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  • 19.08.2016, 14:58h           12      Teilen:   |

Homo-Hasser beim CSD Toronto

Millionenklage gegen "Gay Zombies"

Artikelbild
Die "Gay Zombies" verteilten beim CSD in Toronto Hass-Botschaften

Die Aktion eines homophoben Aktivisten beim CSD Toronto hat ein juristisches Nachspiel: Ein Barbesitzer und Ex-Politiker klagt auf Zahlung von 104 Millionen Dollar.

Der Besitzer einer Bar im Homo-Viertel von Toronto hat vergangene Woche eine Sammelklage gegen eine homophobe Gruppe gestartet, die sich Anfang Juli unter dem Namen "Gay Zombies Cannabis Consumers Association" in die CSD-Parade geschlichen und LGBT-feindliche Pamphlete verteilt hatte. George Smitherman, der von 1999 bis 2010 als liberaler Abgeordneter im Parlament von Ontario saß und zeitweise sogar stellvertretender Premierminister der Provinz war, verlangt im Namen mehrerer Kläger Schadensersatz bis zu 104 Millionen Dollar (70 Millionen Euro) von Initiator William Whatcott und dessen Unterstützer. Sie hätten volksverhetzendes Material verteilt, das emotionalen Schaden angerichtet habe.

Whatcott hatte seine Laufgruppe unter falschem Namen beim Pride Toronto angemeldet. Sieben in grün gekleidete "Gay Zombies" hatten dann Flyer verteilt, in denen ein "Ausweg" aus der Homosexualität empfohlen wurde. So hieß es etwa: "Krankheit, Tod und Verwirrtheit ist die traurige und elende Wirklichkeit des homosexuellen Lebensstils." Außerdem war zu lesen, dass die gleichgeschlechtliche Ehe eine "Rebellion gegen Gott" sei und sich Kanada "auf einem zerstörerischen Weg in Richtung sexuelle Anarchie und von Homosexuellen inspirierte Unterdrückung" befinde (queer.de berichtete). Der Inhalt dieser Flyer sei verbotene "Hate Speech", argumentiert Smitherman.

"Als langjähriger schwuler Aktivist bin ich empört, dass ein notorischer Homo-Hasser unsere Pride-Parade infiltriert hat, um seine Lügen zu verbreiten", erklärte Christopher Hudspeth, der sich an der Sammelklage beteiligt. "Der CSD muss ein sicherer Ort für jeden sein. Wir erhalten ja jeden Tag genug homophobe Botschaften. Wir verdienen eine homophobiefreie Zone bei unseren Pride-Paraden."

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Whatcott sieht sich als Opfer der "Homo-Lobby"

Whatcott erwiderte, dass er nicht Homosexuelle hasse, sondern selbst Opfer des Hasses der "homosexuellen Lobby" sei; sein Recht auf freie Meinungsäußerung werde beschnitten. Auf konservativen evangelikalen Webseiten beklagt er die angebliche Verfolgung von Christen in Kanada. Er hat bereits auf einer Crowdfundingseite eine Kampagne gestartet, um das Verfahren finanzieren zu können – die Überschrift lautet: "Helft einem christlichen Aktivisten gegen eine 104-Millionen-Dollar-Klage". Binnen einer Woche spendeten 21 Menschen 3.300 Dollar (rund 2.300 Euro).


Bill Whatcott wird in diesem Foto von 2014 auf dem Gelände der Universität von Regina wegen Hausfriedensbruchs verhaftet. Er hatte versucht, homophobe Materialien zu verteilen.


Whatcott ist bereits ein alter Bekannter: Der 48-Jährige hatte schon 2014 den CSD im westkanadischen Vancouver unterwandert, als er sich als Mitglied der Spaghettimonster-Kirche anmeldete. Als langjähriger Aktivist fordert der selbsterklärte "wiedergeborene Christ", Homosexualität und Abtreibung wieder unter Strafe zu stellen. In der Vergangenheit meldete er einen "Hetero-Pride" in der Stadt Regina an.

2013 sprach ihn der kanadische Supreme Court bereits wegen Volksverhetzung schuldig, weil er zehn Jahre zuvor ein Pamphlet verteilt hatte, in dem Homosexuelle generell mit Kinderschändern gleichgesetzt wurden. Er musste 7.500 Dollar Strafe bezahlen. Ihm wurde auch verboten, ähnliche Materialien erneut zu verteilen. (dk)

Links zum Thema:
» pridetoronto.com
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Tags: kanada, toronto, evangelikale
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Reaktionen zu "Millionenklage gegen "Gay Zombies""


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
19.08.2016
16:22:44


(+14, 16 Votes)

Von Felix


Hoffentlich hat das Erfolg, damit diese Spinner ordentlich blechen müssen und sich in Zukunft zweimal überlegen, ob sie volksverhetzendes und menschenverachtendes Material verbreiten oder nicht.


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#2
19.08.2016
16:29:08


(+14, 14 Votes)

Von Linus


Dass diese durchgeknallten Religioten sich unter falschem Namen anmelden und sich unter albernen Kostümen verstecken müssen beweist wieder mal, dass die in ihrem Fanatismus zu allem bereit sind.


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#3
19.08.2016
17:04:43


(-8, 14 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


104 Millionen Dollar - für emotionalen Schaden.

Wie bei den nicht gebackenen Torten, und sogar noch eins draufgesetzt: Weitab jeglicher Angemessenheit.


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#4
19.08.2016
18:03:14


(+2, 8 Votes)

Von falken42
Profil nur für angemeldete User sichtbar


das gute daran ist, das nur 21 menschen ihn unterstützt haben bisher.
104 millionen ist ein wenig überzogen ....


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#5
19.08.2016
18:42:08


(+6, 12 Votes)

Von Emotional
Antwort zu Kommentar #3 von Laurent


Aha. Aber wenn Menschen die Anspruchnahme staatlich garantierter Rechte aufgrund religiöser Gründe verweigert wird, findest du das angemessen?!?
Im Übrigen: Du bist doch sonst immer so gesetzestreu und bestehst darauf, dass man sich an die zu halten hat und diese nicht hinterfragt werden sollen. Wenn die Gesetze nunmal eine solche "Angemessenheit" zulassen?!?


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#6
20.08.2016
06:36:22


(+6, 6 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Idioten, die bereit sind, ihre religiotischen Organisationen mit Millionen von $CAN/US zu unterstützen, können Millionenklagen wegen Verhetzung nicht zu weh tun.

Nachdem der Heini schon mehrmals verwarnt und verurteilt wurde, ist es wohl ganz in Ordnung, die Summe zu erhöhen.

Hoffentlich sind in Canada seit den Neunzigern nicht zu viele Bible-Belt-US-Leute eingewandert. Die Urlauber von da waren früher nervig genug.
Gibt zwar auch hohle und religiotisch verbimmelte Canadians ... aber so extrem wie in den USA war das da meiner Erfahrung nach nie. Noch nicht mal in Saskatchewan.

In Ontario leben vorwiegend vernünftige Leute.


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#7
20.08.2016
09:34:44


(+8, 10 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014
Antwort zu Kommentar #4 von falken42


"104 millionen ist ein wenig überzogen ...."
Finde ich zwar ehrlich gesagt auch wegen ein paar Pamphlete. Trotzdem tut mir der Mann mit seinen grünen Zombies nicht leid und ich hoffe, die Klage hat Erfolg. Soll der mal schön blechen!


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#8
20.08.2016
10:47:41


(+7, 9 Votes)

Von Alex


Solche Summen sind da drüben nichts Ungewöhnliches. Da werden hohe Summen in die Anklageschrift geschrieben, rechtskräftige Urteile umfassen (wenn man sich nicht sowiso vorher auf einen Vergleich einigt) aber weit weniger Geld als gefordert wurde. Aber daraus wird dann keine spektakuläre Schlagzeile mehr.

Also immer im Hinterkopf behalten: Recht ist dort mehr wie ein Bazar. Wer gut verhandeln will, muss hoch einsteigen. Kann man doof finden, ist aber so.


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#9
20.08.2016
11:16:31


(+10, 10 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Hauptsache ist, dass Whatcott so viel bezahlen muss, dass er für den Rest seines Lebens daran denkt. Das ist wahrscheinlich sehr viel heilsamer als eine Behandlung auf Kosten des Gesundheitssystems in der Psychiatrie!


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#10
20.08.2016
14:29:35


(+9, 9 Votes)

Von Robin


Solche Fanatiker verdienen Abermillionen mit der Vermarktung ihres Hasses, durch Spenden von anderen Fanatikern, etc.

Die kann man nur stoppen, wenn es auch endlich mal ans Geld geht...


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