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  • 10.08.2016, 16:32h           18      Teilen:   |

Bareback-Sex

Britische Umfrage: Viele verzichten lieber aufs Kondom

Artikelbild
Kondome sind gerade bei fremden Partnern immer noch der beste Schutz gegen HIV

Fast zwei Drittel der Männer, die Sex mit Männern haben, ziehen sich oder ihrem Partner zumindest in manchen Fällen kein Kondom über.

Vier von zehn schwulen oder Bi-Männern in Großbritannien nutzen bei der Mehrzahl der sexuellen Kontakte, bei denen Anal-Verkehr stattfindet, keine Kondome. Das ist das Ergebnis einer in der neuesten Ausgabe des Magazins "FS" veröffentlichten Umfrage unter 1.500 homo- und bisexuellen Männern. Die Befragung wurde von der schwulen Aids-Organisation GMFA durchgeführt.

Demnach sagten 39 Prozent der Befragten, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten bei Anal-Sex in den meisten oder allen Fällen kein Kondom genutzt hätten. 25 Prozent erklärten, dass sie in der Mehrzahl der sexuellen Kontakte ein Präservativ gebraucht hätten – damit haben zwei Drittel der Befragten zumindest in manchen Fällen auf Kondome verzichtet. 22 Prozent nutzten dagegen immer Kondome, 14 Prozent hatten überhaupt keinen Anal-Sex.

Ian Howley von GMFA sieht die Zahlen allerdings nicht als dramatisch an, da viele der Männer, die keine Kondome benutzten, in monogamen Beziehungen lebten. "Wenn man sich diese Statistik ansieht, hat nur eine kleine Prozentzahl der schwulen Männer, die in der Hochrisikogruppe sind, ungeschützten Anal-Verkehr. Zu sagen, dass jeder immer Bareback-Sex hat, ist unwahr", so Howley.

Rund ein Viertel der Befragten, die mehrheitlich keine Kondome benutzen, sind allerdings Singles – und damit bei wechselnden, ihnen oft unbekannten Partnern einem potenziell hohen Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten ausgesetzt. Viele dieser Singles sind der Umfrage zufolge sexuell sehr aktiv: So gaben in dieser Gruppe 20 Prozent an, mehr als 30 Sex-Partner binnen eines Jahres gehabt zu haben. 40 Prozent hatten zwischen fünf und 29 Partner, weitere 40 Prozent erklärten, mit bis zu vier verschiedenen Partner ungeschützten Analsex gehabt zu haben.

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"Ich würde HIV Diabetes vorziehen"

Einige der Single-Männer, die keine Kondome nutzten, wurden individuell befragt. Viele von ihnen machten sich wegen einer möglichen HIV-Infektion keine Sorgen. "Ich bin nicht beunruhigt. Ich weiß, dass ich es sein sollte, aber ich nutze keine Kondome. Ich nehme an, die meisten HIV-Positiven sind in Behandlung und daher ist es sicher", sagte der 35-jährige Sam aus der englischen Schwulenmetropole Brighton. Der 24-jährige Lorne aus dem walisischen Cardiff erklärte: "Ich würde HIV Diabetes vorziehen." Der 25-jährige Joe, der auf der südenglischen Insel Isle of Wight lebt, sagte in der Umfrage, er habe sich schlicht dran gewöhnt, "dass es passieren könnte".

Im Königreich gibt es derzeit eine Debatte um die Finanzierung eines Medikamentes, mit dem HIV-Negative das Risiko für eine HIV-Übertragung fast auf Null senken können (queer.de berichtete). Die sogenannte Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) wird voraussichtlich in Kürze auch in Deutschland zugelassen werden.

Nach den Zahlen des britischen Gesundheitsministeriums werden 91 Prozent aller HIV-Positiven in England, Wales, Schottland und Nordirland mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Wenn diese regelmäßig eingenommen werden, keine anderen sexuell übertragbaren Krankheiten vorliegen und die Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, ist die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung geringer als 1:100.000. Wird die Einnahme der Medikamente allerdings vergessen oder erfolgt unregelmäßig, steigt das Risiko massiv an.

In Großbritannien stecken sich weit mehr Menschen mit HIV an als im größeren Deutschland: Die Briten registrierten die letzten Jahre jeweils mehr als 6.000 Neudiagnosen, in Deutschland lagen die Zahlen nur halb so hoch. (dk)

Links zum Thema:
» Deutsche Aids-Hilfe: Kondome schützen
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Tags: kondome, bareback
Schwerpunkte:
 HIV/Aids
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Reaktionen zu "Britische Umfrage: Viele verzichten lieber aufs Kondom"


 18 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
10.08.2016
17:33:02


(+4, 10 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


"Ian Howley von GMFA sieht die Zahlen allerdings nicht als dramatisch an, da viele der Männer, die keine Kondome benutzten, in monogamen Beziehungen lebten."

Ach so, dann ist ja alles in Ordnung...


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#2
10.08.2016
18:10:53


(-1, 9 Votes)

Von LoveWins


Schlimm, daß einige Männer bei schwulem Sex auf Kondome verzichten! Hier ist mehr Aufklärung und Information vonnöten!

Und bei bestimmten sexuellen Praktiken ist auch Vorsicht geboten:

Link zu www.promiflash.de

Was sagt man dazu?


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#3
10.08.2016
18:15:52


(-9, 13 Votes)

Von niccinicci


Finde ich jetzt nicht überraschend, ist auch meine Erfahrung beim rumcruisen. Ist ja auch normal, weil Sex ohne Gummi tausendmal spontaner und schöner ist. Muss eben jeder für sich entscheiden.


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#4
10.08.2016
19:14:40
Via Handy


(-4, 8 Votes)

Von CHemiker


Naja die Pharmaindustrie freuts. Sichert auch meinen Arbeitsplatz. Also weiter so!


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#5
10.08.2016
22:28:34


(+7, 9 Votes)

Von ursus


>"Ian Howley von GMFA sieht die Zahlen allerdings nicht als dramatisch an, da viele der Männer, die keine Kondome benutzten, in monogamen Beziehungen lebten."

auwei. ein präventionsfunktionär sollte eigentlich wissen, dass ein nicht geringer teil der neuinfektionen innerhalb vermeintlich monogamer beziehungen stattfindet. die zweierbeziehung als hort der infektionssicherheit zu preisen ist realitätsfremd und in diesem fall sogar fahrlässig.

ich vermisse in der studie den abgleich mit anderen schutzstrategien wie schutz durch therapie oder prep. safer sex gibt es heute auch ohne kondom.


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#6
10.08.2016
22:41:50


(+3, 5 Votes)

Von ursus


ich habe den originalartikel gerade mal überflogen. das große problem ist, dass da im einen moment zwar von schutz durch PrEP und durch therapie gesprochen wird, im nächsten moment aber jeder sex ohne kondom als "unprotected sex" gewertet wird. wenn jemand mit PrEP, aber ohne kondom fickt, dann ist das aber eben NICHT "unprotected". was genau die umfrage nun wirklich abgefragt hat und wie die teilnehmer die frage nach "unprotected sex" verstanden haben, bleibt so ziemlich vage.

mit einer solchen durchgängigen unklarheit der begrifflichkeiten kommt man leider nicht zu irgendwelchen wirklich validen ergebnissen oder sinnvollen aussagen zur prävention - von gutem journalismus mal gar nicht zu reden.


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#7
10.08.2016
23:17:37


(+5, 9 Votes)

Von Gutmensch
Aus St. Gallen (Schweiz)
Mitglied seit 25.05.2016


Ich hab wirklich kein Verständnis dafür, dass jemandem die eigene Gesundheit so egal sein kann. Schlimmer ist ja, dass man auch andere gefährdet.

Aber so ein Artikel ist ja eigentlich das beste Argument dafür, warum man ein Kondom benutzen sollte.


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#8
10.08.2016
23:23:30


(+6, 8 Votes)

Von qwertzgf


Schlimm.

Dumm.

Unverantwortlich.


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#9
11.08.2016
04:08:02


(+1, 9 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


.... einem potenziell hohen Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten ausgesetzt.

......um 25 verschiedene und z.T. schwerwiegende
Infektionserkrankungen koennen beim ungeschuetzten Sex uebertragen werden...

da ist es wenig interressant ob Preps geschluckt werden , oder das HIV Risiko dank idealer Einstellung nicht besteht...

Die HIV Infektion ist nur eines von vielen Risiken,das muss man bedenken.

Jede Infektion ,welche man sich einholt ist eine zuviel .......

Kondome haben einen unbestreitbaren "Schutzeffekt" auch wenn der Sex "ohne" angeblich tausendmal besser sein soll .....

Aber vielleicht brauchen ja auch einige das "Risiko" als eine besonderen Kick...

die wuerden auch Fallschirm springen mit nem

beschaedigten Schirm ....


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#10
11.08.2016
05:15:37


(+6, 6 Votes)

Von Pfote


Der Artikel und die Kommentare hier sind zumindest die besten Argumente, warum ich keine Strafverfahren wegen HIV Infektionen bei einvernehmlichen Sex mehr sehen will.


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