Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 01.09.2016, 12:47h           34      Teilen:   |

Synode gegen Gleichbehandlung

Finnland: Volkskirche lehnt Ehe-Öffnung ab

Artikelbild
Evangelische Kirchen in Finnland bleiben eine Hetero-Domäne (Bild: flickr / Andrew E. Larsen / cc by 2.0)

Anders als in Schweden und Norwegen will die evangelische Kirche in Finnland keine gleichgeschlechtlichen Paare trauen.

Bei ihrer Synode in Joensuu hat es die evangelisch-lutherische Volkskirche Finnlands am Mittwoch nach Angaben des Senders YLE abgelehnt, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche heiraten dürfen. Auch die Segnung von Homo-Paaren ist in der Kirche, der drei Viertel aller Finnen angehören, nicht möglich.

Damit stellt sich die Kirche gegen eine Entscheidung des finnischen Parlaments, das bereits vor zwei Jahren beschlossen hatte, die Ehe für Schwule und Lesben zum 1. März 2017 zu öffnen (queer.de berichtete).

In einer elfseitigen Begründung argumentiert die Kirche, dass sie die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ansehe. Trotzdem versicherte Erzbischof Kari Mäkinen, das Oberhaupt der Kirche: "Die Kirche kehrt sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten oder Regenbogenfamilien nicht den Rücken zu, sie sind weiterhin willkommen." Natürlich seinen Hoffnungen enttäuscht worden, so Mäkinen weiter.

Fortsetzung nach Anzeige


Mäkinen setzte sich für Ehe-Öffnung ein

Mäkinen gilt als Anhänger der Ehe-Öffnung und begrüßte 2014, dass die Parlamentarier die Gleichstellung verabschiedeten: "Ich weiß, wie viel dieser Tag der Regenbogengemeinschaft und vielen anderen bedeutet. Ich freue mich von ganzem Herzen mit ihnen", schrieb er wenige Minuten nach der Abstimmung auf Facebook. Diese Aussage führte aber dazu, dass rund 3.000 Homo-Gegner die Kirche binnen eines Tages verließen. Daher zeigten sich andere führende Mitglieder skeptisch, ob gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Rechte erhalten sollten.


Erzbischof Kari Mäkinen spricht sich für einen offeneren Umgang mit Schwulen und Lesben aus. (Foto: Suomen evankelis-luterilainen kirkko)


Nun soll weiter ein Beschluss aus dem Jahr 2011 gelten, wonach öffentliche Gottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche verboten sind. Pfarrern ist lediglich gestattet, für Homo-Paare zu beten, wenn sie eine staatliche Lebenspartnerschaft eingegangen sind.

In den skandinavischen Nachbarländern hat die protestantische Kirche weniger Probleme mit gleichgeschlechtlichen Paaren: Die evangelisch-lutherische Kirche Schwedens hatte bereits 2009 beschlossen, dass diese von Pfarrern getraut werden dürfen (queer.de berichtete). 2016 hat auch die norwegische Volkskirche der Öffnung der Ehe zugestimmt (queer.de berichtete).

In Deutschland haben vier der 20 evangelischen Landeskirchen Schwule und Lesben bei der Eheschließung weitgehend gleichgestellt, obgleich der Staat weiterhin am Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare festhält. Dabei handelt es sich um Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Hessen-Nassau, Rheinland und Baden. In den meisten anderen Regionen sind immerhin Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren möglich. Die einzigen Landeskirchen, die bislang nicht einmal die kirchliche Segnung von Homo-Paaren erlauben, sind Württemberg und Sachsen. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 34 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 91       4       3     
Service: | pdf | mailen
Tags: evangelische kirche, finnland, kari mäkinen
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Finnland: Volkskirche lehnt Ehe-Öffnung ab"


 34 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
01.09.2016
13:07:07


(+9, 9 Votes)

Von m123


Hauptsache der finnische Staat öffnet die Ehe.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
01.09.2016
13:33:15


(+5, 9 Votes)

Von As usual


Letztlich bleiben alle Religionen das, was sie immer schon waren: ein machtorientiertes Konstrukt, das alle Andersdenkenden bevormunden oder (wenn das nicht funktioniert) unterdrücken will.

Da mag man dann vielleicht auch mal ein paar Zugeständnisse machen, aber nur dann und auch nur dort, wo eine sture Haltung ansonsten zu großen Schaden für die Firma bedeutet. Und man kämpft auch dann weiterhin darum, das Rad wieder zurückdrehen zu können.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
01.09.2016
13:46:09


(+4, 8 Votes)

Von Yannick


Die Religioten werden sich nie ändern...

Reden viel von Nächstenliebe und Barmherzigkeit, aber in Wirklichkeit geht es nur um Hass und Hetze.

Wie schon Albert Einstein sagte:
"Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind die Waffenindustrie und die Religion."


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
01.09.2016
14:25:05


(+7, 9 Votes)

Von ursus


>"Diese Aussage führte aber dazu, dass rund 3.000 Homo-Gegner die Kirche binnen eines Tages verließen."

das schöne ist, dass es regelmäßig auch dann austrittswellen gibt, wenn sich finnische christ_innen in der öffentlichkeit mit besonders homofeindlichen klopfern hervortun. also eigentlich immer, wenn es um das thema homosexualität geht. ob pro oder contra, sie verlieren.

man kann dort direkte zusammenhänge auch viel besser rekonstruieren als hierzulande, weil der kirchenaustritt in finnland sehr einfach per online-formular möglich ist und diese online-austritte nahezu in echtzeit auf der webseite der finnischen humanist_innen angezeigt werden.

als z.b. päivi räsänen, die damalige vorsitzende der christdemokraten, in einer großen talkshow gegen homorechte wetterte, da war es doch recht trostreich, dass man in den folgenden tagen die austrittskurve in den himmel schießen sehen konnte.

ich finde, es wäre eine hübsche aufgabe für die deutschen humanist_innen, auch hierzulande für die möglichkeit des online-austritts zu werben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
01.09.2016
15:01:16


(+6, 6 Votes)

Von Baldwin
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 02.06.2015


Religion macht Unterschiede, wo gar keine sein müssten. Darum lehne ich sie ab.

Das hat auch nichts mit der Frage nach dem Sinn des Lebens oder nach der Existenz als solche zu tun, die finalen Antworten kennt keiner, also vermutet/glaubt man etwas oder eben nicht. Das ist etwas persönliches, warum dem Gruppenzwang einer Religion folgen?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
01.09.2016
16:24:30


(-6, 8 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #5 von Baldwin


"warum dem Gruppenzwang einer Religion folgen?"

Religion stiftet halt Gemeinschaft, Akzeptanz, Geborgenheit, soziale Interaktion - unterhalb oder auch außerhalb von staatlichen oder familiären Zusammenhängen. Das gilt überigens auch für nicht-religiöse Wertegemeinschaften, wie die Humanisten. Und sie etabliert und diskutiert Formen, Modelle, diese Werte zu leben und zu kommunizieren.

Wenn eine Religion oder eine Wertegemeinschaft diese integrierende Fähigkeit nicht (mehr) besitzt oder nur durch Zwang und Gewalt aufrecht erhalten kann, dann hat sie ein Problem, dann ist sie ihres Sinns entleert.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
01.09.2016
16:45:18


(+7, 7 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #6 von Lars


>"Religion stiftet halt Gemeinschaft, Akzeptanz, Geborgenheit, soziale Interaktion"

oder das gegenteil von alledem: spaltung, intoleranz, ausgrenzung, isolation.

kann man ignorieren, sollte man aber nicht, wenn man so allgemein von "religion" redet und dabei realistisch bleiben möchte.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
01.09.2016
17:59:47


(-5, 7 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #7 von ursus


" kann man ignorieren, sollte man aber nicht"

Tue ich doch gar nicht, ich wollte nur auf die Frage des useres anwtorten, warum Menschen sich überhaupt so was wie Religion antun, sich mit einer bestimmten Weltanschauung oder Religion identifizieren.

Natürlich ist dein grundsätzlicher Einwand berechtigt.

Allerdings kenne ich keine Werte- oder sonstige Gemeinschaft, die allein aufgrund ihrer Maximen funktioniert und wo man nicht etwas dafür tun müsste, damit Anspruch und Wirklichkeit nicht völlig auseinanderklaffen.

Ich halte im Moment die staatliche Anerkennung von Homosexuellen Lbeenspartnerschaften als eine Institution, die praktisch genauso funktioniert wie eine moderne Hetero-Ehe, für vorrangig. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, die Stellung von Regenbogen- und Patchworkfamilien gesellschaftlich abzusichern und Fragen zu behandeln. Und ich halt es für wichtig, darüber zu diskutieren in welchem Rahmen sich homosexuelle und queere Menschen (in unserer mpoderenen Interpretation dieser Begriffe) sozial und, wenn gewünscht, auch spirituell aufgehoben und wohl fühlen.

Diejenigen Gemeinschaften, die diese Fragen für unsere Zeit auf praktischer Ebene befriedigend lösen, werden durchaus auch auch religiöse Menschen und Amtsträger inspirieren / spirituell erreichen können. Und sie tun das ja auch bereits jetzt, denn sonst würde diese Frage ja nicht allenthalben, auch in den Religionsgemeinschaften diskutiert.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
01.09.2016
18:00:39


(+2, 6 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Lars


Lars: "Religion stiftet halt Gemeinschaft, Akzeptanz, Geborgenheit, soziale Interaktion ..."

Ich darf mal eben ergänzen, was Sie vergessen haben zu erwähnen:

..., jedoch lediglich für die eng gefasste und streng kontrollierte Gruppe der eigenen Anhänger durch Ausgrenzung und Diskriminierung aller Anders- und Nichtgläubigen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
01.09.2016
18:19:48


(+4, 6 Votes)

Von Alice
Antwort zu Kommentar #6 von Lars


Ja, das sind Gründe warum Menschen dem Gruppenzwang einer Religion bzw. Wertegemeinschaft folgen.
Wir haben auch unsere Werte etwa "Eheöffnung","Akzeptanz","Gleichberechtigung in allen Belangen"... und bilden so eine (bunte) (Werte-)gemeinschaft, das gibt uns eine gewisse Geborgenheit (man ist doch nicht so allein!), wir akzeptieren uns (zu meist) und wir tun etwas zusammen.
Würden wir versuchen alle, z.B. Homogegner, Transgegner, etc - also jene, denen unsere Grundüberzeugungen zu wider sind - "zur Familie" hinzunehmen wäre unser Sinn dahin.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 Ort: Joensuu


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Die SPD und der Paragraf 175 Österreich: Van der Bellen ist neuer Bundespräsident Von Drogen und Dreiern Drei Barkeeper in Berlin homophob beleidigt
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt