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Christian Lindner ist seit Dezember 2013 Bundesvorsitzender der FDP (Bild: Harald Krichel / wikipedia)

Die Liberalen wollen die Ehe für Lesben und Schwule öffnen – Lebenspartnerschaften soll es stattdessen für Freunde aller Art geben.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner will Lebensgemeinschaften jenseits der klassischen Paarbeziehung rechtlich absichern. "Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, also Pflichten übernehmen, dann sollen sie auch Rechte haben", erklärte der 37-Jährige in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Berliner Morgenpost".

Im Blick hat Lindner sogenannte Wahlverwandtschaften: "Warum sollten zwei Witwen, die eng miteinander befreundet sind, keine Lebenspartnerschaft eingehen? Ich meine damit keine Liebesbeziehung, sondern eine Verantwortungsgemeinschaft", sagte der FDP-Vorsitzende. "Heute ist es doch so: Wenn die eine im Krankenhaus ist, kann sich die andere bei den Ärzten nicht über den Zustand der Freundin erkundigen."

Eine Rechtsform für Freundschaften

Man müsse eine Rechtsform schaffen, die solche besonderen Freundschaften absichert, forderte Lindner. Im Zuge des demografischen Wandels werde es in Deutschland "ganz neue Lebensmodelle" geben.

Seit 2012 forderte die FDP in ihrem Grundsatzprogramm die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare (queer.de berichtete). "Alle Paare sollen die Ehe eingehen können. Bei Rechten und Pflichten machen wir keine Unterschiede zwischen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern und Ehegatten", heißt es in den vor vier Jahren beschlossenen "Karlsruher Freiheitsthesen für eine offene Bürgergesellschaft".

Die Partei vollzog damals eine deutliche Wende: Noch 2001 stimmten die Liberalen gegen das rot-grüne Lebenspartnerschaftsgesetz. Im früheren Grundsatzprogramm aus dem Jahr 1997 ("Wiesbadener Grundsätze") waren Homo-Rechte außen vor gelassen worden. (cw)



#1 NickAnonym
#2 FelixAnonym
  • 27.08.2016, 08:24h
  • Die FDP ist genau wie die SPD:
    Im Versprechen ganz groß, aber dann unterwerfen sie sich doch der Union und stimmen fleißig gegen Gleichstellung.
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#3 NickAnonym
#4 Saulus47acAnonym
  • 27.08.2016, 08:47h
  • "Die Partei vollzog damals eine deutliche Wende: Noch 2001 stimmten die Liberalen gegen das rot-grüne Lebenspartnerschaftsgesetz. Im früheren Grundsatzprogramm aus dem Jahr 1997 ("Wiesbadener Grundsätze") waren Homo-Rechte außen vor gelassen worden."

    Wie gut, dass sie 2001 nur gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz und nicht etwa gegen die Eheöffnung gestimmt haben, für die sie sich doch - jeder kann es nachlesen, wenn das Dokument auftaucht - mit großem Elan eingetzt hatten.
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#5 SybilleAnonym
  • 27.08.2016, 09:15h
  • Hurra, die F.D.P. hat ein offenes Scheunentor entdeckt und möchte es nun mit großem Getöse einrennen, um sich wichtig zu machen.
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#6 FaktenAnonym
  • 27.08.2016, 09:15h
  • Ein nüchterner Blick auf die Fakten.

    Die FDP hat im Bundestag in Regierungsverantwortung 2009- 2013 immer gegen jede Gleichstellung gestimmt, die nicht vom Bundesverfassungsgericht erzwungen wurde. Und das obwohl sie mit knapp 15 % der Wählerstimmen im Bundestag vertreten war. D. h. die FDP hat sich genau so verhalten wie die SPD es seit 2013 tut.

    Die FDP hat 2000/2001 bekämpft, dass gleichgeschlechtliche Paare Rechte erhalten und ist gemeinsam mit der CSU vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, um gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft zu klagen.

    Die FDP ist im Kern eine bürgerliche CDU/CSU-nahe Partei.

    Die FDP koaliert am liebsten mit der CDU/CSU.

    Die FDP wird mit 5 bis 10 % der Wählerstimmen erst recht nicht die Ehe für alle durchsetzen.

    Die FDP ist die Partei der Reichen und verhöhnt die Armen. Westerwelle hatte Hartz-IV-Empfänger als spätromisch-dekadent bezeichnet. Die FDP will Steuererleichterungen für Reiche und die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter vergrößern.
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#7 NickAnonym
#8 Patroklos
#9 Carsten ACAnonym
  • 27.08.2016, 10:22h
  • "Lebenspartnerschaften soll es stattdessen für Freunde aller Art geben."

    1.
    Wieso soll es für Freundschaften eine Rechtsform geben? Muss der Staat sich wirklich in alles einmischen?

    2.
    Die Privilegien resultieren ja daraus, dass man als Paar Verantwortung füreinander übernimmt. die Rechte gibt es ja nur dafür, dass man auch gewisse Pflichten hat. Wieso sollen Freunde füreinander Verpflichtungen eingehen? Nur damit der Staat noch mehr Geld sparen kann?

    Und man braucht auch nicht für Freundschaften irgendwelche Privilegien.

    3.
    Das wird Wasser auf die Mühlen der Homohasser sein.

    Die werden sagen: "Seht ihr: zuerst war die Eingetragene Partnerschaft nur für Schwule und Lesben. Jetzt wird sie ganz beliebig. Und wenn Schwule und Lesben heiraten dürfen, werden sie auch die Ehe bald beliebig machen wollen und letztendlich abschaffen wollen."

    4.
    Wie alles, was aus dem Mund von Herrn Lindner kommt: purer Populismus gepaart mit völliger Inkompetenz und ohne Dinge richtig durchzudenken.

    Totaler Schwachsinn. Und am Ende macht die FDP dann eh, was die Union ihr diktiert. Selbst wenn die FDP in der Opposition ist.
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#10 GeorgGProfil
  • 27.08.2016, 10:38hBerlin
  • Sollte diese Forderung in das Parteiprogramm aufgenommen werden, wäre die FDP für mich nicht mehr wählbar (obwohl ich sie sowieso nie gewählt habe).
    Eine schwule Lebenspartnerschaft beinhaltet -genau wie eine Heteroehe- eine Liebesgemeinschaft, die in guten und in schlechten Tagen zusammenhält.
    Wenn sich jetzt alle möglichen Leute verpartnern können, wird der Heteroehe und der Homo-Lebenspartnerschaft das Besondere einer Lebensbeziehung genommen.
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