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  • 27. November 2008, noch kein Kommentar

Mehr als Sonne, Strand und Szene: Die Kanaren-Insel Teneriffa gehört zum landschaftlich Schönsten, was Europa zu bieten hat.

Von Roberto La Pietra

Einen Trip rund um die Insel Teneriffa startet man am besten in der Hauptstadt Santa Cruz. Die Hafenmetropole hat schöne Einkaufsstraßen ebenso zu bieten wie exotische Parks und Aussichtspunkte über den Atlantik. Nördlich von Santa Cruz liegt Teresitas, ein Strand mit goldenem Sahara-Sand - überwiegend von Einheimischen besucht und daher gänzlich untouristisch. Fährt man noch ein kleines Stück weiter nach Norden gelangt man über gewundene Straßen zum versteckten Gaviotas-Strand, der als gay-friendly gilt.

Abends gibt es zwar ein großes Ausgeh-Angebot in Santa Cruz, Szene-Bars finden sich allerdings nur wenige. Zu nennen ist "Kyat", ein kleines Café in der Avenida Madrid 2. Auch an der Ecke Avenida de la Asunción und Calle General Serrano gibt es eine schwule Bar – allerdings unter der Woche nicht unbedingt brechend voll.

Vor der Fahrt nach Puerto de la Cruz im Norden der Insel sollte man unbedingt einen Ausflug durch die atemberaubende Landschaft des Anaga-Gebirges unternehmen. Dichte Laubwälder und Aussichtspunkte mit Blick auf den höchsten Berg Spaniens, den Teide, machen die Strecke zu einem absoluten Erlebnis. Höhepunkt der Fahrt ist der Halt in Taganana an der Nordküste. Das Meer ist beeindruckend aufgewühlt und die Wellen schlagen gewaltvoll an die Felsen. Bei "Casa África" kann man lecker fangfrischen Fisch speisen – dazu gibt es Salat, Ziegenkäse, Kartoffeln und sogar Wein. Alles zusammen kostet nur zehn Euro!

Fährt man von Santa Cruz nach Puerto de la Cruz, macht man am besten einen Stopp in der ehemaligen Inselhauptstadt La Laguna, um einen Spaziergang durch die historische Altstadt zu unternehmen. Nicht verpassen sollte man einen Blick in einige Haushöfe, die oft wahre Gärten Eden sind.
Kurz vor der Ankunft in Puerto liegt einem das Orotava-Tal zu Füßen – beim farbenfrohen Anblick soll Alexander von Humboldt einst vor Rührung niederkniend in Tränen ausgebrochen sein.

Puerto de la Cruz ist Teneriffas erste Touristen-Hochburg, die stark in der Hand deutscher Senioren liegt. Im westlichen Teil der Stadt findet man schöne Wohngegenden ebenso wie die kunstvoll angelegten Lavastrände des Playa Jardin. Hier ist auch der Eingang des berühmten Loro Parque – eines riesigen Tierparks, der wegen seiner botanischen Vielfalt auch Pflanzenfreunde beeindrucken dürfte.

Puerto de la Cruz kann als kleines Gay-Zentrum der Insel bezeichnet werden. Ein schönes Essen sollte man sich zum Beispiel im Restaurant "El Casino" in der Calle Iriarte gönnen, um anschließend in die Bars und Diskos an der Avenida Generalisimo 24 weiter zu ziehen - zum Beispiel ins "Anderson" oder "D’Espanto". Das Nachtleben beginnt sehr spät – also gar nicht erst vor 24 Uhr auftauchen und den Aufenthalt in Puerto möglichst aufs Wochenende legen.

Wer nun weiter zur sonnensicheren Seite im Süden der Insel fahren möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder er fährt über den Teide oder entlang des Inselnordens. Da man beide Routen nicht verpassen sollte, kann man sich auch für einen Tagesausflug zum Vulkanberg entscheiden und über die Nord- und Westküste Richtung Süden fahren.

Hinauf zum Teide bietet sich die Fahrt über La Esperanza an. Auf kurvigen Straßen geht es durch schattige Nadelwälder und man hat immer wieder Aussicht auf Puerto de la Cruz und den Ozean. Je näher man dem Gipfel kommt, desto karger wird die Landschaft, bis sie sich schließlich in eine bizarre Mondlandschaft verwandelt. Wer ganz bis zur Spitze des 3.718 Meter hohen Teide möchte, nimmt am besten die Seilbahn, doch auch schon in 2.000 Metern Höhe ist es sehr beeindruckend und man erspart sich lange Wartezeiten vor der Station. Hinab Richtung Puerto sollte man den Weg durch das saftig grüne Orotava-Tal mit einem Stopp im gleichnamigen Städtchen wählen. Bei "Sabor Canario" lassen sich landestypische Speisen probieren.

Auf dem Weg von Puerto de la Cruz zu den Stränden von Las Américas und Co. geht es nun entlang der Nordküste. Erster Stopp sollte Garachico sein, ein fast kreisrundes Dörfchen direkt am Meer. Weiter führt die Straße schließlich ins Teno-Gebirge mit engen, steilen Tälern, die einen Blick bis zum Ozean und oft sogar bis zur Nachbarinsel La Gomera bieten – absolut atemberaubend! Anschließend erreicht man das Bergdorf Masca, bevor es bergab geht durch grüne Täler in Richtung der rund 500 Meter hohen Steilküsten von Los Gigantes.

Schließlich gelangt man nach dieser faszinierenden, aber ebenso anstrengenden Tour nach Costa Adeje bzw. Playa de las Américas, wo man sich nach getaner "Arbeit" ein paar Tage oder sogar Wochen in herrlichen Hotelanlagen verwöhnen lassen kann. Das Nachtleben ist hier nicht unbedingt auf schwule Cruising-Bedürfnisse zugeschnitten, bietet aber dennoch genügend Abwechslung, um sich nicht zu langweilen: chillige Bars nicht nur am, sondern quasi auch im Strand, Lokale mit Meerblick und edle Restaurants von höchstem Niveau für diejenigen, die sich mal richtig was gönnen möchten: das Restaurant Poseidon im Hotel Iberostar Anthélia ist zum Beispiel eine absolute Wucht mit erlesenen Speisen, perfektem Service und Blick auf den Ozean.

Fazit: Teneriffa ist eine fantastische Insel mit tausend Gesichtern – je nach Inselseite und Höhe der besuchten Region ergibt sich immer eine völlig neue Atmosphäre. Nicht umsonst heißt es, die Insel wäre ein Kontinent für sich. Das knappe Angebot an Gay-Locations außerhalb von Puerto de la Cruz macht Teneriffa locker wieder wett durch die Landschaft, das Meer, die gastfreundlichen Menschen und das herzhafte Essen!