Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 07.09.2016, 15:42h           13      Teilen:   |

Forderungen an Bundespolitik

LGBTI-Aktivisten erstellen Eckpunkte-Papier für Nationalen Aktionsplan

Artikelbild
Wird der Bundestag im nächsten Jahr einen umfassenden Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie beschließen?

Eine Reihe von LGBT- und Menschenrechtsorganisation haben ihre Forderungen für einen Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie in einem gemeinsamen Papier zusammengefasst.

Auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) und des Bundesverbandes Trans* (BVT*) ist ein gemeinsames Eckpunktepapier mit bundespolitischen Forderungen von LGBTI-Communitys entstanden, die in den geplanten Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie aufgenommen werden sollten. Der Aktionsplan soll laut dem schwarz-roten Koalitionsvertrag noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden.

Das 13-seitige Eckpunktepaier (PDF) benennt zehn Handlungsfelder, in denen Arbeit notwendig sei. Neben einer nationalen Strategie zur Förderung des Respekts und der Akzeptanz von sexuellen Minderheiten sind die Jugend-, Senioren, Antidiskriminierungs- und Gesundheitspolitik, die Bekämpfung LGBTI-feindlicher Gewalt sowie der Bereich Flucht und Migration aufgeführt. Zudem wird gefordert, dass die Bundesverwaltung als Arbeitgeber und Dienstleister ein positives Beispiel sein müsse. Als Handlungsfeld sind auch Schule und Bildung aufgeführt.

Es ist unklar, inwieweit die Forderungen umgesetzt werden können. So soll sich die Bundesregierung etwa dafür einsetzen, dass an Schulen queere Menschen "nicht als Sonderfall", sondern als gleichwertig dargestellt werden sollen. Außerdem sollen etwa "außerschulische Bildungsprojekte, die die Akzeptanz von LSBTIQ unterstützen", gefördert werden. Bildungspolitik ist allerdings größtenteils Ländersache – und bei diesem Thema gibt es in der Union noch heftigen Widerstand: So warnte die niedersächsische CDU-Schulexpertin Karin Bertholdes-Sandrock bei einer Debatte um Aufklärung an Schulen davor, dass Homosexuelle "in den Klassen allein gegenüber den Kindern auftreten" (queer.de berichtete). Auch am Widerstand gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg waren CDU-Politiker beteiligt.

Fortsetzung nach Anzeige


Forderung: Alle Menschen sollen "ohne Angst verschieden sein können"

"Eine demokratische Gesellschaft muss allen Menschen ermöglichen, jederzeit und an jedem Ort ohne Angst verschieden sein zu können", so beschreibt Henny Engels vom LSVD-Bundesvorstand die Intention der Verbände gegenüber queer.de. "Selbstbestimmt, offen und diskriminierungsfrei – so müssen auch LSBTI in Deutschland leben können." Diese Botschaft müsse der Bundesregierung vermittelt werden. "Dafür brauchen wir einen breit angelegten, verbindlichen und nachhaltigen Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie", erklärte Engels.

Der LSVD hatte bereits im vergangenen Jahr erste Eckpunkte für einen Aktionsplan auf Bundesebene vorgelegt und die Bundesministerien angeschrieben. Nach der Konsultation seiner Mitgliedsvereine hat der Bundesverband Trans* die Eckpunkte kommentiert, erweitert und ergänzt.

Des Weiteren haben mehrere Verbände an dem Papier mitgearbeitet. Dabei handelt es sich um das Aktionsbündnis gegen Homophobie, die Amadeu-Antonio-Stiftung, die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS), Intersexuelle Mensche e.V., das Jugendnetzwerk Lambda, die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche, die Vereine Queere Bildung, ProFamilia und Selbstbestimmt Leben in Deutschland sowie um den Verband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter in Deutschland (VelsPol) und den Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie (VLSP).

Zusammenarbeit mit Netz gegen Rassismus

Das Eckpunkte-Papier wird nach LSVD-Angaben derzeit mit einem weiteren Papier des Netzes gegen Rassismus zusammengeführt. Ziel sei ein gemeinsames zivilgesellschaftliches Kapitel im neuen Aktionsplan. Ein Sprecher des Bundesverbandes Trans* sagte, so könnten "die spezifischen Erfahrungen von mehrfach diskriminierten Personengruppen wie z. B. Schwarzen Transmenschen" berücksichtigt werden.

Die Große Koalition hatte in ihrem Koalitionsvertrag im Herbst 2013 versprochen: "Wir werden den 'Nationalen Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz' um das Thema Homo- und Transphobie erweitern" (queer.de berichtete). Das war in diesem Vertrag das einzig konkrete Vorhaben zu LGBTI-Rechten.

Bislang ist allerdings von Schwarz-Rot noch kein Entwurf des Aktionsplans veröffentlicht worden. Im März erklärte die Bundesregierung als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen, man werde eine Kabinettsvorlage zum Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie "Anfang 2017" vorlegen (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Homepage LSVD
» Homepage Bundesverband Trans*
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 13 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 100       12       6     
Service: | pdf | mailen
Tags: aktionsplan, bundesregierung, homophobie, transphobie, lsvd, bundesverband trans
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "LGBTI-Aktivisten erstellen Eckpunkte-Papier für Nationalen Aktionsplan"


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
07.09.2016
16:04:40


(-6, 6 Votes)

Von m123


Wie wäre es mit einem Aktionsplan für die Eheöffnung?

Wo bleibt die Initiative der LGBT-Organisationen für die Eheöffnung?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
07.09.2016
18:09:03
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von markusbln11


Eine gute und sehr hilfreiche initiative. Komprimiert unsere forderungen an politik, wirtschaft und seelsorgerische organisationen -das ist essentiell.

Was ich dabei nicht wahrnehmen konnte: Wie wurde die community bei der erstellung beteiligt. Damit meine ich nicht nur funktionäre, sondern die menschen aus der community, deren alltägliches leben sich mit umsetzung der forderungen verbessern soll.

Ein blick in die USA zeigt, wie sich näher an die menschen kommen lässt, deren "puls besser tasten lässt". Die Human Rights Campaign - HRC etwa kontaktiert ihre mitglieder und interessierten regelmässig per mail und fragt deren vorstellungen zu lobbying und campaining ab. Diesen anspruch wünsche ich mir auch für deutschland.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
07.09.2016
20:37:30


(+3, 3 Votes)

Von trans_alliance
Mitglied seit 22.10.2016


... wir halten weiterhin an der Forderung nach einer gesetzlichen Neureglung incl. medizinischer Versorgung zum

1-1-17

zu Gunsten von Menschen (trans* / Transgender; transident / Transsexualität; Intersex / Intersexualität; Non-Binary) fest.

.

Ferner fordern wir den Schutz für Intersex-Kinder / Jugendliche und trans-Kinder / Jugendliche.

Sowie ein Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen.

.

.

Einer politische trans-Intersex-Aktivistin in einem deutschen Gerichtssaal (SG Münster 06-2016) nahe zu legen "Sie könne doch das Land verlassen", zeigt wie weit auch Vertreter von Krankenkassen (TK) gehen dürfen um Menschen zum schweigen zu bringen...

.

.

Jedes Geschlecht verdient Respekt


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
07.09.2016
20:41:39


(+4, 4 Votes)

Von Alice


Merke er auf : Eheöffnung ist nicht das Einzige.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
08.09.2016
04:51:26


(+5, 5 Votes)

Von felix-cgn


In seiner Kommentierung zum Eckpunkte-Papier für einen Nationalen Aktionsplan liefert der Artikel leider mit einer Behauptung den Gegner*innen ein vermeintliches Argument: "Es ist unklar, inwieweit die Forderungen umgesetzt werden können." Trotz Bildungsföderalismus kann auf Bundesebene sehr wohl gehandelt werden, wie ein Antrag der Grünen im Bundestag vor einigen Monaten mit konkreten Umsetzungsforderungen gezeigt hat.

In dem Antrag werden Unterstützungsangebote genannt, die die Handlungsfelder von Bundesministerien betreffen und Teil des Nationalen Aktionsplans gegen Homo- und Transphobie sein sollten! Es werden für den Bildungsbereich u.a. genannt:

- Die bundesweite Vernetzung von Schulaufklärungsprojekten über den
Bundesjugendplan dauerhaft strukturell zu verankern.
- Durch eine bundesweite Koordinierungsstelle des Antidiskriminierungsnetzwerks Schule der Vielfalt können in möglichst vielen Bundesländern Best-Practice-Schulen gefördert werden und dadurch gegen Homo- und Transphobie sensibilisieren.
- Die Pädagogik der Vielfalt in der zweiten Förderphase der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung des BMBF" stärker zu berücksichtigen.
- Gemeinsam mit den Ländern die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und Fachkräften der Jugendhilfe um Kompetenzen zur aktiven Unterstützung von LSBTI-Jugendlichen und Antidiskriminierungsarbeit
zu entwickeln, auszubauen und flächendeckend umzusetzen. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität müssen in ihrer Vielfalt Teil der Ausbildung von pädagogischem und medizinischem Fachpersonal werden.

Toll, dass es einen Forderungskatalog der LGBT-Community gibt! Hoffentlich werden diese und weitere Punkte bald verwirklicht.

Quelle:
Link:
dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/088/1808874.pdf

(Punkt 3 im Antrag)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
08.09.2016
08:33:48


(+3, 3 Votes)

Von Frankfurterin
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von trans_alliance


@trans alliance,

könntest du für deine Aussage bezüglich des SG Münster bitte eine Quellenangabe posten?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
08.09.2016
09:56:40


(+3, 3 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Gleiche Rechte und Pflichten gehört nun mal im 3. Jahrtausend .
Und darum ist in Deutschland schon lange die Ehe für Alle überfällig !
Denn für Rassismus und Homophobie kann es keinen Platz in der Welt geben .
Aber anscheinend lassen sich einige Menschen , auch Homosexuelle, nur "blenden" durch gewisse Rechte Vereine a Pegida , Afd etc.
Nur auf solche patriotische Hasspropraganda dieser Parteien sollte man nicht reinfallen.
Lernt mal das denken!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
08.09.2016
22:07:02


(+2, 2 Votes)

Von trans_alliance
Mitglied seit 22.10.2016
Antwort zu Kommentar #6 von Frankfurterin


Erörterungstermin 06-2016, Sozialgericht / SG Münster S 9 KR 117/15, S 9 KR 258/15

.

Die Gegebenheit ist entsprechend GG Art 17 dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, sowie einzelner Landesparlamente, als Anlage in laufenden Verfahren angezeigt worden.

Ferner nationalen, wie auch internationalen Menschenrechtsorganisationen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
08.09.2016
22:36:54
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von Berliner
Aus Berlin
Mitglied seit 16.11.2015


Schön mal wieder etwas vom "Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie" zu hören. Nachdem es ein einmaliges Diskussionsforum dazu gab, ist das Thema wieder für sehr lange Zeit komplett ausgeblendet worden. Gut, dass die Verbände hinter den Kulissen weiter gemacht haben und das Thema nicht diesen Möchtegern-Politikern überlassen. Vielleicht ist das ja jetzt der Anlass endlich mal die versprochene Fortsetzung des Diskussionsforums mit Leben zu füllen. Hoffentlich dann auch wieder offen für ALLE. Das war im ersten Teil eine sehr interessante Mischung, auch wenn die Beteiligung von individuellen Teilnehmern sehr übersichtlich war. Dafür waren aber Leute der verschiedensten Verbände da und konnten Themen besprechen. Ich hoffe, dass die Erkenntnisse aus dieser Runde in das Eckpunktpapier eingeflossen sind.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
08.09.2016
23:53:33


(+1, 1 Vote)

Von Handyman
Antwort zu Kommentar #3 von trans_alliance


Transgender-Community trauert:

Link zu www.charlotteobserver.com

R. I. P.!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
"Homoheiler"-Verein droht wieder freier Träger der Jugendhilfe zu werden Volker Beck: "Ich bin noch lange nicht weg" Leander Haußmann will Merkel wählen – wenn sie die Ehe öffnet Bis zum Jahr 2000 durften Schwule keine Berufssoldaten werden
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt