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  • 31.07.2016, 07:12h           2      Teilen:   |

Psychodrama "Steel"

Der traumatisierte Traummann

Artikelbild
TV-Moderator Daniel schleppt die heißesten Männer ab – bis er vor laufenden Kameras zusammenbricht (Bild: Edition Salzgeber)

Neu auf DVD: Ein erfolgreicher TV-Moderator kämpft in Sven J. Mattens schwulem B-Movie "Steel" mit den Schatten der Vergangenheit.

Von Carsten Moll

Daniels Leben scheint ein wahrgewordener Traum zu sein: Beruflich feiert der charismatische Moderator mit seiner eigenen Sendung einen Quotenerfolg nach dem anderen, privat vergnügt er sich mit den attraktivsten Männern. Doch hinter der glänzenden Fassade aus Selbstsicherheit und Leichtigkeit lauert ein schwerwiegendes Trauma. Alpträume sowie Panikattacken plagen Daniel und machen ein normales Leben schließlich unmöglich.

Während eines Live-Interviews bricht der TV-Star vor laufenden Kameras zusammen und zieht sich daraufhin vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück. Erst als Daniel auf den jungen Alexander, einen großen Fan seiner Show, trifft, fasst der angeschlagene Moderator neuen Lebensmut – und findet sogar die Kraft sich seiner düsteren Vergangenheit zu stellen.

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Glatte Haut auf weißen Laken

Die Edition Salzgeber hat "Steel" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlcht
Die Edition Salzgeber hat "Steel" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlcht

Das kanadische Drama "Steel" unter der Regie des deutschen Filmemachers Sven J. Matten bietet auf den ersten Blick kaum mehr als das typische schwule B-Movie: Ein geradliniger, nicht allzu komplexer Plot gibt den Figuren immer wieder Anlässe, um etwas nackte, stets glattrasierte Haut zu zeigen. Da wird sich zwar ausgiebig zwischen weißen Laken geräkelt und auffällig oft geduscht, "Steel" bleibt aber bis auf wenige Ausnahmen trotzdem ein zahmer Film, der meist oberhalb des Bauchnabels verharrt.

So ist Mattens gemeinsam mit der Drehbuchautorin Melissa Kajpust konzipiertes Werk über weite Strecken weder eine besonders aufregende noch eine ärgerliche Angelegenheit. Interessant und mitunter ganz schön irritierend wirkt "Steel" jedoch spätestens dann, wenn die Ambitionen der Macher spürbar werden, sich vom Gros ähnlich gelagerter B-Filme abzuheben.

Neben dem bemühten Hauptdarsteller Chad Connell, lassen vor allem der Soundtrack sowie eine Storywendung den künstlerischen Ehrgeiz von Matten und seinem Team deutlich werden. Doch allen Anstrengungen zum Trotz fällt es schwer, "Steel" so ernst zu nehmen, wie der Film dies selber tut – die Ambitionen sind übergroß und finden im engen Korsett des stereotypen Genrefilms keinen passenden Resonanzraum.

"Steel" wird unfreiwillig zum Camp-Film

Allerdings entspringt gerade aus dieser Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung der nicht zu unterschätzende Unterhaltungswert der Produktion. Eine ganze Reihe von in ihrer emphatischen Aufrichtigkeit komischen Momenten lässt "Steel" unfreiwillig zum Camp-Film werden.

Während einer an sich wenig bemerkenswerten Sexszene geraten etwa die Streicher auf der Tonspur völlig außer sich und spielen auf, als führe Marie Antoinette höchstpersönlich mit der Pferdekutsche in Versailles ein. Dabei ist die Filmmusik von Vincent Ho keineswegs schlecht – sie scheint bloß für einen vollkommen anderen Film komponiert worden zu sein.

Solche Unstimmigkeiten durchziehen das gesamte Drama, das beim Versuch, die Psyche des Protagonisten zu ergründen, immer wieder zu haarsträubenden Mitteln greift. Wer darüber hinwegsehen kann, dass "Steel" sich im Ton vergreift, recht plump von Seelenqualen erzählt und mit einem deplatzierten Plot-Twist aufwartet, kann hier zwar keinen guten, aber zumindest einen amüsanten Film entdecken.

Spätestens wenn der halbnackte Held zur Illustration seines Kindheitstraumas mit einem Kuscheltier sowie einem großen Kanister Milch im Bett liegt, fällt es schwer, sein Herz nicht doch ein wenig für diesen Unsinn zu öffnen.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
  Infos zur DVD
Steel. Drama. Kanada 2015. Regie: Sven J. Matten. Darsteller: Chad Connell, David Cameron, Mimi Kuzyk, Tamara Gorski. Laufzeit: 108 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. Edition Salzgeber
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Steel

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Service: | pdf | mailen
Tags: steel, psychodrama, ediion salzgeber, sven j. matten
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Reaktionen zu "Der traumatisierte Traummann"


 2 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
31.07.2016
19:50:30


(0, 2 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich habe den Film schon vor einiger Zeit gesehen.ICH muss nicht DAS und DAS darin sehen.
Gesehen und als gefallen befunden!Thats it!
B-Movie?Ich hab hier schon öfters über Filme gelesen die als ach so toll gesehen wurden,aber in meiner persöhnlichen Empfindung als Schmarren rüberkamen.Drum betrachte ich Kritiken hier als subjektive Meinung!
Selbst anschaun ud eigene Meinung bilden...egal in welche Richtung!


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#2
01.08.2016
19:56:59


(+2, 2 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


Schöne Bilder, ja.

Die Handlung läßt sich in drei Sätzen zusammenfassen und die "dramaturgische" Umsetzung ist mit "zuweilen recht konfus" wohlwollend bewertet...

Kann mensch anschauen, hat aber nicht allzuviel verpasst wenn nicht.

--- SPOILER ---------------------------

... da 70% der Handlung in der kranken Wahnvorstellung des Protagonisten statfindet und es sich bei seinem Lover tatsächlich nur um eine shizoide Abspaltung seiner Persönlichkeit handelt, auf Grund eines Kindheitstraumas.

Wie er sich dessen trotz zu einem Karrieremensch entwickeln konnte und was genau seine Psychose getriggert haben soll bleibt mir ein Rätsel.


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