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  • 14.08.2016, 10:01h           113      Teilen:   |

Einstellung zu Homosexualität

Studie: Mehrheit der Flüchtlinge so homophob wie die AfD

Artikelbild
Zwei junge Flüchtlinge am Grenzübergang Wegscheid bei der Einreise nach Deutschland (Bild: flickr / Metropolico.org / cc by 2.0)

Eine Berliner Hochschule stellt bei einer Befragung von Flüchtlingen "zum Teil erhebliche Werteunterschiede" im Vergleich mit Deutschen fest und fordert als Reaktion die "Vermittlung liberaler, humanistischer Werte".

Eine neue sozialwissenschaftliche Studie unter Flüchtlingen in Berlin liefert sowohl überraschende wie einige erwartete Ergebnisse. Die Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) hat dafür im Juni und Juli rund 1.000 Fragebögen in den Sprachen Farsi, Arabisch und Englisch in Flüchtlingsunterkünften verteilt – 445 Antworten kamen zurück und wurden ausgewertet. Das Ergebnis ist damit nicht repräsentativ, bietet jedoch ein Stimmungsbild.

Nach der am Freitag vorab verbreiteten Zusammenfassung der Studie stellen sich die befragten Flüchtlinge Deutschland, die politischen Verhältnisse in der Bundesrepublik und das soziale Zusammenleben zum Teil ganz anders vor als es wohl von den meisten Deutschen vermutet wird. Die übergroße Mehrheit fordere etwa eine klare Trennung von Staat und Religion, die überwältigende Mehrheit bekenne sich ausdrücklich zur Demokratie.

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Sind Flüchtlinge die künftigen AfD-Wähler?

Doch was Flüchtlinge unter Demokratie verstehen, lasse "gravierende politische Verständnisdefizite" erkennen, erklärte die HMKW. So stimme eine "besorgniserregende Zahl" von Flüchtlingen rechtspopulistischen Aussagen vorbehaltlos zu. "Damit ähnelt das Wertebild der Flüchtlinge in zentralen politischen Teilen am ehesten dem der AfD-Anhänger oder der Pegida-Bewegungen."

Viele Einstellungen, unter anderem zu Homosexualität, würden stark von dem in Deutschland vorherrschenden Ansichten abweichen, so die 2008 gegründete private Hochschule. "In anti-liberalen Einstellungen zu (Homo-)Sexualität, Ehe und Partnerschaft, ja selbst zu Wohn- oder Lebensformen wie einer WG zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Flüchtlingen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft." Manche Ansichten erinnerten "stark an die muffigen 50er Jahre in Deutschland".

Allerdings möchten die meisten der befragten Flüchtlinge laut der Studie Deutschland als neue Heimat annehmen und sind bereit, dafür in Sprache und Bildung zu investieren. "Die positive Botschaft unserer Umfrage lautet: Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge möchte sich in die deutsche Gesellschaft integrieren und weiß, dass das großer Anstrengungen bedarf", heißt es in einer Pressemitteilung der HMKW. "Sie sind bereit, diese Anstrengungen zu schultern."

Diese Offenheit und Neugier der Flüchtlinge könne für eine aktive Aufklärungsarbeit und selbstbewusste Wertevermittlung genutzt werden, so die Hochschule. "Die Umfrage bestätigt, dass und wo es erheblicher Anstrengung bedarf, eine Integration zu realisieren. Politische Bildungsarbeit und die Vermittlung liberaler, humanistischer Werte müssen im Mittelpunkt stehen. Andernfalls könnten aus den vorhandenen, zum Teil erheblichen Werteunterschieden ernsthafte Konflikte werden."

Die komplette Studie will die HMKW am Montag vorstellen. (cw)

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Tags: flüchtlinge, hmkw, werteunterschiede, integration
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Reaktionen zu "Studie: Mehrheit der Flüchtlinge so homophob wie die AfD"


 113 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
14.08.2016
10:20:54


(+2, 10 Votes)

Von goddamn liberal


Das ist nicht überraschend.

Man sollte den mehr als schwammigen Begriff 'Flüchtling' durch den präziseren Begriff 'SyrerIn' übersetzen.

Dort ist Homosexualität verboten.

Dort ist aber auch der Bathismus entwickelt worden, der säkulare arabische Nationalismus (hat mit der Nähe zur Türkei zu tun, die das Gebiet ja auch bis 1918 verwaltete).

Man hat dort also im Gegensatz zu Saudi-Arabien etc. schon eine Vorstellung von einem modernen, einigermaßen säkularen Staat, der sich dann auch Republik oder Demokratie nennt, in Wirklichkeit aber eine Diktatur ist.

Es gibt in Syrien aber auch eine islamistische Rebellion gegen diese nationalistische Modernisierung (ein Grund für den Bürgerkrieg).

Viele SyrerInnen sind sicher leichter integrierbar als z. B. viele Menschen aus der 'Islamischen Republik' Pakistan, mit der sanften Lebenswelt von Claudia Roth oder Jakob Augstein haben sie aber nichts zu tun (okay, bei Augstein gibt es den Antisemitismus).

Zuwanderer werden nicht neu geboren, sie bringen nun mal ihre Vorstellungen mit.

Schaffen wir das?


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#2
14.08.2016
10:53:32
Via Handy


(0, 18 Votes)

Von Lego


"Flüchtlinge wollen Deutschland als neue Heimat annehmen"

Ich dachte, Flüchtlinge sind auf Zeit hier? Sobald sich die Zustände in den Heimatländern gebessert haben, müssen sie zurück?
Sonst könnten das ja auch Leute nutzen, die nicht flüchten, sondern aus wirtschaftlichen Gründen ( kein Fluchtgrund) hier hinwollen und so die Chance nutzen ohne Visa hier reinzukommen.

Die Mehrheit der Flüchtlinge kommt ohne Pass an, wie soll man da denn noch kontrollieren wer zurecht kommt und wer das ausnutzt oder gar gefährlich ist?

Integrationswilligkeit, Toleranz gegenüber anderen Minderheiten und Respekt gegenüber Frauen sollten die Grundvoraussetzungen sein, dass hier jemand bleiben darf. Wir haben schon genug eigene homophobe, da müssen wir nicht noch Homophobe importieren.
Bei islamistischem Gedankengut und Homophobie sollten die Entscheider ( die Einreisende ablehnen oder nicht) genau hinschauen was die Personen erzählen, ob sie bereit sind unsere Lebensweise zu akzeptieren.
Wenn nicht, sollten sie sobald es in ihren Heimatländern besser wird, zurück müssen.
Wenn es um Strafdelikte geht, dann sowieso.


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#3
14.08.2016
11:17:38


(-8, 16 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


"Sind Flüchtlinge die künftigen AfD-Wähler?"

Ich fürchte, ja!

Die Flüchtlinge werden sicher nicht die liberalen Parteien wie die Grünen, die Linke oder die SPD wählen. Vielleicht in der ersten Zeit, wenn sie das Wahlrecht bekommen haben. Langfristig werden sie jedoch konservative Parteien wählen. Die CDU fällt für sie weg, weil die das "C" im Namen hat. Es bleibt also die AfD.


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#4
14.08.2016
11:20:48


(+3, 15 Votes)

Von falken42
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Lego


ich finde es leichtfertig, unmoralisch und kaum zutreffend, wie du über "wirtschaftsflüchtlinge" redest. so als hätte sich eine syrische familie beim familienfrühstück am sonntag morgen die frage gestellt "mein gott, wo fahren wir dieses jahr hin in urlaub?".
niemand nimmt leichtfertig diesen weg auf sich, es ist immer verzweiflung die einen seine heimat verlassen läßt um sich dann solchen strapazen auszusetzen und unter einsatz seines lebens hier anzukommen.
das grundgesetz sagt politisch verfolgte geniessen asyl. nun werden manche fragen, werden die alle politisch verfolgt? ich sage ja, entweder in ihrem geburtsland von den menschen dort, oder aber von uns, in dem wir ihre länder zerstören. wie man auch dazu steht, diese leute die dan hier ankommen, können nichts dafür.
eure eigenartige unterscheidung zwischen eurer meinung nach "echten" und "wirtschafts-"flüchtlingen finde ich menschenverschtend und zynisch. nur leute denen es sehr gut geht, können so reden.
und geld ist genug da, natürlich nicht bei der unteren hälfte unserer bevölkerung, wohl aber bei den anderen.
und gerade weil das umgehen mit den flüchtlingen exemplarisch aufzeigt,wie wenig unsere westlichen werte taugen, wenn mal es mal schwieriger wird und auch wie unehrlich mit den fluchtursachen umgegangen wird, dürfen wir uns nicht wundern, wenn unsere neubürger nun nicht gerade begeistert die deutsche kultur übernehmen. ebenso wie in vielen ländern erliegen sie den rufen irgendeiner bescheuerten religion, die ihnen wahrhaftiger erscheint, als das verlogene westliche konsumdenken.
insofern benehmen sich dir flüchtlinge nicht anders als die deutschen die afd & co wählen.

würden unsere medien und selbsternannte eliten sich die zeit nehmen ehrlich über unsere gesellschaft und die politik der letzten jahrzehnte zu reflektieren, und entsprechende schlußfolgerungen für eine bessere zukunft zu ziehen - dann würde sowas wie die afd und viele andere dinge inkl. der flüchtlingsfrage wie ein morscher ballon in sich zusammenfallen. so aber bläst man ihn lieber noch auf, frei nach lieber zeig ich auf den splitter im auge des anderen als auf den balken in meinem eigenen.


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#5
14.08.2016
11:33:34


(+6, 10 Votes)

Von myystery


Ist das jetzt überraschend?

Bitte nicht falsch verstehen, Menschen können nichts für ihre Herkunft. Aber: Wenn Menschen aus mit den mit gewalttätigsten und anti-liberalsten Gesellschaften der Welt zu uns ins Land kommen, dann werden diese mit dem Grenzübertritt nicht plötzlich Liberale. In Deutschland, in Westeuropa nun wirklich nicht für seine liberal-progressive Charakteristik bekannt, schon gar nicht.

Deswegen ist es auch so hanebüchen, das Verhalten von Angela Merkel in Sachen Gleichstellungspolitik auf "Rücksichtnahme gegenüber dem rechten (nationalistischen) Rand ihrer Partei" zu schieben. Diesen hat Merkel spätestens mit der Grenzöffnung aufgegeben. Ihre Zielgruppe sieht sie in den religiös-konservativen Kreisen jedweder monotheistischer Religion, und da hat sie sich eine Menge neuer Wähler ins Land geholt.

Denn es ist natürlich Quatsch, dass Flüchtlinge irgendwann mal AfD wählen werden. Die AfD hat schließlich gerade die rechts-nationalen Abwanderer der CDU aufgenommen. In der Merkel-CDU finden aber bestimmt viele eine Heimat.

Es war ohnehin zuletzt ein Artikel erst zu lesen, der das alles bestätigt hat. Von christlich-orthodoxen Russen über evangelikale Deutsche bis hin zu rechts-konservativen Moslems versammeln sich zunehmend Religiös-Konservative in der CDU. Das ist die Zukunft.

Wenn hier die anderen Parteien - beginnend bei der SPD über FDP, Grüne bis hin zur Linkspartei - nicht endlich eine gegensätzliche Linie aufbauen und wieder anfangen, generell kritische Positionen gegenüber der religiösen Einflussnahme in diesem Land nehmen, dann endet das (für uns LGBT erst recht) böse.


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#6
14.08.2016
11:45:05


(+11, 15 Votes)

Von Dirk_in_Berlin
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Mehrheit der Flüchtlinge so homophob wie die afD"

Über wen macht das jetzt die erschreckendere Aussage?
Über Geflüchtete Menschen, mit einem völlig anderen soziokulturellen Hintergrund?
Oder, über die "A"fD, die vorgibt, das Abendland retten zu wollen?


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#7
14.08.2016
11:50:22


(+1, 15 Votes)

Von Waldmeister


Niemand wird gezwungen, hier zu leben. Aber wer hier leben möchte, hat sich auch an die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu halten.

Die können von uns erwarten, dass wir sie nicht wegen ihrer ethnischen Herkunft oder weshalb auch immer diskriminieren. Aber genauso erwarten wir umgekehrt auch, dass wir nicht von denen diskriminiert oder sogar gefährdet werden.

Wer das nicht akzeptieren will oder sogar meint, hier seine eigenen Moralvorstellungen und Rechtsideale durchsetzen zu müssen, hat jedes Aufnahmerecht verwirkt. Oder wie ein muslimischer (!) Bürgermeister von Rotterdam sagte: wer sich nicht an unsere Regeln hält oder unser System unterwandert, dem helfe ich persönlich beim Kofferpacken.


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#8
14.08.2016
12:00:07


(+7, 9 Votes)

Von Stewie


>>>>>>>>>>>>>>>>>
Politische Bildungsarbeit und die Vermittlung liberaler, humanistischer Werte müssen im Mittelpunkt stehen. Andernfalls könnten aus den vorhandenen, zum Teil erheblichen Werteunterschieden ernsthafte Konflikte werden.
<<<<<<<<<<<<<<<<<

Die Frage ist aber, inwiefern sowas noch Erfolg haben kann. Deutsche Homohasser erreicht man auch nicht mehr mit Argumenten oder mit der "Vermittlung humanistischer Werte".

Und ich fürchte, dass das auch für viele Flüchtlinge gilt. Was auch gar nicht mal deren Schuld ist: wenn man von frühester Kindheit eingetrichtert bekommt, dass Schwule minderwertig, pervers und eine Gefahr sind, dann hat man das irgendwann komplett verinnerlicht und hinterfragt das gar nicht mehr kritisch. Und das bekommt man dann bei Erwachsenen nicht mehr so einfach aus dem Kopf.

Zumal dazu kommt, dass die ja eh schon so viel aufgegeben haben. Da sind ihre tiefsten kulturellen oder religiösen Überzeugungen, die ihnen schon von ihren Eltern und Großeltern vermittelt wurden, vielleicht noch das einzige, was einem im fremden Land noch ein Stück Heimatgefühl und Identität bietet und woran man sich umso fester klammert.


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#9
14.08.2016
12:06:41


(+3, 9 Votes)

Von Yannick


"die überwältigende Mehrheit bekenne sich ausdrücklich zur Demokratie
[...]
Doch was Flüchtlinge unter Demokratie verstehen, lasse 'gravierende politische Verständnisdefizite' erkennen"

Was bringt schon ein "Bekenntnis zur Demokratie", wenn man dann z.B. Homophobie als Teil von Demokratie ansieht?!

Und mal ganz abgesehen davon: was ist mit dem Rest, der sich nicht zu Demokratie bekennt? Auch wenn das die Minderheit ist, können die massive Probleme verursachen.


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#10
14.08.2016
12:21:52


(+3, 9 Votes)

Von Marek


"Die Umfrage bestätigt, dass und wo es erheblicher Anstrengung bedarf, eine Integration zu realisieren. Politische Bildungsarbeit und die Vermittlung liberaler, humanistischer Werte müssen im Mittelpunkt stehen."

Wenn die Politik schon nichts gegen Homophobie unter Deutschen unternimmt, wer glaubt dann ernsthaft daran, dass sie etwas gegen Homophobie unter Flüchtlingen tut?

Auch die homophobe Gewalt in Flüchtlingsheimen hat die Politik ja nicht gerade aufgescheucht. Es sind da eher private Initiativen, die sich darum bemühen, LGBTI-Flüchtlingen andere Unterkünfte zu vermitteln.

Wobei homo- und transphobe Gewalt in Flüchtlingsheimen das beste Beispiel ist, dass manche sich gar nicht integrieren wollen. Denn normalerweise würde man als Flüchtling doch nicht andere Flüchtlinge angreifen - egal aus welchem Grund.


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