Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 30.08.2016, 17:16h           24      Teilen:   |

Dürfen Krankenhäuser Transpersonen ablehnen?

Bittere Auseinandersetzungen: US-Richter entscheiden über Trans-Rechte

Artikelbild
Homosexuelle haben das Ehe-Recht erstritten, daher gehen LGBT-Gegner nun am liebsten gegen Trans-Rechte vor – zum Lieblingsstreitobjekt wurde die öffentliche Toilette auserkoren (Bild: flickr / Juli Crockett / cc by 2.0)

Vor einigen Jahren waren US-Gerichte mit der Ehe für alle beschäftigt. Nachdem dieses Thema erledigt ist, hat ein bitterer Kampf um die Rechte von Transpersonen begonnen.

Wie viel Rechte sollen Transpersonen an Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und im Arbeitsrecht haben? Diese Frage beschäftigt derzeit mehrere Gerichte in den USA. So haben vergangene Woche fünf von Republikanern regierte Bundesstaaten die Regierung in Washington verklagt, weil diese im Mai angeordnet hatte, dass Menschen bei Krankenhausaufenthalten nicht wegen ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert werden dürften. Die Kläger sind Texas, Wisconsin, Kentucky, Nebraska und Kansas.

Auch zwei christliche Organisationen haben sich der Klage angeschlossen: die evangelikale Ärztevereinigung "Christian Medical & Dental Associations" sowie die katholische Klinikgruppe "Franciscan Alliance".

Die Kläger argumentieren, dass Ärzte wegen ihrer religiösen Ansichten das Recht erhalten sollten, geschlechtsanpassende Operationen nicht durchführen zu müssen. Trans-Aktivisten sehen das allerdings als Vorwand, um transphoben Ärzten das Recht zu geben, pauschal Transsexuelle abzulehnen. Auch nach den jetzigen Bedingungen sei kein Arzt verpflichtet, Geschlechtsanpassungen durchzuführen, erklärte Jillian Weiss vom "Transgender Legal Defense and Education Fund" gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Außerdem würde niemand eine Geschlechtanpassung bei einem Arzt beantragen, der die Praxis ablehne. "Das einzige, zu dem ein Doktor verpflichtet wird, ist es, alle Patienten – auch Trans-Patienten – mit Würde und Respekt zu behandeln", so Weiss.

Fortsetzung nach Anzeige


Wo darf eine Transperson pinkeln?

Die meisten Klagen beschäftigen sich zum Beginn des neuen Schuljahres allerdings damit, ob Transpersonen an öffentlichen Bildungseinrichtungen die Toilette benutzen dürfen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Drei transsexuelle Kläger erzielten zu diesem Thema am Freitag vor einem US-Bundesgericht einen Teilsieg gegen das scharf kritisierte "Klo-Gesetz" HB 2 in North Carolina. Eine der Bestimmungen des Gesetzes ist, dass Transsexuelle an Schulen und Universitäten nicht die entsprechenden Toiletten benutzen dürfen (queer.de berichtete).

Die Kläger sind Studenten und Angestellte von Hochschulen; für sie ist HB 2 vorläufig ausgesetzt, bis der Fall im November verhandelt und endgültig entschieden wird. Bundesrichter Thomas Schroeder deutete an, dass er HB 2 als diskriminierend ansieht.

Auch der Fall des 16-jährigen Transmannes Gavin Grimm aus Virginia sorgt weiter für Aufruhr: Ein Gericht hatte im April entschieden, dass die Rechte des Schülers an seiner Highschool verletzt worden waren, weil er nicht die Herrentoilette benutzen durfte (queer.de berichtete). Daraufhin richtete die Schule eine Unisex-Toilette für ihn ein, verbot ihm aber weiterhin, mit anderen Jungs aufs Klo zu gehen, wogegen seine Anwälte Einspruch einlegten. Anfang des Monats entschied der Supreme Court mit fünf zu drei Stimmen, dass der Status quo vorläufig bis zu einem endgültigen Urteil beibehalten wird.

In diesem Monat gab es zudem zwei Niederlagen für Trans-Aktivisten vor Gericht – beide Urteile wurden allerdings von sehr konservativen Richtern gefällt, die von George W. Bush ernannt worden waren, und könnten in der nächsten Instanz wieder aufgehoben werden. In einem texanischen Fall setzte ein Bundesrichter vorläufig eine Anordnung der Obama-Regierung außer Kraft, der Schulen unter Androhung von Budgetkürzungen verpflichtet hatte, Transpersonen die Nutzung von Toiletten zu erlauben, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen (queer.de berichtete). In einem anderen Fall entschied ein Bundesrichter in Michigan, dass sie im Arbeitsrecht keinen Diskriminierungsschutz genießen, sofern die Ungleichbehandlung aus religiösen Gründen erfolgt (queer.de berichtete). In den nächsten Monaten werden viele weitere – und sich widersprechende – Entscheidungen erwartet. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 24 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 165       5       2     
Service: | pdf | mailen
Tags: transgender, usa, toilette, hb 2, north carolina
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Bittere Auseinandersetzungen: US-Richter entscheiden über Trans-Rechte"


 24 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
30.08.2016
19:09:31


(+1, 5 Votes)
 
#2
30.08.2016
19:55:38


(+6, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Wie viel Rechte sollen Transpersonen an Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und im Arbeitsrecht haben?""..

Logische Antwort :
Alle Rechte die andere Menschen auch haben..

Aber hier geht es erneut darum das Leute aus diesen Staaten von den Gerichten "erlaubt" haben wollen, andere Menschen diskriminieren zu dürfen..
Als "Grund" für dieses Ansinnen werden dann die "Religionsfreiheit" und die "religiösen Gefühle" ins Feld geführt..

Deshalb soll dann ein "evangelikaler Arzt" die Behandlung eines Transidenten/Transsexuellen/Transgender als Patienten ablehnen dürfen..

Widerspricht zwar dem Hippokratischem Eid, aber das stört diese Evangelikalen offensichtlich wenig..
Mal abgesehen davon das sich ein solcher Patient von einem solchem Arzt freiwillig wohl auch nicht behandeln lassen wollte..

Diesen Leuten ist dann auch nicht mit einem Gleichnis zu helfen..
Ein Evangelikaler kommt verletzt in eine Muslimische Klinik, und der Arzt sagt dann :
Meine Religion verbietet mir Christen zu behandeln..

Denn dann würden die Evangelikalen sofort laut "Christenverfolgung" brüllen, und das Gezeter um die "religiösen Gefühle" geht wieder los..
Offensichtlich besitzen ja auch nur Evangelikale diese so leicht zu verletzenden "religiösen Gefühle", die es unbedingt zu schützen gälte, so das man Bundesstaaten dazu aufstacheln muß, die Regierung der USA wegen der Verfassung zu verklagen..
Einer Verfassung die es diesen Evangelikalen überhaupt erst erlaubt, selbst unverfolgt und in Freiheit zu leben, denn genau aus diesem Grund waren sie einst in die USA emigriert..

Da kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen will..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
30.08.2016
21:12:43


(+9, 9 Votes)

Von janx


Es ist tut mir einfach so unglaublich leid für die betroffenen Transsexuellen. Und es macht einen so wütend. Eine Toilette zu nutzen ist ja noch schwerer zu "unterdrücken" als Sex. Man macht einen Einkaufsbummel und muss auf Toilette. Und schon steht man mit einem Bein quasi im Knast. Das ganze Leben wird da ja beeinträchtigt, da man ständig in Angst lebt mit einer solchen Situation konfrontiert und vor eine Entscheidung gestellt zu werden. Nehme ich jetzt die linke oder rechte Tür? Es ist unsäglich. Und es ist ja reiner Hass der zu solchen Gesetzen führt. Was sind das bloß für Unmenschen die solche Ideen unterstützen? Als ob da irgendein Bedarf dagewesen wäre. Also die USA existieren jetzt seit hunderten von Jahren. Und wenn ich mir das aktuell so anschaue, dann fallen mit viele Themen ein, wo dringend Handlungsbedarf besteht: Bildung, Umweltschutz, Gesundheitssystem. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Stattdessen kommen dann solche Gesetze. Trotz der vielen positiven Nachrichten aus den USA in den letzten Jahren ist das wirklich ein trauriger Tiefpunkt. Ich hoffe, dass Wirtschaftsunternehmen, Privatleute und das Federal Government die jeweiligen Bundesstaaten mit dem strafen, was sie verdienen: Verachtung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
30.08.2016
23:33:36


(+5, 7 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Krankenhäuser, die eine derartige Praxis schon als "Recht" bezeichnen, gehört der rechtliche Zustand als Krankenhaus entzogen. Das kann es ja wohl wirklich nicht sein, dass einige Zeitgenossen sich anmaßen, aus verquasten Gründen anderen Menschen die Behandlung zu verweigern. Das allein widerspricht schon dem hippokratischen Eid. Also: bye, bye, Approbation(en).


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
31.08.2016
07:17:15


(+7, 9 Votes)

Von Svetlana L


Die nächste Runde im "Toilettenstreit", bei dem es schon längst nicht mehr nur um die Benutzung von Toiletten geht, sondern um eine planmäßige - und somit vorsätzliche - Diskriminierung einer Minderheit. Bei Zuckmayer hieß es noch: "Erst kommt der Mensch, dann die Menschenordnung." In Teilen der USA scheint es "Erst kommen die religiösen Gefühle, dann kommen Mesnchenrechte (aber nicht für alle)" zu heißen. Einfach unfassbar!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
31.08.2016
10:00:28


(-7, 11 Votes)

Von Toli
Antwort zu Kommentar #3 von janx


"Und es ist ja reiner Hass der zu solchen Gesetzen führt. Was sind das bloß für Unmenschen die solche Ideen unterstützen?"

Kannst du mal ein bisschen tiefer stapeln? Es geht um eine scheiß Toilette. Es ist nicht alles eine Einbahnstraße. Es wird Frauen geben, die nicht möchten, dass Transsexuelle mit männlichen Körpermerkmalen in der Frauentoilette gehen, weil sie körperliche Merkmale als ausschlaggebend betrachten. Auf Männertoiletten entsprechend mit gegensätzlichen Vorzeichen.
Du machst es dir viel zu einfach und simpel, wenn du einfach Hass unterstellst, eher sollte man sich mal überlegen, ob es nicht auch Gründe geben kann, warum eine Toilette nach Körpermerkmalen unterscheidet und seit Urzeiten unterschieden hat und nicht nach Geschlechtsidentität.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
31.08.2016
11:12:08


(+2, 6 Votes)

Von agneta
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Toli


Das gilt dann aber auch für die Ehe!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
31.08.2016
13:15:00
Via Handy


(+6, 10 Votes)

Von Mal angemerkt
Antwort zu Kommentar #6 von Toli


Das ist doch Stuss.
Wenn eine Transfrau auf die Damentoilette geht, wird sie wohl wie auf Damentoiletten üblich, auf eine Klokabine gehen.
Wen kann sie da stören falls sie noch einen Schniedel hat?
Wenn ein Transmann auf eine Herrentoilette geht und hat noch keinen Schniedel, wird er sich kaum an die Pissrinne stellen sondern die Klokabine benutzen.
Wer stört hier jemanden.
Das sind an den Haaren herbeigezogene Argumente die Diskriminierung und Hass rechtfertigen sollen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
31.08.2016
13:54:11


(-7, 9 Votes)

Von Toli
Antwort zu Kommentar #8 von Mal angemerkt


"Wen kann sie da stören falls sie noch einen Schniedel hat?"

Naja, das Stören kann ja auch von Befürchtungen, Hemmungen oder die Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit herrühren. Mir ging es auch nicht darum finale Argumente zu bringen, sondern darum, dass Hass als Wort einfach mehrere Nummern zu groß ist und man auch mal gedanklich über den Tellerrand blicken und Dinge hinterfragen sollte. Mit anderen Worten: bleib mal auf dem Teppich.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
31.08.2016
13:55:36


(+10, 10 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #6 von Toli


>"Es wird Frauen geben, die nicht möchten, dass Transsexuelle mit männlichen Körpermerkmalen in der Frauentoilette gehen, weil sie körperliche Merkmale als ausschlaggebend betrachten."

genau das ist aber die folge des gesetzes: auch transsexuelle mit männlichen körpermerkmalen müssen immer noch auf die frauentoilette gehen, wenn sie ihre körpermerkmale verändert haben. das gesetz sieht körpermerkmale eben NICHT als ausschlaggebend an, sondern nur das papier, auf dem das bei der geburt falsch zugewiesene geschlecht angegeben ist.

das gesetz erzwingt genau das, was es zu verhindern vorgibt. eine absolut dumme, widerwärtige farce.

"...warum eine Toilette nach Körpermerkmalen unterscheidet und seit Urzeiten unterschieden hat und nicht nach Geschlechtsidentität."

"seit urzeiten" ist wirklich drollig. getrennte toiletten gibt es erst ungefähr seit der industrialisierung, und auch seitdem nicht weltweit oder durchgehend. die berühmten "urzeiten" stehen nicht auf Ihrer seite, sondern auf der anderen: geschlechtergetrennte toiletten braucht kein mensch, dem man das nicht erst mühsam einredet.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123  vor »

Registrier Dich!
Als Mitglied der Gay Community von Queer.de hast Du viele Vorteile:
- Anonyme Kommentare weiterhin möglich
- Bewertung anderer User-Meinungen
- Andere Ansichten und Sortierung für Kommentare
- Schnellübersicht: Deine, neue Kommentare
- Bild, Profil, gesicherter Username
- Alle anderen Vorteile unserer schwul-lesbischen Community
Melde Dich jetzt an! Natürlich kostenlos.


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

TV-Tipps für Schwule und Lesben
  • TV Teaserbild22:25h, MDR:
    Heimat ist kein Ort
    Inge, Klaus und der schwule Uwe hatten es nicht leicht im Leben, der Vater gab sie ins Heim, als die Mutter starb, nun sollen sie seine Asche in Polen verteilen, damit Sie das Erbe bekommen.
    Spielfilm, D 2015
  • 6 weitere TV-Tipps »



Queer.de Terminkalender


 POLITIK

Queer.de mobil
  • Queer.de QR-CodeKennst Du schon unsere Version für unterwegs?
    mobil.queer.de bringt Dir aktuelle Nachrichten, TV-Highlights und CSD-Termine und natürlich auch Galerien. Ob iPhone, Android oder Nokia: unser schwules Magazin sieht auch in klein gut aus!


24 STUNDEN
    • Top gelesen


    DAMALS: 25.09. auf Queer.de
      • 2015



       QUEER.DE-VOTE
      • Welche Partei würdest du wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?
      • CDU/CSU
        SPD
        Linke
        Grüne
        AfD
        FDP
        Sonstige
        Ich wähle nicht
      • Abstimmen | Ergebnis | Archiv



      Anderswo
      Bild des Tages
      Aktuell auf queer.de
      LGBTI-Akzeptanz: Höcke kündigt Kampf gegen "perversen Zeitgeist" an Seit genau einem Jahr: Regierung ignoriert Vorstoß des Bundesrats zur Ehe für alle 72 Prozent der LGBT-Wähler für Hillary Clinton Jetzt redet die Homolobby!
       © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt