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Der offen schwule SPD-Politiker Michael Adam ist seit 1. Dezember 2011 Landrat des bayerischen Landkreises Regen (Bild: Pressefoto)

Drei Jahre nach dem Poppers-"Skandal" meldet sich Regens schwuler Landrat mit einer "persönlichen Erklärung" aus einer Klinik zu Wort.

Vor drei Jahren kündigte der Regener Landrat Michael Adam (SPD) öffentlich an, nie wieder Poppers zu nehmen (queer.de berichtete) – künftig will er auch komplett auf Alkohol verzichten. In einer am Freitag veröffentlichten "persönlichen Erklärung" hat der 31-Jährige zugegeben, dass er ein ernsthaftes Alkoholproblem hat und sich derzeit in einer Kurklinik im Schwarzwald befindet.

Ursprünglich, so der schwule Politiker, habe er sich im Juli wegen einer Diabeteserkrankung in Behandlung begeben, doch bereits nach wenigen Tagen seien Symptome aufgetreten, "die mir zeigten, wie sehr ich mich psychisch bereits an Alkohol gewöhnt hatte".


Noch immer online: offizielles Pressefoto von Michael Adam

Sehr offen berichtet Adam in dem Schreiben über seine Probleme: "Das Leben als Kommunalpolitiker verlangt dem Körper viel ab: Stress, kaum freie Abende oder Wochenenden, wenig Urlaub, wenig Schlaf. Erschwerend hinzu kamen bei mir in der Vergangenheit schlechte und unregelmäßige Ernährung, Medikamente, Nikotin und Alkohol. Für Ausgleich durch Sport oder Entspannungsübungen sorgte ich nicht. Dies alles hatte seine Spuren bei mir hinterlassen."

Keine Zeit für "emotionale Reifung"

Erst während der Kur habe er realisiert, wie sehr er in den letzten Jahren Gefühle und Bedürfnisse verdrängt habe, schreibt Michael Adam. "Hier wurde mir vor allem bewusst, in welchem unglaublichen Tempo mein Leben in den letzten Jahren verlief: Studium, Wahl zum Bürgermeister mit 23 Jahren, Wahl zum Landrat mit 26 Jahren, Wahl in den Bezirkstag. Ich wollte und musste mich in einem unglaublichen Tempo mental weiterentwickeln. Für eine emotionale Reifung blieb jedoch kaum Raum und Zeit."

Adam machte 2008 bundesweit Schlagzeilen, als er sich mit 23 Jahren als schwuler, evangelischer und "roter" Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bodenmais in der Stichwahl gegen den amtierenden CSU-Bürgermeister durchgesetzt hatte (queer.de berichtete). Nach nur drei Jahren im Amt wurde der junge Sozialdemokrat 2011 zum Landrat des Landkreises Regen gewählt (queer.de berichtete). Im folgenden Jahr ging er mit seinem langjährigen Freund Tobias Eckert eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein (queer.de berichtete).


Michael Adam bei der Ausübung seines Amtes

In den letzten Jahren kam Adam jedoch vor allem mit Zickereien und Eskapaden in die Presse. So bekundete er öffentlich, bei der letzten Bundestagswahl mit der Zweitstimme die CSU gewählt zu haben, weil er die führenden Köpfe der SPD-Landesliste für "nicht wählbar" hielt. 2013 räumte der schwule Politiker nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" ein, dass er sich in der Zeit als Bürgermeister von Bodenmais und als Landrat insgesamt sechs Mal zum schnellen Sex mit anderen Männern in Diensträumen verabredet hatte (queer.de berichtete). Dabei habe er auch Poppers konsumiert.

Voraussichtlich am 4. Oktober will Michael Adam seinen Dienst wieder antreten. "Ich freue mich bereits jetzt darauf, gestärkt auch künftig mit vollem Einsatz als Landrat für eine positive Entwicklung des Landkreises Regen zu arbeiten", heißt es in seiner Erklärung. Seine Offenheit wird jedoch nicht von allen belohnt: "Es dürfte nicht leicht werden, zur Tagesordnung überzugehen in einem Landkreis, in dem Michael Adam die Toleranz mancher Menschen bereits arg strapaziert hat", kommentierte etwa die als liberal geltende "Süddeutsche Zeitung". (cw)

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#1 SchwanengesangAnonym
  • 10.09.2016, 11:52h
  • Sehr gut, daß es von Michael Adam wieder positive Nachrichten gibt! Ich drücke ihm die Daumen, daß er es mit dem Poppers- und Alkoholverzicht schafft und sich auf seine Arbeit als Landrat konzentriert!
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#2 wiking77
  • 10.09.2016, 12:07h
  • ein bisschen ausgemästet sieht er aus. Naja, Büroarbeit, wenig Schlaf, Verantwortung, wenig Sport!

    Aber er ist wirklich ein süßer Schnuckelhase. Ich finde ihn einfach sympathisch. Ich hoffe er bringt sich wieder auf Vordermann.
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#3 m123Anonym
  • 10.09.2016, 12:29h
  • Alkoholiker, hat Gruppensex in seinem Büro während der Dienstzeit mit anderen Männern, betrügt seinen Lebenspartner, Poppers-Konsument.

    Der Typ hat ein Drogenproblem und benimmt sich offensichtlich voll daneben. Total peinlich und total ungeeignet. In einem Unternehmen würde er für sein Verhalten sofort entlassen werden.

    Statt ihn zu kritisieren wird er hier in den Himmel gelobt und als Aushängeschild der LGBT Community gefeiert. Nur weil er schwul ist...
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#4 GeorgGProfil
  • 10.09.2016, 12:45hBerlin
  • Ach, unser Pummelchen aus dem Bayrischen Wald macht mal wieder Schlagzeilen.

    Man sollte einen 23jährigen nicht zum Bürgermeister wählen, denn zu einem solchen Amt gehört auch eine große Portion Reife und Lebenserfahrung.
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#5 herve64Profil
  • 10.09.2016, 12:49hMünchen
  • Hier sieht man, dass steile Karrierewege nach oben einen Menschen wirklich dermaßen an die Substanz gehen können, dass sie daran zerbrechen können.

    Aber zumindest schien er glücklicherweise in der Lage gewesen zu sein, die Notbremse zu ziehen.

    Hoffen wir mal, dass er wirklich gestärkt weiter machen kann.
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#6 Seymour GuadoAnonym
  • 10.09.2016, 12:55h

  • Aber er ist ehrlich, und hat sich ja offensichtlich in eine Suchtklinik begeben. Das kann man von den meisten Politiker nicht erwarten.
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#7 Dont_talk_aboutProfil
#8 Martin WAnonym
  • 10.09.2016, 13:42h
  • "Das Leben als Kommunalpolitiker verlangt dem Körper viel ab: Stress, kaum freie Abende oder Wochenenden, wenig Urlaub, wenig Schlaf. Erschwerend hinzu kamen bei mir in der Vergangenheit schlechte und unregelmäßige Ernährung, Medikamente, Nikotin und Alkohol. Für Ausgleich durch Sport oder Entspannungsübungen sorgte ich nicht. Dies alles hatte seine Spuren bei mir hinterlassen."

    Mir kommen die Tränen, was macht man nicht alles um Prestige und Posten die fürstlich entlohnt werden. Jammern auf hohem Niveau.
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#9 wiking77
  • 10.09.2016, 14:31h
  • ich finde ihn schnuckelig und gönne ihm von Herzen den Erfolg.

    "Lasset uns das Papsttum genießen, da Gott es uns verliehen hat.", sagte Papst Leo X. Also warum nicht. Möge er sein Amt, das der Wähler ihm verliehen hat genießen.
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#10 Talk_About_itAnonym
  • 10.09.2016, 14:46h
  • Antwort auf #7 von Dont_talk_about
  • Stimmt. Denn "MAN SPRICHT JA NICHT DRÜBER", dann wäre das nämlich voll ok., wie es die heterosexuellen Kollegen auf dem Land machen: saufen, Zweitfrau, heimliches Kind, etc... da hätte er sich wohl ein Beispiel dran nehmen sollen, gell?
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