Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.08.2016, 10:24h           36      Teilen:   |

Präexpositions-Prophylaxe

Pille zum Schutz vor HIV in Europa zugelassen

Artikelbild
Truvada darf in der EU als Präexpositions-Prophylaxe vertrieben werden

Vier Jahre nach den USA lässt auch die Europäische Union ein Medikament zu, das HIV-Negative vor einer HIV-Infektion schützt.

Die Europäischen Kommission hat die Einführung von Truvada als vorbeugendes HIV-Medikament (Präexpositions-Prophylaxe oder PrEP) zugelassen. Das gab die Pharmafirma Gilead Sciences am Montag bekannt. Vor einem Monat hatte bereits die Europäische Arzneimittel-Agentur eine offizielle Empfehlung für die Zulassung ausgesprochen. Truvada kann damit in allen 28 Mitgliedstaaten vermarktet werden.

Das Medikament, das die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin enthält, wird in Europa bereits seit 2005 bei HIV-Positiven eingesetzt, um die Ausbreitung des Virus im Körper zu hemmen. Außerdem kann Truvada bei HIV-Negativen als Post-Expositionsprophylaxe in Kombination mit einem anderen Medikament angewendet werden, wenn es binnen 24 Stunden nach einem Risikokontakt eingenommen wird.

Die Zulassung erlaubt es nun, das Medikament an HIV-Negative abzugeben, um sich vor einer möglichen zukünftigen Infektion mit HIV zu schützen. Die Wirkstoffe ermöglichen aktuellen Studien zufolge bei täglicher Einnahme, das Ansteckungsrisiko praktisch auf Null zu senken. In den USA ist die Pille bereits seit 2012 zu diesem Zweck zugelassen – und gilt dort als Erfolgsgeschichte. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat im vergangenen Jahr empfohlen, dass Menschen mit besonders hohem Risiko das Medikament einnehmen sollten – darunter laut CDC rund ein Viertel der sexuell aktiven Schwulen und bisexuellen Männer, die HIV-negativ sind (queer.de berichtete).

Vergangenes Jahr haben unter anderem auch Kenia und Südafrika Truvada als PrEP eingeführt. Zudem hat Frankreich vor wenigen Monaten eine "temporäre Gebrauchsempfehlung" für Truvada zum Schutz vor einer sexuellen Ansteckung mit HIV gegeben.

Fortsetzung nach Anzeige


Frage der Finanzierung

Die Deutsche Aids-Hilfe begrüßte die Zulassung durch die Kommission. "Jetzt geht es darum zu klären, wie die PrEP finanziert werden kann", meinte DAH-Geschäftsführerin Silke Klumb. "Wir müssen sie den Menschen zugänglich machen, die sie brauchen, um sich vor HIV zu schützen. Wir fordern den Hersteller Gilead auf, dazu mit einer Preissenkung beizutragen." Derzeit kostet eine Monatsration von 30 Tabletten in Deutschland mehr als 800 Euro.

Die Finanzierung hatte bereits in England einen Streit ausgelöst, weil der chronisch unterfinanzierte staatliche Gesundheitsdienst damit drohte, bei einer PrEP-Zulassung andere Medikamente oder Behandlungen nicht mehr zu bezahlen; dazu gehörten Medikamente für Kinder mit Mukoviszidose oder die Behandlung seltener Arten von Krebs (queer.de berichtete). Die Drohung des Gesundheitsdienstes führte in Boulevardmedien zu einer Kampagne gegen PrEP. Die konservative "Daily Mail" nannte die Pille etwa ein "Lifestyle-Medikament" oder eine "Pille für häufigen Partnerwechsel". Aids-Aktivisten erklärten, die Rhetorik erinnere sie an die dunklen Zeiten der Achtzigerjahre. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 36 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 1357       24       4     
Service: | pdf | mailen
Tags: prep, aids, hiv, truvada, gilead, präexpositions-prophylaxe, europäische kommission
Schwerpunkte:
 HIV/Aids
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Pille zum Schutz vor HIV in Europa zugelassen"


 36 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
23.08.2016
11:35:03


(-1, 9 Votes)

Von Gregory


JUHUUUUU, jetzt wird wieder Hart Blank und non-stop Gebumst!! Ich freu' mich!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.08.2016
12:01:27


(-3, 7 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


Der vorletzte Satz bringt es, unter Außerachtlassung der politischen Korrektheit, so ziemlich auf den Punkt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
23.08.2016
12:22:05


(+5, 7 Votes)

Von Vater
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Gregory


Ich finde das toll.

Endlich kann man sich mit Hep C und Syphilis anstecken, ohne dabei Gefahr zu laufen, HIV auch noch mit einzusacken.

Kleines Problemchen am Rande könnte die Leber sein, die nach einer Hepatitis-C-Infektion gerne mal bockig wird und sich gegen die permanente Zufuhr starke Medikamente wehrt.

Aber was soll's?

Macht man halt ein Jahr lang ne Interferon-Chemo.

Syphilis wird ja eigentlich auch immer rechtzeitig erkannt. Sind ja Spirochäten, die für ihre wunderbare Diagnostizier- und Heilbarkeit berühmt sind...

___

Nicht falsch verstehen. Ich finde diese Zulassung sehr gut, kann aber nur vor dieser take-it-easy-Haltung warnen, die ich bei manchen Leuten schon wahrnehmen durfte.

Dumm kann man sich nämlich immer noch verhalten. Umso schlimmer, wenn man sich nun diesbezüglich auf der sicheren Seite wähnt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
23.08.2016
12:38:11


(+7, 7 Votes)

Von Pfote
Antwort zu Kommentar #2 von Laurent


Der letzte Satz des Artikel bringt Deinen Kommentar so ziemlich auf den Punkt.

Nein, es wird jetzt nicht zur Pflicht, jeden zweiten Tag mit einem anderen Kerl zu vögeln.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
23.08.2016
13:36:17
Via Handy


(+1, 5 Votes)

Von AFD-Watch
Antwort zu Kommentar #2 von Laurent


Was Mikesch vor 50 Jahren wohl zur Einführung der Pille gesagt hätte?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
23.08.2016
13:46:24


(+5, 5 Votes)

Von UrsaMajor


Zur Finanzierung:
In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Box" ist zu lesen:

"Truvada Generikum für gerade 28 Euro
Südafrikanisches Generikum für die PREP. Die Monatspackung kostet in Durban knapp 28 Euro. Zum Vergleich: in Deutschland kostet Truvada (Original) über 800 Euro. Nächstes Jahr wird das Patent auch in Deutschland auslaufen. Südafrika zeigt, wo die Preise liegen könnten. Mit richtiger Anwendung, verbesserter Testung und Therapie könnten auch in Deutschland die Infektionszahlen drastisch sinken."

(box-magazin.com, BOX 278, August 2016)

***

Zur Versachlichung der allgemeinen Diskussion schadet es nichts, sich näher zu informieren:

Link zu www.aidshilfe.de

Youtube-Video:


Link:
vimeo.com/132004810


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
23.08.2016
13:58:09


(+2, 4 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #3 von Vater


wenn ich es richtig verstehe, ist ein teil der strategie, dass man mit der ärztlichen verschreibung dieser pille sexuell besonders umtriebige msm dazu "verlocken" kann, regelmäßig zum arzt zu gehen. da dort auch andere STIs regelmäßig kontrolliert werden können (und sollten!), hat man gleichzeitig auch zu deren nichtverbreitung etwas beigetragen.

soweit ich weiß, belegen die bisherigen prep-studien, dass genau dieser effekt auch eintritt. eine illegale selbstversorgung hätte diesen effekt natürlich nicht, was die kostenübernahme durch die kassen umso wünschenswerter macht.

zum thema "neue sorglosigkeit" (diese ist übrigens "neu", seit es prävention gibt und wurde schon bei den kondomen prophezeit):

>"Kann die Risikosenkung durch die PrEP dazu führen, dass ihre Nutzer mehr Risiken eingehen als vorher (zum Beispiel seltener Kondome benutzen) und damit die eigentlich hohe Schutzwirkung wieder zunichtemachen?
In den PrEP-Studien konnte dies nicht beobachtet werden. Eher im Gegenteil: Einige PrEP-Nutzer gaben sogar an, häufiger Kondome zu verwenden als vorher."

mehr: magazin.hiv/2014/09/25/hiv-prep-worauf-warten-wir-eigentlich/


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
23.08.2016
14:41:14


(+5, 5 Votes)

Von Finn


Ein riesiger Fortschritt.

Aber bitte nicht vergessen, dass es auch noch andere Geschlechtskrankheiten gibt, einige von denen genauso gefährlich wie HIV oder sogar tödlich.

Den besten Schutz bieten nach wie vor Kondome.

Aber dennoch natürlich gute Nachrichten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
23.08.2016
16:03:21


(-1, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Laurent


Am Anfang der AIDS-Krise Mitte der Achtziger Jahre war das Kondom das Mittel der Wahl..

Auch damals schon gab es Stimmen die der Bevölkerung suggerieren wollten, das Kondom sei nur zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften da, und dies vor allem bei Nicht-Verheirateten Paaren..
Sollen doch diese Schwulen einfach mal auf Sex verzichten, dann wird auch keiner krank..

Wie man sehen und lesen kann ist die "Moral" der Durchschnittsbevölkerung in den vergangenen 30 Jahren nicht einen Deut verändert..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
23.08.2016
16:07:00


(-2, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Vater


""Nicht falsch verstehen. Ich finde diese Zulassung sehr gut, kann aber nur vor dieser take-it-easy-Haltung warnen, die ich bei manchen Leuten schon wahrnehmen durfte.""..

Truvada ist auch weiterhin kein frei verkäufliches Mittel wie etwa Aspirin, oder Dutzende andere zum Teil auch nutzlose Mittelchen gegen Grippe..
Die "Vorzüge" von PrEP erhält man durch die behandelnden Ärzte..
Der Zugang zu PrEP ist reglementiert..

Ich halte daher die Sorge vor einer "take-it-easy-Haltung" für unbegründet..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 LIFE & STYLE - GESUNDHEIT

Top-Links (Werbung)

 LIFE & STYLE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Pulse-Angehörige und Überlebende bedanken sich für Spenden Trump umgibt sich mit Homo-Hassern Kinostart "Frantz": Die Homoerotik der Lüge "Mahnmal für Verfolgte und Betroffene des Paragrafen 175" gefordert
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt