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  • 06.08.2016, 09:16h           31      Teilen:   |

Ruhr-CSD

Essen: Keine Genehmigung für AfD-Stand in der Nähe des CSD

Artikelbild
Infostand der AfD in München (Bild: flickr / Metropolico.org / cc by 2.0)

Die "Homosexuellen in der AfD" wollten am Samstag beim Ruhr-CSD provozieren, scheiterten jedoch an der Stadtverwaltung.

Die "Homosexuellen in der AfD" sind beim Ruhr-CSD in Essen unerwünscht. Die Stadtverwaltung verweigerte den Rechtspopulisten nach einem Bericht der "WAZ" einen Infostand am heutigen Samstag in der Kettwiger Straße in unmittelbarer Nähe des schwul-lesbischen Straßenfestes. Auch die Parade zieht entlang der Straße.

Zuvor war die Gruppierung nach eigenen Angaben mit ihrem Wunsch nach einem Infostand auf dem offziellen CSD-Gelände bei den Veranstaltern abgeblitzt. "Wir haben sie nicht eingeladen. Und wir haben auch keinen Bock auf sie", erklärte Organisator Dietrich Dettmann.

Die "Homosexuellen in der AfD" setzen sich nicht etwa für LGBT-Rechte in ihrer homophoben Partei ein, sondern wollen vor allem rechtes Gedankengut in die Community tragen. Den LSVD und Aids-Hilfen diffamierte die Gruppierung als "linksgrüne Parasiten", denen sämtliche Fördermittel gestrichen werden müssten (queer.de berichtete). Den grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck beleidigte Bundesprecher Mirko Welsch als "Krebsgeschwür der Schwulenbewegung in Deutschland".

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Stadt beruft sich auf "veränderten Sicherheitsaspekt"

Nach Angaben der Stadtverwaltung habe der Antrag der "Homosexuellen in der AfD" aus mehreren Gründen nicht bearbeitet werden können. So sei der erste Antrag auf einen Infostand handschriftlich eingereicht worden und kaum zu entziffern gewesen. Auch hätten wichtige Angaben gefehlt, und über die angegebene Handynummer sei niemand zu erreichen gewesen. Erst am Donnerstag sei ein AfD-Vertreter persönlich zum Amt für Straßen und Verkehr gekommen. "So kurzfristig war der Stand auf der Kettwiger nicht mehr genehmigungsfähig. Auch im Hinblick auf den veränderten Sicherheitsaspekt", zitiert die "WAZ" eine Stadtsprecherin.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Essener Verwaltung von einer "abstrakten Gefahrenlage" zum CSD gesprochen (queer.de berichtete). Dieser wolle man Rechnung tragen, indem die Polizei vor Ort stärker präsent sein will. Außerdem sollen mehrere Absperrungen an den Zufahrtstraßen des Kennedyplatzes errichtet werden. Der Ruhr-CSD forderte alle Besucher dazu auf, "die Mitnahme von großen Rucksäcken und Taschen für ein besseres Sicherheitsgefühl aller Gäste zu vermeiden".

Einen weiter entfernten Alternativstandort für ihren Infostand lehnten die "Homosexuellen in der AfD" ab. "Wir behalten uns vor, wegen Diskriminierung und Schikane rechtliche Schritte gegen die Stadt einzuleiten", empörte sich der NRW-Landeskoordinator der "Homosexuellen in der AfD" Adrian Ochmanski auf Facebook.

Bereits Ende Juli in Berlin hatte die AfD beim CSD provozieren wollen und einen Lastwagen mit einem rassistischen Schwulen-Plakat direkt an der Demoroute platziert. CSD-Teilnehmer rissen das Poster jedoch ab (queer.de berichtete).

Der Ruhr-CSD, der in diesem Jahr unter dem Motto "Essen bleibt bunt" steht, begann offiziell am Freitag. Höhepunkt ist die sogenannte Glück-Auf-Parade am Samstag um 13 Uhr vom Hauptbahnhof zum Kennedyplatz, wo auch das CSD-Straßenfest stattfindet. Schirmherr ist der offen schwule CDU-Oberbürgermeister Thomas Kufen. (cw)

Links zum Thema:
» Homepage des Ruhr-CSD Essen
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Tags: ruhr-csd, essen, afd, homosexuelle in der afd, infostand
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Reaktionen zu "Essen: Keine Genehmigung für AfD-Stand in der Nähe des CSD"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
06.08.2016
09:48:23


(+17, 21 Votes)

Von Sebi


Richtig so! Homophobe Parteien haben bei CSDs nichts zu suchen.

Ich wünschte nur, das gälte auch für andere homophobe Parteien (CDU, CSU) und deren Schoßhündchen (SPD, FDP). Ansonsten machen wir uns komplett unglaubwürdig und signalisieren diesen Parteien, dass ihr Verhalten nicht so schlimm ist und dass sie ruhig so weitermachen können.


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#2
06.08.2016
09:54:45
Via Handy


(-10, 12 Votes)

Von Orthogonalfront


Richtig so!

Aber: Rechtsradikale (genauso wie Linksradikale) sollten grundsätzlich von JEDER Veranstaltung ausgeschlossen werden und zwar aus Prinzip! Es ist eher kontraproduktiv sich halbseidene und kaum nachprüfbare Gründe dafür zu suchen. Da macht die Stadt einen Fehler.


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#3
06.08.2016
10:58:41


(+12, 18 Votes)

Von Waldmeister


Ich finde auch, dass JEDE Partei, die uns weiterhin diskriminiert, nichts auf einem CSD zu suchen hat.

Egal, ob die das aus Überzeugung tun (CDU, CSU, AfD, NPD) oder "nur" aus Machtgeilheit und Opportunismus (FDP, SPD).

Wer uns unsere Rechte verwehrt, braucht dann auch nicht scheinheilig einen CSD als Propaganda-Mittel zu missbrauchen.


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#4
06.08.2016
11:20:24


(+4, 6 Votes)

Von Mister_Jackpot
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich bin hier jetzt mal ganz mutig und behaupte auch auf die Gefahr von roten Kästchen hin, dass eine Nichtgenehmigung eher kontraproduktiv ist, weil sich die AfDler dann als Opfer der bösen bösen "Homolobby" oder "Genderlobby" stlisieren können. Vielleicht sollte man den Stand genehmigen und daneben direkt eine Bühne aufbauen auf der den ganzen Tag Veranstaltungen zum Thema Akzeptanz und gegen jegliche Homophobie oder Rassismus abgehalten werden. Natürlich mit extra lauten Lautsprechern. ;) Also die AfD Leute öffentlich der Lächerlichkeit preisgeben. Das wäre meine Idee. Ich war anfangs auch für Verbote, allerdings habe ich da so ein bisschen meinen Standpunkt geändert, weil ich denke man kann deren Strategie nur verhageln, wenn man dieser Jammer- und Wutbürger Strategie öffentlich in deren Beisein laut widerspricht.


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#5
06.08.2016
11:50:11


(+13, 13 Votes)

Von Carsten AC
Antwort zu Kommentar #1 von Sebi


>> signalisieren diesen Parteien, dass ihr Verhalten nicht so schlimm ist und dass sie ruhig so weitermachen können. <<

Noch viel schlimmer: das signalisieren wir nicht nur diesen Parteien, sondern vor allem auch der Öffentlichkeit. Und das ist das allergrößte Problem.

Natürlich haben die meisten Heteros nicht so viel Ahnung von der Materie wie wir. Das ist ja auch verständlich. Aber da gibt es genug Leute, die unsere Diskriminierung auch nicht in Ordnung finden und die das durchaus in ihre Wahlentscheidung einfließen lassen würden, wenn sie es nur wüssten.

Aber wenn dann solche Parteien, die uns weiter diskriminieren, dennoch bei CSDs mitmachen dürfen, denken die Heteros natürlich, dass diese Parteien auch auf unserer Seite stehen und eine gute Arbeit für uns machen.

Denn es rechnet doch keiner damit, dass wir bei einem CSD Parteien mitmachen lassen, die uns weiterhin wie Menschen 2. Klasse behandeln. Das würde ja keine andere Minderheit machen. Nur wir sollen immer besonders verständnisvoll, geduldig (oder kurz gesagt: unterwürfig) sein und Homophobie auch noch tolerieren und uns bis zum St.-Nimmerleins-Tag vertrösten lassen.


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#6
06.08.2016
11:55:51
Via Handy


(+1, 5 Votes)

Von Servicehinweis


Das Foto wurde ganz sicher in München gemacht. Dort war der Stand hinter der Hauptbühne zum Streetlife Festival aufgebaut.

Abseits der anderen Parteien wurde der Stand gut von der Polizei geschützt.


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#7
06.08.2016
12:04:12
Via Handy


(-14, 14 Votes)
 
#8
06.08.2016
12:14:48


(+17, 17 Votes)

Von Rosa Soli


Gut so! Gratulation nach Essen!

Bei einem CSD hat die AfD nix zu suchen. Sie hat sich mehrfach gegen diese Veranstaltungen ausgesprochen, hat sie als linksgrün-versiffte Veranstaltung diffamiert, sich darüber lustig gemacht, hält sie für schrill und überflüssig. Aber dann den CSD für eigene Zwecke nutzen wollen, um dort für die eigene Sache zu werben?

Die können ja ihre Info-Stände betreiben, das ist ihr gutes Recht. Aber nicht auf oder im Windschatten einer Veranstaltung, die sie im Grunde genommen bekämpfen.

Die AfD ist gegen alles, wofür so ein CSD steht.


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#9
06.08.2016
12:24:22


(-4, 14 Votes)

Von Stolzer Homo


Ich bin von Geburt an SCHWUL...alles was ich will ist: als schwuler Mann leben und das gleichberechtigt. Warum um alles in der Welt muss ich einer bestimmten Partei mehr zustimmen als einer anderen. Letztlich weiß ich nie, ob eine Partei mich dauerhaft vertritt, wenn der Wind sich in Deutschland dreht.
Also warum überhaupt einer Partei den Vorrang auf dem CSD geben? Werden wir (LGBT) nicht von JEDER Partei nur für politische Ziele benutzt?
Schwul zu sein hat erst einmal so gar nichts mit Politik zu tun..auch nicht mit Religion (egal welche Religion uns nun respektieren möchte und sich "öffnet" für die Werte die wir leben).
Es geht um ein Menschenrecht und nicht um ein Minderheitenrecht.
Es ist UNSER Verdienst und der unserer Vorfahren die den CSD ins Leben gerufen haben und da war es verdammt noch mal egal, welcher politischen Gesinnung man angehörte. Bin ich, nur weil ich schwul bin, LINKER als meine Hetero-Nachbarn? Bin ich ökobewusster oder besser? Will ich das überhaupt? Muss ich vorzeigbar gut sein, nur weil ich schwul bin? Diese Anbiederung macht mich von jahr zu jahr wütender.


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#10
06.08.2016
12:38:48


(+3, 11 Votes)

Von Peer
Antwort zu Kommentar #9 von Stolzer Homo


Naja, ich bin ja auch der Meinung, dass Politik prinzipbedingt korrumpiert und dass selbst die Menschen, die mit den edelsten Zielen in die Politik gegangen sind früher oder später entweder daran zugrundegehen oder sich diesem verdorbenen System anpassen.

Nicht ohne Grund bin ich ein Verfechter der Direkten Demokratie (dafür gibt es noch ganz viele andere Gründe) denn das heißt Demokratie nun mal: Herrschaft des Volkes und nicht von einer Elite, die alle paar Jahre gewählt wird und dann tun und lassen kann, was sie will.

Aber dennoch würde ich nicht alle Parteien ausschließen wollen. Wer uns diskriminiert (egal aus welchem Grund) sollte von CSDs ausgeschlossen werden. Aber Parteien, die sich für uns einsetzen und nicht nur davon reden, sondern auch danach handeln, sollten sehr wohl mitmachen dürfen. Ob die sich aus Überzeugung für uns einsetzen oder aus Kalkül ist fürs Ergebnis genauso egal wie die Frage ob eine Partei uns aus Überzeugung oder aus Kalkül diskriminiert.


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