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  • 10.08.2016, 22:15h           7      Teilen:   |

Urteil mit Signalwirkung?

Belize: Homosexualität jetzt legal

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"Im Schatten blühe ich auf" – das Wappen Belizes seit der Unabhängigkeit 1981

Das Verfassungsgericht erklärte einen Strafrechtsparagrafen aus britischer Kolonialzeit für ungültig.

Von Norbert Blech

In Belize ist Homosexualität demnächst legal: Am Mittwoch hob das Verfassungsgericht einen Strafrechtsparagrafen auf, der Handlungen "gegen die Ordnung der Natur" mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Der Gesetzgeber muss das Strafrecht nun abändern.

Das früher als Britisch-Honduras bekannte Land ist damit die erste ehemalige britische Kronkolonie in der Karibik und der letzte zentralamerikanische Staat, der das Verbot homosexueller Handlungen abschafft. Es stammte aus dem Jahr 1888 aus britischer Kolonialzeit, bezog sich auf praktisch jeden Geschlechtsverkehr abseits der Einführung eines Penis in eine Vagina und wurde de facto nicht mehr angewandt.

Die LGBT-Organisation UNIBAM hatte das Gesetz 2010 vor das Gericht gebracht; die katholische Kirche und protestantische Kirchen warnten in Pressemitteilungen, einer Demonstration und selbst in Anhörungen vor dem Verfassungsgericht vor der Legalisierung, die letztlich zu einer Einführung einer Homo-Ehe führen werde. Mit einer Gesetzgebung pro LGBT ist das Land mit 328.000 Einwohnern allerdings bislang nicht aufgefallen. Das Urteil des Verfassungsgericht vom Mittwoch betont immerhin, dass der in der Verfassung garantierte Schutz vor Diskriminierung, der sich auf das Geschlecht bezieht, auch für den Punkt "sexuelle Orientierung" gelte.

Ein Gesetz, das ausländischen Homosexuellen – wie Sexarbeitern – die Einreise verbietet, ist derweil noch weiter in Kraft. Der Gerichtshof der Karibischen Gemeinschaft hatte die Klage des jamaikanischen Aktivisten Maurice Tomlinson gegen das Gesetz in Belize sowie ein entsprechendes in Trinidad und Tobago in diesem Juni abgewiesen, dabei aber betont, dass die Länder die Gesetze in der Praxis wegen internationaler Verträge nicht anwenden könnten.

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Über 70 Länder bestrafen weiter

Erst im Mai hatte der pazifische Mini-Staat Nauru das seit 117 Jahren bestehende Verbot homosexueller Handlungen unter Männern aufgehoben, das aus deutscher Kolonialzeit stammte (queer.de berichtete). Wenige Wochen zuvor hatte das Parlament der Seychellen ein entsprechendes Gesetz aus britischer Kolonialzeit abgeschafft (queer.de berichtete).

Die Zahl der Staaten, die eine Bestrafung homosexueller Handlungen vorsehen, ist nach der Legalisierung in Belize auf 72 Länder gesunken, 45 davon bestrafen auch die Liebe zwischen Frauen. Nicht in jedem Land werden die anti-homosexuellen Strafrechtsparagrafen konsequent oder überhaupt noch angewandt. In der Zählung mit 72 Ländern der LGBT-Organisation ILGA fehlen die nur teilweise international anerkannten Cook-Inseln (das Strafrecht wird aber nicht angewandt), die vom "Islamischen Staat" kontrollierten Gebiete (Irak und Syrien sind in der Zählung enthalten), die Palästinensischen Autonomiegebiete (im Gaza-Streifen ist noch ein Strafrecht aus britischer Mandatszeit in der Theorie gültig) und zwei Provinzen in Indonesien, die Homosexualität nach Scharia-Recht unter Muslimen u.a. mit Peitschenhieben verbieten.

Der jamaikanische LGBT-Aktivist und Jurist Maurice Tomlinson sagte gegenüber dem Portal Buzzfeed, er hoffe, dass das Urteil aus Belize eine Signalwirkung auf weitere Länder in der Karibik und auch auf seine Heimat entfalte, dort hatte er im letzten Dezember eine Klage gegen das Homo-Verbot beim Verfassungsgericht eingereicht. Unter den 72 Ländern, die Homosexualität bestrafen, befinden sich zehn aus der Karibik, deren Gesetze auf die Kolonialzeit zurückgehen.

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Tags: belize, karibik, strafverfolgung
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Reaktionen zu "Belize: Homosexualität jetzt legal"


 7 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.08.2016
22:21:46


(+8, 10 Votes)

Von falken42
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das ist doch mal ne schöne nachricht.

die religioten haben sich auch mal wieder enttarnt... schaut gut hin, ihr gläubigen nichtheteros.


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#2
10.08.2016
23:52:51


(+3, 5 Votes)

Von LGBTRights


Sehr erfreulich, daß Belize nun diesen Schand-§ aus der britischen Kolonialzeit für ungültig erklärt hat! Das ist ein guter Tag für uns sowie gleichzeitig auch ein schwarzer für die evangelische und katholische Kirche, die sich mit Zähnen und Klauen gegen die Legalisierung von Homosexualität gewehrt hat! In diesem Fall darf der Gesetzgeber keine wertvolle Zeit mehr verlieren und muß endlich HANDELN!


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#3
11.08.2016
07:04:17
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von markusbln11


Das ist eine sehr erfreuliche nachricht. In einem meiner konmentare der letzten wochen habe ich belize noch gebrandmarkt.

Umso mehr freue ich mich, dass ein weiteres lateinamerikanisches land juristische fesseln aus viktorianischer kolonialzeit abgestriffen hat.

Hoffen wir, dass guyana und die diversen ex-britischen inseln der karibik mit homo-verboten dem guten beispiel belizes folgen.


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#4
11.08.2016
08:54:59


(-2, 6 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


"Unter den 72 Ländern, die Homosexualität bestrafen, befinden sich zehn aus der Karibik, deren Gesetze auf die Kolonialzeit zurückgehen."

Es handelt sich dabei um ehemalige britische Kolonien.
In den ehemaligen französischen Gebieten bzw. in den französischen Überseeprovinzen in der Karibik war Homosexualität nicht verboten.


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#5
11.08.2016
12:08:50


(0, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von GeorgG


""Es handelt sich dabei um ehemalige britische Kolonien.
In den ehemaligen französischen Gebieten bzw. in den französischen Überseeprovinzen in der Karibik war Homosexualität nicht verboten.""..

Woran könnte das liegen ?
Vielleicht daran daß die Französische Revolution die Abschaffung der Strafbarkeit gebracht hat ?

Die von Napoleon dann über Europa gebracht, auch andere Länder hätte ergreifen können ?

Aber die Briten wurden ja nicht erobert..


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#6
11.08.2016
14:51:47


(+4, 4 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


Ich möchte in meinen Leben noch erleben, daß in der gesamten Welt diese Unrechtsparagraphen abgeschafft werden und daß die Politiker, Juristen und Geistlichen, die jenes Unrecht gefördert und umgesetzt haben, lebenslang hinter Gittern verschwinden.


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#7
11.08.2016
18:09:29


(+4, 4 Votes)

Von GayofCulture


Erstaunlich, dass es gerade Klein- und Kleinststaaten sind, die das schaffen, aber viele Flächenländer diesem Beispiel nicht folgen. Bin aber froh, dass die Republik Belize endlich auch diesen Schritt gegangen ist. Selbst in Kuba ist mit einer vollständigen Öffnung wohl in der nächsten Zeit zu rechnen. Bin gespannt, ob das Wirkung auf kleine Länder in Afrika oder Asien hat, die ggf. Belize nachfolgen.


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