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  • 30.07.2016, 07:07h               Teilen:   |

Interview mit TUI-Eventchef Lutz Deyhle

Rainbow Cruise: Darkrooms und Prosecco

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Die "Rainbow Cruise" feiert kommendes Jahr Premiere (Bild: TUI Cruises)

Vom 29. April bis 7. Mai 2017 sticht "Mein Schiff 2" zur ersten "Rainbow Cruise" in See und schippert durch das Mittelmeer. Der TUI-Eventchef Lutz Deyhle erklärt im queer.de-Interview, warum der Touristikkonzern im kommenden Jahr seine erste LGBT-Kreuzfahrt anbietet.

Von Dennis Klein

queer.de: Kommendes Jahr steigt Ihre erste LGBT-Cruise. Wie kam es dazu?

Lutz Deyhle: Wir bei TUI Cruises machen schon seit 2010 Themenkreuzfahrten für alle möglichen Zielgruppen. Ursprünglich wollten wir damals etwas für die schwule Community veranstalten, denn wir hatten schon immer sehr viele Schwule an Bord. Von ihnen wurden wir oft auf das Thema angesprochen, da es seit vielen Jahren ja schon sehr viele "Gay Cruises" im US-amerikanischen Markt gibt. Wir haben dann Partner gesucht und es hat dann firmenintern ein paar Jahre gedauert, bis wir dachten: Jetzt ist unser Produkt soweit ausgereift, dass wir etwas anbieten können, was der Zielgruppe gefällt. Wir haben Marktforschung betrieben, zum Beispiel mit Kreativen oder Theatermachern gesprochen. Das war ein längerer Prozess. Wir wollten halt nicht nur eine Regenbogenfahne hissen, sondern auch etwas bieten. Es sollte den Wünschen der LGBT-Zielgruppe entsprechen.

Sie sprechen insbesondere von der schwulen Community. Richtet sich Ihr Angebot jetzt besonders an Schwule?

Die Grundidee war eine "Gay Cruise", aber je länger wir uns damit beschäftigt haben, sind wir schnell zu der Erkenntnis gelangt: Nur für Schwule gibt es sehr viel, aber nicht für die komplette Community. Viele aus der Community haben uns gesagt, dass sie nicht nur unter sich sein wollen – also nur Schwule, nur Lesben – sondern zum Beispiel auch gerne ihre Hetero-Freunde mitnehmen wollen. Wir wollten niemanden ausschließen. Deswegen ist das keine "Gay only"-Cruise, denn es gibt ja viele Heteros, denen das Umfeld gefällt, beispielsweise weil sie die Künstler oder die Partys mögen. Diese Leute wollten wir nicht ausschließen.

Sie werben aber mit zielgruppenspezifischen Angeboten. Heißt das zum Beispiel, dass es Darkrooms geben wird?

(lacht) Das ist die erste Frage, die wir per Mail erhalten haben, als wir die Reise öffentlich kommuniziert haben. Dann haben wir gesagt: Wenn es gewünscht ist und unsere Gäste das wollen, dann gibt es das. Der Gast ist bei uns König. Wir wollen das Angebot richtig auf die Zielgruppe zuschneiden. Das war für uns auch ein Lernprozess.

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Ist es für Sie anders, eine LGBT-Kreuzfahrt vorzubereiten, als etwa Ihre Schlager- oder Heavy-Metal-Kreuzfahrten?

Die Kernfrage ist immer: Was wünscht sich diese Zielgruppe? Da gibt es schon ganz banale Unterschiede, zum Beispiel, welche Getränke gut laufen. Bei einer Metal-Kreuzfahrt haben wir zum Beispiel die sechs- bis achtfache Menge Bier an Bord, damit die Gäste glücklich sind. Bei einer LGBT-Kreuzfahrt brauchen wir wohl nicht diese Biermengen, sondern – überspitzt gesagt – mehr Prosecco und Schampus. Das hört sich zwar nach einem Klischee an, aber ein bisschen Wahres ist ja auch dran. Wir gucken ganz genau auf die Erfahrungen von anderen Veranstaltungen, zum Beispiel Pink Lake.

Es haben sich Stars wie Tim Fischer oder Conchita Wurst angemeldet. Sind diese dann die ganze Zeit dabei?

Teilweise. Manche machen die komplette Reise mit, manche haben einen engeren Zeitplan und fahren Teilstrecken mit. Ich glaube, Conchita ist nur vier oder fünf Tage dabei, Tim Fischer aber die ganze Reise.

Welche weiteren Künstler haben sich angekündigt?

Gerade haben wir Kay Ray gebucht, auch Sven Ratzke ist mit seinem David-Bowie-Programm dabei, für die Frauen kommt Sandra Maravolo. In den nächsten Monaten werden wir weitere Teilnehmer bekannt geben.

Sind denn noch viele Tickets da?

Wir sind gerade halb voll – damit sind wir zum jetzigen Zeitpunkt sehr zufrieden. Noch gibt es Kabinen in nahezu allen Kategorien, manche sind aber schon ausgebucht. Wir wissen aus Erfahrung, dass bei solchen Reisen Ende des Sommers der große Run losgeht. Wir empfehlen, nicht mehr allzu lange zu warten, oder die Auswahl der Kabinen ist eingeschränkt.

Wie sieht denn die Geschlechterverteilung aus?

Wir gehen davon aus, dass wir am Ende bei 70 bis 75 Prozent schwulem Publikum liegen werden. Der Rest sind Frauen und Hetero-Begleitung.

Lutz Deyhle trägt bei TUI Cruises den Titel "Head of Events"
Lutz Deyhle trägt bei TUI Cruises den Titel "Head of Events"

Wenn jemand noch Kreuzfahrt-Jungfrau ist: Wie würden Sie ihm die Kreuzfahrt schmackhaft machen?

Grundsätzlich gibt es ja das Vorurteil: Das ist ja nur was für alte Leute. Ich nenn' das Vorurteil SALZ, also abgekürzt steif, alt, langweilig, zu teuer. Das ist weit verbreitet. Viele haben die Bilder vom alten ZDF-"Traumschiff" im Kopf. Das war früher in der Tat so, aber heute nicht mehr. Ich würde unser Angebot so beschreiben: Bei uns am Bord bekommt man den Komfort eines zeitgemäßen Vier- oder Fünfsternehotels. Dazu gibt es zehn Bars an Bord sowie acht Bistros und Restaurants. Außerdem ein großes Showtheater, ein tolles Pooldeck und einen wunderschönen Spa-Bereich. Gerade bei der Rainbow-Cruise ist ein großartiges Künstler- und DJ-Programm dabei. Also viel Unterhaltung plus Workshops, Vorträge für die einzelnen Zielgruppen. Etwa eine Bar für die Mädels oder Gay-only-Areas. Große Teile des Schiffes sind für alle da. Zusätzlich hab ich den Vorteil, den mir jede Kreuzfahrt bietet. Ich packe meinen Koffer nur einmal aus und hab alles um mich herum. Ich komm am nächsten Morgen im Hafen an und mein Hotel kommt immer mit. Ich nehme dann noch die Highlights des westlichen Mittelmeers mit. Hochklassiger Urlaub, Rundreise, tolle Unterhaltung und die Leute, die ich hoffentlich gerne um mich haben möchte.

Was ist besonders an TUI Cruises?

Es gibt eine Sache, die es nur bei uns gibt: Premium-Alles-inklusive. Das heißt, neben dem Showprogramm oder den Mahlzeiten sind auch noch nahezu alle Getränke an allen Bars schon enthalten. Das ist nicht ein "All Inclusive", wie man es vielleicht aus dem Clubhotel in der Türkei oder der Dominikanischen Republik kennt. Viele Markengetränke, auch alkoholische, sind inbegriffen. Es sind aktuell 144 verschiedene Getränke. Kaffee, Sekt, Cocktails, Longdrinks, Schaumweine unbegrenzt. Aufpreise gibt es nur für Dinge wie Champagner, ganz teure Weine oder etwa 20 Jahre alten Cognac oder Whiskey. Das ist bei partylastigen Reisen eine schöne Sache, wenn man sich keine Gedanken machen muss, ob man noch einen Wein oder ein Bier trinken sollte. Ich bestell's mir einfach und fertig. Man muss sich keine Gedanken darüber machen, dass man am Ende der Reise noch eine Riesengetränkerechnung hat. Wenn man will, kann man ohne einen Euro extra auszugeben von Bord gehen. Muss man aber nicht. (lacht)

Soll die Rainbow Cruise jetzt eine jährliche Dauereinrichtung werden?

Im Idealfall schon! Das ist unser erster Versuch und wir werden genau gucken, wie das läuft und Anregungen aufnehmen. Aber die Rainbow-Cruise soll in Serie gehen. Ich hoffe, dass wir 2018 erneut in See stechen.

Sind dann andere Ziele geplant?

Ja, natürlich. Man will ja nicht immer dasselbe machen. Wir denken über das östliche Mittelmeer nach, mit griechischen Inseln. Es wird aber auf jeden Fall eine neue Route geben.

Links zum Thema:
» Mehr Infos zur "Rainbow Cruise"
Mehr zum Thema:
» TUI Cruises veranstaltet die erste Gay-Kreuzfahrt (10.12.15)
» Conchita Wurst an Bord der Rainbow Cruise (04.05.16)
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Tags: tui cruises, kreuzfahrt, mein schiff, gay cruise, rainbow cruise, lutz deyhle
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