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WikiLeaks will nach eigenen Angaben denen zur Seite stehen, "die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen" (Bild: Wiki Commons / pameladrew212/ CC-BY-SA-3.0)

Die Whistleblower-Plattform steht erneut wegen schwerer Datenschutzverletzungen in der Kritik.

Die amerikanische Nachrichtenagentur AP hat am Dienstag über eklatante Datenschutzverletzungen auf der Whistleblower-Plattform WikiLeaks berichtet. So seien dort bereits im Juni 2015 Depeschen zwischen dem saudischen Außenministerium und saudischen Botschaften weltweit mit ungeschwärzten persönlichen Daten veröffentlicht worden.

In den sogenannten "Saudi Cables" wurde laut AP auch der volle Name eines saudischen Bürgers genannt, der wegen Homosexualität festgenommen worden war – auf gleichgeschlechtlichen Sex steht in Saudi-Arabien die Todesstrafe. Darüber hinaus entdeckte die Nachrichtenagentur in dem bislang im Westen kaum beachten Leak "mindestens 124 medizinische Akten", "500 Pässe" sowie mehrere Justizakten, in denen Vergewaltigungsopfer mit vollem Namen aufgeführt worden seien. Auch eine Frau mit Schulden sei auf diese Weise geoutet worden, die gegenüber AP von einer "Katastrophe" sprach.

Assange: Keine Zeit für Datenschutz

WikiLeaks hat sich zu den neuen Vorwürfen bislang nicht geäußert. Ihr Gründer Julian Assange hatte noch im Jahr 2010 erklärt, dass medizinische Daten ein "schützenswertes Geheimnis" seien. Bei einer Videokonferenz meinte er jedoch kürzlich: "Wir können nicht drei Jahre lang alle Unterlagen durchgehen und Zeile für Zeile schwärzen."

Wegen vermeintlicher Outings stand WikiLeaks bereits mehrfach in der Kritik. So veröffentlichte die Plattform 2010 offizielle Papiere des US-Außenministeriums, nach denen Singapurs Geheimdienst den malaysischen Oppositionsführer Anwar Ibrahim für schwul hält (queer.de berichtete). 2011 wurde ein interner Bericht des damaligen libyschen US-Botschafters öffentlich, der Al-Saadi Gaddafi, den Sohn des im selben Jahr getöteten Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi als bisexuellen Lebemann outete (queer.de berichtete). (cw)



#1 Roman BolligerAnonym
#2 Roman BolligerAnonym
#3 OldybaerAnonym
  • 24.08.2016, 13:58h

  • Man sollte diese Plattform einfach platt machen und verbieten. Die richten mit ihren unerlaubten Outings immensen Schaden an und bringen Menschen damit in Lebensgefahr
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#4 falken42
  • 24.08.2016, 14:46h
  • Antwort auf #3 von Oldybaer
  • gehts noch untertanenmäßiger?

    was soll denn das für ein Zwangsouting sein, wenn er bereits verhaftet war?

    wenn wikileaks akten veröffentlicht, in denen die behörden den menschen bereits der homosexualität beschuldigt oder ihn deswegen verhaftet haben, welche art schaden soll denn da nun entstanden sein? im gegenteil solch einen verhafteten könnte internationale aufmerksamkeit eher nützen.

    zudem gibt es im echten leben nicht nur queere anbiederungspolitik, ohne wikileaks wüßten wir heute noch nix von guantanamo oder den anderen kriegsverbrechen der nato. vom abhören jedes einzelnen menschen in diesem land ganz zu schweigen.

    der tenor dieses artikels und die bisherigen kommentare sind eine schande für jeden von uns.
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#5 LorenProfil
#6 falken42
  • 24.08.2016, 15:49h
  • Antwort auf #5 von Loren
  • also dieser zeitartikel bezieht sich auf daten von associated press. denen würde ich nicht mal über den weg trauen, wenn sie engelsflügel hätten.

    viel geht um "sollen" und andeutungen etc. - ich bin nicht für gefährdendes zwangsouting oder das veröffentlichen medizinischer berichte oder so.

    doch leider haben sowohl AP als auch "die zeit" in den letzten jahren bewiesen, dass ihnen, gerade wenn es um wikileaks oder snowden oder ganz einfach die lügen der us-regierung vom irakkrieg bis guantanamo geht, jegliches journalistisches ehrgefühl verloren gegangen ist.

    nach vielen generationen der verfolgung nichtheterosexueller menschen werden wir jetzt als propagandawaffe im neuen kalten krieg gegen osten benutzt - da werden wir plözlich salonfähig. und wikilieaks und andere sind in diesem spiel dann die bösen.

    und was machen wir? sind wir vorsichtig angesichts unserer erfahrungen?
    nein, wir quatschen diesen ganzen müll einfach nach und machen mit.
    in den usa schiessen die homoheiler camps wie pilze aus dem boden, egal.
    bei unseren verbündeten in saudi-arabien etc. werden selbst schwule kinder geköpft, wir liefern waffen - egal.
    selbst bei uns hier nimmt die gewalt wieder zu, schwule clubs verschwinden, maxdome hat gerade schwule filme verbannt - egal.
    hauptsache der feind ist ausgemacht - leute wikileaks und die anderen seiner art veröffentlichen die wahrheit!
    vielleicht ist was dran an diesen behauptungen,vielleicht nur ein weiterer versuch der diskreditierung - vielleicht sogar beides. aber ist euch wirklich klar auf wessen seite ihr euch da schlägt mit solchen reißerischen artikel aus der feder von AP, zeit und nato-HQ?
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#7 MartinezAnonym
  • 24.08.2016, 16:30h

  • Die Rechtfertigung von WikiLeaks alles das aufzuzeigen, was die Medien angeblich verschweigen würden, ist teils einfach gewaltvoyeuristisch und wie in dem Fall in Saudi Arabien gefährlich.

    Bei Katastrophen werden dort Bilder erlaubt die woanders zu recht zensiert werden.
    Jeder weiß z.B. das in Nizza Menschen überfahren wurden, es wurde in gerade noch erträglichem Maß in den Medien gezeigt ( das man sieht wie schlimm das ist), daher ist ein gewisses Maß ok.

    Es ist also nicht so das WikiLeaks immer etwas Neues aufdeckt, trotzdem überbieten sich die User dort im hochladen mit Bildern und Videos von schwer verletzten Menschen in hilflosen, entwürdigen Situationen. Oft im Titel vermerkt, wie explizit es wird...und das soll das berühmte, freiheitliche WikiLeaks sein? Ich war zuvor noch nie auf der Seite und das hatte mir gereicht...es ist ( zumindest teils?) ein Sammelsurium für Schaulustige, die bei Unfällen jetzt nicht mehr gaffen müssen, sondern im Internet ihrem Voeyrismus fröhnen.
    Da bleibe ich lieber bei einigen der Mainstream-Medien plus anderen mir zusagenden Seiten und bilde mir meine eigene Meinung ohne den Voeyrismus der WikiLeaks.
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#8 FelixAnonym
  • 24.08.2016, 19:56h
  • "Assange: Keine Zeit für Datenschutz"

    Dafür MUSS Zeit sein. Oder man muss es ganz bleiben lassen.

    Es kann nicht sein, dass man Missstände anprangert und gleichzeitig selbst massive Datenschutz-Missstände verursacht.
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#9 TheDad
#10 LinusAnonym
  • 25.08.2016, 11:42h
  • Wenn Homohasser heimlich schwule Affären haben, sollte man das durchaus öffentlich machen. Denn die schaden uns massiv und verhalten sich bigott.

    Aber bei allen anderen gilt, dass niemand das Recht hat, jemanden gegen seinen Willen zu outen. Erst recht nicht, wenn man diese Menschen damit in Lebensgefahr bringt.

    Ich selbst bin der Meinung, dass sich jeder (wenn er sich damit nicht in Gefahr bringt) outen sollte. Erstens für die Allgemeinheit, denn je mehr Menschen geoutet sind, desto besser für uns alle. Und zweitens für sich selbst, weil es besser für die eigene Psyche ist, sich nicht zu verstellen und ständig Angst vor Enttarnung haben zu müssen.

    Aber auch wenn ich Selbstverleugnung nicht gut finde und hoffe, dass sich jeder outet, so sollte das dennoch jeder selbst machen und nicht von anderen zwangsgeoutet werden. Außer wie gesagt, Schrankschwule, die sich homophob äußern oder sogar als Politiker homophobe Gesetze unterstützen und uns damit massiv schaden.
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