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  • 07.08.2016, 22:07h           54      Teilen:   |

Binäres Geschlechtermodell

Toiletten-Streit beim Hamburg Pride

Artikelbild
Der Hamburg Pride hat sich den Einsatz für LGBTI-Rechte auf die Fahnen geschrieben, doch bei den gemieteten Toiletten auf dem CSD-Straßenfest gab es nur die üblichen Kabinen für Frauen und Männer (Bild: flickr / Christoph Huebner / cc by 2.0)

Beim CSD in der Hansestadt demonstrierten Aktivist_innen für geschlechterneutrale Klos – der Pride-Verein verspricht Besserung in 2017.

Eigentlich lief alles prima am Wochenende beim Hamburg Pride. Rund 200.000 Menschen waren unter dem guten Motto "Normal ist, wer Menschen achtet" unterwegs, die Demoparade war politischer als in den Vorjahren und auch die Medienberichterstattung fiel positiv aus. Und doch es kam auf dem Straßenfest zu Protesten aus der Community – inklusive Beschimpfungen, Rangeleien und einem Polizeieinsatz.

Eine Gruppe von Aktivist_innen aus St. Petersburg, die auf Einladung des LSVD zu Gast in der Partnerstadt Hamburg ist, stellte verwundert fest, dass es auf dem CSD-Straßenfest nur Männer- und Frauen-Toiletten gab, aber keine geschlechtsneutralen WCs. Dies sei bei LGBT-Events in aller Welt doch mittlerweile Standard, beschwerte sich ein russischer Besucher in einem Facebook-Post unter der Überschrift "Toilet Wars At Hamburg Pride".

"Die ganze Welt diskutiert und verurteilt gerade die transphoben Klo-Gesetze in den USA", schrieb er weiter und fragte rhetorisch: "Ist es da wirklich in Ordnung, dass der Hamburg Pride so offensichtlich Trans* ausschließt und Ungerechtigkeit festschreibt?"

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Selbstgemalte Schilder wieder abgerissen

Weil der Hamburg Pride e.V. auf ihre Beschwerde nicht reagiert habe, griffen die Aktivist_innen zur Selbsthilfe, malten Schilder mit der Aufschrift "WC for everyone" oder "Gender-neutral WC" sowie den Hashtags ‪#‎RespectTrans‬* und ‪#‎IJustNeedToPee‬ und klebten diese an einzelne Toilettenkabinen. Diese sollen jedoch vom überforderten Personal der Mietklo-Container wieder abgerissen worden sein, was für neuen Unmut sorgte.

Weil sie sich bedroht fühlte, rief eine Toilettenfrau die Polizei. Nach weiteren Auseinandersetzungem sorgte eine Beamtin schließlich für Ruhe. Sie erlaubte vor den Klocontainern friedliche Proteste mit Transparenten, drohte jedoch bei Handgreiflichkeiten mit einem Platzverweis.

Der Erste Vorsitzende des Hamburg Pride e.V. Stefan Mielchen bedauerte den Vorfall, gab den Demonstrant_innen allerdings eine Mitschuld an der Eskalation. "Auch wir lernen immer noch dazu und werden das für das kommende Jahr lösen", verprach er gegenüber queer.de. "Die Kritik ist berechtigt, leider hat die Gruppe in ihrer teilweise aggressiven Grundstimmung eine Lösung vor Ort erschwert und ihren Unmut am Toilettenpersonal ausgelassen, das am wenigsten dafür kann. Unsere Versuche, hier mäßigend einzugreifen, waren in der teils aufgeheizten Stimmung leider nicht erfolgreich."

CSD-Vorsitzender: Können Vorschriften nicht ignorieren

Bereits in seiner Rede auf der CSD-Abschlusskundgebung war Mielchen auf den Vorfall eingegangen und hatte die deutsche Bürokratie für die Klo-Diskriminierung verantwortlich gemacht: "Wir haben das Problem erkannt, auch wenn wir es nicht sofort lösen können – auch, weil es immer noch Vorschriften gibt, die wir nicht einfach ignorieren können", so der Pride-Vorsitzende. "Aber auch da werden wir uns verbessern, damit wir über diese Frage im kommenden Jahr gar nicht mehr diskutieren müssen."

Inhaltlich stellte er sich hinter die Demonstrant_innen: Für manche klinge die Entscheidung, wo jemand aufs Klo gehe, banal, meinte Mielchen weiter, doch das sei sie nicht. "Es geht darum, dass jede und jeder von uns so sein darf, wie sie oder er es möchte. Und es geht darum, auch hier den rechten Ausgrenzern zu zeigen, dass ihr Modell von Mann und Frau, dass ihr Modell von Vater, Mutter, Kind, dass ihre heteronormative Sicht der Dinge nicht der alleinige Maßstab unserer Gesellschaft sind."

Für die russischen Aktivist_innen war der Hamburg Pride zu diesem Zeitpunkt schon gelaufen. Obwohl man ihnen versichert habei, dass jeder Mensch die Toilette seiner Geschlechtsidentität benutzen könne, sei ein Mitglied der Gruppe vom Personal aus einem Container verwiesen worden. Auch das Argument der deutschen Bürokratie wollten sie in dem Facebook-Post zum "Toiletten-Krieg" nicht gelten lassen: "Eine geschlechterneutrale Toilette zur Verfügung zu stellen, ist doch wirklich nicht schwierig." (mize)

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Tags: csd hamburg, hamburg pride, toiletten-krieg, geschlechterneutrale toiletten, stefan mielchen
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Reaktionen zu "Toiletten-Streit beim Hamburg Pride"


 54 User-Kommentare
« zurück  123456  vor »

Die ersten:   
#1
07.08.2016
22:36:13
Via Handy


(-5, 11 Votes)

Von Fox-News


Oh Gott haben die Russen Probleme, gut dass dort alles super läuft.


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#2
07.08.2016
22:42:27


(-5, 11 Votes)

Von ehemaligem User Tiamick
Antwort zu Kommentar #1 von Fox-News


Mir konnte bisher auch noch niemand erklären, wozu jemand angeblich geschlechterneutrale Klo´s braucht !


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#3
07.08.2016
22:55:48


(+6, 12 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Tiamick


""Mir konnte bisher auch noch niemand erklären, wozu jemand angeblich geschlechterneutrale Klo´s braucht !""..

Zum Pinkeln..


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#4
07.08.2016
23:34:44


(+8, 8 Votes)

Von Clementine


In Berlin war das weder beim Stadtfest noch beim CSD ein Problem. Die meisten Toiletten waren Unisex und beim Toilettenwagen haben auch nur wenige drauf geachtet, war dran stand. Ist Berlin einfach weiter als Hamburg?


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#5
08.08.2016
01:57:55


(+10, 10 Votes)

Von RaceXY
Mitglied seit 16.05.2016
Antwort zu Kommentar #2 von Tiamick


> "... wozu jemand angeblich geschlechterneutrale Klo´s braucht"

Gegenfrage: Warum brauch man unbedingt nach Geschlechtern getrennte Toiletten?

Macht fuer mich ehrlichgesagt (wie viele andere Sachen die man unnoetigerweise krampfhaft nach M/F unterscheiden muss) keinen Sinn.
Vor allem wenn es, wie in diesem Fall, fuer eine bestimmte Gruppe handfeste Vorteile hat um Diskriminierung zu verhindern.


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#6
08.08.2016
06:03:35
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Daheim
Antwort zu Kommentar #2 von Tiamick


Also hast du in deiner Wohnung zwei nach Geschlechtern getrennte Klos, für den Fall dass eine weibliche Verwandte oder eine Freundin zu Besuch da ist?


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#7
08.08.2016
06:16:49
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Berliner
Aus Berlin
Mitglied seit 16.11.2015
Antwort zu Kommentar #5 von RaceXY


Sehe ich auch so.
Ich muss zugeben, dass ich zwar am Samstag beim CSD in Hamburg war aber die bereitgestellten Toiletten weder gesehen noch genutzt habe. Dafür bin ich in ein Kaffee gegangen in dem es interessanterweise nur unisex Toiletten gab. Man kann also nicht verallgemeinern und fragen ob Berlin reifer ist als Hamburg. Es ist blöd, dass der CSD Verein das nicht beachtet hat. Schade, dass es nicht zeitnah vorort zu einer sinnvollen Lösung kam.
Die russischen Teilnehmer des Straßenfestes, bei dem der Demoumzug auch endete, waren übrigens super freundlich und kein bisschen aggressiv oder ähnliches.
Ich finde es gut, dass insgesamt auf den Missstand aufmerksam gemacht wurde.
Hoffen wir, dass dieses Problem in Zukunft kein Problem mehr ist.


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#8
08.08.2016
08:45:17


(-5, 9 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ausgerechnet in Putin´s Reich soll das inzwischen möglich sein? Ich tippe mal auf eine Gesetzeslücke aus Unkenntnis. Spätestens nach diesem Presseartikel werden der russische Despot und seine Anhängerschaft in St. Petersburg, die "Gender-Toilette" überprüfen lassen, sollen wir wetten? Die Aktivistinnen werden sich noch wundern. Mal ehrlich: Hier in Köln interessiert das an CSD und an Karneval niemanden - nicht einmal die Klofrau - wer da in welche Toilette geht und warum. Hauptsache die Besucher benehmen sich anständig und hinterlassen das stille Örtchen ohne Dreck zu hinterlassen. Warum das in Hamburg zu solchen Auseinandersetzungen geführt hat ist mir ein Rätsel.


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#9
08.08.2016
09:02:20


(-2, 10 Votes)

Von Hans-Georg


Grundsätzlich mag die Forderung der Gruppe aus Russland ja ok sein. Aber deswegen so einen Hype zu machen, finde ich stark übertrieben. In ihrem Heimatland wären die doch gleich in Gewahrsam genommen worden. Aber bei uns in Deutschland haben sie ihre Chance gesehen, mal auf die Pauke zu hauen.


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#10
08.08.2016
09:02:35


(-4, 8 Votes)

Von Eulenspiegel
Antwort zu Kommentar #7 von Berliner


Ich verstehe den Heckmeck nicht - das ist mal wieder ein sowas von politisch korrecktem Theater.

In jedem normalen Kaffee in Schweden ist das so: Einzelkabine - "Genderneutral" (wie auch anders, die haben meist nur eine)- mehrfachklo - Männlein / Weiblein damit die Spanner draußenbleiben. Das ist der eigentliche Grund für diese M/F-Trennung.

Wie allgemein üblich dürfen die Frauen auch aufs Männerklo schlüßfen wenn bei ihnen wieder Land unter ist (Kino...).

Im übrigen muß das eine sehr spezielle Gruppe von Spinnern sein die seit ein paar Jahren da diesen Toilettenärger lostritt. Alle Transleute die ich kenne haben damit 0 Probleme - die liegen anderswo.


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