Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
 powered by
  • 15.08.2016, 15:55h           7      Teilen:   |

Air France präsentiert

Zu Besuch in der queersten Fußgängerzone der Welt

Artikelbild
Neues Wahrzeichen von Montréal: In den Sommermonaten werden rund 200.000 pinkfarbene Bälle über das Gay Village gehängt (Bild: Tourisme Montréal)

Montréals Gay Village erfindet sich immer wieder neu – im Sommer wird seine Hauptader Rue Sainte-Catherine sogar für den Autoverkehr gesperrt.

Von Karsten Schultz

In Europa wurde schon das Ende der sogenannten Regenbogenviertel vorausgesagt, als Folge von Gentrifizierung, einer offeneren Gesellschaft und natürlich Grindr. In Kanada kennt man solche Probleme nicht. Natürlich hat auch Montréal's Gay Village mit der abnehmenden Ausgehlust der Queers zu kämpfen – doch es erfindet sich immer wieder neu. In den Sommermonaten sind die Außenterrassen der Cafés und Bars noch immer voll besetzt.

Das hat mehrere Gründe. Mit der östlichen Rue Sainte-Catherine als Hauptader gehört Montréals Gay Village seit Jahrzehnten zu den größten und sympathischsten Homo-Kiezen der Welt. Wobei das queere Viertel eher durch Zufall entstand. Vor rund 40 Jahren fanden hier die ersten Schwulenbars Asyl, nachdem die Stadt vor den Olympischen Spielen 1976 zahlreiche Szeneläden in damals besserer Lage dichtmachte. Nach und nach kamen mehr hinzu. Seine Blüte feierte das "Le Village Gai" – wir befinden uns ja im französischsprachigen Kanada – in den Neunzigerjahren.

Heute gibt es nicht nur Bars und Clubs für jede queere Zielgruppe, sondern vor allem Restaurants für jeden Geschmack, gute Shoppingmöglichkeiten jenseits der großen Einheitsketten, schnuckelige Pensionen in über hundert Jahre alten Häuschen und jede Menge kreative Streetart. Die Atmosphäre ist nicht hektisch, sondern ausgesprochen gelassen zwischen der Rue Sherbrooke im Norden und der Rue René-Levesque im Süden.

Fortsetzung nach Anzeige


Ein "Homo-Ghetto" als Touristenattraktion

Regenbogenbahnof: Mittem im Gay Village lieft die Metrostation Beaudry - Quelle: flickr / Evelyne Awaad / cc by 2.0
Regenbogenbahnof: Mittem im Gay Village lieft die Metrostation Beaudry (Bild: flickr / Evelyne Awaad / cc by 2.0)

Québecs multikulturelle Metropole mit 1,6 Millionen Einwohnern ist stolz auf ihr queeres Viertel und vermarktet es seit Jahren gezielt als Touristenattraktion. Schon wer mit der Metro anreist, wird seit 1999 an der Station Beaudry mit einer markanten Regenbogenfassade begrüßt. Auch Wandmalereien, Kunstwerke und ein Meer aus Pride-Flaggen signalisieren hier jedem Besucher sofort, wo er sich befindet. Das alles ist nicht nur Show. In der neugothischen Kirche Saint-Pierre-Apôtre erinnert etwa eine dauerbrennende Kerze in der "Kapelle der Hoffnung" an die Aids-Opfer aus der Community.

In den Monaten Juni bis September lohnt sich der Besuch des Gay Village ganz besonders, denn dann wird die Rue Sainte-Catherine für den Autoverkehr komplett gesperrt. Auf der Fahrbahn errichten die Cafés und Kneipen temporäre Außenterrassen. Zu den beliebtesten Openair-Treffpunkten zählt das "Java-U", die Leder- und Jeansfraktion trifft sich im "L'Aigle Noir". Das Rauchen selbst von elektronischen Zigaretten ist auf den Terrassen übrigens verboten – Nichtraucher dürfte dies freuen.

Immer neue Attraktionen für die Besucher

Um mehr Besucher ins Gay Village zu locken, wird bis Anfang Oktober zudem in den Jardins Gamelin auf der Place Émilie-Gamelin täglich von Donnerstag bis Sonntag ein kostenloses Kulturprogramm inklusive bekannter DJs geboten. Freies W-Lan gibt's dazu, damit man die Bilder gleich auf Facebook und Instagram posten kann.

Die spektakulärste Attraktion in der wärmeren Jahreszeit sind jedoch die "Boules Rose" – rund 200.000 pinkfarbene Bälle, die an Seilen über die Rue Sainte-Catherine gespannt werden. Die Installation des Landschaftsarchitekten Claude Cormier läuft über 14 Blöcke zwischen Rue Hubert und Rue Papineau und wird seit 2011 jeden Sommer wiederholt.

Die von weithin sichtbaren "Boules Rose" haben sich längst zu einem neuen Wahrzeichen von Montréal entwickelt, sämtliche Doppeldecker-Touristenbusse machen hier einen Fotostopp. Den besten Blick auf die pinkfarbenen Bälle hat man indes von oben – etwa von der Dachterrasse des "Complex Sky". Wenn man sich dort nicht von den oberkörperfreien Kellnern ablenken lässt…

Das Regenbogenviertel im Winter



Die Barkeeper mit den Waschbrettbäuchen können auch dann bewundert werden, wenn die rosa Bälle verschwunden sind und Montréal von einer weißen Schneeschicht bedeckt ist. Gleichwohl geht es im Gay Village im Winter deutlich ruhiger zu – sämtliche Gastronomen müssen dafür in den wärmeren Monaten Rücklagen bilden.

Manche Besucher finden das queere Montréal dann jedoch authentischer, weil weniger touristisch. Man muss sich freilich warm anziehen – manchmal sinken die Temperaturen auf bis zu minus 25 Grad.

Die kanadische Metropole ist dabei durchaus als ganzjähriges Reiseziel zu empfehlen und hat auch zahlreiche über die Jahreszeiten verteilte LGBT-Festivals. Im Sommer gibt es als Höhepunkt den Montreal Pride. Im späten August steht das Montreal Fetish Weekend auf dem Programm, im Oktober die berühmte Party Black & Blue. Ende November wird jährlich das queere Filmfestival Image+Nation eröffnet.

Heteros sind ausdrücklich willkommen



Das Besondere des Gay Village lässt sich zu jeder Jahreszeit feststellen: Auch immer mehr Heteros gehen hier shoppen, zum Dinner oder ein Bier trinken, weil sie die Atmosphäre oder das Angebot genießen. Und auch weil sie willkommen sind. Montréals Regenbogenviertel zeigt eindrucksvoll, dass sich ein vermeintliches Homo-Ghetto und Offenheit überhaupt nicht ausschließen müssen.

Ganz im Gegenteil. Weil die sexuelle Orientierung im Gay Village wirklich keine Rolle spielt, hat es ganz entgegen dem Trend seine Attraktivität sogar noch ausgebaut.

  Hinkommen
Air France fliegt ab neun deutschen Flughäfen bis zu dreimal täglich über Paris-Charles de Gaulle nach Montréal. Von Paris nach Montréal sind es nur knapp über sieben Stunden. Mit ihrem Partner KLM Royal Dutch Airlines besteht eine weitere tägliche Verbindung über Amsterdam-Schiphol. Die beiden Fluggesellschaften verfügen über ein gemeinsames Streckennetz zu mehr als 240 Destinationen in über 100 Ländern. Weitere Informationen, Onlinebuchung und Sonderaktionen auf airfrance.de.
Links zum Thema:
» Online-Guide für das Gay Village
» LGBT-Infos von Tourisme Montréal
Mehr zum Thema:
» Air France präsentiert: San Francisco bleibt ein Muss für queere Traveler (01.06.2016)
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 7 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 186       6       5     
Service: | pdf | mailen
Tags: montreal, kanada, gay village, village gai, regenbogenviertel
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Zu Besuch in der queersten Fußgängerzone der Welt"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
15.08.2016
16:44:27


(0, 4 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Montréal - die größte französischsprachige Stadt der Welt, nach Paris.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
15.08.2016
18:52:38


(-5, 9 Votes)

Von Ernie H


Ein Viertel für Rothaarige wäre genauso dämlich.

Am besten ist, wenn die verschiedensten Menschen trotz ihrer Unterschiede und wegen ihres gemeinsamen Menschseins zusammenleben.

Sich wegen des Merkmals der sexuellen Identität auszugrenzen und in Wohnvierteln zu ghettoisieren halte ich gerade und vor allem in LGBT-freundlichen Ländern wie Kanada für unnötig.

Es mag sein, dass es in der Vergangenheit sinnvoll war, aber das ist es nun nicht mehr. Zum Glück!

Mag ja sein, dass es noch einige gibt, die in Nostalgie schwelgen wollen, aber diesen sei gesagt, dass wir nicht mehr im 20. Jahrhundert leben.

Eine inklusive Gesellschaft ist am besten. Denn dort entfaltet sich die Vielfalt als Stärke am besten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
15.08.2016
21:09:10


(+8, 8 Votes)

Von Julian S
Antwort zu Kommentar #2 von Ernie H


Kanada mag viel weiter als Deutschland sein, aber auch in Kanada gibt es sicher noch Fälle, wo ein schwules Paar, das sich offen zeigt, dumme Kommentare hört, angegafft wird, etc.

Und man will einfach auch Orte haben, wo man nicht in der Minderheit ist und wo GLBTI sie selbst sein können, ohne dass sich Leute nach ihnen umdrehen, zu tuscheln anfangen, etc.

Wenn irgendwann wirklich z.B. ein schwules Paar sich überall und jederzeit küssen kann, ohne dass es überhaupt jemandem auffällt, dann mögen solche Viertel vielleicht nicht mehr nötig sein (wobei auch kein Grund besteht, wenn das historisch gewachsen ist, das aufzugeben). Aber solange das nicht der Fall ist, haben solche Viertel genauso ihre Daseinsberechtigung wie schwule Clubs, Kneipen, Cafes, etc.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
15.08.2016
21:18:21


(+5, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Ernie H


""Ein Viertel für Rothaarige wäre genauso dämlich.""..

Der Grund dafür ein historisch gewachsenes Viertel jetzt aufzulösen, weil man ja die Ehe-Öffnung in Canada durchgesetzt hat, ist nun genau welcher ?

Du verwechselst wie viele andere übrigens auch, die Ehe-Öffnung mit einer Gleichstellung..

Wenn es die für alle LGBTTIQ* in der Canadischen Gesellschaft gäbe, wäre vielleicht gar kein CSD mehr nötig, an dem dann der Premier teilnehmen müßte..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
15.08.2016
23:19:05


(0, 6 Votes)

Von Wahlberliner
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Ernie H


Träum weiter!
"Inklusive Gesellschaft", wenn ich das schön höre!
Am besten mit Quoten...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
16.08.2016
08:07:44


(+2, 4 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #3 von Julian S


Ich kann Deine Anmerkungen nur bestaetigen. Kanada ist extrem gayfreundlich. Mein Mann, der beim kanadischen Militaer war, hat vier Jahre lang die Sommerparty seiner Einheit in unserem Garten als Poolparty organisiert. Und fast alle Kollegen, inkl. saemtlicher Chefs waren anwesend. Zuletzt noch im Juli, als er schon ausgeschieden war.

Und zum Anschied, bei dem er verschiedene Urkunden erhielt, bekam auch ich zwei Urkunden zur Anerkennung fuer meinen Support.

Und dennoch. Wir kaemen nie auf den Gedanken, haendchenhaltend durch die Strassen zu gehen. Weder in Ottawa, noch in Montreal. Da weiss man einfach nie, wie das Umfeld reagiert.

Von daher ist es selbstverstaendlich, dass solche Viertel nach wie vor ihre Berechtigung und Notwendigkeit haben. Was der Kommentator vor Dir dazu schreibt, ist blanker Unsinn.

Erst wenn gleichgeschlechtliche Paare ueberall Selbstverstaendlichkeit sind und sich nicht mehr fuerchten muessen, kann Inklusion funktionieren. Die Meldungen von homophoben Akten sind doch nachlesbar. Und die gibt es durchaus auch in Kanada.

Das hier ist zwar kein Ueberfall. Jedoch ein homophober Akt beim Gay Day im "Wonderland", einem kanadischen Vergnuegunspark. Auch queer berichtete darueber.

Link zu www.buzzfeed.com


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
16.08.2016
13:44:41


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Wahlberliner


"""Inklusive Gesellschaft", wenn ich das schön höre!
Am besten mit Quoten...""..

Wie hübsch doof doch Leute "argumentieren"..

Bei einer Inklusiven Gesellschaft bedarf es keiner "Quoten" :

Link zu www.aktion-mensch.de

Und es wird auch Leuten wie Dir nichts "weggenommen", wenn man anderen Menschen die gleichen Chancen auf Teilhabe einräumt, die Du dir wie selbstverständlich zuschreibst !

Unfaßbar !


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 Ort: Montreal Kanada


 REISE - STäDTEREISEN

Top-Links (Werbung)

 REISE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Die Große Koalition kommt bei queer.de-Lesern nur auf 17,5 Prozent Mexiko: Papst unterstützt Homo-Gegner Paragraf 175: Schwule Senioren kritisieren Union Magdeburg: Demo für LGBTI-Aktionsplan am Freitag
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt