Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 11.08.2016, 15:14h           8      Teilen:   |

Der lange Weg zum Coming-out

Colton Haynes: "Fühle mich schlecht, dass ich so lange lügen musste"

Artikelbild
In "Teen Wolf" zeigte Colton Haynes Haut, sollte aber laut seinen Beratern auf jeden Fall so tun, als ob er eine Hete ist (Bild: MTV)

Der "Teenwolf"-Star erzählt, warum er so lange mit seinem Coming-out gewartet hat.

Der schwule US-Schauspieler Colton Haynes hat in einem ausführlichen Porträt des LGBT-Magazins "Out" darüber gesprochen, wie schwer er sich mit seiner sexuellen Orientierung getan hat. Der 28-Jährige hatte sich erst im Mai geoutet (queer.de berichtete).

Haynes sagte, er habe sich im Alter von 14 Jahren im ländlichen Kansas gegenüber seiner Familie und seinen Klassenkameraden geoutet und damit extrem schlechte Erfahrungen gemacht. In der Schule sei er gemobbt worden, seine alleinerziehende Mutter sei "bestürzt" gewesen. Er wurde sogar für den Selbstmord seines getrennt lebenden Vaters, der sieben Mal verheiratet war, verantwortlich gemacht: "Mir wurde gesagt, dass mein Vater sich umgebracht hat, weil er herausgefunden hat, dass ich schwul bin. Daher bin ich natürlich ausgerastet und habe mir gedacht: 'Wir kann man so etwas sagen?'"

Natürlich wisse er nicht, ob das wahr sei, so Haynes. "Aber als ich mit meinem Bruder die Sachen von meinem Vater abgeholt habe, habe ich auf dem Kühlschrank nur ein Bild gesehen, das mich bei der Abschlussfeier der achten Klasse zeigt. Also dachte ich mir: Scheiße."

Fortsetzung nach Anzeige


Mit 17 nach Hollywood

Schon früh sei er aus dem Landleben geflohen und mit 17 nach Los Angeles gezogen, um Schauspieler zu werden. Berater hätten ihm dann erzählt, dass alle seine Träume wahr werden könnten, wenn er seine sexuelle Orientierung versteckt. "Ich fühle mich wirklich schlecht, weil ich so lange lügen musste. Aber mir wurde gesagt, dass das der einzige Weg ist, um erfolgreich zu sein", so Haynes. "Wenn man das glaubt, tut man alles, besonders wenn man aus Kansas kommt."

Als er 2011 seinen Durchbruch mit einer Rolle in der neuen Serie "Teen Wolf" schaffte, versuchte sein Management alles, um seine Homosexualität zu verstecken. Dazu gehörte, dass ein Fotoshooting für das Schwulenmagazin XY aus dem Jahr 2006, in dem er seinen damaligen Freund küsste, aus dem Internet getilgt werden sollte. Das habe den Eindruck gemacht, als ob er Schwule hasse, so Haynes.

Sein vorsichtiges Coming-out zunächst durch kryptische Kommentare in sozialen Netzwerken führte auch zu Kritik vom schwulen Schauspielkollegen Noah Galvin ("The Real O'Neals"), der sagte: "Das ist kein Coming-out. Das ist 'fucking pussy bullshit'" (queer.de berichtete). Im "Out"-Interview reagierte Haynes auf die Kritik mit den Worten: "Der hat keine Ahnung, was ich durchgemacht habe. Und ich kann nicht über ihn sprechen, weil ich ihn auch nicht persönlich kenne."

Haynes hatte vor seinem Coming-out öffentlich über seine Angststörungen gesprochen, die er seit der Mittelschule gehabt habe. Er beschrieb bereits im vergangenen Jahr ausführlich, dass er deshalb unter anderem Ohnmachts- und Krampfanfälle erlitten habe.

Auf der Suche nach der große Liebe

In "Out" verriet Haynes auch, dass er noch zu haben sei, aber eher zurückhaltend mit Verabredungen ist: "Ich hatte keinen Sex seit… Ich kann nicht mal sagen, wie lange", so Haynes. Er sei zuvor in der Liebe enttäuscht worden, glaube aber, Mr. Right noch zu finden. Als Traummann wünsche er sich eine Kombination aus Ryan Reynolds, John Cena und Idris Elba.

Im Herbst wird Haynes wieder im US-Fernsehen zu sehen sein, erstmals als offen schwuler Schauspieler: Er konnte eine Rolle in der zweiten Staffel der Horrorkomödie "Scream Queens" ergattern. Die im Sender Fox ausgestrahlte schrille Serie mit Jamie Lee Curtis ist unter Schwulen sehr beliebt. Sie wurde von Ryan Murphy, Brad Falchuk und Ian Brennan entwickelt, die bereits zuvor mit "Glee" einen Hit gelandet hatten. In Deutschland sind die "Scream Queens" bislang noch nicht gezeigt worden. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 8 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 215             5     
Service: | pdf | mailen
Tags: colton haynes
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Colton Haynes: "Fühle mich schlecht, dass ich so lange lügen musste""


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
11.08.2016
17:31:33


(+6, 12 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Unser Kansas findet man da, wo Evangelikale, Katholiban, AfD und Besorgte Eltern ihr Unwesen treiben.
Und manche Jugendliche treibt soetwas in Depressionen bis hin zum Selbstmord. Deswegen kann es gegenüber Religiösen immer nur eins geben.
Rote Karte zeigen und Religioten zurückdrängen, bis sie sich auf die eigenen vier Wände beschränken und Kinder in Sicherheit sind.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
11.08.2016
18:41:35


(+6, 8 Votes)

Von falken42
Profil nur für angemeldete User sichtbar


ich glaube viele haben ähnliches erlebt, berühmte und nicht so berühmte.
ich habe mich auch erst mit mitte zwanzig getraut und die suche nach der liebe beschäftigt mich noch immer ;)
schön das er das so offen erzählt. vielleicht ist das auch hilfreich uns langsam von dem hedonistischen image zu befreien, das uns immer noch anhaftet.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
11.08.2016
20:57:37
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von janx


Diesen Artikel sollten besonders die mehrmals lesen, die immer rummeckern das X oder Y sich ja viel früher hätte outen müssen und alles viel zu zaghaft ist usw. usf. Es ist eben für manche nicht so einfach und anstatt zu lästern sollte die Community mehr unterstützen und ermutigen anstatt immer nur das Negative zu sehen. Meine Meinung!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
11.08.2016
21:30:53


(+6, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Berater hätten ihm dann erzählt, dass alle seine Träume wahr werden könnten, wenn er seine sexuelle Orientierung versteckt.""..

Es wäre schön wenn Menschen wie Colton Haynes solche "Berater" dann auch mal öffentlich bloßstellen, in einer Art "Zwangs-Outing" von homophoben Verhalten, und diese Leute dann damit entweder aus dem Geschäft bringen, oder zum öffentlichem Umdenken zwingen..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
11.08.2016
21:45:41


(-9, 13 Votes)

Von Garfield


Er hatte es sicherlich nicht leicht, kein Thema. Aber jetzt stilisiert er sich zu einem Säulenheiligen schwuler Unterdrückung.
Das stört mich etwas.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
11.08.2016
22:48:06


(+2, 8 Votes)

Von LGBTRights


Hier noch ein weiteres Coming-Out:

Link zu www.queerty.com

Die Beiden sind ein tolles Paar!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
12.08.2016
10:01:21


(+4, 6 Votes)

Von falken42
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von janx


ich habe viel verständnis für die probleme sich zu outen, ging mir selbst nicht anders.
doch bitte wie sagt man "die kirche im dorf lassen".
er hat sich in seinem persönlichen umfeld vor jahren geoutet, sonst hätte es das aus dem internet entfernte bild mit dem freund nicht gegeben.
um wirtschaftlichen erfolg zu haben, führte er ein geheimes doppelleben, das er nun als star oder sternchen aufgibt. ich unterschlage nicht, das er auch ängste hatte, aber es ist trotzdem was anderes wenn ein junger mann angst davor hat sich überhaupt zu outen, da spielt geld dann keine rolle.
hätte er privates und berufliches outing verbunden, würden wir heute hier keinen artikel über ihn lesen, da er in der anonymen masse verschwunden wäre. es ist schön das heute schauspieler nicht mehr bis kurz vor ihrem tod warten sich zu outen, wie rock hudson. aber besser und eure und meine bewunderung mehr verdient, haben die leute die den mut aufbringen sich zu outen ohne an die karriere zu denken. auch wenn wir ihre namen nicht kennen und sie nicht aussehen wie die züchtung eines modelunternehmens.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
12.08.2016
10:15:24


(+4, 6 Votes)

Von Shinkaishi
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von janx


Das sehe ich auch so, es nützt wenig, Leute wegen solcher Dinge bloßzustellen.
Es ist etwas anderes, wenn jemand tatsächlich in der Öffentlichkeit GEGEN Homosexuelle agiert, aber lediglich nicht den Mut zum Coming Out haben?
Sollte das nicht eher ein Fall sein in dem man sich besonders bemüht, den Leuten entgegenzukommen?

Wem nützt es auf solche Leute zu schimpfen?
Der einzige Zweck scheint mir, dass andere sich dann mit ihrer größeren Offenheit profilieren wollen und das ist dann auch etwas schäbig...

Das schlimme ist, dass seine Berater vielleicht sogar anfangs recht hatten, so lange ist Homosexualität leider noch nicht salonfähig geworden - und ich weiß nicht, ob es nicht auch heute noch hinreichend viele Fälle gibt, in denen es zumindest ein Faktor für Produzenten und co wäre, lieber einen anderen Kandidaten zu wählen...

Das heute Jugendliche damit aufwachsen, dass Schauspieler und andere Prominente viel häufiger offen homosexuell sein können ist zumindest ein guter Schritt um es zu normalisieren.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 BOULEVARD - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 BOULEVARD



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Grüne NRW schicken Sven Lehmann in den Bundestag Kein Termin für LGBTI-Aktivisten: Kultusminister redet lieber mit Homo-Hassern Berlin: Straße wird nach Homo-Aktivist benannt Was verbindet "Refugees and Queers"?
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt