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Frauenfußballturnier

Homophobe Fangesänge bei Olympia


Die lesbische US-Mittelfeldspielerin Megan Rapinoe hält die Sprechchöre für "persönlich verletzend"

Beim Frauenfußball-Turnier sorgen Fans mit homosexuellenfeindlichen Sprechchören für Unmut.

Das Fußballturnier der Olympischen Sommerspiele in Brasilien wird durch homophobe Sprechchöre der Zuschauer überschattet. Wie die Tageszeitung "Los Angeles Times" berichtet, waren derartige Rufe in den Frauenfußballspielen zwischen den USA und Neuseeland und Kanada und Australien am letzten Mittwoch zu hören.

Unter anderem wurde die offen lesbische kanadische Torhüterin Stephanie Labbé mit "Bicha"-Rufen beschimpft. Das Wort wird insbesondere als abwertender Begriff für Schwule genutzt und wird normalerweise mit "Stricher" oder "Schwuchtel" übersetzt. Nach Angaben von brasilianischen Medien wurde dieser Begriff bislang nur in Stadien bei Männer-Spielen gerufen.

In den Teams sind neben Labbé weitere offen lesbische Spielerinnen aktiv (Mehr zum Team LGBTI). Die amerikanische Trainerin Jill Ellis ist seit 2013 mit einer Frau verheiratet.

Nach dem Spiel empörte sich die lesbische Mittelfeldspielerin Megan Rapinoe über die Zuschauer und erklärte, diese Sprüche seien "persönlich verletzend". Sie glaube aber, dass die meisten Fans nicht per se Homosexuelle hassen würden, sondern sich einfach keine Gedanken darüber machten, was derartige Sprechchöre anrichten: "Was bedeuten solche Rufe für Spieler, die sich überlegen, ob sie sich outen sollen?", fragte Rapinoe. Insbesondere im Männerfußball würden solche Verhaltensweisen dazu führen, dass nicht-heterosexuelle Spieler ein Versteckspiel spielen würden. "Ich glaube nicht, dass alle brasilianischen Fans, die anwesend waren, homophob sind. Aber ich glaube, dass sie mitschuldig sind, solange sie mitmachen." Die 31-Jährige forderte die Fans auf, sich in die Lage von homosexuellen Spielerinnen und Spielern zu versetzen.

"Das ist die ekelhafte Seite des Spiels"

Auch Kanadas Trainer John Herdman kritisierte die homophoben Gesänge: "Ich bin in England aufgewachsen und so etwas gewohnt. Das ist die ekelhafte Seite des Spiels", sagte Herdman laut der "National Post".

Insbesondere in lateinamerikanischen Stadien haben homophobe Fangesänge in den letzten Jahren zugenommen. So hat die FIFA vergangenes Jahr Geldstrafen gegen mehrere Verbände verhängt, darunter Mexiko, Peru und Argentinien, weil sich Fans bei den WM-Qualifikationsspielen der Männer homophob verhalten hatten (queer.de berichtete). In den spanischsprachigen Ländern skandieren Fans meist "Puto", das Äquivalent zum portugiesischen "Bicha".

Eine Sprecherin der FIFA spielte gegenüber der "Times" die Zwischenfälle herunter. Sie habe die Sprechchöre persönlich nicht wahrgenommen, sagte Carolina Almiron: "Ich denke nicht, dass das ein Problem ist." Man werde keine Schritte einleiten, sollte es keinen "formellen Protest" geben. (dk)



#1 GeorgGProfil
  • 08.08.2016, 12:33hBerlin
  • Was soll man jetzt dagegen unternehmen?

    Aufklärung der 98 % Heteros, die in den Stadien sitzen, über Homosexualität?
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#2 MethonomyAnonym
  • 08.08.2016, 12:37h
  • "Eine Sprecherin der FIFA spielte gegenüber der "Times" die Zwischenfälle herunter. Sie habe die Sprechchöre persönlich nicht wahrgenommen, sagte Carolina Almiron: "Ich denke nicht, dass das ein Problem ist", sagte sie. Man werde keine Schritte einleiten, sollte es keinen "formellen Protest" geben."

    Ich befürchte, dass diese Dame selbst eine Cis-Hetera ist, die sich vermutlich nicht die Gedanken macht, wie stark solche Aussagen von ihr zur Herunterspielung von homophoben Verhalten beitragen. Das Problem ist, dass viele Menschen Diskriminierung nicht ernst nehmen können oder wollen.
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#3 JeroenAnonym
  • 08.08.2016, 12:57h
  • Wenn sich angebliche "Fans" nicht benehmen können, müssen in diesen Disziplinen eben in Zukunft die Austragungen ohne Zuschauer stattfinden.

    Oder man schließt jede Mannschaft, deren Fans sich so daneben benehmen, aus. Dann lernen die sehr schnell, wie sie sich zu benehmen haben...

    Aber da es bei Olympia ja eh nicht mehr um den Sport, sondern nur noch ums Geschäft geht, wird das wohl leider keine Konsequenzen haben...
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#4 JeroenAnonym
  • 08.08.2016, 13:00h
  • Antwort auf #2 von Methonomy
  • "Eine Sprecherin der FIFA spielte gegenüber der "Times" die Zwischenfälle herunter."

    Ja, genau das ist das völlig falsche Signal.

    Damit zeigt man diesen Faschos sogar noch, dass ihr Verhalten akzeptabel ist.

    Und das nur, weil eine Funktionärin schwerhörig ist...
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#5 OrthogonalfrontAnonym
  • 08.08.2016, 13:15h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • Würde doch helfen, oder? Dafür sind Bildungspläne da. Zwei Generationen konsequente Aufklärung und Homophobie geht auf ein Allzeittief. Vorausgesetzt man kriegt auch noch die Hetzer-Religionen (vor allem Islam) in den Griff. Aber unabhängig davon ist Bildung und Aufklärung der richtige Weg.
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#6 TheDadProfil
  • 08.08.2016, 13:26hHannover
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • ""Was soll man jetzt dagegen unternehmen?

    Aufklärung der 98 % Heteros, die in den Stadien sitzen, über Homosexualität?""..

    Den Anteil der LGBTTIQ* an der Bevölkerung, oder auch nur an den Zuschauern einer solchen Veranstaltung vorsätzlich zu marginalisieren, dient übrigens dem gleichem Zweck, wie die Homophoben Sprech-Chöre !
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#7 userer
#8 falken42
  • 08.08.2016, 14:58h
  • Antwort auf #5 von Orthogonalfront
  • wieder einmal überschätzt du Propaganda. man kann mit Aufklärung und Bildungsplänen, früher Abteilung agitation und Propaganda, menschen nur dazu bringen sich in eine Richtung zu bewegen, die sie innerlich bereits als richtig akzeptiert haben, aber sich nicht trauen o.ä.

    man kann jedoch damit keine Überzeugungen oder Wahrheiten erzeugen. das geht nur wenn man sich mit den Ursachen beschäftigt. die menschen leben nicht in einer heteronormativen welt, weil es an Bildungsplänen gemangelt hätte, oder an Aufklärung. alle guten und richtigen Gedanken, auch hier auf queer.de, sind schon seit Jahrzehnten, manchmal Jahrhunderten, bekannt, ausgesprochen und verbreitet worden.

    solange wir den Gedanken nicht zulassen, dass unterdückung und Diskriminierung von nichtheteros Bestandteil des herrschaftskonzepts ist, ebenso wie das Konzept der 1:1 ehe, werden wir uns den gründen nicht nähern. jede Verbesserung bleibt dann scheinbar oder bestenfalls temporär, solange nämlich wie diese Besserung ins herrschaftskonzept passt (wie gerade im rahmen der Kriegsvorbereitung gegen Russland/China - da sind wir Argumentation in der Propagandaschlacht).
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#9 falken42
  • 08.08.2016, 15:08h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • also wenn ich mir überlege, mir 20 gutaussehende Männer bei schweisstreibenden Tätigkeiten anzusehen, und mich dabei oft auch selbst halbnackt ausziehen zu dürfen ohne schräg angesehen zu werden....
    ich glaube eher an einen (versteckt) schwulen Anteil >50% bei Zuschauern und noch mehr bei spielern.
    aber das soll natürlich keiner mitkriegen... also wer am lautesten kräht , oder?.... ;)

    ein gutes ioc würde sofort reagieren.... aber die olympische Idee ist schon so weit unten, da passt das leider ins bild. ein haufen gedopter reicher junger leute (von beruf sohn/sportler) in x-ter Generation aus Sportlerdynastien kommend die sich noch nicht mal schämen für ihren Luxus die ärmsten aus ihren hütten vertrieben zu haben - nein sie halten sich auch noch für moralisch wertvoll, indem sie Eitelkeit und Arroganz kultivieren.

    und ja ich weiss, es gibt auch wenige ausnahmen - nur sind das dann so 2%.
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#10 BomberHarrisAnonym