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  • 12.08.2016, 14:50h           23      Teilen:   |

Grindr ausspioniert

Olympische Spiele: Sportler in US-Magazin geoutet

Artikelbild
Via Grindr machte der "Daily Beast"-Journalist Jagd auf schwule Athleten

Das Online-Magazin "Daily Beast" hat in einem Artikel Sportler gegen ihren Willen geoutet, davon einige aus Ländern, die Homosexuelle verfolgen. Nach Protesten wurde der Artikel inzwischen gelöscht.

Ein heterosexueller US-Journalist mit Frau und Kind hat am Donnerstag in einem Artikel über das schwule Leben im Olympischen Dorf von Rio de Janeiro für Empörung gesorgt. Der Reporter des Nachrichten- und Meinungsmagazins "Daily Beast" hatte vor Ort mehrere Dating-Apps ausprobiert; weil aber seiner Meinung nach zu wenig bei Heterosexuellen los war, konzentrierte er sich auf die schwule App Grindr.

In seinem Artikel beschrieb er die Chats so detailliert, dass es nicht schwierig war, die Identität der Athleten zu erraten. So erwähnte er Alter, Sportart, Größe und Gewicht der Sportler; teilweise schrieb er sogar, wie sie im Turnier abgeschnitten haben, so dass jeder mit einer Google-Suche erfahren konnte, um wen es sich handelt. Im Artikel wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass manche dieser Sportler aus homophoben Ländern kamen. Der Journalist hatte seinem Bericht zufolge den Sportlern nicht gesagt, dass er nicht schwul ist, und dass er Details über sie veröffentlichen wolle.


Der kritisierte Artikel war zwar nur wenige Stunden online. Für einige schwule Sportler könnte er aber Konsequenzen haben.


Nach Kritik in sozialen Netzwerken entschärfte "Daily Beast" den Artikel zunächst und nahm einige Details heraus. Chefredakteur John Avlon verteidigte die Geschichte und wies Vorwürfe zurück, der Artikel würde sich über schwule Athleten lustig machen. Auch sei der Journalist nicht unethisch in seinem Recherchen vorgegangen. Avlon erklärte ferner, dass der Reporter weit mehr Einladungen auf Grindr als auf Hetero-Datingseiten erhalten habe.

Fortsetzung nach Anzeige


"Wir waren im Unrecht"

Am Abend änderte Avlon schließlich seine Meinung und ließ den Artikel entfernen. Er postete auch eine Entschuldigung: "Wir waren im Unrecht. Wir werden in Zukunft besser sein", heißt es darin. Dies sei ein "noch nie dagewesener aber notwendiger Schritt". Man habe aber nie die Absicht gehabt, "Mitgliedern der LGBT-Community Schaden zuzufügen oder ihnen die Würde zu nehmen".

LGBT-Aktivisten hatten scharfe Kritik geübt: Sarah Kate Ellis von der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation forderte etwa via Twitter, dass die Geschichte ersetzt werden sollte durch eine "echte Story über die Gewalt gegen LGBT-Menschen".

Der offen schwule Schwimmer Amini Fonua, einer von über 50 offen schwulen oder lesbischen Sportlerin in Rio, zeigte sich über den Artikel empört. Der aus Tonga stammende olympische Athlet schrieb in mehreren Twitter-Einträgen, dass sich "Daily Beast" schämen sollte. "Stellt Euch vor, dass der eine Ort, an dem Ihr Euch sicher fühlen könnte, der eine Ort, an dem Ihr Ihr selbst sein könnt, von einem Heterosexuellen ruiniert wird, der denkt, dass das alles nur ein Witz ist?" (dk)

Wochen-Umfrage: Würdest Du dich als (deutscher) Olympia-Teilnehmer als schwul oder lesbisch outen? (Ergebnis)

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Tags: grindr, olympische spiele, rio
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Reaktionen zu "Olympische Spiele: Sportler in US-Magazin geoutet"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
12.08.2016
16:24:57


(+1, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Ein heterosexueller US-Journalist mit Frau und Kind""..

Ist das jetzt auch so eine Art "Zwangs-Outing", oder dient das dem Verständnis der Intention dieses Journalisten ?


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#2
12.08.2016
17:03:15


(-8, 16 Votes)

Von falken42
Profil nur für angemeldete User sichtbar


es nervt mich, das so viele leute die man als prominent bezeichnet jahrelang geld damit machen, dass sie doppelleben führen. sie schaden damit uns allen, in dem sie den menschen insbesondere den kindern und jugendlichen die von der gesellschaft erzeugte illusion lassen, die welt sei eigentlich streng heterosexuell - beim fussball zum beispiel.
ich finde, wer sich in öffentliche rampenlicht begibt, ist eben nicht mehr einfach nur privatperson. insofern bin ich nicht total gegen outing durch irgendwelche boulevardblätter.
bei den deutschen profifussballern wäre das durchaus wünschenswert.
andererseits muß man sich den einzelnen natürlich immer genau anschauen. leute damit zu gefährden geht natürlich nicht.


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#3
12.08.2016
17:41:33
Via Handy


(+9, 15 Votes)

Von JW Grimm
Antwort zu Kommentar #2 von falken42


Deine Argumentation hilft einem schwulen Russen unheimlich weiter.

Was bleibt ihm: Das Land verlassen?

Soll immer bitte jeder für sich selbst entscheiden. Outing ist nur dann legitim, wenn die betreffende Person sich selbst als Homophober inszeniert.


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#4
12.08.2016
17:43:57
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Anonym
Antwort zu Kommentar #2 von falken42


Dennoch ist es immer ein Einschnitt in die Privatssphäre. Jeder hat frei zu entscheiden welche Informationen über sich selbst er mit allen Teilen will oder nicht.
Auch wenn es schön wäre, dass es mehr freiwillige Outings gäbe, die Mut machen können etc. Aber es ist nicht Sinn und Zweck eines Outings anderen Gerecht zu werden.


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#5
12.08.2016
17:58:51


(-3, 11 Votes)

Von DannyCologne89
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.08.2016


Schwieriges Thema... Einerseits ist es natürlich sehr hart für die Spieler/Olympioniken, dass man "zwangsgeoutet" wird.

Andererseits darf man nicht vergessen, dass unsere Community durch diese Art des Lebens (Doppelleben, Leugnung oder gar Verteufelung) extremen Schaden nimmt.

Die Athleten sind ja ein Vorbild und wenn man vielleicht sich outet und dann die Leute sehen: "Oha, der ist Sportler und schwul und gewinnt vielleicht sogar eine Medaille" dann kann das nur Positiv sein. Warum denn nicht? Es wird wieder so getan, als ob Schwule keine Sportler oder gar Menschen sein können.

Sowas kann ich nicht ab! Wir sind bunt wie der Regenbogen - vielleicht sogar noch bunter!

Ich würde gar nicht erst für ein Land antreten, dass mich verteufelt und meine Art zu leben so missbilligt... Das wäre das Letzte.

Vielleicht erklärt sich der Journalist ja bereit, die schwulen Athleten in die USA zu holen Schade, dass das so blöde gelaufen ist... Ich würde als Athlet definitiv das homohassende Land verlassen!!


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#6
12.08.2016
19:12:26


(+10, 12 Votes)

Von ursus


schon schwierig, jemanden zu be- oder verurteilen, in dessen profisportschuhen man nicht gelaufen ist. wichtig finde ich es jedenfalls, hier keine täter-opfer-umkehr zu betreiben.

"täter" sind in diesem fall die länder, organisationen und sponsoren, die ein coming-out erschweren oder sogar mit schweren strafen bedrohen. und ein journalist, der innerhalb eines diskriminierenden systems (damit sind jetzt auch die usa gemeint) einen für ihn selbst profitablen "skandal" produziert, ohne jede rücksicht auf die möglicherweise verheerenden folgen für die sportler_innen.

die nennung der heterosexuellen orientierung des journalisten finde ich in diesem zusammenhang übrigens wirklich hilfreich, um seine rücksichtslosigkeit besser einordnen zu können.


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#7
12.08.2016
21:17:31


(+10, 10 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Outing ist eine ganz persöhnliche Angelegenheit!Egal obs uns passt oder nicht!Es geht niemanden was an wie sich ein ungeouteter Mensch entscheidet!


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#8
12.08.2016
22:55:27


(+9, 9 Votes)

Von Garfield


Alles fuer die Quote. Nach diesem Motto produzieren Schreiberlinge (Journalisten will ich sie nicht nennen) ja nicht nur ueber LGBT-Menschen "Nachrichten", sondern sie gehen doch generell ueber Leichen. Und dass sie dabei Leben zerstoeren koennen, scheint sie nicht zu interessieren. Insoweit ist das Outing schwuler Athleten natuerlich hoechst verwerflich aber doch nicht aussergewoehnlich. Muessen wir, und damit meine ich nicht allein die LGBT-Community, sondern die ganze Gesellschaft, muessen wir uns nicht fragen, ob es solche "Meldungen" ueberhaupt gaebe, wenn wir nicht alle heiss auf jedes Fitzelchen aus dem Leben halbwegs prominenter Menschen waeren. Sind wir nicht vielmehr eine Gesellschaft, die keine Grenzen mehr kennt?


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#9
12.08.2016
23:11:18


(+1, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von JW Grimm


""Deine Argumentation hilft einem schwulen Russen unheimlich weiter.""..

Ausgerechnet die russische Olympiamannschaft ist ja nun bei diesen Sommerspielen sehr klein..

Natürlich soll das jeder für sich entscheiden..

Der Journalist hatte offensichtlich auf der Suche nach einer Story so etwas wie Langeweile..

""Der Reporter des Nachrichten- und Meinungsmagazins "Daily Beast" hatte vor Ort mehrere Dating-Apps ausprobiert; weil aber seiner Meinung nach zu wenig bei Heterosexuellen los war, konzentrierte er sich auf die schwule App Grindr.""..

Ach ?
Bei Hetens ist "zu wenig los" ?
Kuck an..


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#10
13.08.2016
05:29:56


(+6, 14 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #2 von falken42


Diesmal gehst Du mir deutlich zu weit. Der Artikel macht eigentlich das Boese an dieser Art des Outings mehr als deutlich. Da sin Deine Nerven nicht noch on top gefragt.

Selbstverstaendlich muessen extrem Homophobe mit Einfluss und oeffentlicher Wirkung, ob in Politik oder Kirchen, geoutet werden, wenn sich herausstellt, dass sie ein Doppelleben fuehren.

Aber nicht der Mensch von nebenan. Nicht derjenige, der das nicht moechte. Und schon gar nicht diejenigen, die damit in Gefahr gebracht werden.

Da ist mein Ausdruck "boese" noch harmlos.

Darum, ganz ehrlich, gefaellt mir Dein langer Abschnitt ueberhaupt nicht. Dabei gibt es Diskussionen, wo er passen wuerde.

Hier allerdings ganz und gar nicht.


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