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  • 12.08.2016, 16:51h           12      Teilen:   |

Human Rights Watch warnt

Indonesien: Situation von LGBT verschlechtert sich massiv

Artikelbild
Die konservative islamische Zeitung "Republika" mit der Headline: "LGBT sind eine ernste Gefahr" (Bild: Human Rights Watch)

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch schlägt Alarm: 2016 habe eine "nie dagewesener Angriff" auf LGBT-Rechte im bevölkerungsreichsten mehrheitlich muslimischen Land begonnen.

Regierungsvertreter, Islamisten und sogar religiöse Massenorganisationen verschärften mit Hasstiraden das gesellschaftliche Klima in Indonesien so sehr, dass man inzwischen von einer "schwerwiegenden langfristigen Bedrohung der Rechte und der Sicherheit von LGBT-Indonesiern" sprechen könne. Das erklärte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Weiter heißt es: "Die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten sind 2016 einem nie dagewesenen Angriff ausgesetzt."

Zwar habe es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verbale und tätlich Angriffe auf LGBT gegeben, allerdings habe sich die Lage seit Beginn des Jahres massiv verschlechtert. Es sei nun auch vorstellbar, dass Homosexualität unter Strafe gestellt wird.

In den letzten Monaten hat Indonesien unter anderem eine LGBTI-Kampagne der Vereinten Nationen gestoppt (queer.de berichtete). Zu den homophobsten Ausbrüchen von Regierungsvertretern gehörte die Äußerung von Verteidigungsminister Ryamizard Ryacudu, der im Februar gesagt hatte, dass die Akzeptanz Homosexueller schlimmer sei als ein Atomkrieg (queer.de berichtete). Daher müssten Schwule und Lesben mit "einer Art moderner Kriegsführung" bekämpft werden.

In Indonesien sind homosexuelle Handlungen nicht untersagt, mit Ausnahme der Provinz Aceh, die diese seit vergangenem Jahr nach Scharia-Recht mit Peitschenhieben bestrafen lässt. Allerdings ist die Mehrheit der Bürger äußerst LGBT-feindlich eingestellt. Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 erklärten 93 Prozent der Indonesier, dass Homosexualität bekämpft werden sollte – damit ist die Ablehnung dort noch größer als in Malaysia oder Pakistan, wo homosexuelle Handlungen unter Strafe stehen.

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Der Präsident schweigt

Präsident Joko Widodo lässt die Homo-Hasser gewähren
Präsident Joko Widodo lässt die Homo-Hasser gewähren

Kyle Knight, der Autor des Berichtes, beschuldigte die Regierung des für seine Wirtschaftsreformen auch im Westen geachteten Präsident Joko Widodo, die Stimmung anzuheizen. "Wenn er wollte, könnte er seinen Ministern und politischen Verbündeten sagen, sie sollen damit aufhören. Das tut er aber nicht", so Knight in einem Interview. Auch bei Menschenrechtsverletzungen gegen religiöse Minderheiten habe Widodo geschwiegen.

Die Radikalisierung habe mit dem neuen Strafrecht in Aceh begonnen. Das habe nationale Auswirkungen gehabt, die zunächst von Regierungsvertretern angefacht worden seien und sich anschließend auf andere Bereiche ausweiteten. So habe die Medienbehörde verboten, LGBT als "normal" darzustellen.

Religiöse Organisationen heizen Stimmung an

Auch die Religion spielt eine Rolle, so Knight. "Normalerweise erlassen rechtsradikale militante Islamisten in Indonesien Fatwas oder Edikte gegen die LGBT-Bevölkerung und andere Minderheiten. Aber jetzt machen auch moderate muslimische Gruppen mit." Dazu zähle die Nahdlatul Ulama, die mit 40 Millionen Mitgliedern die größte muslimische Nichtregierungsorganisation der Welt ist und auch Millionen an internationalen Fördergeldern erhält. "Historisch gesehen ist die Organisation antidschihadistisch und predigt Toleranz. Aber in der jetzigen Atmosphäre gießt sie Öl ins Feuer, indem sie sich für die Kriminalisierung von LGBT-Menschen einsetzt."

In dem Bericht wird die indonesische Regierung aufgefordert, die negative Entwicklung zu beenden. Außerdem müssten die Vereinten Nationen ihre Entwicklungszusammenarbeit mit dem Land überdenken und dürften nur Organisationen fördern, die sich den Prinzipien der Nichtdiskriminierung verschrieben hätten. (dk)

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Tags: indonesien, human rights watch, joko widodo
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Reaktionen zu "Indonesien: Situation von LGBT verschlechtert sich massiv"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
12.08.2016
19:14:18


(0, 8 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Indonesien war bis vor ein oder zwei Jahrzehnten ein für Schwule angenehmes Land. Es gab keine Gesetzgebung, die homosexuelle Kontakte verbietet (mit Ausnahme der moslemisch-fundamentalistischen Insel Aceh).
Männer und Frauen unterscheiden sich in Indonesien, wie in anderen asiatischen Ländern auch, äußerlich nicht so stark voneinander wie z.B. in Europa und den USA. Solche Länder sind normalerweise tolerant gegenüber Schwulen und Transleuten (sh auch Thailand, Vietnam, Laos, Taiwan usw).
Dass diese Situation sich zur Zeit ändert, ist dem Islam zu "danken", der überall, wo er die Mehrheit hat, Schwule verfolgt. Hier in Europa sieht man fast nur noch islamische Touristinnen, die mit dem typischen indonesischen Kopftuch bekleidet sind, etwas, das man bis vor wenigen Jahren nicht sah.

Da Indonesien über 200 Millionen Einwohner hat, ist diese Entwicklung beängstigend.


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#2
12.08.2016
19:16:55


(+2, 6 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


je mehr Staaten der Asean Gruppe ,LGBT feindlicher werden,das ist z.Z Malaysia-Indonesien,
China und auch die Reg. der Pillipinen ,zumindest der Chef..desdo geringer werden die Changsen auch fuer die Indochina-Laender ,Burma-Thailand-Kambotia,Laos und Vietnam fuer LP oder gar eine Eheoeffnung...den auch diese Laender treiben regen Handel mit den LGBT feindlichen Nachbarn und moechten keine Konflikt-Themen untereinander auf kommen lassen...die Yogyakart Resulutionen

sind somit das Papier nicht wert ..auf dem sie stehen...

In Thailand gibt es besonders im Sueden eine Trend der auffaellt....selbst sehr kleine Maedchen tragen nun Kopftuch ..und die moslemischen Seperatisten waren in der Nacht von 11 auf den 12 August sehr aktiv...

Aktueller Hinweis

In der Nacht auf den 12. August 2016 kam es in Hua Hin, Phuket, Krabi, Trang und Surat Thani sowie weiteren Orten und Provinzen im Süden Thailands zu Bomben- und Brandanschlägen. Dabei gab es Tote und Verletzte. Weitere Anschläge können nicht ausgeschlossen werden. Das Auswärtige Amt rät daher zu äußerster Vorsicht. Reisenden in Thailand wird empfohlen, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen zu meiden, die Medien aufmerksam zu verfolgen und den Anordnungen der örtlichen Sicherheitskräfte und Behörden unbedingt Folge zu leisten.

Link zu www.auswaertiges-amt.de


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#3
13.08.2016
01:44:05
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(+2, 6 Votes)

Von EHka


Woher kommt diese weltweite Ratikalisierung des Islams?!

Es tritt irgendwie überall gleichzeitig auf!

Auf jeden Fall ist die Entwicklung sehr gefährlich.


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#4
13.08.2016
02:15:23
Via Handy


(-1, 5 Votes)
 
#5
13.08.2016
03:59:41


(+2, 6 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


...woher kommt ...

Menschen lassen sich nunmal leichter ratikalisieren,im Tierreich gibte es das wesendlich weniger...

Waehrend die sog. christlichen Sekten das "Mittelalter" hinter sich liesen,ist "der Islam" welcher 500 Jahre juenger ist nun dort angekommen.
Mit dem Unterschied durch Internet usw. auf einfache,schnelle Weise weltweit agieren zu koennen.Auch stehen ihnen die modernsten Techniken bzgl Waffen zur Verfuegung.

Politische Ziele von Grossmaechten und Oelstaaten ,auch die Waffenindustrie mischen kraeftig mit....

Dass die Christen auch immernoch ueber das "Ratikale Potenzial " verfuegen sehen wir ja durch z.B. afrik.Bischoefe oder Menschen wie Hounder usw.
Wenn die duerften wie sie moechten ....

Da ,wo Muslimen Unrecht widerfahren ist ,
z.B durch Anektierung ihres Landes ..

(Gaza und Palaestina ,aber auch Nordmalaysia)

ist es ihnen leichter neue "Mitkaempfer" zu finden.

Ein uebriges erledigen die mosl.Auslands-Studenten ,welche " ihre Religion" in z.B. Pakistan vermittelt bekommen.

Das sind z.Z. einige tausende nur aus Thailand..

Rechtstaaten koennen nur rechtsstaatliche Mittel einsetzen ,ratikalisierte Religioten,halten sich an nichts...

und wer als hoechstes Ziel ,einen Platz bei irgendwelchen Gottheiten in einem Paradies als das Groesste versteht ..schnallt sich dann auch mit Freude einen Sprengstoffgurt um den Bauch..

Sie lassen uns das "Mittelalter " noch einmal erleben ..nur dieses Mal weltweit


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#6
13.08.2016
08:48:40


(+5, 7 Votes)

Von Sebi


Immer der religiöse Fanatismus...

Und wenn ich überlege, dass da immer noch Leute Urlaub machen und damit das alles mit ihrem Geld unterstützen...


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#7
13.08.2016
10:32:49
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von Jesse
Antwort zu Kommentar #5 von Fredinbkk


Ich glaube auch, es liegt an den Religionen.
Die Schuld immer wo anders zu suchen bringt nicht voran. Ob im nahen Osten, Thailand oder die Tamil Tigers in Sri Lanka, der Islam bringt viel Unheil.
So wie das Christentum früher und wie heute noch in einigen Ländern Afrikas.
Was mich am Islam stört, ist das ständig wenn was auf der Welt durch islamistische Terroristen passiert, beschwichtigt wird das liege alles nur daran weil Moslems überall unterdrückt würden...es werden aber auch Christen, Juden und Buddhisten unterdrückt, diese ticken aber derzeit nicht in dem gleichen Ausmaß im Namen ihre Religion aus.

Es sind leider auch gebildete, die es eigentlich besser wissen müssten, die sich indoktrinieren lassen.
Bei uns in der Uni gab es einen "Raum der Stille", einen Raum der für Alle genutzt werden sollte zur Erholung, für Atheisten, Christen, Muslime, Juden usw. ohne religiösen Auftrag.
Wer kaperte den Raum für sich? Muslimische Studenten, die aus dem Raum einen muslimischen Gebetsraum gemacht haben und zudem den Raum nach Geschlechtern getrennt haben, so das Frauen nicht mehr in alle Ecken des Raumes durften.

Link:
waz.m.derwesten.de/dw/staedte/dortmund/krach-um-ra
um-der-stille-an-der-tu-dortmund-id11553422.html?s
ervice=mobile


Ähnliches geschah auch an anderen Unis.

Man muss diskutieren können, dass sich eine Religion nicht aufzwingen darf.
Wir haben in Deutschland durch das ungerechte Kündigungsrecht der Kirche ( Geschiedene die ihren Job verlieren können usw.) schon genug Probleme mit religiösem Einfluss.
Wenn sich dazu aber noch die Bevölkerung ( teils auch gebildete Studenten) wieder dem radikalen Glauben zuwendet, ist das erschreckend. Während die Kirchen Austritte zu verzeichnen haben, wächst die Zahl streng muslimisch Gläubiger.
Da hilft kein Beschwichtigen, denn gegen radikale Christen darf man sich aussprechen, gegen radikale Moslems muss das genauso möglich sein, ohne haltlos der Intoleranz bezichtigt zu werden.


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#8
13.08.2016
10:55:27


(+9, 9 Votes)

Von Vulkansturm


Wieso sich der radikale Islamismus weltweit ausbreitet?
1. Die Golf-Staaten nutzen ihre Öl-Milliarden, um ihren erzkonservativen salafistisch-wahabitischen Islam weltweit missionarisch auszubreiten.
2. Jeder neue Krieg des Westens führt zu mehr Radikalislamisten, ob im Irak, Afghanistan, Libyen oder auch in Syrien. Schon vorher gab es im kalten Krieg gravierende Fehler des Westens, etwa den Sturz Mossadeghs im Iran oder die Unterstützung Bin Ladins und der Mudschahedin im Krieg gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan.
3. Der Rechtspopulismus und die zunehmende Islamophobie in den westlichen Ländern fördert als Gegenreaktion die Hinwendung zum Radikalislamismus.


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#9
13.08.2016
14:26:17


(+1, 5 Votes)

Von willie


Vor 20 Jahren galt Indonesien grösstenteils als Beispiel für einen friedlichen, kulturell toleranten Islam.
LGBT waren in vielen der indonesischen nicht- und islamischen Kulturen traditionell integriert.
Das sich das alles ändert, ist wahrscheinlich auf den gleichen Mechanismus zurück zu führen, der auch hier in Deutschland um sich greift: Radikalere Moslems bedrohen und beschimpfen gemässigte Moslems und setzen diese unter Druck. Ich hörte kürzlich von einem türkischen Lebensmittelhändler, der seine junge Tochter aus der Schule nehmen musste, weil sie dort bedroht und beschimpft wurde, weil sie kein Kopftuch trägt.


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#10
13.08.2016
14:56:27


(+2, 6 Votes)

Von Nobelpreisträger
Antwort zu Kommentar #8 von Vulkansturm


Eine Gruppe von Nobelpreisträgern kam vor kurzem zu folgendem Ergebnis:

Link zu www.neopresse.com


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