Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 04.09.2016, 10:10h           20      Teilen:   |

Familienpolitik

Volker Beck: Ein Kind soll bis zu vier Eltern haben können

Artikelbild
In der grünen Bundestagsfraktion ist Volker Beck offiziell für Migration und Religion zuständig, jetzt überrascht er mit einem familienpolitischen Vorschlag (Bild: flickr / Heinrich-Böll-Stiftung / cc by 2.0)

Zusammen mit Katja Dörner will der Grünen-Politiker die Rechte von sozialen Müttern und Vätern stärken.

Neben den biologischen Eltern sollen bis zu zwei soziale Eltern die offizielle Mitverantwortung für Kinder erhalten können. Dies fordern die beiden grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck und Katja Dörner in einem neuen Thesenpapier unter dem Motto "Wahlfreiheit und Gleichberechtigung".

"In vielen Familien übernehmen mehr als ein oder zwei Personen Verantwortung für ein oder mehrere Kinder. Das kann die Patchworkfamilie sein, in der die biologischen Eltern neue Partner*innen haben. Oder die Regenbogenfamilie, in der ein lesbisches und ein schwules Paar gemeinsam Kinder bekommen", heißt es in dem Papier, das an diesem Wochenende auf einem Kongress der Parteilinken diskutiert wird. "Sich an Erziehung und Unterhalt zu beteiligen und Verantwortung für Kinder zu übernehmen, braucht keine biologische Verwandtschaft."

Fortsetzung nach Anzeige


Der Vielfalt der Familienformen gerecht werden

Katja Dörner ist stellvertretende Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion
Katja Dörner ist stellvertretende Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion

Einige bestehende Diskriminierungen, die zu Lasten von Kindern gingen, könnten bereits durch eine Öffnung der Ehe beseitigt werden, so Beck und Dörner. "Wird ein Kind in eine Lebenspartnerschaft hineingeboren, bleibt die Co-Mutter, die zwar soziale, aber nicht biologische Mutter ist, rechtlich erst einmal außen vor. Eine Elternschaftsvermutung gibt es nur für Ehemänner, nicht aber für Lebenspartnerinnen, die unabhängig des rechtlichen Status Verantwortung als zweiter Elternteil übernehmen."

Um den vielfältigen Familienformen in Deutschland besser gerecht zu werden, müssten jedoch weitere Schritte folgen, fordern die beiden Abgeordneten. Mit der "sozialen Elternschaft" wollen sie ein neues Rechtsinstitut neben Lebenspartnerschaft und Ehe einführen: "Dieses Rechtsinstitut soll ermöglichen, dass neben den leiblichen Eltern maximal zwei weiteren Erwachsenen elterliche Mitverantwortung übertragen werden kann, also zum Beispiel den neuen Partner*innen der leiblichen Eltern. Voraussetzung ist, dass die Beteiligten sich einig sind und keine Sorgerechtsstreitigkeiten entstehen."

Soziale Eltern hätten dann zum Beispiel die Möglichkeit, Entscheidungen im Krankheitsfall des Kindes zu treffen, Schulausflüge zu genehmigen oder selbst mit dem Kind in den Urlaub zu fahren. Sie könnten dem Vorschlag von Beck und Dörner zufolge Kindergeld, Freibeträge und Elterngeld beantragen sowie Kindererziehungszeiten bei der Rentenversicherung geltend machen. Solche Konstellationen der Elternschaft sollten zudem bereits vor der Geburt eines Kindes vereinbart werden können.

Gleichzeitig warnen die beiden linken Grünen-Politiker allerdings vor einer "Zwangsverrechtlichung" von Lebensgemeinschaften: "Eine rechtliche Regelung darf nicht die freie Entscheidung der Menschen gegen eine Eheschließung ignorieren. Eine Zwangsverrechtlichung aufgrund von bloßem Zusammenleben scheidet daher grundsätzlich aus. Beim Zusammenziehen von Menschen darf nicht erste Weg zum Notar führen müssen, um sich durch Erklärungen vor staatlicher Zwangsbeglückung zu schützen." (cw)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 20 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 407       7       3     
Service: | pdf | mailen
Tags: soziale elternschaft, familienformen, volker beck, katja dörner
Schwerpunkte:
 Regenbogenfamilien
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Volker Beck: Ein Kind soll bis zu vier Eltern haben können"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
04.09.2016
12:46:03


(+4, 6 Votes)

Von David_1109


Dieser Vorschlag stimmt mit der Lebenswirklichkeit der meisten Familien nicht überein. Was sich theoretisch gut anhört, wird in der Realität zu immer komplexeren Problemen beim Sorgerecht, insbesondere im Streitfall, führen.

Auch für die Identität des Kindes ist eine solche Konstruktion in der Regel verwirrend. Schon die Identitätsprobleme von adoptierten Kindern zeigen, dass die soziale Elternschaft ihre Grenzen hat.

Dass in verschiedenen Einzelfällen ein solches Konstrukt gut funktionieren kann, ist unbestritten. Daraus aber ein gewollten Regelfall zu machen, halte ich lebensfremd.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
04.09.2016
13:42:51


(-4, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von David_1109


""Schon die Identitätsprobleme von adoptierten Kindern zeigen, dass die soziale Elternschaft ihre Grenzen hat.""..

Soziale Elternschaft hat mit Adoption nichts zu tun..
Die Übernahme von sozialer Verantwortung gegenüber dem Kind, und für das Kind gegenüber der Gesellschaft, ist etwas völlig anderes..
Sie wird auch Heute schon von verschiedenen Personen übernommen, angefangen bei Kindergärtner*innen und Lehrpersonal..
Dazu gibt es aber keine "Rechtsgrundlagen" die bis in die Familie hineinreichen, und wo den "Sozialen Eltern" Kompetenzen übertragen werden, wie sie oben angesprochen sind..

Da zu diskutieren ist der Vorschlag von Herrn Beck und Frau Dörner ein guter Anfang..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
04.09.2016
14:38:56


(-3, 5 Votes)

Von Blasimus
Aus Hamburg
Mitglied seit 18.06.2013


Ich hoffe, die gehen heute in Vorpommern unter. Die wollen 2017 eine Koalition mit der CDU eingehen. Wie die zu den Homos stehen, ist bekannt.
_Wer heute Grün wählt, wird sich morgen Schwarz ärgern_
Dann man to...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
04.09.2016
14:58:50
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von falken42
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Warum die Beschränkung auf 4?
Aber auch hier wieder, einfach das mittelalterliche Konzept der Ehe abschaffen inklusive der amtlichen Speicherung des Geschlechts wäre besser. Die Fürsorge für das Kind könnte vertraglich geregelt werden.

Aber warum einfach? Lieber ein neues Feld für grabenkämpfe und Dogmen öffnen, damit auch alle wissen wofür die Grünen stehen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
04.09.2016
15:14:22


(+5, 5 Votes)

Von David_1109
Antwort zu Kommentar #2 von TheDad


Ich habe die Identitätsprobleme bei der Adoption nur als Vergleich herangezogen.

Und natürlich haben heute schon verschiedene soziale Personen Einfluß auf Kinder. Aber Kindergärtnerinnen und Lehrer haben keine sorgerechtliche Rechtsposition. Und das ist auch gut und würde dem Grundgesetz auch widersprechen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
04.09.2016
20:11:31


(-4, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von David_1109


""Ich habe die Identitätsprobleme bei der Adoption nur als Vergleich herangezogen.""..

Ich halte es für absurd dort "Vergleiche" anzustellen, denn Identitäre Probleme beschränken sich nicht auf adoptierte Kinder..

Alle Menschen bilden eine Persönlichkeit aus, die auf einer Identität, einer Sexuellen Identität, einer Sexualität und vor allem auf einer Sozialisation beruhen..
Sich dort auf nur einen Punkt beschränken zu wollen, trifft das Problem nicht..
Auch adoptierte Kinder entwickeln diese Identität, die in einer Krise hinterfragt werden kann..
Ob es zu einer Krise kommt ist Frage der Sozialisation, und vor allem Frage des Umganges der Eltern/Erziehungsberechtigten mit der Information über die Adoption..
Eine Identitäts-Krise kann ebenso auch ohne Adoption entstehen..

""Aber Kindergärtnerinnen und Lehrer haben keine sorgerechtliche Rechtsposition.""..

Natürlich haben sie diese Rechtsposition..
Was dem GG entspricht, und diesem nicht widerspricht..
Trotzdem befinden sie sich außerhalb der Familie..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
04.09.2016
21:25:39


(-1, 7 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


können diejenigen, die sich als "soziale Eltern" sehen, sich dieses Recht dann auch vor Gericht einklagen? Kann ein Gericht den leiblichen Eltern dann gegen deren Willen dann dem Kind noch zwei weitere, soziale Eltern aufdrängen?

Kuddelmuddel, sage ich da. Somit diskreditiert man berechtigte Forderungen von schwulen Männern an die Politik.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
04.09.2016
21:34:36


(0, 6 Votes)

Von HeyHeyVickie
Antwort zu Kommentar #7 von wiking77


Die berechtigten Forderungen schwuler Männer sind DIR AFD-Hansel doch eh egal! Und solange derjenige so waaaaaahnsinnig gut aussieht und du einen Pflaumensturz bekommst ist dir das auch egal.
Im Übrigen sind "zwei weitere, soziale Eltern", angeblich "aufgedrängt", nichts neues. Sowas nannte man früher "Taufpatenschaft"! Je nachdem auch "Oma und Opa".


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
04.09.2016
21:56:22


(-1, 5 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von HeyHeyVickie


aber Robin, jetzt reg Dich doch nicht auf! Es ist doch ein kritisches Hinterfragen über die Sinnhaftigkeit derartiger politischer Anliegen bzw Vorhabn.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
04.09.2016
22:03:36


(-4, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von wiking77


""können diejenigen, die sich als "soziale Eltern" sehen, sich dieses Recht dann auch vor Gericht einklagen? Kann ein Gericht den leiblichen Eltern dann gegen deren Willen dann dem Kind noch zwei weitere, soziale Eltern aufdrängen?""..

Das ist gar keine so schlechte Frage, deren Antwort man sich einmal nähern kann indem man sich Gedanken zu der Funktion der Paten-Eltern macht, so wie sie einmal bestanden hat..

Die Paten standen nicht nur dem Kind mit Rat und Tat zur Seite, sie sollten gleichzeitig darauf einwirken wie die Eltern mit dem Kind umgehen..
Dieser "Ratschlag von Außen" ist ziemlich in den Hintergrund getreten..
Paten-Schaften dienen häufig nur noch als Ultima-Ratio für den Fall des Todes der leiblichen Eltern..

Der Vorschlag von Herrn Beck und Frau Dörner greifen auch diese Idee mit auf..
Ob es dazu notwendig sein muß, das sich Co-Eltern oder Paten gegen die Eltern/Erziehungsberechtigten gar vor Gericht "durchsetzen" könnten, ist eine nicht zu vernachlässigende Frage vor dem Hintergrund des Fehlens von formulierten Kinder- und Jugendrechten in der Verfassung..
So könnten Co-Eltern oder Paten hier durchaus als "Vertreter für das Kind" vor Gerichten in Erscheinung treten, um Kindern und Jugendlichen vor Gerichten gegen die Eltern/Erziehungsberechtigten zu ihrem Recht zu verhelfen..

Was die kostenlose Anwaltliche Vertretung nicht ersetzen kann..

Der Vorschlag von Herrn Beck und Frau Dörner geht hier aber deutlich weiter, denn sie denken von vorne herein an die Möglichkeit von Vier dann gleichberechtigt Verantwortlichen Eltern/Erziehungsberechtigen..

Es geht dort aber nicht um das "Aufdrängen" von "zusätzlichen" sozialen Eltern, sondern um die rechtliche Ausgestaltung bereits bestehender Verhältnisse, die in einer sich verändernden Gesellschaft dann auch neu geregelt werden müssen..

Wie Du hier auf die Idee kommst, damit wären nur berechtigte Forderungen von Schwulen Männern betroffen, erschließt sich hier nun nicht..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Hedwig von Beverfoerde tritt aus CDU aus Sachsen: Alle außer AfD begrüßen Sexualkunde-Leitlinien IS soll mutmaßlichen Schwulen in Syrien exekutiert haben Parteitag in Essen: CDU gibt sich homofreundlich
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt