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  • 03.08.2016, 12:44h           17      Teilen:   |

Katholische Kirche

Erzbischof beklagt: Grindr im Priesterseminar zu populär

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Auch Priesteranwärter haben Smartphones…

Der Dubliner Erzbischof will seine Nachwuchsgeistlichen nicht mehr in die größte Priester-Schule Irlands schicken, weil die Jungs offenbar zu sehr über die Stränge geschlagen haben.

Diarmuid Martin, der katholische Erzbischof der irischen Hauptstadt Dublin, hat am Dienstag einen Boykott des Priesterseminars im 25 Kilometer entfernten Maynooth angekündigt. In anonymen Briefen sei ihm von "Sexskandalen" am "St. Patrick's College" berichtet worden, sagte Martin in einer Nachrichtensendung des Senders "RTÉ Radio One".

Insbesondere die Popularität der schwulen Dating-App Grindr ist dem 81-Jährigen ein Dorn im Auge: "Es gibt verschiedene Vorwürfe: Einer ist, dass es eine homosexuelle, schwule Kultur gibt, dass Studenten eine App namens Grindr benutzen, eine schwule Dating-App, was unangemessen für Seminaristen ist."

Die Studenten sollten darauf vorbereitet werden, zölibatäre Priester zu werden – die App hingegen habe laut Martin ein anderes Ziel: "Sie fördert promiske Sexualität, die mit Sicherheit nicht die reife Vision von Sexualität ist, die man von einem Priester erwartet". Aus diesem Grund sei das Seminar "nicht der gesündeste Ort" für die Studenten. Weiter sagte der Bischof, dass Whistleblower, die ein angebliches schwules Netzwerk unter den Seminaristen aufdecken wollten, aus dem Seminar geschmissen worden seien.

Das sei der Hauptgrund, warum er die Studenten aus seiner Erzdiözese in eine katholische Bildungseinrichtung nach Rom schicken wolle, so Martin. Der Bischof, der als wichtigster Geistlicher in Irland auch den Titel "Primas" trägt, erklärte aber auch, dass er nicht von anderen Bischöfen verlangen werde, ihre Studenten aus dem College abzuziehen.

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Auch Berichte von sexueller Belästigung

Erzbischof Diarmuid Martin will nicht, dass sich sein Nachwuchs mit schwulen Dating-Apps vergnügt - Quelle: flickr / kalikid32goblue / cc by 2.0
Erzbischof Diarmuid Martin will nicht, dass sich sein Nachwuchs mit schwulen Dating-Apps vergnügt (Bild: flickr / kalikid32goblue / cc by 2.0)

Irische Medien berichten zugleich von angeblichen sexuellen Übergriffen in dem Seminarhaus: So soll laut "Irish Independent" erst vor wenigen Tagen ein Seminarist zur Polizei gegangen sein, weil er zwischen 2007 und 2009 sexueller Belästigung durch einen Priester ausgesetzt gewesen sei. Der im College angestellte Geistliche soll ihn mehrfach unsittlich berührt und mit ihm aufdringlich über Sex gesprochen haben. "Ich bin nicht homophob, aber der Priester hat seine Machtposition und seinen Einfluss missbraucht", so das namentlich nicht genannte mutmaßliche Opfer.

Das College selbst kann sich die Aufregung nicht erklären. Gegenüber der Zeitung "The Irish Times" erklärte ein Sprecher der Einrichtung, dass es "keine konkreten oder glaubhaften Beweise für die Existenz einer mutmaßlichen 'aktiven schwule Subkultur'" gebe. Jeder Student, der in "derartigen Verhaltensweisen" involviert sei, werde der Schule verwiesen.

In den letzten Jahren wurden immer wieder gleichgeschlechtliche Aktivitäten und Missbrauchsfälle in katholischen Priesterseminaren, in denen nur Männer studieren dürfen, publik. So gab es 2004 entsprechende Berichte über die Priesterschule im niederösterreichischen St. Pölten (queer.de berichtete). Das Seminar wurde schließlich aus diesem Grund geschlossen.

Der ehemalige Seminarist Daniel Bühling erklärte 2013 in einem queer.de-Interview, dass "ausgelebte Homosexualität für einen Großteil der Priesterkandidaten etwas Alltägliches" gewesen sei (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: katholische kirche, irland
Schwerpunkte:
 Römisch-katholische Kirche
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Reaktionen zu "Erzbischof beklagt: Grindr im Priesterseminar zu populär"


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
03.08.2016
12:59:06


(+9, 11 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Wohin soll das noch führen?
Schlimm!
Demnächst Leihmütter im Kloster?
Wir werden es erleben!


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#2
03.08.2016
13:36:35


(+7, 13 Votes)

Von Komischer Vogel


"Sie fördert promiske Sexualität, die mit Sicherheit nicht die reife Vision von Sexualität ist, die man von einem Priester erwartet"

ja Grindr hat ne für Prister vollkommen unagemessene Altersbeschränkung...


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#3
03.08.2016
14:25:42
Via Handy


(+5, 11 Votes)

Von Alex


Wer am lautesten quietscht will geölt werden.


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#4
03.08.2016
14:43:40


(+6, 12 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Der Alte ist ja nur neidisch, weil's zu seiner Zeit grindr noch nicht gab und er deswegen immer in den nächsten Cruising-Park gehen musste.


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#5
03.08.2016
15:53:31


(+1, 7 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von KMBonn


wenns dem erhalt der reinen lee(h)re dient...
die müssen ja auch irgendwie für nachwuchs sorgen.. wenn schon die amis nicht mehr vögeln sondern sich zunehmend enthalten weil ihnen offensichtlich die zukunftsaussichten zu trüb,
so sie sich lieber "aufsparen" in eben jenem religioten enthaltsamkeitsideal, dass rkkLer und evangelikale, wirtschaftsfaschisten und neoliberale aasgeier so einigend durchströmt, was soll dann aus der europäischen kultur noch werden..


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#6
03.08.2016
16:48:19


(+8, 14 Votes)

Von Ikaiko
Profil nur für angemeldete User sichtbar


In der katholischen Bildungseinrichtung in Rom herrschen ganz bestimmt bessere Sitten. /o\


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#7
03.08.2016
16:50:19


(-5, 9 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Keiner wird gezwungen, in ein Priesterseminar einzutreten.
Wer es aber freiwillig tut, muss sich an die Spielregeln halten, sonst wird er in den Augen der Leute zum Ärgernis ("Wasser predigen, aber Wein trinken.")
Ob es jedoch besser wird, wenn die jungen Iren nach Rom geschickt werden, bezweifele ich.


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#8
03.08.2016
19:44:47


(+6, 10 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Nichts anderes als traurige, gestörte Gestalten - Präzedenzfälle für die Psychiatrie...................

Religiotie in Reinform eben.


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#9
03.08.2016
22:24:36


(+4, 8 Votes)

Von Roman Bolliger


Nana, Diarmaid, wieso, in Gottes Namen, soll daran etwas Anstössiges sein, wenn in einem Priesterseminar drauflosgegrindert wird? Auch Priester sind Menschen!

Wie heisst es doch so schön: Liebe Deinen Nächten wie Dich selbst!


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#10
03.08.2016
23:46:25


(+7, 7 Votes)

Von SchleicheR74
Aus Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 07.02.2014
Antwort zu Kommentar #7 von GeorgG


In erster Linie ist der Mensch erstmal ein Mensch. Und nur der Mensch macht sich seine Regeln und kann sie auch ändern. Wohlmöglich sind diese Regeln in so einem Priesterseminar für den freieren Menschen unannehmbar, so dass sie geändert werden müssen. Wohlmöglich sind die von Menschen, vor Jahrtausenden und in "Gottes" Namen, gemachten Regeln nicht gerade zum Wohl des selben :), weswegen sich der Mensch genötigt fühlt, dagegen zu verstoßen.
Naja, und wenn man mal so nachgrübelt und die vielen Jahrhunderte verstreichen lässt, dann hat die Kirche schon immer Wein getrunken und Wasser gepredigt. Wäre Gott keine omnipotente Gestalt aus menschlichem Geist, hätte man die Kirchenhäupter schon längst vom Turm gestoßen. Aber zumindest wünschte ich mir, dass man das schon vor 1000 Jahren getan hätte *g*. Heute bleibt einem ja nur noch die Klinge des Wortes. Und die Religionen machen einem ja vor, dass man Glaube nicht mit Worten bekämpfen kann.

Bevor das Eisen jetzt zu heiß wird... *g*
Ich feix mir was auf Grindr im Priesterseminar lol, einfach zu komisch :)


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