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Erzbischof Joseph Kurz, der Chef der US-Bischofskonferenz, hält Joe Biden für einen schlechten Katholiken

Drei hochrangige Bischöfe sind sauer auf den US-Vizepräsidenten, weil er ein schwules Paar getraut hat. Promi-Prediger Franklin Graham warnt sogar vor der Rache Gottes.

Drei führende Mitglieder der amerikanischen Bischofskonferenz haben US-Vizepräsident Joe Biden am Freitag scharf dafür kritisiert, dass er persönlich Anfang der letzten Woche zwei Mitarbeiter des Weißen Hauses getraut hatte (queer.de berichtete). Neben Erzbischof Joseph Kurtz, dem Präsidenten der US-Bischofskonferenz, haben auch Bischof Richard Malone und Erzbishof Thomas Wenski die gemeinsame Erklärung im Blog der Bischofskonferenz verfasst.

Der Katholik Biden wird in dem Text nicht direkt beim Namen genannt. Dort ist nur von einem "prominenten katholischen Politiker" die Rede, der "öffentlich und freiwillig eine Zeremonie geleitet hat, um die Beziehung von zwei Personen des gleichen Geschlechts zu feiern". Das führe zu "Verwirrung um die katholische Ehe-Lehre", so die Bischöfe.



In dem Text berufen sich die Autoren auf das im April von Papst Franziskus veröffentlichte Dokument "Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie", in dem gleichgeschlechtlichen Paaren attestiert wird, dass sie nie in einer eheähnlichen Situation leben könnten (queer.de berichtete). Die Bischöfe riefen ihre Anhänger dazu auf, dafür zu beten, dass katholische Politiker ihrer Verantwortung gerecht werden würden und sich für die katholische Definition der Ehe einsetzten.

"Gedämpfte" Reaktion

Laut einer Einschätzung des Journalisten David Gibson von der Nachrichtenagentur "Religion News Service" war die Kritik allerdings überraschend "gedämpft", auch weil sie Tage nach dem "Vorfall" nur in einem Blog erschien. Als mögliche Gründe nannte Gibson, dass Biden in der US-Hauptstadt zur Kirche geht und eigentlich der Washingtoner Kardinal Donald Wuerl für eine Stellungnahme verantwortlich sei – der diese aber offenbar nicht abgeben wollte. Außerdem könne Biden offenbar nach Kirchenrecht nicht sanktioniert werden.

Einzige Sanktionsmöglichkeit könne die Verweigerung des Abendmahls sein, mit der katholische Bischöfe in der Vergangenheit immer wieder gedroht hatten. So erklärte Erzbischof John Myers 2012, dass nur Homo-Gegner das Abendmahl erhalten sollten, da gleichgeschlechtliche Ehen "die Gemeinschaft mit Christus und seiner Kirche schwer beschädigen" (queer.de berichtete). Unter den katholischen Schäfchen hat die Kirche mit derartigen Drohungen aber keinen Erfolg: Seit Jahren ist die Zustimmungsrate zur Ehe für alle unter US-Katholiken höher als in der US-Durchschnittsbevölkerung.

Franklin Graham droht mit düsteren Konsequenzen


Franklin Graham glaubt, dass Gott wegen Joe Biden sauer auf Amerika ist

Auch mehrere andere konservative christliche Organisationen haben Biden für die Eheschließung attackiert. Prominentester Kritiker ist Starprediger Franklin Graham. Der evangelikale Theologe droht in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite mit der Rache Gottes: "Leider haben wir als Nation den Ruf, das zu feiern, was Gott als Sünde definiert hat; und wir werden dafür einen Preis zahlen müssen", so der 64-Jährige.

Graham ist der Sohn des 97-jährigen Erweckungspredigers Billy Graham und seit dem Rückzug seines charismatischen Vaters Chef der "Billy Graham Evangelistic Association", die die weltweite Missionierung zum Ziel hat. Er hat immer wieder gegen Homosexuelle polemisiert. So erklärte er im Januar Schwule und Lesben generell zu "Feinden" von christlichen Gemeinden (queer.de berichtete). Er ist auch Chef der christlichen Hilfsorganisation Samaritan's Purse, die ein jährliches Budget von rund einer Milliarden Dollar hat. (dk)



#1 GeorgGProfil
  • 08.08.2016, 17:43hBerlin
  • Bei dieser Trauung waren alle Beteiligten römisch-katholisch, Joe Biden und beide Männer.

    In diesem Zusammenhang hat die Meinung von evangelikalen Hardlinern hier nichts zu suchen.

    Queer.de zitiert ja auch nicht die Meinung der Mormonen, der Zeugen Jehovas und anderer Sekten, warum dann die Meinung von Kampf-Evangelikalen?
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#2 Katholiban-WatchAnonym
  • 08.08.2016, 17:58h
  • Antwort auf #1 von GeorgG

  • ERZAEHL DAS GEFAELLIGST DEN KAKANGELIKALEN!!! Warum auessern DIE sich denn dann ueberhaupt dazu, wenn die das doch nichts angeht????? Und was geht die RKK das an, wenn es doch um ein STAATLICHES RECHT geht???
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#3 OrthogonalfrontAnonym
#4 stephan
  • 08.08.2016, 18:44h
  • "Die Bischöfe riefen ihre Anhänger dazu auf, dafür zu beten, dass katholische Politiker ihrer Verantwortung gerecht werden würden und sich für die katholische Definition der Ehe einsetzten."

    Welch eine Anmaßung von diesen theologischen Spinnern.

    Kann man da nicht etwas unternehmen, wenn Religioten die staatliche Definition des Begriffes Ehe unterlaufen und ihn durch ihren versponnenen Scheiß ersetzen wollen?
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#5 MarcAnonym
#6 FelixAnonym
  • 08.08.2016, 19:57h
  • Ausgerechnet die katholische Kirche hat nun wirklich genug Dreck am Stecken. Die sind echt nicht in der Position, moralische oder sonst irgendwelche Urteile über andere zu fällen.

    Wahrscheinlich hetzen diese katholischen Hassprediger nur deshalb wieder mal, weil sie von den Verbrechen ihres eigenen unchristlichen Vereins ablenken wollen...
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#7 Carsten ACAnonym
  • 08.08.2016, 20:05h
  • Das war eine staatliche Trauung und keine kirchliche. Vielleicht waren die beiden Bräutigame nicht mal religiös.

    Die Kirche hat da also gar nichts zu kritisieren.

    In den USA ist die Ehe nun mal glücklicherweise auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet und wenn Joe Biden seine zwei schwulen Mitarbeiter trauen wollte und das rechtlich darf, gibt es daran nichts zu kritisieren.

    Die Kirche verlangt immer, dass man sich aus ihren Angelegenheiten raushält, aber sie selbst mischt sich ständig überall ein und kann sich einfach nicht mit der Trennung von Staat und Kirche abfinden.

    Was bilden die sich ein, sich ständig in Dinge einzumischen, die sie gar nichts angehen.
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#8 KirchenaustrittAnonym
  • 08.08.2016, 21:03h
  • Jede Religion basiert im Kern auf Hass, Unterdrückung, Bevormundung und Ausgrenzung. Anders kann das System Religion gar nicht funktionieren. Und der Katholiban-Konzern ist ein Paradebeispiel.

    Gegen Hassprediger hilft nur Kirchenaustritt.

    www.kirchenaustritt.de
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#9 Nein dankeAnonym
  • 09.08.2016, 08:58h
  • >>> So erklärte er im Januar Schwule und Lesben generell zu "Feinden" von christlichen Gemeinden <<<

    Na deren Freund möchte ich auch ganz gewiss nicht sein...
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#10 FelixAnonym