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Romanverfilmung "Tschick"

Ein schwuler Huckleberry Finn


Fatih Akin hat den Bestsellerroman von Wolfgang Herrndorf verfilmt: Titelheld Tschick und Maik wollen mit einem geklauten Lada in die Walachei (Bild: Studiocanal)

Ab Donnerstag im Kino: Fatih Akin erzählt in "Tschick" von zwei jugendlichen Außenseitern, die sich auf einem Roadtrip durch den Osten der Republik näherkommen.

Von Carsten Moll

Für den 14-jährigen Maik läuft es gar nicht gut: Die Eltern sind zerstritten, die Klassenkameraden nennen ihn "Psycho" und die schöne Tatjana, sein heimlicher Schwarm, hat ihn nicht einmal zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen. Und dennoch erwarten Maik die wohl aufregendsten Sommerferien seines Lebens.

Denn völlig unerwartet steht der neue Mitschüler Andrej, der lieber Tschick genannt werden will, sich aus Mädchen nichts macht und genau wie Maik ein Außenseiter ist, nach dem letzten Schultag vor der Haustür. In einem geklauten Auto, einem klapprigen Lada Niva, will er gemeinsam mit Maik zu seinem Großvater in die Walachei fahren.

Obwohl die beiden Jungs keine Ahnung haben, wo die Walachei überhaupt liegt, machen sie sich sofort auf den Weg – überall ist es schließlich besser als zuhause. So beginnt ein turbulenter Roadtrip durch den Osten der Bundesrepublik, auf dem die Ausreißer nicht bloß auf stinkende Mädchen sowie schießwütige Einsiedler treffen, sondern auch an sich selbst ungekannte Seiten entdecken sollen.

Abenteuerliche Lebensnähe und große Kinomomente


Poster zum Film: "Tschick" startet am 15. September 2016 im Kino

Sechs Jahre ist es nun schon her, dass Wolfgang Herrndorf mit dem Bildungsroman "Tschick" der große Durchbruch gelang. Inspiriert von den Lieblingslektüren seiner eigenen Jugend, wie etwa "Huckleberry Finn", erschuf der 2013 verstorbene Herrndorf eine ebenso abenteuerliche wie lebensnahe Geschichte um zwei junge Ausreißer. Vor allem über die Sprache konnte der Schriftsteller seine pubertierenden Helden zum Leben zu erwecken, ohne jemals auf diese herabzublicken oder sich einem jugendlichen Publikum anzubiedern.

Die Verfilmung unter der Regie von Fatih Akin schafft es nun, einerseits den Geist der literarischen Vorlage perfekt einzufangen: Der Coming-of-Age-Film ist ganz auf Augenhöhe mit seinen Protagonisten und lässt sich von der stimmigen Dynamik der jungen Hauptdarsteller Tristan Göbel und Anand Batbileg mitreißen. Andererseits bietet Akins "Tschick" weit mehr als bloß eine bebilderte Version von Herrndorfs Roman.

Wunderbare Bilder, rasant inszenierte Szenen sowie ein großartiger Soundtrack sorgen nämlich für Momente, wie sie so wohl nicht zwischen Bücherseiten zu finden, sondern nur im Kino möglich sind. Wie sich in "Tschick" das Grobe mit dem Feinen verbindet, lautes Lachen und stille Nachdenklichkeit, rohe Energie und konzentriertes Innehalten, das ist definitiv sehenswert, auch wenn die eigene Jugend schon ein paar Jahrzehnte zurückliegt. Einen schöneren Coming-of-Age-Film aus Deutschland wird man in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr auf der Leinwand zu sehen bekommen.

Direktlink | Offizieller Trailer zum Film

Infos zum Film

Tschick. Drama nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf. Deutschand 2016. Regie: Fatih Akin. Darsteller: Tristan Göbel, Anand Batbileg, Mercedes Müller, Uwe Bohm, Udo Samel, Anja Schneider. Laufzeit: 90 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. FSK 12. Verleih: Studiocanal. Kinostart: 15. September 2016
Galerie:
Tschick
14 Bilder


#1 NickAnonym
  • 12.09.2016, 12:16h

  • Wenn der Film von Fatih inszeniert wurde muss er gut sein. Mal wieder ein Grund ins Kino zu fahren.
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#2 liliweAnonym
  • 12.09.2016, 13:06h
  • Kleine Korrektur: Sechs Jahre ist das her, dass Tschick veröffentlicht wurde - nicht 16.
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.
#3 1818181818181818Anonym
  • 12.09.2016, 17:52h
  • Na den guck ich mir in jedem Fall an!

    Der Trailer is ja schon mal richtig geil...

    Die Mutter mit dem Vodka..

    Ey und nix gegen LADA NIVA! Unkaputtbar...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 1818181818181818Anonym
#5 ichAnonym
  • 14.09.2016, 01:00h
  • Die Geschichte ist ganz gut. Habe das Buch damals im Krankenhaus verschlungen. Der Russe sagt kurz vor Schluß mal beiläufig, daß er schwul sei. Sexuell passiert überhaupt nichts.
    Tristan Göbel ist natürlich ein echter Hingucker.
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#6 ichAnonym
  • 14.09.2016, 07:36h
  • Übrigens, Tschick ist wienerisch der Ausdruck für Kippe i.S.v. Zigarettenstummel, nicht aufgeraucht aber weggeworfen, aufgelesen von jemandem, der aus größter Armut sich eine Zigarette nicht kaufen kann. Hat der Autor diese Assoziation beabsichtigt?
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#7 Sabelmann
  • 14.09.2016, 19:42h
  • Antwort auf #6 von ich
  • Ähmm...wir sagen zu JEDER Zigarette Tschik!Wenn wir z.B. jemanden nach einer Zigarette fragen sagen wir..."Host an Tschik fia mi?"Oder..."Bring mir aus der Trafik ein Packerl Tschik mit!"
    Und der Stummel ist ein Stummel...ein Tschikstummel...weil von einem Tschik!
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#8 ichAnonym
  • 14.09.2016, 23:17h
  • Antwort auf #7 von Sabelmann
  • Danke für die Aufklärung, bin Nichtraucher. Meinte das entweder in einem Krimi gelesen, bei der EAV oder Fendrich / Ambros / Danzer gehört zu haben.

    Wenn der Junge wie die Zigarette heißt, soll er da quasi als Suchtmittel aufgefaßt werden? Sonst: wie eben weggeworfen in den Straßendreck ... macht er sich halt keine Bedenken mehr um Anstand oder Moral. Als Russe sich fühlend wie gestrandet hier.
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#9 TheDadProfil
  • 15.09.2016, 01:26hHannover
  • Antwort auf #8 von ich
  • Nicht "Russe" sondern Angehöriger eines "russischen Satelliten-Staates, und hier dann wohl Tadschikistan, und damit dann ein Asiat, verkürzt als Tschik..

    Erklärt sich mir jedenfalls so über das Äußere des jungen Darstellers..
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#10 FaktencheckAnonym