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  • 04.08.2016, 13:15h           107      Teilen:   |

Brutales Hassverbrechen

Türkei: Schwuler Flüchtling aus Syrien vergewaltigt und enthauptet

Artikelbild
Muhammed Wisam Sankari wurde von Unbekannten verschleppt und ermordet

Er war vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen, doch im Zufluchtsland Türkei wurde er grausam ermordet.

Zu Update springen: Volker Beck stellt EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei infrage (14.55 Uhr)

Im Istanbuler Stadtteil Yenikapı ist bereits Anfang letzter Woche ein schwuler Flüchtling aus Syrien enthauptet aufgefunden worden. Bei dem Toten handelt es sich um Muhammed Wisam Sankari, der vor einem Jahr als Flüchtling in die Türkei gekommen war.

Er hatte mit mehreren anderen schwulen Flüchtlingen im Stadtteil Aksaray zusammengelebt. Die Mitbewohner konnten seinen übel zugerichteten Körper später nur anhand seiner Hose identifizieren, wie sie gegenüber der LGBT-Organisation Kaos GL erklärten. Sie erhoben schwere Vorwürfe gegen die Behörden, die sie nicht geschützt hätten.

Wisam verließ ihren Angaben zufolge am 23. Juli seine Wohnung und wollte nach 20 Minuten zurückkehren. Zwei Tage später wurde er tot aufgefunden.

Fortsetzung nach Anzeige


Opfer wurde bereits zuvor vergewaltigt

Die Mitbewohner sagten, dass die Situation für schwule Flüchtlinge in der Türkei unerträglich sei. Sie würden andauernd angestarrt und bedroht. Wisam sei ihren Angaben zufolge bereits vor fünf Monaten von einer Gruppe Männer entführt, geschlagen und vergewaltigt worden. Zuvor hätten die Flüchtlinge aus Gruppen auf der Straße heraus immer wieder entsprechende Drohungen erhalten. Wisam habe in der Türkei um sein Leben gefürchtet und das Land verlassen wollen.

Als er das letzte Mal das Haus verlassen habe, hätten ihn die Freunde gebeten, nicht zu gehen. "Am nächsten Tag hatten wir Panik, weil wir ihn nicht erreichen konnten", sagte ein Mitbewohner namens Gorkem. Dann hätten sie einen Anruf von der Polizei erhalten und seien gebeten worden, ihren Mitbewohner zu identifizieren.

Gorkem berichtete, dass sein Mitbewohner übel zugerichtet gewesen sei: "Sie haben so extreme Gewalt angewendet, dass zwei Messerklingen in seinem Körper abgebrochen sind." Aus seinem Oberkörper hätten die inneren Organe herausgehangen.

Von Behörden hätten sie keinerlei Unterstützung erhalten, auch eine UN-Hilfsorganisation habe auf seine Hilferufe nicht reagiert, beklagte der Mitbewohner Diya. "Ich wurde schon zwei Mal entführt", sagte er. "Es macht nicht aus, ob man Syrer oder Türke ist. Wenn man schwul ist, ist man jedermanns Zielscheibe." Gegen Schwule werde besonders sexuelle Gewalt angewandt. (dk)

 Update  14.55 Uhr: Volker Beck: Türkei-Deal nicht mehr zu halten

Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck stellt nach dem Mord an Wisam das Flüchtlingsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei infrage. Der Türkei-Deal ist auch menschenrechtlich nicht mehr zu halten", erklärte Beck. "Die EU hat die humanitäre Pflicht, mehr für den Schutz besonders gefährdeter Flüchtlinge zu tun und sie durch Aufnahme schützen. Das gilt mindestens für Lesben, Schwule und Trans*, aber auch für Kurden oder religiöse Minderheiten. Eine Rücksendung dieser Flüchtlinge oder Nichtaufnahme an der Grenze ist unverantwortlich."

Die Türkei sei nicht willens oder in der Lage, die Menschenrechte von LGBT zu schützen: Das zeige neben der brutale Enthauptung des schwulen Syrers auch Drohungen gegen die LGBT-Community und das Verbot des CSDs in Istanbul (queer.de berichtete).

Artikel wurde korrigiert: Wisam lebte im Istanbuler Stadtteil Aksaray, nicht in der gleichnamigen Stadt

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Tags: türkei, flüchtlinge, asyl, syrien, mord, vergewaltigung
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Reaktionen zu "Türkei: Schwuler Flüchtling aus Syrien vergewaltigt und enthauptet"


 107 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
04.08.2016
13:26:52


(-10, 18 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Fast so schlimm wie im Land des rosa Winkels.
Gut dass die Türkei Homosexualität schon 1852 legalisiert hat...


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#2
04.08.2016
13:37:00


(-3, 13 Votes)

Von AmurPride
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 22.06.2016


Möge Muhammed Wisam Sankari in Frieden ruhen und seine Seele in den Himmel aufsteigen.
Mögen die Täter gefasst, verurteilt und nach ihrem Tod in der ewigen Hölle schmoren.
Und möge allen homophoben Hetzern das gleiche Schucksal widerfahren wie Muhammed Wisam Sankari.


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#3
04.08.2016
13:42:17


(+13, 15 Votes)

Von JarJar
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 30.10.2015


Warum findet so ein Schicksal in den Massenmedien keinen Platz?


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#4
04.08.2016
13:55:21
Via Handy


(-7, 17 Votes)

Von schabrakke_
Antwort zu Kommentar #3 von JarJar


Vermutlich weil die Story, wenigstens so, wie sie hier verbreitet wird, ein unzusammenhängender und unverständlicher Flickenteppich ist. Mit so einer Geschichte ist nichts anzufangen. Sie ist so unvollständig, daß sie weder etwas über das Leben von Flüchtlingen noch über das Leben von Schwulen in der Türkei zu sagen vermag. Wieso ist man einen Tag in Askaray und dann plötzlich ermordet in Istanbul? Wieso wird ein Mensch offenbar dauernd entführt? Was sind die Hintergründe? Wieso wird man als Schwuler angestarrt? Von wem? Wie soll das gehen? Hat er sich das auf die Stirn tätowiert? Was ist die Moral der Geschichte? Etwa wieder mal, daß das Leben in allen Ländern außer Zentral- und Nordeuropa zwingend menschenunwürdig ist? Daß Herkunft aus der Türkei zum Flüchtlingsstatus berechtigen soll? Es ist einfach in allen Punkten eine schwache Story. Das ist, würde ich sagen, zuvorderst der Grund, weshalb die Massenmedien schweigen.


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#5
04.08.2016
14:04:16


(+4, 12 Votes)

Von Leser anon
Antwort zu Kommentar #4 von schabrakke_


Wer lesen kann ist klar im Vorteil. (Schwache Argumentation)


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#6
04.08.2016
14:13:56


(+14, 18 Votes)

Von Sebi


Soviel zur Behauptung von Union und SPD, die Türkei sei ein sicheres Drittland.

Das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei ist an Menschenverachtung und Zynismus nicht mehr zu überbieten. Der einzige Zweck ist das Frisieren der Bilanz von Union und SPD.


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#7
04.08.2016
14:14:56


(+3, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von seb1983


Huch, ein Provokationsballon!

Stockholm-Syndrom?

Grundloser Homo-Nationalismus?

Ich hätte in den 30ern aus ganz verschiedenen Gründen lieber in der Türkei gelebt als im Land des rosa Winkels.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Taut


Link:
de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Reuter


Link:
de.wikipedia.org/wiki/Erich_Auerbach


Und: In diesem Land hier, in dem ich lieber nicht geboren wäre, gibt es auch Gewaltverbrechen gegen Schwule.

Und immer noch nicht den Rechtsstandard der zivilisierten Welt.

Den gibt es auch in der Türkei natürlich nicht.

Was hier wie dort mit politischem Gefrömmel zu tun hat.

Von Pastorentöchtern einerseits und von kulturlosen Diktatoren andererseits.

Die nicht aus Zufall schmutzige Deals untereinander aushandeln.

Alles klar?


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#8
04.08.2016
14:30:28


(+8, 16 Votes)

Von Pfui


---------------------------------------
Die Mitbewohner sagten, dass die Situation für schwule Flüchtlinge in der Türkei unerträglich sei.
[...]
bereits vor fünf Monaten von einer Gruppe Männer entführt, geschlagen und vergewaltigt worden. Er habe in der Türkei um sein Leben gefürchtet und das Land verlassen wollen.
[...]
"Sie haben so extreme Gewalt angewendet, dass zwei Messerklingen in seinem Körper abgebrochen sind." Aus seinem Oberkörper hätten die inneren Organe herausgehangen.
--------------------------------------

Das sollte JEDER Politiker von Union und SPD lesen.

Eigentlich sollte man ein Foto der verstümmelten Leiche bei jedem Politiker von Union und SPD übers Bett hängen, damit das das erste ist, was sie nach dem Aufwachen sehen und das letzte, was sie vor dem Einschlafen sehen.

Damit diese Mörder von Union und SPD niemals vergessen, dass auch sie mit ihrem faulen Flüchtlings-Deal mit der Türkei an solchen Taten mitschuldig sind.

Das Blut an den Händen der Unionisten und der Sozialdemokraten werden die nie wieder abbekommen. Mit dieser Schuld werden die für den Rest ihres Lebens leben müssen...

Pfui!

Ich spucke auf Union und SPD und jeden, der Flüchtlinge in solche perversen Staaten wie die Türkei abschieben will.


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#9
04.08.2016
14:31:51


(+7, 15 Votes)

Von Gerrit


"auch eine UN-Hilfsorganisation habe auf seine Hilferufe nicht reagiert, beklagte der Mitbewohner Diya."

Ist ja logisch: die UNO ist viel zu sehr damit beschäftigt, Vergewaltigungen durch UN-Blauhelmtruppen zu vertuschen...


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#10
04.08.2016
14:35:33


(-1, 7 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von goddamn liberal


Und ich hätte 1986 nicht gerne in Tschernobyl gewohnt

Wie du schon sagst, in diesem Land hier ..... (bitte beliebiges Land einsetzen) gibt es auch Gewaltverbrechen gegen Schwule.
Wie du schon sagst gibt es hier in .... (bitte beliebiges Land einsetzen) rechtsstaatliche Defizite.

Der Ballon soll dazu dienen einige vielleicht doch zum nachdenken zu bewegen und ein bisschen zu differenzieren wenn einem hier mal wieder die Türkei oder Brasilien als Vorbilder verkauft werden.

Einzelne Teilaspekte herausziehen bringt leider wenig wenn das Gesamtpaket nicht stimmt, grade für Schwule.


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