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Indien galt bislang als populäres Ziel für Leihmutterschaftstourismus (Bild: flickr / lunar caustic / by 2.0)

Die Regierung in Neu-Delhi will Leihmutterschaft erheblich einschränken: Unverheirateten Paaren, Ausländern, Einzelpersonen und Homosexuellen soll untersagt werden, ihr Kind von einer indischen Leihmutter austragen zu lassen.

Die indische Außenministerin Sushma Swaraj hat am Mittwoch angekündigt, Leihmutterschaften nur noch verheirateten indischen Paaren unter bestimmten Bedingungen zu erlauben. "Es wird ein komplettes Verbot der kommerziellen Leihmutterschaft geben", so Swaraj nach Angaben der Nachrichtenagentur AP.

"Kinderlose Paare, die aus medizinischen Gründen keine Kinder haben können, könnten sich von einer nahen Verwandten helfen lassen, also altruistische Leihmutterschaft in Anspruch nehmen." Gemischtgeschlechtliche Paare müssen laut dem geplanten Gesetz mindestens fünf Jahre lang verheiratet sein, um eine Genehmigung zu erhalten.

Damit will Indien auch allen Ausländern und allen homosexuellen Paaren die Inanspruchnahme der Leihmutterschaft untersagen. Bislang gilt Indien hinter den USA als das beliebteste Ziel für schwule Paare, die sich einen Kinderwunsch erfüllen wollen. Seit der Legalisierung im Jahr 2001 gilt die Leihmutterschaft als schnell wachsender Wirtschaftszweig, der jährlich mehr als eine Milliarde Dollar umsetzt.

Der Entwurf muss noch im Parlament beraten und beschlossen werden. Dort hat die hindu-nationalistische "Indische Volkspartei" (BJP) eine absolute Mehrheit.

Leihmutterschaft in Deutschland verboten

Bei Leihmutterschaften trägt eine Frau für eine andere Familie ein Kind aus. Dabei wird der Frau entweder ein Embryo eingepflanzt oder das Sperma. Die rechtliche Situation ist weltweit uneinheitlich: In Deutschland und Österreich sind Leihmutterschaften generell verboten und gelten als ethisch verwerflich. In anderen Ländern wie den Niederlanden oder Schweden sind altruistische (nicht-kommerzielle) Leihmutterschaften erlaubt.

Nur in einigen wenigen Regionen gibt es liberalere Gesetze, was zu "Leihmutterschaftstourismus" führt. Am erfolgreichsten sind einige Bundesstaaten der USA, insbesondere Kalifornien. Viele schwule Promis haben bereits von dem Angebot der Leihmutterschaft Gebrauch gemacht, beispielsweise Elton John und Neil Patrick Harris.

In Deutschland gibt es für Leihmutterschaftseltern noch immer Hürden bei der Anerkennung ihrer Elternschaft. Allerdings haben Gerichte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach zu Gunsten von Regenbogenfamilien entschieden und dabei das Wohl des Kindes und gesellschaftliche Realitäten über deutsche Normen gestellt. 2014 hatte der Bundesgerichtshof erstmals ein schwules Paar als rechtliche Eltern eines von einer Leihmutter in den USA ausgetragenen Kindes anerkannt (queer.de berichtete). Im vergangenen Monat entschied das Oberverwaltungsgericht Münster, dass ein von einer indischen Leihmutter ausgetragenes Kind eines schwulen Deutschen Anrecht auf die deutsche Staatsbürgerschaft hat (queer.de berichtete). (dk)



#1 GeorgGProfil
#2 Katholiban-WatchAnonym
  • 24.08.2016, 17:27h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • Komisch, warum hat sich ein gewisser jemand vor 2000 Jahren nicht daran gehalten, als er eine jungfräuliche Minderjährige ungefragt zur Leihmutter machte?
    Gehörte das nicht auch verboten? Wieso nicht?
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#3 Foxie
  • 24.08.2016, 17:57h

  • Ein Verbot ist nicht der richtige Weg. Eher ein Profitverbot für alle daran Beteigten Bei allem Respekt für jene, die gern eine Familie hätten, Leihmutterschaft ist wider die Natur. Immer eine Frage des Geldes, welche Wünsche mann sich mit Geld erfüllen kann. Wie auf'm Strich. Menschen sind keine Handelsware.
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#4 ChuckineAnonym
  • 24.08.2016, 17:58h
  • Mir gefällt der Artikel (und insbesondere die Überschrift) nicht. Zu suggestiv, ich habe sonst nirgendwo gelesen, dass es bei diesem Verbot um LGBT oder speziell Schwule geht. Es geht darum, kommerzielle Leihmutterschaften aus Indien zu verbannen, auch für Hetero-Paare!

    Man kann ja von der BJP halten, was man will, aber so böse ist sie anscheinend gar nicht, wenn sie denn auch mal was für Frauenrechte tut (zu wenig, aber hey!, doch etwas). (Natürlich leider nichts für LGBT, aber der Indian National Congress und beinahe das gesamte indische politische Spektrum sind genauso homophob.) Alles in allem diesmal keine News, die zum sonst so (leider manchmal aus guten Gründen) populär gewordenen Indien-Bashing führen sollte.
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#5 GeorgB
  • 24.08.2016, 19:06h
  • Antwort auf #3 von Foxie
  • "Leihmutterschaft ist wider die Natur. Immer eine Frage des Geldes, welche Wünsche mann sich mit Geld erfüllen kann. Wie auf'm Strich"

    Sagst du das auch Menschen, die eine Chemotherapie machen? Ist schließlich auch wider die Natur.

    Selbst Haareschneiden ist wider die Natur.

    Auch künstliche Befruchtung ist wider die Natur.

    Alle medikamentösen Behandlungen gegen Pest, Cholera und andere Krankheiten sind wieder die Natur.

    Wir machen vieles, was "wider die Natur" ist, sonst gäb es uns schon gar nicht mehr.
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#6 GeorgB
  • 24.08.2016, 19:09h
  • Antwort auf #4 von Chuckine
  • Frauenrechte schaffen heißt für dich also, Frauen etwas zu verbieten, statt die Bedingungen so auszugestalten, dass keine Frau gegen ihren Willen zu etwas gezwungen werden kann? Ist schon eine ziemlich seltsame Auffassung von Frauenrechten, wenn man darunter Verbote für Frauen versteht...
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#7 schabrakke_Anonym
#8 schabrakke_Anonym
  • 24.08.2016, 19:28h
  • Antwort auf #4 von Chuckine

  • So geht es aber nicht! Die Kommentarleiste darf nur ich aufmischen während die etwa 150 anderen mit inhaltlich völlig identischen Bemerkungen und programmierter Entrüstung dem Artikel und sich gegenseitig zuapplaudieren. xD
    Aber Spaß beiseite, bin genau deiner Meinung. Die neue Reglung betrifft alle Nicht-Inder in Mitteleuropa und Nordamerika in gleichem Maße, und das sind bekanntlich fast alle. Zu Leihmutterschaft kann man so oder so stehen. Kommerziell ist das durchaus nicht unbedenklich, zumal gerade in Indien sicherlich viele Frauen sich durch Armut dazu gedrängt sehen. Die paar wenigen schwulen Inder, die innerhalb Indiens gerne eine Leihmutter gefunden hätten, sind die einzigen, für die sich etwas ändert. Fraglich ist allerdings, ob ob der Illegalität der Homosexualität dort überhaupt ein signifikanter Anteil dieser Gruppe jemals diesen Schritt gewagt hat geschweige denn damit erfolgreich war.
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#9 Sveni MausiAnonym
  • 24.08.2016, 21:50h
  • Die Konsequenz ist doch endlich Leihmutterschaft in Deutschland zu legalisieren.

    "Widernatürlich" Kinderkriegen ist jetzt widernatürlich oder was?
    Achso nur die Art woher die Kinder kommen. Na dann kann man auch gleich gehen Schwule und Frauen in Hosen hetzen!

    Leihmutterschaft ist schlecht, weil Frauen dazu gezwungen werden könnten?
    Dann sollten wir Erziehung und Schule auch sofort abschaffen!
    Es gibt viele Berufe, die ich nur aus finanzieller Not ausüben würde und es gibt eine Reihe besserer Berufe. Frauen sollten, wie Männer die Möglichkeit haben, Ihren Beruf frei zu wählen und was der eine Scheiße findet, macht dem anderen vielleicht total Spaß!

    Ich versuche ja auch nicht Heterosexuelle den Vaginalsex - weil er schlecht ist - auszureden ...
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#10 puschelchenProfil
  • 24.08.2016, 22:25h irgendwo in nrw

  • Wenn ausgerechnet ein Land, in dem Mädchen gerne mal selektiv abgetrieben werden, die Leihmutterschaft verbietet, hat das schon eine gewisse Komik.
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