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Bernd Rehme und Martin Brinkmann stellen den FDP-Wahlkampfschwerpunkt vor: "Vielfalt statt Einfalt. Typisch liberal", steht auf dem handbemalten gelben Plakat (Bild: Martin Schmitz / NOZ)

In einer niedersächsischen Gemeinde macht die FDP "Homosexualität auf dem Land" zum Spitzenthema im Kommunalwahlkampf.

Der kurioseste Wahlkampf des Jahres wird in der Samtgemeinde Bersenbrück geführt, einer selbständigen Gemeinde in Niedersachsen mit rund 28.500 Einwohnern nördlich von Osnabrück. "Ich bin schwul! Ja und?!", steht auf den Plakaten mit dem Konterfei des FDP-Spitzenkandidaten Bernd Rehme zur Kommunalwahl am 11. September.

"Ja und?!", werden sich vermutlich auch einige Bürger von Bersenbrück denken – denn neu ist die Information nicht wirklich. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Rehme in der Lokalpresse geoutet und einen Ableger des schwul-lesbischen Vereins "Landlust" gründen wollen. Er bekam jedoch nicht genügend Mitstreiter zusammen.

"Deshalb wollen wir der Sache nun auch eine politische Seite geben", erklärte der 31-jährige Diplomkaufmann und Parteivorsitzende in der vergangenen Woche gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Gelebt und akzeptiert werden muss und darf es vor Ort!"

Im Wahlprogramm der FDP für die Samtgemeinde, das nur aus vier Punkten besteht (PDF), ist "Homosexualität auf dem Land" das Spitzenthema. "Gelebt und akzeptiert werden muss und darf es vor Ort!", heißt es dazu erläuternd, verbunden mit den beiden Forderungen "Unterstützungsleistungen für Homosexuelle in Form von Kooperationen mit Vereinen" sowie "Kommunikationsangebot für Homosexuelle und Angehörige".

Die weiteren Punkte des liberalen Wahlprogramms sind "Freizeitmöglichkeiten für Mensch und Tier" – Rehme ist auch Gründer und Vorsitzender des Bundesverbandes für verstorbene Tiere -, "Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger sowie mehr Transparenz" und "Solide Haushaltspolitik".

Es gebe immer noch "eine hohe Dunkelziffer" an Lesben und Schwulen, begründete Rehme seinen Wahlkampfschwerpunkt gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viele hätten Angst, sich zu outen. Von seiner Partei wird der Spitzenkandidat dabei voll unterstützt. Er habe selbst miterleben müssen, dass homosexuelle Kinder vom Hof verstoßen worden seien, erklärte Rehmes heterosexueller Parteifreund Martin Brinkmann bei der Vorstellung der Wahlkampagne.

Viel verlieren können die Liberalen mit ihrem ungewöhnlichen Schwerpunkt nicht: Bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2011 erhielt die FDP in der Samtgemeinde Bersenbrück 1,24 Prozent der Stimmen. (mize)



#1 WaldmeisterAnonym
  • 07.08.2016, 16:52h
  • Das Problem bei der FDP ist nur leider dasselbe wie bei der SPD:

    Im Wahlkampf wird viel geredet und alles mögliche versprochen, aber nach der Wahl ist das alles vergessen und die machen sogar das genaue Gegenteil.
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#2 GeorgGProfil
  • 07.08.2016, 18:40hBerlin
  • Die heterosexuellen Einwohner dieser Kleinstadt haben offensichtlich nichts gegen Schwule. Wenn die Handvoll offen Schwuler dort eine Aktions- oder Selbsthilfegruppe gründen will, dann soll sie das tun. Es wird sie keiner daran hindern.
    Eine Wahlkampf muss man ganz sicher nicht mit diesem Thema führen.
    Mein Eindruck ist der, dass sich Bernd Rehme in dem Kaff langweilt und sich deshalb diese Sache ausgedacht hat.
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#3 herve64Profil
  • 07.08.2016, 19:34hMünchen
  • Die gute Absicht in Ehren, aber ich denke, sie läuft ins Leere. Da kann er noch so viel davon erzählen, wie oft er miterleben musste, wie Burschen vom Hof verstoßen wurden, weil sie schwul sind, denn selbst mit einem Traumwahlergebnis wird sich daran nichts ändern. Dann erzählt man halt überall herum, dass der Lütte den Hof aus freien Stücken verlassen hat, weil er in die Welt hinaus wollte oder konstruiert ein anderes Lügengebilde, das für Außenstehende nicht einsehbar ist.

    Aber sei es wie es mag: ein Slogan der Marke "Ich bin schwul. Ja, und?" provoziert allenfalls ein Achselzucken bei den Wählern, es sei denn sie sind rechtsradikal. Ansonsten wird sich jeder fragen "Schön! Und was bringt mir das jetzt?".
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#4 FinnAnonym
  • 07.08.2016, 20:46h
  • Dass ein schwuler Kandidat nicht unbedingt auch homopolitische Fortschritte bringt, hat man ja bei mehreren Parteien schon oft genug gesehen...
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#5 Patroklos
#6 falken42
  • 08.08.2016, 15:38h
  • sieht mir nach einem Versuchsballon aus um zu testen wie tauglich das Thema auf dem land ist. bei einer so kleinen stammwählerschaft kann man gute (eben vom stammverhalten unabhängige) Rückschlüsse auf den möglichen erfolg des Themas landesweit (auf dem land) ziehen.

    unbenommen davon kann er es persönlich ja durchaus gut meinen. rein statistisch muss es ja auch in so einer reichentreuen verbrecherpartei wie der FDP noch ein paar vernünftige geben.
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#7 NiklasProfil
  • 08.08.2016, 19:02hWeyhausen
  • Jemanden zu wählen weil er Schwul ist, ist genauso dämlich wie jemanden zu wählen weil sie eine Frau ist.
    Von mir aus soll man mit mehr gleichberechtigung werben, aber schon alleine wegen diesem Spruch würde ich ihn nicht wählen.
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