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  • 18. April 2005, noch kein Kommentar

queer.de war beim Konzert am 16. April im Kölner E-Werk dabei. Lest unsere Review.

Von Jan Gebauer

Marianne Rosenberg fängt pünktlich an. Nach der Vorgruppe Melotron, die lupenreinen Synthi-Pop in deutscher Sprache bringt, scheint die Diva förmlich auf die Bühne zu schweben. Die luftig-leichten, überdimensionalen Tücher, die von oben röhrenförmig herab hängen, sowie das dezente Licht verstärken diesen Eindruck. Es gab Jahre, da wollte die Rosenberg nichts mehr von ihren großen Hits wie "Er gehört zu mir", "Marleen" oder "Lieder der Nacht" wissen. Lieber sang sie Punk oder Rock wie Mitte der 80er Jahre oder wandte sich Jazz und Chanson zu wie in den 90er Jahren. Auf ihren regelmäßigen Alben präsentierte sie zwar nach wie vor deutsche Kost, jonglierte aber auf CDs wie "Luna" (1998) oder "Himmlisch" (2000) mit Pop, Electro-Sounds und experimentellen Klangmustern. 2004 dann die langersehnte Versöhnung mit ihrem 70er-Jahre-Repertoire: Das Album "Für immer wie heute" wurde ein großer Verkaufserfolg und am 4. April begann die Rosenberg die neu aufgenommenen Hits von einst auch live auf der Bühne für ihre zahllosen Fans zu präsentieren.

Beim Konzert in Köln stellten wir uns zunächst die Frage, ob Marianne Rosenberg tatsächlich noch so viele Fans besitzt, dass sie eine Halle wie das E-Werk füllen kann. Doch bis zum Eingangsbereich drängten sich die Leute, das Konzert war überaus gut besucht. Erstaunlicherweise blieb der "Alles-nur-Schwule"-Effekt aus. Frauen mittleren Alters mit ihren Gatten tänzelten ebenso zu den Schlager-Hymnen wie 50-jährige Vorstadt-Friseurinnen, bärige Leder-Schwestern oder plappernde Mädels, die man eher bei einem Pur-Konzert erwarten würde. Mit drei absoluten Rosenberg-Klassikern begann die Sängerin das Intermezzo: "Für immer wie heute", "Marleen" und "Liebe kann so weh tun" - Songs, die das Publikum liebt und dementsprechend dabei abging. Deutlich ruhiger wurde es bei den folgenden vier Liedern, aber spätestens als "Ich bin wie du" oder das Rio-Reiser-Cover "Junimond" erklang, konnte die Rosenberg endgültig das Stimmungsruder herumreißen. Ob sie es nun mag oder nicht, ihre Disco-Klassiker kamen am besten an. Das konnten auch ihre verblüffenden Cover-Versionen von "Männer" (Herbert Grönemeyer, bei der Rosenberg im Reggae-Mix) und Cole Porters "Everytime We Say Goodbye" nicht ändern. Letzterer Titel macht aber neugierig auf ihr geplantes Jazz- und Chanson-Album.

Weitere Tour-Daten:

Mo | 18.04.2005 | Essen > Philharmonie
Di | 19.04.2005 | Nürnberg > Meistersingerhalle
Mi | 20.04.2005 | Erfurt > Thüringenhalle
Sa | 23.04.2005 | Frankfurt > Jahrhunderthalle
So | 24.04.2005 | München > Circus Krone
Di | 26.04.2005 | Münster > Halle Münsterland
Mi | 27.04.2005 | Berlin > Tempodrom

18. April 2005