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Für dieses Instagram-Foto erhielt Luxy fast 8.500 Likes, doch die Behörden in Katar ließ das unbeeindruckt

Nach Angaben des jungen Polen seien ihm in Katar unter anderem Instagram-Fotos mit Make-up vorgeworfen worden.

Gerade einmal drei Wochen ist es her, dass das kanadische Model Gigi Gorgeous aufgrund ihrer Transsexualität für mehrere Stunden am Flughafen von Dubai festgehalten wurde (queer.de berichtete). Nun sorgt ein möglicherweise noch schwerwiegender Fall aus den Golfstaaten für Empörung.

Ein 18-jähriger Pole, der sich Luxy nennt und seinen bürgerlichen Namen nicht nennen möchte, erklärte gegenüber dem Portal "Gay Star News", dass er am Flughafen von Doha aufgehalten worden sei, als er das zweite Mal in das Emirat Katar einreisen wollte. "Sie führten mich in ein Verhörzimmer und wollten wissen, warum ich hierher gekommen bin", erklärte der 18-Jährige. "Sie haben mir mein Handy abgenommen und meine Whatsapp-Nachrichten und meine Bilder angeschaut."

Über zwei Monate im Zentralgefängnis von Doha

Eine Stunde später sei er festgenommen und für zehn Tage in eine Einzelzelle des Zentralgefängnisses von Doha gebracht worden. "Sie nannten mich immer wieder einen Prostituierten, meinten, ich käme aus einer schlechten Familie, und lachten über meine Instagram-Fotos." Die Beamten hätten ihn außerdem gefragt, ob er ein Mann oder eine Frau sei.

Im Gefängnis sei ihm schließlich auch der Hauptgrund der Festnahme mitgeteilt worden: "Sie erklärten, dass ein Mann aus Katar mich angezeigt hat, weil ich Nacktfotos von ihm auf Instagram veröffentlicht haben soll." Zu dem Vorwurf selbst äußerte sich der junge Pole nicht.

Nach 63 Tagen im Gefängnis wurde Luxy schließlich mit Hilfe eines Anwalts und nach Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Riyal (rund 3.700 Euro) entlassen. Statt sofort zurück nach Polen zu reisen, blieb er jedoch in einem Hotel in Doha. Nach zwei Tagen sei er erneut festgenommen worden, berichtete Luxy. Diesmal seien ihm Fotos auf Snapchat und Instagram vorgeworfen worden, auf denen er Make-up trage. "Sie meinten, ich sehe wie ein Transgender aus."

Nach diesem Vorfall habe Luxy das Land auf dem schnellsten Weg verlassen. Nach eigenen Angaben wurde er auf eine schwarze Liste gesetzt und habe Einreiseverbot in die gesamten Golfstaaten erhalten.


Auch im Horror-Urlaub in Doha blieb Zeit für ein Selfie

Fünf Jahre Haft für schwulen Sex

In Katar sind Geschlechtsanpassungen ebenso verboten wie homosexuelle Handlungen. Zuletzt sorgte das Emirat mit einem Verbot des Kinofilms "The Danish Girl" für Schlagzeilen. Dem Drama um Trans-Pionierin Lili Elbe hatten die Behörden "moralische Sittenlosigkeit" vorgeworfen (queer.de berichtete). Auf Homosexualität stehen in Katar fünf Jahre Haft.

Das Land steht seit Jahren in der Kritik von LGBT-Aktivisten. Vor allem regte sich Widerstand, nachdem die FIFA vor fünf Jahren die Fußballweltmeisterschaft 2022 nach Katar vergeben hatte (queer.de berichtete). Daraufhin empfahl der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter schwulen Fußballfans, bei einem Katar-Besuch auf Sex zu verzichten (queer.de berichtete). Später entschuldigte sich der Schweizer für diese Äußerung (queer.de berichtete).

Internationale Organisationen beklagen, dass Katar auch in anderen Bereichen Menschenrechte verletzt. So würden Gastarbeiter, die die WM-Stadien bauen, wie Sklaven behandelt. Kritik gab es auch am Fußballverein FC Bayern München, der trotz der schlechten Menschenrechtslage sein letztes Winter-Trainigslager in Doha abhielt. (cw)



Schwule Fußballfans verurteilen WM-Vergabe an Katar

Beim 8. internationalen Treffen des Netzwerkes der schwul- lesbischen Fußballfanclubs (QFF) wurde eine Resolution gegen die Vergabe der WM 2022 an Katar beschlossen.
Blatter entschuldigt sich

FIFA-Chef Sepp Blatter hat sich für seinen Ratschlag an Schwule und Lesben entschuldigt, bei der WM 2022 in Katar keinen Sex zu haben.
#1 GeorgGProfil
  • 30.08.2016, 08:21hBerlin
  • "Luxy" aus Polen scheint den Luxus zu lieben.
    Da ist er ja am Golf genau richtig.
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#2 SebiAnonym
  • 30.08.2016, 08:51h
  • Wer als Schwuler in solche Staaten reist, muss wissen, dass er da nicht sicher ist.

    Wer aber nach 2 Monaten im Knast nicht auf schnellstem Weg das Land verlässt, sondern dann noch da bleibt, so dass er nach 2 Tagen nochmal festgenommen werden kann, muss schon sehr dumm sein.

    Das rechtfertigt natürlich nicht das Verhalten dieser Homohasser, aber da das nun mal so ist, sollte man dort und in ähnliche Staaten nicht auch noch freiwillig hin.
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#3 LeoDCAnonym
  • 30.08.2016, 08:54h

  • Wenn man in solche Länder reist muss man(n) damit rechnen. Wenn man dann auch noch so clever ist und nach der Haft freiwillig da bleibt grenzt das schon an Wahnsinn.

    Das soll nicht heißen das die Story an sich nicht furchtbar und menschenverachtend ist, doch kann man "Luxy" da auch eine Mitschuld dran geben.
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#4 userer
  • 30.08.2016, 09:22h
  • Antwort auf #3 von LeoDC
  • Nein, der Verhaftete trägt keine "Mitschuld". Nenn es Fahrlässigkeit, Dummheit, Naivität, aber nicht "Mitschuld". Schuld an diesen Vorfällen sind alleine die islamischen "Sittenwächter" und ihre verklemmte, hasserfüllte, menschenverachtende, patriarchalische Unterdrücker-Religion.
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#5 schabrakke_Anonym
#6 Vater
  • 30.08.2016, 10:12h
  • Antwort auf #4 von userer
  • SCHULD ist manchmal so ein großes Wort.

    Auch hier kann man aber die Eigenverantwortung nicht leugnen. Der Selbsterhaltungstrieb sollte normalerweise ausreichen, dass man diese menschenfeindlichen Gesetze dieser Länder ernst nimmt.
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#7 Crikkie
  • 30.08.2016, 10:23h
  • Also, nur für mein Verständnis:

    Ich reise freiwillig in ein Land, von dem ich weiß, dass dort die Menschenrechte nicht gelten und dass alleine das Aussehen eines Menschen oder eine (auch nur von den Behörden angenommene) homosexuelle Neigung zu einer Haftstrafe von bis zu 5 Jahren führen kann, werde verhaftet, komme nach zwei Monaten frei und bleibe dann noch freiwillig länger in diesem Land, woraufhin ich kurz darauf noch einmal festgenommen werde?

    Das ist nicht nur dumm, das ist ja fast schon fahrlässig. Gerade die Emirate, die immer wieder durch solche Festnahmen -auch von Touristen- in der Presse sind, meide oder boykottiere ich dann doch lieber, anstatt es auch noch drauf anzulegen, meinen Urlaub in einem Gefängnis zu verbringen...
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#8 userer
#9 wiking77
  • 30.08.2016, 10:42h
  • na ein glück, dass der junge herr nicht im vatikan deswegen festgenommen wurde - zeter und mordio hätte so mancher hier geschriehen.

    aber so ... ist dies auch nicht für viele anlass sich kritisch mit der homophobie des islams zu beschäftigten.

    übrigens die aufgeblasenen lippen, sind nicht so mein fall; aber geschmacksache.
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#10 Shinkaishi
  • 30.08.2016, 11:22h

  • Ich kann zumindest sagen, dass viele Leute in Gesprächen meine persönliche kategorische Ablehnung dessen, in Länder zu reisen, in denen Homosexualität krimnalisiert wird als überzogen empfanden.

    Auch hier wurde dies bei manchen Artikeln in den Komentaren trivialisiert, es wurden teilweise die Risiken für Toutisten als insignifikant dargestellt oder auf Zeiten verwiesen, in denen mehr Toleranz geherrscht haben soll (soll hier weil es zwar eindeutige Belege für Duldung / Aktzeptanz in bestimmten Umständen gab, die Universalität jedoch durchaus in Frage gestellt werden kann).

    Ich finde dieser Artikel zeigt vor allem, dass wir Diskriminierung von Homosexuellen wirklich nicht auf die leichte Schulter nehmen können und dass wir uns auch belügen, wenn wir uns ganz unbetroffen sehen.

    Man kann solche Gesetze, solche Ideologien, gesellschaftlichen Normen und Überzeugungen nicht relativieren, egal von wem sie kommen.

    Wir können eindeutig sagen, dass dieser Ungang mit Menschenrechten moralisch verwerflich ist und sollten auch demenstprechende Konsequenzen ziehen - Und beispielsweise den finanziellen Einfluss solcher Staaten in Deutschland und anderswo abschneiden.

    ...aber wahrscheinlich wird sortwas erst geschehen wenn die Abhängigkeit vom nahöstlichen Öl überwunden wird...
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