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Das 21-jährige Opfer soll in der S-Bahn attackiert worden sein (Bild: flickr / Christian Schirner / by 2.0)

Zwei mutmaßliche Homo-Hasser haben einen 23-Jährigen in einer S-Bahn angegriffen. Damit wurde ein weiterer Übergriff rund um den Pride bekannt.

Die Berliner Polizei hat am Montag bekannt gegeben, dass ein 23-Jähriger zwei Tage zuvor auf dem Heimweg vom CSD in einer S-Bahn im Ortsteil Mitte offenbar wegen "seines Erscheinungsbildes" attackiert worden sei. Es ist bereits der zweite bekannt gewordene Übergriff im Rahmen des CSD: Am Sonntag hatte die Polizei über einen homophoben Übergriff auf einen 21-Jährigen und seinen ein Jahr jüngeren Begleiter berichtet, der sich im Wedding ereignete (queer.de berichtete).

In dem neuen Fall waren die Beamten am Samstag in das Krankenhaus Mitte gerufen worden, da dort der 23-Jährige mit Gesichtsverletzungen eingeliefert worden war. Bei ersten Befragungen gab der Mann vage an, dass ihm jemand am Alexanderplatz ins Gesicht geschlagen habe. Weitere Angaben konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht machen. Am Sonntagmittag erschien der Verletzte dann beim Polizeiabschnitt 16 und zeigte an, dass er in Mitte von zwei Männern geschlagen worden sei. Der Vorfall soll sich seinen Angaben zu Folge am Samstag zwischen 17 und 18 Uhr in der S-Bahn der Linie S 75 in Höhe der Station Hackescher Markt ereignet haben, der unweit vom Alexanderplatz liegt.

Der Betroffene gab weiter an, dass er sich auf dem Heimweg vom CSD befand, als er von den Tätern angepöbelt worden sei, "vermutlich auf Grund seines Erscheinungsbildes". Ihm sei dann unvermittelt ins Gesicht geschlagen worden. Anschließend wurde er von alarmierten Rettungskräften mit einer Nasenbeinfraktur und einer deutlichen Schwellung des linken Auges in ein Hospital gebracht.

Staatsschutz ermittelt

Auf Grund der geschilderten Tatumstände besteht ein Verdacht auf Hasskriminalität, so dass der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen hat.

Die Hauptstadt-Polizei hatte vergangene Woche in der Kriminalstatistik für das letzte Jahr gemeldet, dass insgesamt 105 Fälle im Unterbereich "sexuelle Orientierung" registriert worden seien – 25 mehr als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote sei auf 42 Prozent gesunken (queer.de berichtete).

Beim 38. Berliner CSD waren am Samstag mehrere hunderttausend Menschen friedlich durch die Stadt zum Brandenburger Tor gezogen, wo das Abschlussfestival stattfand. (pm/cw)



#1 AlexAnonym
#2 EKhaAnonym
  • 25.07.2016, 15:07h

  • Man merkt wie es mit Deutschland bergab geht!

    Das wird mit Deutschland kein gutes Ende nehmen
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#3 HannibalEhemaliges Profil
  • 25.07.2016, 17:51h
  • "Die Aufklärungsquote sei auf 42 Prozent gesunken"

    Na, woher DAS wohl kommt? Die Polizei kommt momentan ja gar nicht mehr hinterher mit den Ermittlungen gegen Ayse Ms Gäste.
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#4 Einfache AntwortAnonym
#5 HeinerAnonym
  • 25.07.2016, 21:45h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Ganz einfach:
    Angela Merkel und die Union müssen weg aus der Regierung!

    Und da die SPD ja selbst bei Mehrheiten links der Union, lieber Bauchgefühl-Angela und ihre schrille Gurkentruppe an der Macht hält, muss auch die SPD weg. Zumal schon mehrere Ministerpräsidenten ausgeplappert haben, dass die SPD auch nach der nächsten Bundestagswahl wieder eine große Koalition anstrebt.
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#6 Crikkie
  • 26.07.2016, 10:09h
  • "Die Hauptstadt-Polizei hatte vergangene Woche in der Kriminalstatistik für das letzte Jahr gemeldet, dass insgesamt 105 Fälle im Unterbereich "sexuelle Orientierung" registriert worden seien 25 mehr als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote sei auf 42 Prozent gesunken."

    Zwei Jahre miteinander zu vergleichen bedeutet nicht, einen dauerhaften Trend aufzudecken.
    In Berlin schwankte die Zahl der angezeigten Fälle allein in den letzten 11 Jahren zwischen 15 (2005) und 132 (2013), mit Aufklärungsquoten zwischen 20% (2005) und 55% (2014).
    Der Gesamtdurchschnitt für diesen Zeitraum liegt bei 80,45 angezeigte Fälle pro Jahr und einer Aufklärungsquote von 40,27%.
    Quellen für diese Rechnung sind übrigens die MANEO-Reporte des Zeitraums.

    Zu bedenken ist außerdem, dass es sich bei diesen Werten nur um die angezeigten Fälle handelt -ein viel zu großer Teil von Straftaten aufgrund der sexuellen Orientierung wird leider immernoch nicht durch die Betroffenen angezeigt. Was man allerdings aus dieser Statistik folgern könnte, wäre, dass sich seit 2005 mehr Opfer homophober Gewalt trauen, eine solche Straftat auch anzuzeigen.
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#7 MatainaAnonym
  • 26.07.2016, 22:58h
  • Ich hab am CSD-Samstag Nachmittags mein Travestie-Programm auf der BERLIN QUEER DAYS-Bühne am Potsdamer Platz gemacht, als ein Typ aus der Menge anfing zu pöbeln und zu schreien. Erst verstand ich nicht genau, was er wollte. Abgesehen davon, dass er mich störte, hatte ich aber auch ein echt ungutes Gefühl und schaute mich nach der Security um, von der in diesem Moment natürlich nichts zu sehen war. Als ich von der Bühne auf die Tanzfläche trat kam der Typ dann auf mich zu und erst jetzt verstand ich, was er wollte. Er schrie (mit einem nicht genau einzuordnenden ausländischen Akzent): Was macht ihr hier Show? Was feiert ihr hier? Gestern sind in München 9 Menschen getötet worden. Schämt euch! Dabei kam er mir immer näher und ich rief durchs Mikro laut nach der Security, die aber immer noch nicht zu sehen war. Weil ich nach den Ereignissen der letzten Woche echt Schiss hatte, dass ich gleich eine Axt im Schädel hätte, versuchte ich den Typen zu beruhigen und meinte: Natürlich sei es schlimm, was in München passiert sei, aber in Afrika sterben jeden Tag hunderte Menschen durch Hunger, in Syrien und anderen Krisengebieten dutzende durch Terrorattacken und wir leben unser Leben trotzdem weiter. Was den Typen allerdings nicht zu beeindrucken schien. In dem Moment kam zum Glück die Security und führte den Mann weg. Später wurde mir berichtet, dass er die beiden Sicherheitsleute noch mit einem Messer angegriffen habe und dann in Polizeigewahrsam genommen worden ist.
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