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Die Ex-Managerin Ana Brnabic soll noch in dieser Woche als Ministerin für Öffentliche Verwaltung vereidigt werden

Die lesbische Ex-Windpark-Managerin Ana Brnabic soll Ministerin für Öffentliche Verwaltung werden.

Zum ersten Mal ist in Serbien ein offen homosexuell lebender Mensch für ein Regierungsamt vorgesehen. Nach den Plänen des designierten Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic soll die ehemalige Windpark-Managerin Ana Brnabic Ministerin für Öffentliche Verwaltung werden. Die neue Mitte-Rechts-Regierung soll bis Ende der Woche vereidigt werden.

Auch wenn die Benennung einer lesbischen Frau im konservativen Serbien Aufsehen errege, werde er an Brnabic festhalten, erklärte Vucic am Montag. "Ich bin ausschließlich an ihren Ergebnissen in der vor uns liegenden Arbeit interessiert." Über ihre beruflichen Erfahrungen gebe es nichts Negatives zu berichten. Dass sich Ana Brnabic nicht verstecke, sei positiv zu bewerten. "Sie hat eine exquisite Energie, und ich freue mich darauf, mit ihr zu arbeiten."

Serbiens LGBT-Verband "Gay Straight Alliance" begrüßte die Berufung der lesbischen Unternehmerin in einer Presseerklärung. Dies sei ein "historischer Moment für Serbien und ein großer Schritt für den Aufbau einer Gesellschaft mit gleichen Rechten."

EU-Parlament beklagt "Diskriminierung und Gewalt" in Serbien

Im jüngsten Fortschrittsbericht für das EU-Beitrittsland Serbien hatte das Europaparlament erst im Februar beklagt, "dass Diskriminierung und Gewalt gegenüber LGBTI-Personen nach wie vor Anlass zur Sorge geben" (queer.de berichtete). Bei der Bekämpfung von Diskriminierung sei die Umsetzung der Gesetze in Serbien "nach wie vor mangelhaft". CSD-Paraden in der Hauptstadt Belgrad wurden in den vergangenen Jahren immer wieder von gewalttätigen Nationalisten atttackiert und konnten nur unter starkem Polizeischutz stattfinden (queer.de berichtete).

Bei den vorgezogenen Wahlen im April hatte die Fortschrittspartei des ehemaligen Nationalisten Aleksandar Vucic die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Heute gibt sich der Politiker als EU-Befürworter und Reformer. Damit Serbien in einigen Jahren der EU beitreten kann, hat sich die Regierung zur Verbesserung der Situation von LGBT verpflichtet. (cw)



#1 Danny387Profil
  • 09.08.2016, 10:18hMannheim
  • Jeder Schritt in diese Richtung ist ein guter Schritt!
    Ich bin insgesamt SEHR skeptisch, was die LGBT-Situation in so ziemlich allen Balkan-Staaten anbelangt, umso mehr wünsche ich Frau Brnabic alles Gute!
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#2 falken42
  • 09.08.2016, 18:22h
  • Antwort auf #1 von Danny387
  • da die freiheit seine sexuelle identität zu leben (bei uns und noch mehr in diesen amerikanisierten postsozialistischen ländern) proportional zum einkommen wächst, dürfte sie auch bisher schon wenig probleme gehabt haben.
    Als zeichen hin zu mehr normalität für alle - wäre schön, abwarten.
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#3 gatopardo
  • 10.08.2016, 10:36h
  • Während in einigen EU-Ländern die Bevölkerungsmehrheiten fortschrittlicher als ihre Regierungen eingestellt sind und die Gleichstellung vom Gesetzgeber einfordern, ist es offensichtlich auf dem Balkan genau umgekehrt.
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#4 gatopardo
  • 10.08.2016, 10:51h
  • Antwort auf #1 von Danny387
  • Oh ja, ich habe bis in die jüngste Vergangenheit alle Balkanländer mit Ausnahme Albaniens bereist und kann Dir insofern zustimmen, als man die Homophobie in der Bevölkerung förmlich atmen kann.
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