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Protestschild bei einer Demo gegen die rechtspopulistische FPÖ (Bild: Michael Pollak / flickr / by 2.0)

Rassistische und homofeindliche Facebook-Posts eines Angestellten des Nationalratsabgeordneten Christian Höbart haben ein parlamentarisches Nachspiel.

Alexander S., Mitarbeiter des österreichischen Nationalratsabgeordneten Christian Höbart von der rechtspopulistischen FPÖ, pöbelt auf unterster Gürtellinie seit Jahren auf Facebook gegen Flüchtlinge, Migranten und Homosexuelle. Screenshots der antifaschistischen Recherchegruppe "Recherche Wien" zufolge schrieb er 2013 etwa von "privaten Eselsfickerkulturen" und meinte: "Ja, ich bekenne mich dazu, ungezogene Kanackenkinder ausgrenzen zu wollen."

Die Tageszeitung "Der Standard" hat ein Post aus dem Februar dieses Jahres dokumentiert, in dem er den Fall zweier schwuler Flüchtlinge aus dem Irak kommentierte, die nach homophoben Attacken im Flüchtlingsheim von einem homosexuellen Paar in ihrer Privatwohnung aufgenommen wurden: "Die Regierung hat zwei neue Ausländer und die warmen Brüder zwei neue Spielgefährten. So ist jedem zeitgenössischem Zersetzer gedient, oh brave new world."

Kurz darauf beleidigte S. den deutschen Grünen-Abgeordneten Volker Beck als "Berufsschwuchtel", eine Bürgermeisterin nannte er ein "verlogenes, strunzdummes Weibsstück", das "weg weg weg" gehöre. Ein Viertel, in dem auch extremistische Muslime leben, wollte er Ende März "ausräuchern".

Höbart zeigt sich entsetzt, hetzt jedoch selbst auf Facebook

Auf Presseanfragen zeigte sich der FPÖ-Abgeordnete Höbart entsetzt über die Posts seines Angestellten. "Wenn das stimmt, dann ist er nicht mehr, sondern dann war er mein Mitarbeiter", erklärte der Politiker gegenüber dem "Standard". Allerdings schloss er auch "Manipulationen" nicht aus und wolle daher "den Sachverhalt prüfen".

Höbart war allerdings sehr schon mehrfach mit unterirdischen Facebook-Posts aufgefallen. So kommentierte er etwa im vergangenen Jahr ein Video von Flüchtlingen in einem Boot im Mittelmeer mit den Worten "eine Seefahrt, die ist lustig", zuvor hatte er Asylwerber als "Erd- und Höhlenmenschen" diffamiert. Die FPÖ hatte sich nach Protesten hinter ihren Abgeordneten gestellt.

Sein Mitarbeiter S., der in Deutschland aufgewachsen ist und früher bei der Bundeswehr arbeitete, engagiert sich bei der vom österreichischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "Identitären Bewegung". Außerdem ist der 37-Jährige, der in seiner Freizeit Gedichbände veröffentlicht, Mitglied der Burschenschaft Corps Hansea, die auf Facebook dazu aufrief, "linke Weiber auszuknocken".

Der Grünen-Abgeordnete Harald Walser kündigte zu den "braun-blauen Ausfällen" am Freitag eine Kleine Anfrage im Nationalrat ab. Höbart forderte er auf, seinen Mitarbeiter umgehend zu entlassen.

Twitter / haraldwalser | Tweet des Grünen-Abgeordneten Harald Walser

In Österreich sorgen homophobe Ausfälle von FPÖ-Politikern immer wieder für Schlagzeilen. So kritisierte der FPÖ-Bezirkschef und Gemeinderat Wolfgang Zistler aus Schwechat erst im Juni das "penetrante Aufdrängen von Homosexualität" in der Krimiserie "Tatort" und meinte: "Es wird immer widerlicher" (queer.de berichtete). (cw)



#1 Carsten ACAnonym
  • 27.08.2016, 10:23h
  • Das Vokabular mit der "Zersetzung" gab es in der deutsch-österreichischen Geschichte schonmal.

    Interessant, wie offen die FPÖ mittlerweile ihre Sympathie für diese Zeiten zeigt.

    Das kennen wir ja auch aus anderen Staaten, wo immer öfter der Bezug auf braune Zeiten ganz offen und selbstverständlich gezeigt wird.
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#2 GeorgGProfil
  • 27.08.2016, 10:43hBerlin
  • Dies ist nicht das Programm der FPÖ. Strache sollte sofort eingreifen und diese Leute aus der Partei ausschließen.
    Strache sollte wissen, dass solche Leute der FPÖ schaden, denn ganz sicher werden jetzt einige potenzielle Wähler nach diesen Ausfällen nicht mehr die FPÖ wählen.
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#3 GregorrrrGAnonym
  • 27.08.2016, 11:46h
  • Antwort auf #2 von GeorgG

  • Und das wäre nun schlimm, weil?!? Wieso soll das nicht der Parteilinie entsprechen? Passt Herrn GeorgG etwa nicht, dass jemand von der FPÖ so spricht, wie die Partei denkt und die Partei damit demaskiert?
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#4 Sabelmann
  • 27.08.2016, 17:12h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • Ich krieg Bauchweh vor lachen...DER STRACHE SOLL EINGREIFEN???Wo lebst denn Du?Dafür sind seine Hallawacheln doch da!Selbst kann er es sich ja nicht leisten sooo herumzuwüten!Da opfert er lieber einen seiner Bauern welche SEINE Ansichten vertreiben!
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#5 NickAnonym
  • 27.08.2016, 17:32h

  • Ich frage mich wie lange due noch als "Rechtspopulisten" verharmlost werden anstatt sie endlich beim Namen zu nennen: NEONAZIS
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#6 KMBonnProfil
  • 27.08.2016, 17:34hBonn
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • Die Vorgehensweise der FPÖ kann man genausogut bei der AfD und bei Trump beobachten.
    Pöbeln, dementieren, uminterpretieren, zurückrudern, bei nächster Gelegenheit nachlegen.

    Und wer das verteidigt bzw. entschuldigt, bei dem mag der Verdacht nahe liegen, selber ein Sympathisant dieses rechten Dreckspacks zu sein.

    An AfD, FPÖ, Pegida und Trump gibt es nichts zu beschönigen. Es ist populistisches Dreckspack, das am rechten Rand herumfischt, Ängste schürt und nur vermeintliche Lösungen anbietet.

    Mehr fällt mir dazu nicht ein.
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#7 KälbersprechAnonym
#8 NickAnonym
  • 27.08.2016, 18:46h
  • Antwort auf #2 von GeorgG

  • Würdest du uns bitte aufklären was das programm dieser nazis ist?

    Massenabschiebungen (so wie sie auch söder von der csu fordert)?
    Internierungslager?

    Totaler Überwachungsstaat?

    Bitte um Aufklärung..

    (Und komm mir nicht damit deren website aufzurufen um es selbst zu lesen, denn jeder klick auf deren url ist für die ein erfolg)
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#9 TheDad
  • 27.08.2016, 23:23h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • ""Strache sollte wissen, dass solche Leute der FPÖ schaden,""..

    Eine Analogie zu :
    "Wenn das der Führer gewußt hätte"..

    Wie Dumm muß man eigentlich sein, um so einen Unsinn von sich zu geben ?

    Wenn eine Herr Strache irgendetwas gegen ""solche Leute"" in der Partei hätte, dann wären sie nicht drinn..
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#10 Homonklin44Profil
  • 28.08.2016, 05:28hTauroa Point
  • Das penetrante sich-Aufdrängen der rechtsgedrallten Lackaffen wird wirklich immer widerlicher.

    Außerdem freuen sich die Einheimischen von Neukaledonien bestimmt nicht darüber, ständig Abwandlungen ihrer Volksbezeichnung ( Kanaken) in abwertendem Kontext vorzufinden. Ein Wort für "Mensch" in abwertender Weise zu benutzen, mag den Rechtsradikalen liegen...
    Gewöhnlich macht sich die braune Bande auch mit dem blauen Überlack kaum Gedanken darüber, was die reden.

    Auch die zielbewusste Verwendung althergebrachter Begriffe lässt tief blicken, wenn auch die Verleugnung dieser Degenerativkultur ständig beigemischt bleibt, wie Katzenstreu bei Leuten, die öfter mal daneben pissen.

    Wer da das Volk wie zersetzt, ist auch ersichtlich.
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