nicht kennen), aber wegen der Zahl der unaufgeklärten Taten.


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Anm. d. Red.: Bezirk ist jetzt korrigiert...

 
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