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  • 12.08.2016, 10:18h           10      Teilen:   |

Orlando

Proteste wegen Trump-Auftritt vor Homo-Hassern

Artikelbild
Donald Trump erwähnte bei seiner Rede in Orlando das Thema LGBT-Rechte nicht

Donald Trump warb bei einer Veranstaltung von homophoben Pastoren unweit des "Pulse" um Stimmen.

Zu Update springen: Trump nimmt an weiterer homophober Konferenz teil

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat am Donnerstagnachmittag bei einer Veranstaltung des LGBT-feindlichen "American Renewal Project" in Orlando eine Rede vor hunderten Pfarrern gehalten, in der er um die Unterstützung von evangelikalen Christen warb. Die zweitägige Veranstaltung findet genau zwei Monate nach dem Massaker auf das "Pulse" statt, bei dem 49 Besucher von einem islamistischen Terroristen erschossen worden sind (queer.de berichtete). Die Pastoren treffen sich im Hotel Hyatt Regency Orlando, 15 Kilometer vom "Pulse" entfernt.

In seiner Rede erwähnte Trump LGBT-Rechte mit keinen Wort. Der 70-Jährige warnte jedoch davor, dass er die Wahl verlieren könnte, wenn nicht genügend Evangelikale an die Urnen gehen. Daher habe vor vier Jahren Mitt Romney gegen Barack Obama verloren. "Für Evangelikale, für Christen, für alle religiösen Menschen, wird das wohl die wichtigste Wahl sein, die unser Land je gesehen hat", so Trump. Am Freitag soll dort auch der US-Senator Marco Rubio auftreten, der sich in den Vorwahlen ebenfalls um die republikanische Präsidentschaftskandidatur beworben hatte.

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"Zeigt ein wenig Respekt"

Den ganzen Tag über protestierten LGBT-Aktivisten vor dem Hotel gegen die Veranstaltung. Sie hielten Transparente und Schilder mit Aufschriften wie "Entwaffnet den Hass" oder "Zeigt ein wenig Respekt". Außerdem hielten Angehörige von im "Pulse" getöteten Menschen Reden und zeigten die Bilder der Verstorbenen.


Protestaktion vor dem Beginn der Konferenz (Bild: Equality Florida)


"Die Organisatoren der Konferenz verbreiten eine Botschaft, die LGBT-Menschen entmenschlicht und abwertet", kritisierte Joe Saunders von der "Human Rights Campaign", der größten LGBT-Organisation der USA. Trump und Rubio zeigten mit ihrer Teilnahme ihr wahres Gesicht. Auch viele lokale Aktivisten übten scharfe Kritik: "Das Problem ist, dass genau zwei Monate nach dem Massaker zwei so prominente Politiker wie Rubio und Trump eine Konferenz anführen, in der wir erniedrigt und dämonisiert werden und eine Kultur des Hasses gegen die LGBTQ-Community kultiviert wird", so CSD-Organisatorin Lexi Wright vom Space Coast Pride.

Demokraten: "Hetzer" werden aufgewertet

Kritik kam auch von der demokratischen Partei: "Statt an diejenigen zu erinnern, die vor zwei Monaten ihr Leben im 'Pulse' verloren haben, sind Donald Trump und Marco Rubio nach Orlando gekommen, um ein Treffen der größter Hetzer gegen Schwule und Lesben aufzuwerten", erklärte die demokratische Parteichefin Donna Brazile und der Chef des LGBT-Gruppe der Demokraten, Earl Fowlkes, in einer gemeinsamen Erklärung. Sie betonten, dass ihre Partei "Solidarität mit der LGBT-Community" übe, die noch immer um die Opfer der tödlichsten Massenschießerei in der amerikanischen Geschichte trauere. "Wir schlagen vor, dass sich Trump und Rubio von Extremisten distanzieren sollten, die Schwule mit Nazis verglichen haben und HIV/Aids als 'göttliche Strafe' für Homosexualität ansehen", heißt es in der Erklärung weiter. "Wenn sie das nicht tun, ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass Trump nicht geeignet ist, dieses Land anzuführen." Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton hatte vor drei Wochen den Tatort besucht und sich mit Angehörigen der Opfer und Vertretern der Community getroffen (queer.de berichtete).

Das "American Renewal Project" ist eine vom erzkonservativen Aktivisten David Lane gegründete Lobbygruppe, die sich als eines ihrer Hauptanliegen den Kampf gegen LGBT-Rechte verschrieben hat. Lane hatte bereits im Vorfeld der Veranstaltung angekündigt, dass er mit dem Event das Ziel verfolge, "homosexuellen Totalitarismus" zurückzudrängen. Die Veranstaltung ist ein Treffen einiger der lautstärksten und bekanntesten homophoben Aktivisten in den USA. Dazu zählen etwa Mat Staver, der Schwule und Lesben als "dämonisch" bezeichnet, und Ken Graves, der vor "militantem Homofaschismus" warnt.

"American Renewal Project"-Teilnehmer werfen Medien Lügen vor

Teilnehmer der Veranstaltung bestritten dagegen schlicht, dass es sich um ein gegen LGBT-Rechte gerichtetes Treffen handle – und beschuldigten politische Gegner und die Medien, Lügen zu verbreiten. "Dieses Treffen ist für Pfarrer und keine Anti-LGBT-Veranstaltung", erklärte etwa Mat Staver. "Politische Opportunisten haben über die Ziele dieser Veranstaltung gelogen, um ihre politischen Agendas voranzutreiben." Senator Marco Rubio erklärte gegenüber der "Tampa Bay Times": "Überlassen sie es den Medien und liberalen Aktivisten, ein Treffen von religiösen Anführern in eine Anti-LGBT-Veranstaltung umzudeuten." (dk)

 Update  15:00 Uhr: Trump tritt bei weiterer Homo-Hasser-Konferenz auf

Die homofeindliche Organisation "Family Research Council" (FRC) hat bekannt gegeben, dass Donald Trump auch bei ihrem kommenden Monat stattfindenden "Values Voter Summit" teilnimmt. Das Treffen wird seit 2007 jedes Jahr in Washington veranstaltet und lockt zirka 2.000 erzkonservative Aktivisten an. Bereits im letzten Jahr hatte Trump während des Vorwahlkampfes an der Konferenz teilgenommen.

Die beiden Hauptforderungen des "Family Research Council" sind, Abtreibung zu verbieten und LGBT-Rechte einzuschränken. Das FRC wird vom "Southern Poverty Law Center" als Hassgruppe eingestuft. FRC-Chef Tony Perkins ist immer wieder durch extrem homophobe Äußerungen aufgefallen. So bezeichnete er Kindesmissbrauch als "homosexuelles Problem", warf LGBT-Aktivisten vor, mit dem Teufel zu paktieren, und begrüßte sogar den Plan von Uganda, Homosexuelle zu exekutieren, als "lobenswert".

Mehr zum Thema:
» Donald Trump tritt vor Homo-Hassern in Orlando auf (10.08.16)
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Tags: donald trump, orlando, us-wahlen, florida
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Reaktionen zu "Proteste wegen Trump-Auftritt vor Homo-Hassern"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
12.08.2016
10:30:00


(+8, 8 Votes)

Von Robin


So kurz nach einem Attentat mit Dutzenden toten Schwulen und Lesben in der Nähe vor Homohassern zu sprechen, beweist seine Geschmacklosigkeit, seine Skrupellosigkeit und dass er kein bisschen Anstand hat.

Die Proteste sind richtig und wichtig.

Hoffentlich wird dieser Despot nicht US-Präsident... Das wäre nicht nur für die USA eine Katastrophe, sondern für die ganze Welt...


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#2
12.08.2016
10:56:53


(-2, 6 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Bei diesen Pastoren handelt es sich um Evangelikale. Diese haben vor allem in den Südstaaten der USA immer noch eine solche Macht, dass republikanische Wahlkandidaten die Evangelikalen nicht umgehen können.
Hillary Clinton dagegen verzichtet bewusst auf eine Unterstützung der Evangelikalen, da diese sowieso Trump wählen werden.

Die Katholiken der USA (nicht unbedingt die katholische Amtskirche) sind gegenüber dem Thema Homosexualität die liberalsten Amerikaner, was auch hier bei queer.de wiederholt thematisiert wurde.


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#3
12.08.2016
11:23:47


(+8, 10 Votes)

Von Yannick


"Dieses Treffen ist für Pfarrer und keine Anti-LGBT-Veranstaltung"

Wenn diese Pfarrer gegen GLBTI hetzen, ist es eben doch eine Anti-GLBTI-Veranstaltung.


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#4
12.08.2016
11:38:55


(+5, 7 Votes)

Von Mariposa
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Da bin ich mir nicht so sicher - einige Evangelikale werden diesmal gar nicht wählen, weil sie Trump eben nicht gerade einen "gottgefälligen" Lebensstil bescheinigen. Ihr Liebling wäre Cruz gewesen.

Die Katholiken stehen wohl mehrheitlich auf der Seite Clintons. Da kam besonders gut an, daß Hillary auch nach dem Seitensprung ihres Ehemanns zu ihm stand. Zudem werden die fremdenfeindlichen Sprüche Trumps abgelehnt.


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#5
12.08.2016
11:54:52


(+6, 8 Votes)

Von Vorsicht
Antwort zu Kommentar #4 von Mariposa


Aber dieselben Leute schätzen die homo- und transphoben Sprüche Trumps.

Ich wäre mit solchen Prognosen, welche Gruppen wen wählen oder auch gar nicht wählen, sehr vorsichtig...

Denn gerade in den USA geht es bei Wahlen nicht nur um Vernunftentscheidungen, sondern auch um die ganze Show drumherum, um Gerüchte, tagesaktuelle Stimmungen, etc.

Würde kurz vor der Wahl etwas schlimmes passieren (was ich nicht hoffe), könnte Trump innerhalb eines Tages wieder vorne liegen. Oder würde über Hillary noch irgendwas dramatisches an die Öffentlichkeit gelangen, auch.

Das Ding ist noch lange nicht gegessen und ich fürchte, dass man in Europa Trump immer noch unterschätzt. Der könnte durchaus noch die Wahl gewinnen...


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#6
12.08.2016
12:06:20


(+8, 8 Votes)

Von Stewie


Donald Trump schreckt vor nichts zurück, was ihm irgendwie nutzen könnte.

Und das ist (neben seinen inhaltlichen Überzeugungen) das größte Problem.


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#7
12.08.2016
12:14:38


(+5, 7 Votes)

Von Mariposa


Bei den Evangelikalen kam auch gar nicht gut an, als Trump sich über die Eltern eines gefallenen GI (wegen der muslimischen Herkunft) lustig gemacht hat.


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#8
12.08.2016
12:17:10


(-4, 6 Votes)

Von Faschismus-Watch


"Sie hielten Transparente und Schilder mit Aufschriften wie "Entwaffnet den Hass" oder "Zeigt ein wenig Respekt". Außerdem hielten Angehörige von im "Pulse" getöteten Menschen Reden und zeigten die Bilder der Verstorbenen...
"Die Organisatoren der Konferenz verbreiten eine Botschaft, die LGBT-Menschen entmenschlicht und abwertet""

Und hierzulande werden die neofaschistischen Demagogen von AfD & Co. regelmäßig von den zugleich flüchtlings- und migrant_innenfeindlich hetzenden (gerade auch "öffentlich-rechtlichen") Konzern- und Elitenmedien hofiert und z. B. "Der Spiegel" fährt eine gezielte Kampagne, um AfD und NPD Wahlkampfwerbung in Schulen zu ermöglichen. Die "Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung" verbreiten regelmäßig faschistische Positionen als "ganz normales" und anscheinend, nach ihrem entlarvenden "Demokratie"verständnis, berechtigtes "Programm".

Es gibt offensichtlich ausreichenden und dringenden Anlass und Notwendigkeit für Massenmobilisierungen und -protest, in diesen Zeiten der immer tieferen globalen Krise des Kapitalismus und der gezielten Förderung und Verbreitung von Menschenverachtung in allen denkbaren Formen durch die herrschende Milliardärsklasse und ihre Eliten.


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#9
12.08.2016
12:39:14


(+5, 9 Votes)

Von Mariposa


Das ist auch einer der Gründe, warum ich niemals in den USA leben möchte. Da ist mir dann sogar die großkoalitionäre Lethargie lieber - weil zumindest berechenbar....


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#10
12.08.2016
14:07:41


(+2, 10 Votes)

Von TheDad
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"" "Dieses Treffen ist für Pfarrer und keine Anti-LGBT-Veranstaltung", erklärte etwa Mat Staver. ""..

Jedes "Treffen" egal welchen Klerus auch immer, ist eine "Anti-LGBT-Veranstaltung"..

Darüber muß man sich endlich mal klar werden..


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